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Sexismus-Vorwürfe: Koalitionspolitiker verteidigen Brüderle
AP

Eine Journalistin wirft Rainer Brüderle Sexismus vor - doch der FDP-Fraktionschef schweigt beharrlich: 90 Prozent der Befragten einer kleinen Umfrage fordern eine Entschuldigung des Politikers, sollten die Vorwürfe stimmen. Ein Parteikollege und ein CSU-Mann nehmen ihn dagegen in Schutz.

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angste 27.01.2013, 11:27
210. Sicher ist es kein Skandal,

aber es ist blamabel.

Gibts denn keinen FDP- Gönner, der dem 69 jährigen Hofnungsträger der FDP mal einen Benimm- Kurs spendiert?

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trallala34 27.01.2013, 11:29
211.

Zitat von isses_so
Aha, es gehört also Ihrer Meinung nach zur geschlechtsspezifischen Rolle der Frau, sich von fremden Männern ein Urteil über die angemessene Größe ihres Busens anhören zu müssen? Wenn frau dies oder ähnliche Äußerungen bei ihrer Berufsausübung nicht akzeptiert, sollte sie besser zu Hause bleiben? Ihre Äußerungen sind chauvinistisch und unverschämt!
Gehört es denn Ihrer Meinung nach zu den Aufgaben einer Journalistin um Mitternacht angetrunkene Politiker in Bars zu Interviews zu drängen?
Wie rücksichtslos ist das denn?
Finde ich wesentlich schlimmer als die Sprüche von Brüderle.

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gerdkonz 27.01.2013, 11:29
212. Huch, ...

... das ist aber ganz schön sexistisch!
Krieg ich ja gleich einen St...er - lechz ....
Also wenn das schon sexistisch ist, sollten wir eine Debatte über MEHR Sexismus im Alltag beginnen.
Da habe ich aber schon ganz andere Dinge - ja auch bei den Muttis in der Krabbelgruppe - an die Frau gebracht.
Ich find´s ja auch gut dem Brüderle bzw. der FDP schaden zu wollen (gehören ja schließlich zu meinem vorverurlteilten Feindbild) - aber so?
Gäääääähn .....

Schönen Sonntag noch
Gerd

P.S. Bin heute Nachmittag mit den Kindern beim Schlittenfahren und werde mich gleich aktiv und ausdauernd für die "Pro Sexismus - Sache " einbringen.

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Luscinia007 27.01.2013, 11:29
213.

Zitat von ausländer33
Falls die Sternjournalisten so ein schwaches Gemüt hat und eine solche "Anmache" ein ganzes Jahr verarbeiten muss, hat sie sicher als Journalistin den falschen Beruf!
Es kostet Überwindung, mit solchen Anklagen an die Öffentlichkeit zu gehen. Noch dazu persönliche Beleidigungen in einem Blatt mit großer Reichweite.
Frau Himmelreich hat mit Sicherheit erst den Mut gefunden, nachdem Frau Meiritz als erste die sexistischen Spielchen der Piraten publik gemacht hat.
Schließlich ist die Darstellung sexistischen Verhaltens des FDP-Spitzenkandidaten immer noch ein anderes Kaliber.

Aber genausogut könnten Sie kritisieren, warum hat Pola Kinski die Vorwürfe an ihren Vater erst zwanzig Jahre nach dessen Tod publik gemacht. Es ist Scham und Angst, die so eine Veröffentlichung der eingen Schande und Ohnmacht verhindern.

Man kann Frau Himmelreich nicht genug Achtung für ihre Stärke und ihren Mut zollen, in einem derart feindlichen Umfeld sich öffentlich zu machen und die Angriffe all derjeningen auf sich zu ziehen, die einem FDP-Spitzenkandidaten oder einem Macho der eigenen Façon gegen alle Anwürfe verteidigen.
Der Vergleich mit Rosa Parks oder dem Stern(!)-Titel "Wir haben abgetrieben" dürfte nicht allzuweit hergeholt sein.

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barca 27.01.2013, 11:29
214.

Das Problem von uns Frauen ist, dass wir eigentlich immer nett und freundlich sein wollen. Es ist uns peinlich, wenn wir mit "Vertretersprüchen" belästigt werden und versuchen, die Situation zu überspielen.
Ein Beíspiel, wie man sich erfolgreich wehren kann, habe ich unter folgendem Link gefunden:
http://www.myheimat.de/koenigsbrunn/alter-schuetzt-vor-bloeden-spruechen-nicht-d20934.html

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Peter Werner 27.01.2013, 11:30
215.

Zitat von BouvardPecuchet
Den männlichen Bündnisfall gibt es sicher nicht. Es ist allerdings beschämend, dass es in der Regierung und vor allem in der FDP überhaupt keine ernsthafte Debatte zu dem Thema gibt. Frau Leutheuser-Schnarrenberg redet von einer angeblich notwendigen Differenzierung, die sie vermisse, was auch immer an dem besoffenen Verhalten von Brüderle noch zu differenzieren sein soll. Kein sinvolles Wort auch von den Parteikollegen, nur das dumme Gequatsche von Kubicki, der davon träumt mit jungen attraktiven Journalistinnen Auto zu fahren (oder meint er nicht doch eher Schlitten?), bzw. nicht mehr Auto fahren zu wollen. Und was macht Brüderle? Er hatte immerhin ein Jahr Zeit, sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Ich bin sicher, hätte er in dieser Zeit einmal ein Wort der Bedauerns gegenüber der Sternjournalistin geäußert, sie hätte mutmaßlich nicht über sein Fehlverhalten geschrieben. Das er dies nicht getan hat, zeigt einen erheblichen Mangel an Selbstkritik. Ich vermute, er hat bislang gar nicht begriffen, warum er überhaupt kritisiert wird.
Hat sich die Journalistin denn gegenüber Brüderle entschuldigt? Ihr damaliges Verhalten gegenüber Brüderle war mindestens ebenso umpassend wie umgekehrt.
Mit seriösem Journalismus hat so etwas nichts zu tun. Vielmehr mit dem gezielten Ausnutzen menschlicher Schwäche. Oder ist das miiternächtliche, gezielte abpassen eines angeheiterten Mitmenschen mit dem Ziel, aus diesem Interna herauzulocken, allgemein akzeptiertes Verhalten?
Zumindest einmal sollte es dies nicht sein. Und ich denke auch nicht, dass seriöse Journalisten es nötig haben, zu solchen Mitteln zu greifen.

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gustavsche 27.01.2013, 11:31
216. Warum ausgerechnet Brüderle?

Warum gerät ausgerechnet Brüderle ins Fadenkreuz der Sexismuswächter? Antwort: Weil er in der FDP ist.

Wir leben in einem Land, in dem nicht mehr analysiert wird, was gesagt oder geschrieben wurde, sondern es geht nur noch darum, aus welchem politischen Spektrum jemand kommt.

Auf welche Doktorarbeiten stürzt man sich? Natürlich nur auf die von Politikern der CDU, CSU und FDP. Wessen harmlose Äußerungen werden hochstiliisiert? Die eines FDP-Politikers. Wer wird des Antisemitismus bezichtigt? Sarrazin. Er ist zwar in der SPD, aber er war in der SPD schon vorher ein Außenseiter. Das alles nur, weil er über ein "jüdisches Gen" fabuliert hatte.

Wenn aber jemand monatelang in mehreren Artikel antisemitische Ressentiments bedient, dann kann er kein Antisemit sein, weil er ja links ist. Es lohnt sich auch nicht, Doktorarbeiten von "GrünInnen" und SPDlern zu analysieren, denn es sind schließlich Linke und Linke schummeln nicht. Und wenn ein linker Spitzenpolitiker das Dekolleté einer Journalistin lobt, dann wird das als Kompliment aufgefasst und nicht als Sexismus.

Wie soll man eine solche Presse denn noch ernst nehmen?

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husker 27.01.2013, 11:31
217.

Zitat von servicereference
Bestes Beispiel Kubicki: Da er nicht ausschließen kann oder will Journalistinnen "zunahe zu treten", will er nicht mehr mit Ihnen (alleine) sprechen. Damit diskriminiert er Journalistinnen aufgrund ihres Geschlechts. Anstatt zu sagen, ok, ich mache keine mehr blöd an, stellt er sich als Opfer dar. Widerlich.
Nein, das ist nur konsequent.

Wenn jeder mißglückte Flirtversuch nun gegen einen verwendet werden kann von diesen Journalistinnen, dann ist da natürlich ein Vertrauensbruch geschehen.

In Zukunft heißt es besser: Interview an der Hotelbar, angeschickert im schummrigen Licht - Nein danke, liebes Fräulein.

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servantes 27.01.2013, 11:32
218. Ausgerechnet der

Sowie seit Jahren die Auflage dieses "Busenkatalogs" im Sinkflug ist, so bewegen sich auch dessen Niveau und Investigativmethoden erkennbar gegen null.Sich erst Privatgespräche zu erschleichen und dann davon Gebrauch zu machen, ist journalistisch unterste Stufe. Meinen letzten Stern habe ich als Student gekauft, nach dem "Jahrhundertfund der Hitlertagebücher" keinen einzigen mehr.Ein Druckerzeugnis, dass nachweislich seit jeher primär von der Darstellung halbnackter Frauen lebt ohne nennenswerten Informationsgehalt, hat aber auch jedes Recht verspielt , moralisch zu belehren. Unfassbar!

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Juro vom Koselbruch 27.01.2013, 11:33
219. Was bisher "normal" war und hingenommen wurde ....

Zitat von sysop
Eine Journalistin wirft Rainer Brüderle Sexismus vor - doch der FDP-Fraktionschef schweigt beharrlich: 90 Prozent der Befragten einer kleinen Umfrage fordern eine Entschuldigung des Politikers, sollten die Vorwürfe stimmen. Ein Parteikollege und ein CSU-Mann nehmen ihn dagegen in Schutz.
Frage 1: Warum kommt die Journalistin erst jetzt mit ihren Aussagen?

Mögliche Antworten:

A - Weil sie sich bisher nicht traute, das zu veröffentlichen, denn die Reaktionen vor allem auf männlicher Seite heute zeigen, wie reagiert wird.

B - Sie hat sich geärgert, den Ärger aber runtergeschluckt, einen anderen Standpunkt zur Sache gewonnen, ihre Meinung geändert und ist jetzt in die Offensive gegangen, weil sie davon ausgeht, dass eine solche Debatte angestoßen werden muss.

C – Der Stern möchte eine Kampagne gegen Brüderle oder die FDP fahren.

D – Eine Mischung einiger oder aller zuvor genannten Punkte.


All das ändert nichts daran, dass diese Debatte überfällig ist. Dazu ein Beispiel aus der Realität:

Meine Chefin goss aus Freundlichkeit einem Kollegen den Kaffee in der Pause ein. Sagt der Rotzlöffel das Ganze mit Wohlgefallen und Grinsen betrachtend doch in seinen Bart mit einer Mischung aus halb hörbar, halb nicht hörbar: „Ich hab‘s gerne, wenn mir Frauen was besorgen!“

Der Typ ist für seinen „Sch...“, seine eindeutigen Zweideutigkeiten bekannt, sogar stolz drauf. Die Chefin schaute uns an und alle deuteten diesen Blick dahingehend, dass man das beschweigen möge. Sie erklärte uns nachher, dass diese Deutung von uns richtig war.

Als er stehend ein Puppenspiel mit uns einübt für die Aufnahme der Erstklässler und Frauen neue Kolleginnen ihm von unten Puppen reichen, kommt: „Ich mag es, wen Frauen vor mir knien!“ Damals von allen dieselbe wie oben beschrieben Reaktion.

Allerdings kam man in der letzten Woche nach dem Sternartikel auf diese Dinge zu sprechen. Wie von selbst war das auf einmal Thema und er wird seine sexistischen anzüglichen und beleidigenden Sprüche nicht mehr ohne Folgen kloppen können. Es wird Reaktionen geben, sowohl von männlicher als auch von weiblicher Seite…

Man kann aber auch sein Gesicht bei einem Gedankenexperiment vermuten:

Er sagt zu einer neuen Kollegin, auf ihren Busen starrend, dass sie damit ein Dirndl gut füllen könne. Er bewirbt sich an einer anderen Schule und die Chefin schaut dezidiert auf seine "Mitteletage" und bemerkt, dass er damit gut eine Lederhose füllen könne ...

Man kann sicher sein, dass nicht nur er, sondern auch viele andere auf einmal mit zweierlei Maß messen würden.

Es ist also nicht gut, sondern sogar sehr gut, dass solche Debatten angestoßen werden, auch wenn sie nicht von heute auf morgen Erfolg haben.

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