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Sexismus-Vorwürfe: Koalitionspolitiker verteidigen Brüderle
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Eine Journalistin wirft Rainer Brüderle Sexismus vor - doch der FDP-Fraktionschef schweigt beharrlich: 90 Prozent der Befragten einer kleinen Umfrage fordern eine Entschuldigung des Politikers, sollten die Vorwürfe stimmen. Ein Parteikollege und ein CSU-Mann nehmen ihn dagegen in Schutz.

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Luscinia007 27.01.2013, 10:30
90.

Zitat von siamkatze79539
Wieso kommt erst jetzt die Stern-Frau raus mit sowas? Außerdem hätte sie dem Brüderle gleich Paroli bieten können, als er das sagte! Die Frauen, die heutigen, die lassen sich ja alles gefallen, die sind auch in gewisser Weise selber schuldig. Entweder wehre ich mich verbal oder mit einer Ohrfeige, oder ich lasse es sein! Angeblich können die heutigen Frauen "Alles" bzw. möchten alles können, aber da sieht man, daß es nicht so ist, nur großes Gerede!
Wenn eine einzelne Frau dem alltäglichen Sexismus Paroli bietet, reicht das nicht aus. Entscheidend ist, dass über das Paroli-Bieten berichtet wird, damit auch die Grenze "was ist sexistisch und was nicht" allgemein diskutiert und bekannt wird.
Eine einzelne Frau, die Paroli bietet, hat keine Chance gegen die meinungsmachenden Männerseilschaften. Sie wird gleich mit Mimöschen, Spielverderberin, Prüderie etc. mundtot gemacht, und viele Frauen trauen sich nicht, der vereinzelten Paroli-Bieterin Beistand zu leisten.
Von daher ist es absolut richtig, dass Frau Himmelreich nun die Vorwürfe publik macht - wie Frau Meiritz zuvor, wobei man hinzufügen muss, dass die Piraten immerhin nicht die Vorwürfe ins Lächerliche gezogen sondern akzeptiert haben.
Jetzt ist die Gelegenheit da, vereint klar zu machen, dass sexistische Sprüche inakzeptabel sind. Und zwar öffentlich, damit sich niemand mehr rausreden kann.

Denn: was hätte es denn gebracht, wenn Rosa Parks im Bus sitzen geblieben wäre, und die Presse nciht darüber berichtet hätte?
"Wir hatten schon zu lange nachgegeben. Je mehr wir uns dieser Behandlung beugten, desto schlimmer wurde es."

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mc6206 27.01.2013, 10:31
91. Falscher Anlass - von Brüderle trennen

Völlig überzogene Debatte zumindest an diesem Fall.

Brüderle einen Hoffnungsträger zu nennen ist auch ziemlich albern, eher Übergangsfigur oder politischen Hoffnungsträger. Das nennt man wohl jemand der gerade anfängt, nicht jemand der dem Ende nahe ist.

Es scheint, daß die Dame weiterhin darum gebeten hat, bei Brüderle im Fahrzeug sitzen zu dürfen. Also scheint es ja doch nicht so unangenehm gewesen zu sein, mit ihm zu plaudern. Was sie da so erzählt hat fällt eher in die Kategorie von Anekdoten von schrulligen Politikern als Sexisums. Vielleicht hat sie sich auch vom Stern benutzen lassen oder es geschehen lassen, weil sie sonst nichts bringt.
Ich wäre aber nicht überrascht, wenn diese Dame in Zukunkt keine Interviews mehr bekommt. Sie weiß wohl nicht was "Vertraulichkeit" bedeutet.

Andererseits, als Partner von Frauen, erstaunt mich doch sehr, daß die Grenzline zwischen Flirten und unangenehmer Anmache so wenig verstanden ist. Vielleicht sind zu viele, die in diese Foren posten, Singles ohne Partnerbeziehung. Ich wäre schon ziemlich sauer, wenn meine Freundin mir erzählen würde, daß ihr Chef oder Kollege sie mit blöden Bemerkungen anmacht, und würde sie ermutigen, dagegen anzugehen.

Auch würde es mir im Traum nicht einfallen, im beruflichen Zusammenhang alleine mit einer Kollegin in einem Raum oder auf Dienstreise zu gehen, und immer große Distanz halten, außer sie wollte mir näher kommen, und ich hätte da auch Lust. Aber ich würde niemals die Initiative ergreifen, und etliche Schritte abwarten um zu sehen, ob es eine Falle ist oder eine Falle werden kann.

Frauen mit offenherzigem Dekolte, superengen Hosen, kurzen Pullis oder kurzen Röcken in der Arbeitswelt, zumindest in der Bürowelt, sind einfach unangenehm und unmöglich. Diese Art von Kleidung ist auch Sexismus oder Anmache, nur der anderen Art, und genauso unangenehm wie verbale Anmache.

Die Forderung nach Brüderles Rücktrit war vorhersehbar und seiner Entschuldigung waren vorhersehbar als unverrückbare Elemente einer Kampagne, die nach dem nunmehr bekannten Muster abläuft:

Vorfall - Aufblasen - Mobilisierung öffentlicher Empörung - mehr Medien springen auf den Zug - Forderung nach Entschuldigung/Erklärung/etc - Beklagen daß was immer kommt zu spät kommt - Nachteilige unrepresentative Umfragen - Politischer Druck .... und dann die HETZJAGD in der das Opfer nichts mehr richtig und nur noch alles falsch machen kann - Opfer gibt auf - und die Presse bläst Halali : dieses Model ist abgelaufen im Fall Guttenberg, Kachelmann, Wulff und nun Brüderle.

Und nur wenige stellen sich hinter das Opfer, oder wenn, nur halbherzig.

Und das Absurde ist, daß Herr Brüderle ja wohl harmlos ist verglichen mit dem wirklichen Sexismus, den es gibt allerdings in der deutschen Minderheitskultur aber gegen den gibt es keine Twitter, Facebook Kampagnen, denn dieser Sexismus ist kulturell bedingt und da kommt man nicht ran.

Was für eine verheuchelte Gesellschaft.

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mr.andersson 27.01.2013, 10:32
92. Titel

Zitat von sysop
Eine Journalistin wirft Rainer Brüderle Sexismus vor - doch der FDP-Fraktionschef schweigt beharrlich: 90 Prozent der Befragten einer kleinen Umfrage fordern eine Entschuldigung des Politikers, sollten die Vorwürfe stimmen. Ein Parteikollege und ein CSU-Mann nehmen ihn dagegen in Schutz.
Ich frage mich nach wie vor ernsthaft, ob diese Kampagne auch gefahren werden würde, wenn bei sonst identischer Situation die Journalistin 67 und der Politiker 28 gewesen wäre.

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boomday 27.01.2013, 10:32
93. Weltfrieden

Zitat von havanna-girl
An alle Männer, die mit Sätzen kommen wie: Warum kommt die Stern-Reporterin damit erst jetzt? Wenn man ein bisschen Gehirn hat und im letzten Jahr schon mal Bundestagsdebatten verfolgen konnte, hätte man gewusst, dass Sexismus in dieser Partei nicht neu ist. Herr van Aken (Linke) an Martin Lindner (FDP) über seine starren Blicke auf Frauen und seine kraulenden Hände seiner Eier - wiedermal verpasst? Ich bin im Osten aufgewachsen und sage euch, diese ganze Gesellschaft ist durch und durch sexistisch = Kapitalismus, da lässt sich nur das System ändern für die Freiheit der Frauen !!!
Sehr ordentlich argumentiert. Und als positive Nebeneffekte des Systemwechsels
- wird die Vollbeschäftigung und der Weltfrieden eingeführt
- Krebs und Aids besiegt
- und Bayern München garantiert nicht mehr deutscher Meister.
... und natürlich Sexismus und Belästigungen von Frauen abgeschafft. Seriöserweise sollten Sie noch erwähnen, was sie mit den ganzen notgeilen alten Säcken tun wollen, sobald der Wechsel geglückt ist.

Ansonsten scheinen Sie einen guten Schlaf und ordentlich lange Traumphasen haben. Wenigstens ein positiver Punkt ...

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Bluecharly 27.01.2013, 10:33
94. Den Anfang betrachten

Hier wird immer nur darüber diskutiert und auch in anderen Foren oder bei Twitter, dass Brüderle (den ich nicht besonders mag) die Journalistin so "sexistisch" angesprochen haben soll und warum sie erst jetzt damit an die Öffentlichkeit geht.

Viel interessanter finde ich die anderen Aspekte: Bisher ist das nur die Darstellung der Journalistin. Es gibt keinen Zeugen dafür. Wer sagt uns, ob das nicht frei erfunden ist? Dafür muss sich ein mann nun wieder rechtfertigen?

Und dann ist da noch die Frage, wie eine Journalistin Nachts in einer Bar auf den Gedanken kommt ein ernsthaftes Interview zu führen. Allein dieser Vorgang ist für mich nicht glaubhaft. Denn wenn ich professionell arbeite, dann führe ich solche Interviews nicht Nachts und nicht in einer Bar.

Bevor hier von viele auf irgendwelche Umgangsformen von Brüderle eingedroschen wird, sollten erst mal diese Dinge geklärt werden.

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robert1000 27.01.2013, 10:33
95. Wem nützt dieser

Doch wohl zu aller erst dem Stern selbst.
Wenn die Sternfrau erst jetzt mit diesem Ausspruch von Brüderle an die Öffentlichkeit kommt, wird doch damit klar, daß sie vor allem dem Stern zu mehr Auflage verhelfen will.
Auch der breit angelegte Artikel, der nicht in wenigen Minuten verfasst werden kann, belegt, daß es um Auflage geht. Allerdings sollte man eine solche Bemerkung, zumal als Politiker wirklich unterlassen. Aber ein solcher Aufreger ist das nun wirklich nicht.
Es zeigt auch, daß der Stern das Thema wohl schon länger auf der Pfanne hatte und jetzt der Aufmacher dafür gefunden hatte. Blamabel schwach. Etwas, wie Straus-Kahn gibt es eben nicht so oft.

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namlob1 27.01.2013, 10:33
96. Vielleicht?

Zitat von hutz91
man der brüderle kann doch garnichts dafür. wahrscheinlich hat die journalistin die bemerkungen mit ihrem dekoltee provoziert. die soll sich mal nich so. auch wenn sie sich beleidigt fühlt, sie weiß doch wie männer sind. dafür muss er sich doch dann nicht gleich entschuldigen, das ist ja quasi ein kompliment. auch wenn er ihr damit die ganze professionalität raubt. hat sie noch nicht gecheckt, dass wir im patriachalismus leben?! so debatten lösen doch nur aus, dass männer ihr verhalten frauen gegenüber hinterfragen müssten. das will doch kein mann! und ja was die frauen sagen interessiert doch keinen...
Wer mit einem entsprechenden Dekolletee herumläuft, weiß und erwartet, dass "Mann" darauf hinguckt. Das wäre "weiblicher Sexismus". Dieser ist weit verbreitet - bei Muslimen weniger. Darüber hat Frau Himmelreich aber nicht berichtet. In "gewissen Kreisen" könnte die Bemerkung - die dem Brüderle zugeschrieben wird - auch als Kompliment verstanden werden.

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Luscinia007 27.01.2013, 10:34
97.

Zitat von ongduc
Ich weiß nicht, wäre das fair, jemanden mit im Suff geäußerten Bemerkungen zu zitieren, Schlüsse auf seinen Charakter zu ziehen und ihn dann zum Gegenstand einer grundsätzlichen Debatte zu machen?
Meiner bescheidenen Meinung und meiner Erfahrung als Aushilfskellnerin nach sind gerade Äußerungen im Leicht-bis-Mittel-Suff ernst zu nehmen, denn aus ihnen lässt sich sehr gut und sehr wohl treffend auf den Charakter schließen.
Denn Alkohol enthemmt nur das, was vorher vorhanden war, er verändert nicht!

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westerwäller 27.01.2013, 10:34
98. Ich mag dies ...

...politisch/ökologisch/feministischen-korrekten Artikel und Debatten auf SPON.

Für mich ist es die Wiedergeburt der "Preußischen Mäßigungs- und Sittlichkeitsvereine"

Selbsternannte Moralapostel von 1860 würden sich hier gleich heimisch fühlen.

Ebenso ehemalige Reichskanzler, die sich in den Foren "Abstinenz", "Vegetarische Ernährung" und "Nichtrauchen" wiederfinden würden ...

Diejenigen Wissenschaftler und Umweltbewahrer, die um 1900 vehement gegen den Bau der Eisenbahn entlang des Rgeins protestierten, weil (wegen des Wasserdampfs aus den Lokomotiven) dies das dortige Klima so verändern würde, dass kein vernünftiger Wein anzubauen wäre, hätten ebenfalls ihre Heimstätte.

Die Proteste gegen die Franzosen (Atomfranzen) und Briten (kontinentfeindliche Gesellen) hätten auch ihre Fürsprecher ...

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ihrwerterguller 27.01.2013, 10:35
99.

Der Strauss - Kahn aus der Pfalz ! Was wollt ihr mehr?

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