Forum: Politik
Sexismus-Streit in der Berliner CDU: Zur Sache, Schätzchen
DPA

Machosprüche, Gerüchte, eine angebliche Liebschaft mit Merkels Generalsekretär: In der aktuellen Debatte um Sexismus in Parteien wird alles miteinander vermischt. Das ist unerträglich.

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jla.owl 26.09.2016, 18:09
20. Das ist es eben, das Problem

Wenn hier in Kommentaren tatsächlich in Frage gestellt wird, ob diese Äußerungen sexistisch sind. Ich (Mann, muß man hier für einige ja extra betonen) lege keinen Wert auf Menschen wie Henkel in meinem Umfeld. Wünsche mir eigentlich direkte Reaktionen auf sexistische Sprüche, es geht, und es wirkt.
Stelle hier aber auch die Frage, ob Sexismus gehäuft in bestimmten politischen Umfeldern vorkommt.

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cato. 26.09.2016, 18:10
21.

Eine Sexismus-Debatte in Deutschen Parteien ist überfällig. Allerdings anders als sie Frau Behrends führen möchte, die wenig appetitlichen Sprüche sind schließlich harmlos verglichen mit der systematischen Diskriminierung von Parteimitgliedern auch bekannt als Frauenquote. So hat die CSU etwa einen Frauenanteil von 20%, aber 40% der Funktionärsposten müssen an Frauen gehen. Und selbst wenn diese Ungleichgewicht zwischen Mitgliedern und Funktionären nicht bestünde, ist dies ein Zeichen für fehlende innerparteiliche Demokratie, wenn nicht mehr die Fähigen aufsteigen, sondern bestimmte Proporze erfüllt werden müssen.

Die fortschrittlichen Ausnahmen sind dabei die FDP und AfD und in beiden Parteien beweisen Frauen, dass sie erfolgreich sein können, ohne wie besonders bedürftige Menschen angesehen zu werden, die es nicht aus eigener Kraft schaffen.

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SentinelBorg 26.09.2016, 18:10
22. Kein Widerspruch?

Wie "nicht widersprochen"? Der Sache mit dem "Fickst Du die?" wurde aber sehr wohl vom Berliner Abgeordneten Sven Rissmann widersprochen, der dies ja so angeblich an Frau Behrends herangetragen hat. Bleibt also die "Große süße Maus", die ja in Kombination mit "Kleine süße Maus" bezogen auf die Tochter gefallen sein soll.

Auf der anderen Seite haben wir Berichte von Frau Cegla, dass Behrends gerne mal den Männern sehr weit auf die Pelle gerückt ist. Und ein Facebook Chatlog von Frau Ramadani, in dem sie mit Behrends über die eventuelle homosexuelle Ausrichtung von Herrn Tauber schrieb mit folgende Zeile von Frau Behrends: „Also so, wie der auf mich reagiert, kann ich das ausschließen.“

Ich möchte mir btw gar nicht ausmalen, was wieder alles los wäre wenn zwei Männer über die eventuelle lesbische Ausrichtung von einer Frau privat diskuttieren würden und das heraus käme...

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muellerthomas 26.09.2016, 18:10
23.

Zitat von aramcoy
Sorry, ich musste es nachlesen, da der Begriff "Sexism" erst wirklich geprägt wurde, als ich schon geboren war. In der Wikipedia steht also "Als Sexismus wird die auf das Geschlecht (lat. sexus) bezogene Diskriminierung bezeichnet. Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken." Ok, das kann ich verstehen, aber worin bestand jetzt in diesem Fall der Sexismus in der Politik? Das ist mir noch nicht klar, vielleicht hilft mir jemand auf die Sprünge.
Frank Henkel hat seinen Kollegen offenbar nicht aus privater Neugierde über das Sexualleben von Frau Behrends gefragt, ob die beiden miteinander Sex haben, sondern weil er utnerstellt, dass eiune junge, attraktive Frau nur dann Karriere in der Politik (oder sonstwo) machen kann, indem sie mit verantwortlichen Männern schläft, die ihr dann gnädigerweise Posten geben.

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böser-sachse 26.09.2016, 18:13
24. Ich überspitze einmal

Also so wie es ausschaut hat das "süße Maus" Jenna Behrends versucht mit ihren weiblichen reizen ihre Karriere innerhalb der CDU zu fördern. Sie wurde daraufhin von anderen CDU Mitgliedern abgestempelt als Frau die versucht mit ihren reizen Karriere zu machen.Jetzt beschwert sich jetzt das es sich um Sexismus handelt. Wenn ich falsch liege, kann mir das bitte einer richtig erklären um was es denn sonst geht. Ps Sexismus gibt es auch gegenüber Männern und Jungen zb meine Sportlehrerin hat mir beim Sport wo ich 12 jahre alt war immer mal leicht auf den Hintern gehauen, sie war etwa 55 jahre alt. Mir passiert das heute ab zu mal noch das Frauen die ich nicht kenne in einem Club oder so, mir ab und zu einfach leicht auf den Hintern hauen oder mir einfach in die Seite fassen oder mir einfach auf das Männer WC folgen. Vor allen wenn sie etwas getrunken haben. Bin da selber daran Schuld? Weil ich zu enge Jeans trage und oder sind die Frauen die das tun einfach nur Sexistinnen?

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digarth 26.09.2016, 18:20
25. Ein Bärendienst für die Gleichberechtigung

Ich vermute einfach mal, wenn die junge Dame mehr als das bewusste Einsetzen ihrer äußeren Qualitäten hatte anbringen können, mit dem sie ihren Quereinsteiger-Erfolg hätte rechtfertigen können, würde sie gelassen mit irgendwelchen Gerüchten umgehen. Wenn sie für sich proklamieren könnte, dass sie irgendetwas bemerkenswertes getan hätte, um die CDU vor dem Scheintod zu bewahren, (abgesehen davon ein vielleicht mal etwas attraktiveres Gesicht für die Wahlplakate zur Verfügung zu stellen), würde sie sie auf solche Gerüchte mit einem Portefolio an Antworten aufwarten können, anstatt die alte Sexismuskeule herauszukramen. Vielleicht hätte sie doch mal die Ochentour der Parteisoldaten machen müssen.
Das einzige Ergebnis, welches diese junge Dame "für Deutschland" erreicht, dass sich jeder Politiker dreimal überlegen wird, eine junge und vielleicht sogar begabte Quereinsteierin zu protegieren.
Sie ist eine Deutsche Charlotte Proudman. Und man kann es Arbeitgebern sogar nicht einmal übel nehmen, wenn solche Frauen keine Karriere mehr machen. Insofern tut sie der Gleichberechtigung gerade einen Bärendienst.
Bedauerlich ist nur, dass die Presse schon wieder auf diesen lästigen Zug aufspringt und überhaupt darüber berichtet.

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Handschlag 26.09.2016, 18:21
26. Frauen im Bundestag im überrepräsentiert (außer bei der CDU/CSU)

Der Artikel ist einfach schlecht recherchiert. Nicht der Bundestag hat ein Problem, sondern ausschließlich die CDU/CSU-Fraktion ist das Problem. Alle andere Parteien haben Abweichungen von +/- 6%.

In 2 von 4 Partein gibt es ein Männerdefizit:

Partei Frauen Männer Gesamt --> Anteil
CDU/CSU 80 230 310 --> 25%
SPD 85 108 193 --> 44%
Die Linke 35 29 64 --> 55%
Die Grünen 34 29 63 --> 54%
Btag gesamt* 232 398 630 --> 37% (2009: 32%)
Btag ohne CDU/CSU 152 168 320 --> 48%

*Inklusive ein paar Fraktionslose

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Criticz 26.09.2016, 18:23
27. Aber nicht doch!

Zitat von demokritos2016
Schlimmer, eklatante Ungerechtigkeit, es gibt woanders riesigen Nachholbedarf: Bei der Müllabfuhr arbeiten z. B. deutschlandweit 95% Männer. Los, meine Damen, ran an die Tonnen!
Sie wissen doch wie Gleichstellungspolitik in Deutschland läuft: Gleichgestellt wird nur dort, wo Frauen profitieren. Deshalb eine Frauenquote für Aufsichtsräte, aber nie und nimmer bei der Müllabfuhr.

Und da wird uns dann als Geschlechtegerechtigkeit verkäuft. Lächerlich.

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blutiger ernst 26.09.2016, 18:24
28. Ermüdendes Echauffement

Wer mit seinem Hintern wedelt, Geschichten über vermeintliche oder reale Flirts erzählt, Spekulationen über aufregende Affären zu mächtigen Gestalten nährt - und sich DANN über Sexismus beklagt - kann nur eine Frau sein - denn jeder Kerl würde vorher als dummerhafte Angeber ausgelacht.
Mich langweilen diese elenden, ewigen Doppelstandards, die gewollte Erhitzheit. Denn nein, mit Sexismus hat das wirklich herzlich wenig zu tun. Eher mit der Geilheit darauf, sich mit politisch korrektem Knüppel als Opfer zu stilisieren und Aufmerksamkeit abzugreifen. Gnadenlos langweilig. Ein Armutszeugnis für die Autorin und das Subjekt ihres Artikels.

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APO-Calypse 26.09.2016, 18:24
29.

Auch Vertreter anderer Parteien übten Kritik. SPD-Generalsekretärin Katharina Barley sagte der "taz", um Sexismus als gesamtgesellschaftliches Problem wirksam zu bekämpfen, brauche es einen "Bewusstseinswandel". Den erreiche man "nur durch freundliche Beharrlichkeit. Immer wenn es zu Sexismus kommt, muss das klar und offensiv thematisiert werden." Frau Meiritz, möchten Sie sich dem nicht anschließen??? Sexismus im Journalismus ist hingegen offenbar kein Thema, ansonsten ist es mir schleierhaft, warum ausgerechnet ein deutscher Journalist türkische Regierungsmitglieder zu Erdogans Rollenverständnis von Frauen befragen kann, wenn dessen eigenes Frauenbild -insbesondere zum Thema „einvernehmlicher Sex“- gelinde gesagt doch selber ziemlich fragwürdig ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen Sexismusdebatte ist es daher umso überraschender, dass dieser "Moralapostel" journalistisch überhaupt weiterhin aktiv ist. Dies zeigt mal wieder ganz deutlich, wie dehnbar im Zweifelsfall der journalistische Moralanspruch in eigener Sache ist.

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