Forum: Politik
Sieben Wochen vor der Wahl: Europäer sind bei Haltung zur EU gespalten
Jean-Francois Badias/ AP

Was halten die Europäer von der EU? Eine Umfrage kurz vor der Europawahl zeigt, dass es zwei Lager gibt. In Deutschland sind die Zuversichtlichen in der Mehrheit.

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hasselblad 03.04.2019, 10:27
1.

Keine Ahnung was die Leute für ein Problem mit der EU haben, es liegt wie bei allem anderen auch einfach daran, dass sie ein Ziel für ihren selbstgemachten Frust brauchen. Man kann ohne Grenzen beliebig hin- und herreisen und muss kein Geld umtauschen. Etwas anderes bekommt der Normalbürger von der EU doch gar nicht mit. Jeder Cent, den Deutschland in die EU investiert, kommt irgendwie zurück, für die Bundesrepublik ist die EU politisch und ökonomisch ein totaler Gewinn. Und wer sich aus Prinzip über Gurkenkrümmungsgrade und Glühbirnenverbote aufregt hat ganz andere Probleme, die sind aber im Lebenslauf der Person begründet und haben nichts mit der EU zu tun.

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Sibylle1969 03.04.2019, 10:40
2.

Schuld an den Problemen, die die Verunsicherten beklagen, sind die äußert ungleiche Verteilung des Wohlstands und der Neoliberalismus, NICHT die EU. Die EU muss aber für viele als Sündenbock herhalten, aus meiner Sicht völlig unberechtigt.

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eule_neu 03.04.2019, 10:45
3. Ja zur EU, aber ....

Der EU-Gedanke ist ein Guter und man sollte zur EU-Wahl gehen. Aber die EU sollte sich reformieren und es gibt viele Baustellen. Angefangen von der überproportionalen Verwaltung bis hin zum Fundament, auf dem die EU wirkt. Die EU ist ein Zusammenschluss von Nationalstaaten mit unterschiedlicher kultureller Geschichte und Erfahrungen und so sollte es auch bleiben. Gleiche Interessen gemeinsam vertreten, dabei aber Rücksicht auf nationale Befindlichkeiten nehmen. Das ist zwar eine Quadratur des Kreises, trotzdem aber sollte am Grundgedanken der EU festhalten.
Die führenden Politiker der Nationalstaaten in der EU sollten sich mehr für die Gemeinsamkeiten einsetzen und ihre Politik danach ausrichten, die Abstimmungsregeln sollten aber geändert werden und zwar dahingehend, dass nicht mehr alle 27 Staaten zustimmen müssen, sondern ein 75 %ige Mehrheit ausreicht. Eine 100 % Zustimmung darf nur für wenige Sachfragen gelten.
Ich werde wählen gehen, bin mir aber bewusst, dass die derzeitige Gestaltung der EU keinen Bestand haben darf, der ungedeckte Scheck des Wählers darf nicht missbraucht werden ...

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n.wemhoener 03.04.2019, 10:48
4.

Auch durch das endlose Brexit-Drama wird den Menschen in Europa mehr und mehr bewusst, wie wichtig die EU für sie ist.

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mars55 03.04.2019, 10:53
5. Mich hätten

Mich hätten hier ja jetzt paar Zahlen interessiert, wie es in den verschiedenen Ländern ausieht. So ist mir das zu allgemein.

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mpitt 03.04.2019, 10:57
6. Wunschdenken

Die Annahme, die Mehrheit der Deutschen stehe der EU positiv gegenüber, ist pures Wunschdenken. Das Brüsseler Bürokratiemonster, die vermehrte Abgabe nationalstaatlicher Souveränität an die EU, die mangelnde Gesetzgebungskompetenz des Straßburger Parlaments und die damit einhergehende Diktatur der Kommissare, all das ist nicht dazu geeignet, Vertrauen in diese Form von Europa aufzubauen. Dies ist eine der wesentlichen Ursachen für den Erfolg populistischer Parteien.

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Nandiux 03.04.2019, 11:03
7. Deutsche Politiker sind beim EU-Bashing immer vorne dabei.

Sie erwähnen nur vermeintlich negative Punkte (Bürokratie usw...). Wie früher den Klassiker mit der gegrümmten Gurke. An fast allem, was hier nicht funktioniert, ist natürlich allein die EU schuld. Ganz im Gegenteil, die EU-Komission kann Deutschland eben auch Druck machen und Nachbesserungen fordern. Sonst muss der EuGH Recht sprechen. Für den fortschreitenden Neoliberalismus in fast allen EU-Staaten muss man die einzelnen Länder verantwortlich machen. Bzw. Deutschland hat eine Austeritätspolitik in den Südstaaten immer wieder angemahnt obwohl es viel Leid und Verzwieiflung verusacht hat.

Natürlich muss man auch einige Dinge kritisch hinterfragen. Zum Beispiel, dass auf EU-Ebene zu wenig gegen die Steuervermeidung von Großkonzernen getan wird. Eine Schande! Aber auch hier stand zuletzt mit Scholz der deutsche Finanminister auf der Bremse. Und auch hier könnte man schon national viel mehr tun, was aber nicht gewollt ist. Deutschland ist mittlerweile ein Paradies für Gangster (Zitat: Di Masio).

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syracusa 03.04.2019, 11:08
8. Freiheit und Demokratie werden nicht von allen geschätzt

Die EU bringt für alle EU-Bürger mehr Freiheit und mehr Demokratie. Das wird nicht von jedem geschätzt, denn Freiheit bringt auch Unsicherheit, und Demokratie ist mühevoll. Viele ziehen die Sicherheit einer Autokratie vor.

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oldman2016 03.04.2019, 11:19
9. Gewinner und Verlierer

Grenzüberschreitende Kriminalität wegen mangelhafter Sicherung der Außengranzen. Steueroasen für internationale Konzerne wie Amazon, eBay, Microsoft u.v.a.in Iralnd und anderen EU-Staaten, ungelöste Migrationsprobleme, keine einheitlich Verkehrs- und Energiepolitik, gespaltene Zungen bei Menschenrechtsfragen, divergierende Interessen bei Rüstungsexporten, Nullzinspolitik der EZB die wegen der Inflation Sparkonten wie Eis in der Sonne schmelzen lassen. Und das soll ein gute EU sein. Nein, nein, und nochmals nein.

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