Forum: Politik
Separatisten in Katalonien: "Repression oder Revolution"
AP

Madrid macht Ernst: Mit dem Artikel 155 will die Regierung das Streben der Katalanen nach Unabhängigkeit endgültig beenden. Separatisten in Barcelona wollen sich dennoch nicht beugen.

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EconomistGI 21.10.2017, 21:20
20. Die Realität ist anders!

Zitat von go-west
Man kann dauerhaft kein Volk zwingen, in einem Land zu verbleiben, wenn eine breite Bevölkerungsmehrheit dies tatsächlich nicht will. Dies gilt genauso für die Kurden als auch für die Katalanen. Natürlich wird das verbleibende Land kleiner und wirtschaftlich schwächer sein, egal ob es die Türkei oder Spanien betrifft. Aber der Wille des Menschen zur Freiheit und zur politischen Selbstbestimmung wird sich niemals brechen lassen.
Bloß: Diese "breite Bevölkerungsmehrheit" gibt es gar nicht, gut die Hälfte der Bevölkerung in Katalanien ist GEGEN die Unabhängigkeit. Wer schützt denn nun die Mehrheit vor der radikalen Minderheit? Das kann nun mal nur die Regierung in Madrid, egal wie man zu ihr steht.
Jedenfalls ist die Behauptung, "die" Menschen in Katalanien seien "unfrei", schlicht Quatsch! Die Kurden, die wiederholt Opfer von Luftangriffen der türkischen Regierung geworden sind, und die im Laufe der Jahre Hunderte oder gar Tausende an Toten zu beklagen haben, DIE werden unterdrückt. Ein Vergleich mit der Situation in Katalanien ist absolut abwegig!

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bamesjond0070 21.10.2017, 21:23
21. Die eingesetzte Gewalt und die Null-Toleranz Politik der spanischen Regierung

haben Autonomie zu 100% legitimiert. Ich war voll und ganz gegen eine katalonische Autonomie, aber die Bilder vor und während des Referendums haben meine Meinung nachhaltig geändert.

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Gerixxx 21.10.2017, 21:23
22. Einfach deprimierend.

80 Jahre nach dem Spanischen Bürgerkrieg bringt es Westeuropa fertig, zum zweiten Mal die Sache der Demokratie und Republik zu verraten - heute wie damals durch passive Duldung, Bequemlichkeit und weil man es mit anderen Mächtigen nicht verderben will. Die Folgen sind bekannt.

Denn Katalonien stand damals für die Republik und die Sache der Demokratie - also unsere vorgeblichen Werte. Was damals die britisch-französische Blockade (während Nazideutschland, Mussolini und Stalin ihre Kolonnen massiv unterstützten) ist heute die Ausgrenzung aus der EU und damit Parteinahme.

Wenn die Zentralregierung das Demokratischste überhaupt - eine Volksabstimmung - verweigert, dann verstößt das schlicht gegen diese Werte. Obendrein ist es politische Dummheit ersten Ranges, wäre doch die Mehrheit für die Unabhängigkeitsbefürworter keinesfalls sicher gewesen, was nun anders sein dürfte.

Wenn dies unter Berufung auf eine Verfassung geschieht, die die nationale Minderheit, über die sie zu bestimmen sich anmaßt, niemals mehrheitlich in ihrem Sinne verändern kann, weil sie diese Mehrheit gegen das Mehrheitsvolk rein zahlenmäßig nie erreichen kann, dann verwandelt sich diese Verfassung in ein Repressionsinstrument.

Kommt die Vergangenheit hinzu, also Niederlage im Bürgerkrieg gegen Francos Putsch(sic!)regierung, Besetzung, Terror, KZ, Massenerschießung, Einschränkungen von Minderheitenrechten etc. und legt man jetzt einige Äußerungen der spanischen Zentralregierung daneben, dann wird das katalanische Begehren mehr als verständlich. Wie kann ein König aller Spanier in seinen Reden polarisieren statt auszugleichen? Wie kann ein Vertreter Madrids öffentlich Puigdemont mit dem Schicksal Lluis Companys (gewählter Präsident Catalunyas in den 30er Jahren, zu Zeiten Francos verhaftet, gefoltert, erschossen) drohen und dieses Europa schweigt dazu und sieht eher noch Madrid als Partner?

Was soll das für ein Europa sein, in dem die Rechte von Minderheiten so abgetan werden? Warum wäre es so schlimm, ein unabhängiges Katalonien sofort in die EU aufzunehmen (da wurden aus geopolitischen Gründen schon ganz andere Staaten im Eilverfahren aufgenommen - mit den bekannten Folgen)?

Aus der Sackgrasse der Repression als logische Folge der Verweigerung der Abstimmung, gibt es kaum noch ein zurück - und dieses Europa schaut tatenlos und gelangweilt und damit die Repression billigend zu. Europa im Jahre 2017 - schlimmstenfalls bekommen wir in Barcelona noch unser Prag oder Budapest....

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nixus_minimax 21.10.2017, 21:23
23. Unglaublich

Zitat von Amparo
Das ist mal eine andere Art, das Cataluña-Problem zu beschreiben. Ob nun die Forderung nach einem eigenen Staat sinnvoll ist oder nicht, das sei dahingestellt. Auf jeden Fall muss man wissen wie tief der Graben zwischen Cataluña und der Zentalregierung in Madrid (!) ( nicht: und Spanien)- ist. Es ist kein Wunder, dass die rechte,korrupte Partei PP mit Ihrem Präsidenten Rajoy bei den letzten Regional- Wahlen in Cataluña nur 8,5% erreichte- so viel Stimmen wie die extreme Partei CUP. Hoffen wir mal, dass alles friedlich bleibt! Auf Recht pochen, aber nicht miteinander reden, kann gefährlich werden. Saludos desde España
Der Graben ist so tief weil Ihn die Separatisten und Ihre Propaganda Maschine immer tiefer graben. Was hat denn die Generalität seit 2015 in Katalonien bewegt (also Ihre eigentlich Aufgabe gemacht?) ABSOLUT NICHTS. Seit Jahren nur sinnlose Schritte Richtungs Abgrund, heftige Verschuldung, Rettung vor dem Bankrott dank Madrid und dem FLA. Eine absolute Nullnummer.

Nichts als ewiges Geheule wie böse alle sind aber den teuersten Beamtenapparat Spaniens betreiben, Putschdement verdient mehr als Rajoy und die Liste könnte man seitenweise verlängern.

Wenn Madrid die PP korrupt ist, dann ist weiß ich nicht wie man den Pujol/PPdCat Clan bezeichnen soll. Hier zum nachlesen:
https://politica.elpais.com/politica/2017/10/20/aixo_va_de_democracia_blog_contra_l1o/1508521681_336650.html

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nixus_minimax 21.10.2017, 21:26
24. Stimmt nicht

Zitat von ralf_schindler
Zum Ergebnis des Referendums schreiben Sie: "Doch belegen lassen sich die Zahlen nicht, weil es keine Wählerlisten oder -register gibt." Warum wiederholt SPON diesen Unsinn immer wieder? Ja, es gab eine Wählerliste. Und jeder Wähler war einem Wahlbüro zugeteilt.
Katalonien hatte für das Referendum kein richtigen Zensus da dieses gar nicht eine Aufgabe einer Autonomia ist. btw: haben Sie sich mittlerweile über den massiven haarsträubenden und wiederholten Wahlbetrug Seitens der Separatisten überzeugen können?

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Mallorquinsky 21.10.2017, 21:27
25.

Zitat von ralf_schindler
Zum Ergebnis des Referendums schreiben Sie: "Doch belegen lassen sich die Zahlen nicht, weil es keine Wählerlisten oder -register gibt." Warum wiederholt SPON diesen Unsinn immer wieder? Ja, es gab eine Wählerliste. Und jeder Wähler war einem Wahlbüro zugeteilt.
Spiegel widerholt dies weil es stimmt. Alleine in 71 Orten gab es mehr Stimmen wie Wahlberechtigte. Quelle: "El Pais" und andere https://elpais.com/ccaa/2017/10/03/catalunya/1507048467_326934.html

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nixus_minimax 21.10.2017, 21:31
26. Und eines schönen Tages

Zitat von go-west
in einem Land zu verbleiben, wenn eine breite Bevölkerungsmehrheit dies tatsächlich nicht will. Dies gilt genauso für die Kurden als auch für die Katalanen. Natürlich wird das verbleibende Land kleiner und wirtschaftlich schwächer sein, egal ob es die Türkei oder Spanien betrifft. Aber der Wille des Menschen zur Freiheit und zur politischen Selbstbestimmung wird sich niemals brechen lassen.
Und eines schönen Tages werden die Separatisten vielleicht sogar mal die Mehrheit sein aber bisher plärren Sie nur von Mehrheit, sind Sie aber nicht und noch nie gewesen, nichtmal in den von den Separatisten selbst gemachten Umfragen.

Die Mehrheit will in Spanien bleiben hat aber was besseres zu tun als alle zwei Tage zur Demo zu laufen nur weil der Separatistenfüher den Demonstrationsbefehl gibt.

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holzspalter-1 21.10.2017, 21:31
27.

Zitat von Ruth aus der Kurpfalz
Die Gewalt, die die Zentralregierung am Tage des Referendums gegen die Katalanen ausgeübt hat, ist ein Beweis. Sie beweist, dass Katalonien nicht zu Spanien gehört. Spanien unterdrückt mit Gewalt eine andere Nation und tritt die Menschenrechte der Angehörigen dieser anderen Nation mit Füßen. Damit hat Katalonien gemäß dem Völkerrecht das Recht auf Separation, egal, was in der Verfassung des Unterdrückerstaates für komische Sachen stehen. Denn diese Verfassung hat keinerlei Gültigkeit für Katalonien.
Es ist kaum zu glauben wie Vorgänge, in eigene gedachte Überlegungen, wenn man davon sprechen will, umgedeutet werden.

Die armen Katalanen sind keine unterdrückte NATION. Was eine Nation ist, zeigt sich in der Reaktion der Spanischen Regierung.

Verfassungstreue ist ein sehr sehr hohes Gut, welches in jedem Staat der Erde geachtet werden sollte.

Wir in Deutschland können auch anfangen uns auf unsere vergangene Kleinstaaterei zu berufen. Vorwärts, wir wollen wieder als Preußen oder Bayern selbständig sein.
Wer so denkt, ist einfach nur behindert im Kopf, oder??

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genugistgenug 21.10.2017, 21:32
28. Rajoy agiert wie aus Lehrbuch 'So geht es garantiert schief'

Auch wenn wir uns vorkommen wie die beiden Opas in der Muppets show, auch das x-te aufkochen der Serie 'Wie man etwas garantiert versemmelt' ist interessant - denn hier handelt Rajoy genau wie vorhergesehen und die Katalanen können sich entspannt zurücklehnen. Denn auch eine Neuwahl wird immer den Ruch haben 'Regierung von FrancoähMadrids Gnaden'.

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mrschnick 21.10.2017, 21:32
29. Wurde auch Zeit

Bisher haben die katalanischen Separatisten keinerlei Argumente für ihr Ansinnen vorbringen können abgesehen von monetären Egoismen. Wo werden sie bitte schlecht von Madrid behandelt? Wo werden sie unterdrückt? Eben, es gibt keinerlei Rechtfertigung für eine Abspaltung. Nach der Franco Diktatur schön vom Nationalstaat und der EU Mitgliedschaft profieren und jetzt wo es vermeintlich Sinn macht, möchte man die eigenen Vorteile nutzen. Puigdemont eiert seit Wochen rum ohne mal konkret zu werden. Der Rattenfänger hat seine "Landsleute" schön in die Scheiße geritten, daher war der Schritt von Rajoy überfällig zum Schutz der Nicht-Separatisten in Katalonien.
Persönlich hätte ich auch nichts dagegen wenn man die Katalanen machen lässt, mit allen Konsequenzen. Keine Mitgliedschaft in der EU, harte Grenzen nach Spanien und Frankreich. Stundenlange Zollkontrollen, Visapflicht für jeden Grenzübertritt, kein Zugang zum europäischen Luftraum... Der Spuk hätte ganz schnell ein Ende, aber leider ist das nicht praktikabel.

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