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Sexualität und Strafen: Rückkehr des schwachen Geschlechts
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Das neue Sexualstrafrecht ist ein Dokument der Regression: An die Stelle der selbstbewussten Frau tritt das arme Hascherl, das den Mann grundsätzlich als Bedrohung erlebt. Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

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themistokles 12.07.2016, 12:45
50.

Zitat von Pless1
Schade, hätte ich gern gelesen. Aber es scheint darauf hinauszulaufen, dass SPON durch die Hintertür bezahlte Inhalte auf breiter Basis einführt. Was ich für gut recherchierte Hintergrundberichte vollkommen OK finde ist aber nicht gerechtfertigt bei auf die Schnelle hingeschriebenen Kolumnen.
Ja, sehe ich genau so. Leider ist Spiegel Plus wieder einer der aktionistischen Reaktionen im Netz anstatt sich einmal Gedanken um ein tragfähiges Gesamtkonzept zu machen. Als langjähriger Spiegelabonennt (jetzt schon über 20 Jahre), an dem Spiegel bestimmt schon tausende Euro verdient hat (Werbung!), sehe zum Beispiel nicht ein, Geld hierfür zu bezahlen. Solche "Leistungen" sollten wir Abo- Nehmer der Printausgabe inklusive sein. Stattdessen muss man die Online Ausgabe teuer dazubuchen und darf auch noch wie jetzt für Plus Artikel extra zahlen.

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themistokles 12.07.2016, 12:54
51.

Zitat von vera gehlkiel
Ich bin eine Frau, ich fühl mich seit letzter Woche nicht als armes Hascherl, sondern im Gegenteil stark erleichtert.
Der psychologische Faktor in allen Ehren. Es freut mich auch, wenn Sie sich persönlich jetzt ein Stückchen sicherer fühlen. Nur in der juristischen Realität muss sich die Umformulierung im Gesetz erst noch beweisen. Ich wage auch einmal zu behaupten, dass es in der Beweisführung vor Gericht kaum Auswirkungen haben wird bzw. die Schuldfindung nicht vereinfachen wird.

Im Übrigen finde ich es nicht in Ordnung, wenn durch die Neuformulierung die Frage der persönlichen Schuld durch die Hintertür abgeschaft wird und stattdessen die Gruppenverurteiung eingeführt wird.

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darmspiegelgabsschon 12.07.2016, 13:00
52.

Ich würde ja gern meinen nichtssagenden Senf dazu geben. Aber ich konnte den Text nicht erkennen. Muss mal zum Augenarzt.

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Bondurant 12.07.2016, 13:08
53. Nö.

Zitat von xyzavc
Im Gesetz ist nun festgeschrieben, dass ein "Nein" ausreicht, dass ich nicht erst mich körperlich wehren muss.
Wie man hört, heißt es jetzt, strafbar sei ein Handeln gegen den erkennbaren Willen des Opfers. Das heißt, Sie müssen nicht einmal "nein" sagen, es genügt, wenn das Gegenüber das "nein" eigentlich fühlen müsste. Sie müssen also das nicht wollen und der andere muss erkennen, dass Sie nicht wollen und trotzdem handeln. (Nach meiner Auffassung wäre das schon heute strafbar, aber bitte.) Da werden dann in Zukunft die Schlachten geschlagen werden, nämlich in der Frage, ob es einen "erkennbar" entgegenstehenden Willen gegeben hat. "Nein heißt Nein" gilt eigentlich schon heute, denn da ist das Handeln gegen den Willen ja offensichtlich und praktisch immer Gewalt oder Nötigung, also strafbar. In Zukunft soll eben auch strafbar sein, wenn man etwas tut, von dem man wissen müsste, dass der andere es nicht will. Ich bin dafür, das kann die Sitten nur verfeinern. Aber für die Jugendlichen wird's schwierig, man bedenke: Strafmündigkeit beginnt mit 14.

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Aspekte plus 12.07.2016, 13:21
54. Noch ist es nicht so weit ...

Zitat von themistokles
..... Im Übrigen finde ich es nicht in Ordnung, wenn durch die Neuformulierung die Frage der persönlichen Schuld durch die Hintertür abgeschaft wird und stattdessen die Gruppenverurteiung eingeführt wird.
... Es soll schon vorgekommen sein, dass das Verfassungsgericht Gesetze "kassiert" hat. Z.B. bundesweites Kindergeld, weil das Kindergeld Ländersache ist und nicht etwa wie behauptet wegen des "reaktionären Familien- und Menschenbildes".

Es gibt so genannte "übergeordnete Rechtsgrundsätze", die gelten, ohne dass sie in jedem Gesetz wiederholt werden müssen.
Da wird es Gruppenverteilung schwer haben. Über Anstiftung, Beihilfe hinaus wird eine Verurteilung kaum möglich sein im Schuldstrafrecht, das auf die persönliche Schuld abstellt. Die muss für jede Verurteilung nach StGB und jede Strafe da sein. Alles andere sind Administrativmassnahmen und keine Strafen, z.B. Einweisung in eine Anstalt, Füherscheinentzug. Auch wenn die von Betroffenen als die eigentliche "Strafe" gesehen werden, "gegen die man sich nicht wehren kann". Genau deswegen ist es ja keine Strafe.

Das "aus der Gruppe" ist eine Art Kausalhaftung, die es so eigentlich nur im Haftpflichtrecht gibt, wo es anders nicht möglich ist, nimmt die Rechtsordnung es Kauf, dass auch Unschuldige für einen Schaden einstehen müssen.
Bei Hauseigentümern, Tierhaltern und Autohaltern genügt die Eigenschaft als solche, um mal als erster vom Geschädigten für Schaden in Anspruch genommen zu werden.

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epicur 12.07.2016, 13:33
55.

Fast 90% der Straftaten werden von Männern begangen.
Männer üben überproportional Gewalt aus.
Die meisten Amokläufer sind Männer. Die meisten Terroristen sind Männer.
Frauen sind oft die Opfer.
Wer nachts auf eine Frau trifft ist in der Regel beruhigt, Bei Männern überlegt man sich dann doch eher einmal die beste Fluchtmöglichkeit zu prüfen.

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Aspekte plus 12.07.2016, 13:39
56.

Zitat von Zaphod
Es ist erfreulich, dass Herrn Fleischhauers Beiträge nun kostenpflichtig sind. Dadurch wird wenigstens die Reichweite seiner meistens unerträglichen Meinungen eingeschränkt!
Viele Foristen begrüssen die Einschränkungen - allerdings gehen die Meinungen weit auseinander, wer betroffen sein sollte. Sie meinen "Fleischhauer zuerst", andere, z.B. ich finden im Gegenteil: "Fleischhauer zuletzt".
SPON wird es also niemandem recht machen können und alle kostenpflichtig machen; anders ist keine Gerechtigkeit zu schaffen. Ausser Jakob Augstein natürlich.

Ich vermute mal, das ist die Grundidee des SPON+.
Wenn ich schon unter der Kostenpflicht leide, dann bitte schön alle anderen auch.
Wenn es eine Möglichkeit gibt, "meistens unerträgliche Meinungen" einzuschränken, dann soll die bitte schön auch genutzt werden!

Neid ist eben doch DER Motor der zivilisierten Welt, wie der deutsche Rechtswissenschaftler Manfred Rehbinder in mindestens jeder zehnten Vorlesung in allen seinen Rechtsgebieten anmerkte. Von Rechtsphilosophie bis Arbeits- und Urheberrecht. Und last but not least: auch in der Entwicklung der (Rechts) Wissenschaft. Man kann Neid natürlich auch Wettbewerb nennen, wenn man nur das Ergebnis sieht.

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vickyp 12.07.2016, 13:44
57. Einseitige Darstellung

Fleischhauer tut so als ob es nur gestandene Frauen mit Lebenserfahrung und Tendenz zum Männerhass gibt die begrapscht und belästigt werden.. ..wie erbärmlich einseitig...ging doch oft Konform mit seinen Kommentaren.
Jetzt kostenpflichtig......gut so !Mein Statement: Brauch ich nicht!

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brotherandrew 12.07.2016, 13:44
58. Indem ...

... Fleischhauer kostenpflichtig geworden ist (und ich nehme an, das wird bei Augstein nicht abders sein) muss ich leider in ZUkunft auf ihn verzichten. Bei Augstein oder Diez wäre mir das nicht schwergefallen ...

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Puma 12.07.2016, 13:59
59. Erstaunlich!

Erstaunlich ist es, wie viele Freizeitjuristen sich hier tummeln, Einzelfälle skizzieren, Entwürfe und Akten nicht kennen und trotzdem genau wissen, wo es lang geht.

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