Forum: Politik
Sieg des Bösen: And the next president is... Mr Donald Trump
AFP

Donald Trump ist näher dran, das Weiße Haus zu erobern, als viele Experten ahnen. Das liegt auch daran, dass sie sich von ihrer eigenen Abneigung leiten lassen.

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maxbee 28.07.2016, 04:56
310.

Zitat von heinrich-wilhelm
wenn das so käme,muss uns Angst und Bange werden. Unvorstellbar,dass dieser geistige Tiefflieger unser aller Schicksal ,wesentlich bis hin zur Apokalypse ,in die Hand bekommt, Das erfüllt mich mit Schrecken. Noch hoffe ich auf das andere Amerika sich zu besinnen,um diesen politischen Supergau zu verhindern .
Das mit der Apokalypse ist eher Hillary Clinton zuzutrauen. War sie es doch, die nach dem Irak-Desaster eine militärische Intervention im Iran forderte. Während Trump das Ende der weltweiten Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Länder zum Prinzip seiner Außenpolitik erklärt hat.
Wer gegen den bisherigen US-Imperialismus ist, der kann nicht ernsthaft dessen entschiedene Vertreterin an der Spitze der USA sehen wollen - es sei denn sein Hirn ist völlig vernebelt.

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gantenbein3 28.07.2016, 08:06
311. Und wo bleibt die Show?

Zitat von spm
Soll Trump als Präsident verhindert werden, muss er aus der Medienlandschaft verschwinden.
Schließlich ist es wichtiger, dem Publikum ein Rennen Kopf an Kopf zu bieten, als dafür zu sorgen, dass die Bessere gewinnt, zumal das die Quote bzw. die Auflage erheblich steigert. Am Totschweigen in den Medien verdient man ja nichts. Und wenn Trump Präsident würde - hach, welch ein lustiges Präsidenten-Bashing stünde den Medien bevor. Das kann man sich doch nicht entgehen lassen, zumal man sich damit beruhigen kann, dass die US-Administration noch jeden Präsidenten eingefangen bzw. an die Kette gelegt hat und die Präsidentin bzw. der Präsident eigentlich gar nicht so wichtig ist. Schorschdabbelju z.B., den hatten sie ja auch an der Kandare. Was stören da die Folgen seiner noch immer nicht eben wirklich beendeten Kriege in Afghanistan und im Irak, mit denen er die Welt ungut aufgemischt hat?

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river runner 28.07.2016, 11:41
312. Joe Biden als Wahlkämpfer im rustbelt

Zitat von mordskater
Trump wird Präsident .....
Trump wird nicht Präsident, wenn die Demokraten die 4 Staaten des "Rustbelts" gewinnen.

Dazu brauchen die Demokraten aber Wahlkämpfer und Redner, die überhaupt dazu in der Lage sind, die Sprache der "non-college educated white people" zu sprechen.

Joe Biden kann das.

Literatur:

# 286
Trumps Zielgruppe der non-college educated white people

….Falls es Trump gelingen sollte, in dieser Zielgruppe zu punkten, und falls er die 4 Staaten des Rustbelts Michigan, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin gewinnen sollte, die Michael Moore benennt, könnte er die Wahl insgesamt gewinnen. ….

http://www.spiegel.de/forum/politik/sieg-des-boesen-and-the-next-president-mr-donald-trump-thread-491730-29.html#postbit_46302278

Joe Biden just delivered the Donald Trump takedown nobody else could

„....He delivered a tribute to working-class Americans who don't have the kind of support system he does to deal with hard times..........“

„.... Biden was uniquely situated to make this case.Trump has used his populist appeal and unique political style to appeal to working-class white voters in a way Republicans haven't before. These are Biden's people, too. In fact, Biden was born and raised in the same hardscrabble Scranton, Pa., that Trump visited just hours beforeBiden's speech at the Democratic convention. …..“

https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2016/07/27/joe-biden-just-delivered-the-donald-trump-takedown-nobody-else-could/

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box-horn 28.07.2016, 20:05
313.

Zitat von MutzurLücke
So wie damals Reagan? Den haben anfangs auch Viele für durchgeknallt gehalten, und man mag ihm Vieles vorwerfen, aber nicht, dass er nichts bewirkt hätte oder sich hätte zwingen lassen, massiv an seinen Überzeugungen vorbeizuregieren. Einen Trump mit einem loyalen Stab von politisch erfahrenen "Umsetzern" dürfte man nicht unterschätzen. Und Loyalität zu bewerten, dürfte ihm NICHT so schwer fallen wie die Einarbeitung in den Washingtoner Politbetrieb.
falsch. Reagan war bereits Jahrzehnte in der Politik, auch, als er noch als Schauspieler tätig war, und unter anderem Gouverneur von Kalifornien gewesen, bevor er sich als Präsident bewarb. Er war bestens vernetzt und verfügte über viel Regierungserfahrung.

Trump hingegen hat nichts von all dem. Trump kann man auch nicht mit einem "loyalen Stab" umgeben - wie sollte der wohl beschaffen sein - auf den würde er sowieso nicht hören. Dazu kommt, daß "Stäbe" auch nur begrenzten Einfluß haben. Und wie sich auf dem Delegierten-Parteitag gezeigt hat, kann Trump aus den Reihen der Republikaner auf keine Loyalität hoffen. Die beten inständig, daß er die Wahl nicht gewinnt.

Mit am schwersten wiegt aber, daß die populistischen Ziele, die er anpreist, der gebeutelten US-Wirtschaft schwer schaden würden und sich auch die letzten US-Produzenten ins Ausland absetzen würden. Schon darum würde er nie die Stimmen der Republikaner in den Kammern bekommen - die der Demokraten sowieso nicht.

Und das populistische aber auch verfassungsfeindliche Zeug, das er absondert, beschwert ihm anscheinend Wähler - aber umsetzen kann er es dennoch nicht.

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Nichtraucher 29.07.2016, 10:04
314.

Zitat von richey_edwards
Jedesmal wird der Republikanische Kandidat verächtlich gemacht. Das ist immer so. Hinterher hat man dann den Fall, dass man wie bei Reagan von einem der besten Präsidenten überhaupt spricht. Vorher hat man ihn noch als "Cowboy" abgetan. Wenn Trump gewinnt kann alles nur besser als erwartet werden, wenn Clinton gewinnt bleibt alles wie es ist.
Niemand behauptet ernsthaft, Reagan wäre einer der besten Präsidenten überhaupt gewesen.

Vielleicht einer der besten republikanischen Präsidenten. Ausser A. Lincoln und T. Roosevelt fallen mir in den letzten 150 Jahren eigentlich nur Nulpen und Opportunisten als republikanische Präsidenten ein (zu allererst der gekaufte McKinley, der noch nicht mal einen Hehl daraus gemacht hat, von der damaligen Großindustrie gekauft und bezahlt worden zu sein).

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river runner 29.07.2016, 10:56
315. Der Schulenstreit zwischen Milton Friedman und John Maynard Keynes im US-Wahlkampf

In ihrer Wahlkampfrede knüpft Hillary Clinton an die Politik des 32. Präsidenten der USA, Franklin D. Roosevelt, an, der in seiner Wirtschaftspolitik die Ideen des Ökonomen John Maynard Keynes in die Tat umsetzte.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Republikaner in den USA auf die Lehren von Milton Frieman berufen.
Keysianer und Monetaristen stehen sich in einem erbitterten Schulenstreit gegenüber.

In den kommenden 3 Fernsehdebatten zwischen Clinton und Trump wird damit endlich Wirtschaftpolitik zum entscheidenden Thema werden.


Literatur:

Zeitungsartikel vom 31 Juli 2012
Milton Friedmans Lehre ist aktueller denn je
…...Milton Friedman wäre heute 100 Jahre alt geworden. Der amerikanische Ökonom hat die Geldtheorie revolutioniert und sein Leben lang für freie Märkte und weniger Staat gekämpft. Als intellektueller Gegenspieler von John Maynard Keynes spaltete er Wissenschaft und Politik gleichermaßen. ….....

http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/100-geburtstag-milton-friedmans-lehre-ist-aktueller-denn-je/5755538.html

…..Clinton sagte, sie wolle in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit das massivste Konjunkturprogramm seit Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Beine stellen. ….....

http://www.n-tv.de/politik/Clinton-kuendigt-grosses-Konjunkturprogramm-an-article18297131.html


Franklin D. Roosevelt
„....was elected President in November 1932, to the first of four terms. By March there were 13,000,000 unemployed, and almost every bank was closed. ….“

Der New Deal für die USA

http://www.deutschlandfunk.de/der-new-deal-fuer-die-usa.871.de.html?dram:article_id=238769

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Eliza 29.07.2016, 11:15
316. Nur keine Selbstgefälligkeit!

Zitat von vera gehlkiel
Man kriegt irgendwie eher den Eindruck, viele wählen etwas "Verrücktes", weil die Talkshows dann spannender sind. (1) Es gibt eben in der Realität keinen Grund, das globale Versagen der Politik anzunehmen, im übrigen gab es diesen auch 32/33 eigentlich nicht.(2) Aber eine verzweifelte politische Situation in den USA, in Deutschland? Selbst in dem vom Brexit durchgeschüttelten Grossbritannien? Mitnichten! (3) Und wenn es ihn gab, war es sicher keine Alternative, auf etwas verrückt Erscheinendes noch einen drauf zu setzen, und sich den endgültigen Wahnsinn einzuhandeln.(4)
(1) Das ist die hoffärtige Argumentation, mit der Europäer denken, die Amerikaner mit ihrem Trump-Wahn aburteilen zu können.

Wie schlecht es dort im "Flyover Country" oder in der absackenden Bergwerk-Industrie aussieht, was die US als Weltpolizist für Wahnsinns-Beträge ausgeben müssen, die dann in der Sozial-Versorgung fehlen, wofür sie dann immer von der intellektuellen Kritik verhauen werden, und erst recht, wenn sie, wie im Fall IS nichts unternehmen. das machen wir uns in Europa zu wenig klar.

Hillary Clinton wäre für das Land keine Hilfe, sagen dort viele. Sie repräsentiert ja gerade die typische Politik, die die US und solche Menschen in ihre Bredouille gebracht hat, denen das Wasser bis zum Halse steht. Und dazu kommt der Korruptheits-Verdacht, der sie umgibt und ihre fehlende Botschaft. Außer „Ich bin jetzt dran“ und „Verhindert Trump“ hat sie ja nichts zu sagen.

(2) Nicht global, aber ein ganzes Land betreffend geht das schon. Wir Nachgeborenen sollten ohnehin nicht selbstgefällig die Wähler von 1932-33 aburteilen, als wenn wir in DEREN Bedrängnis seinerzeit klüger gewesen wären.

(3) Natürlich nicht. Auch ist die Situation der US objektiv WESENTLICH weniger verzweifelt als die Deutschlands 1932 mit seiner Fehlkonstruktion von Verfassung, dem rasenden Stillstand der Regierungswechsel, zusätzlich zu der Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit kurz nach der Vernichtung der Vermögen durch die Inflation und nach dem verlorenen Krieg samt dem unbilligen Friedensvertrag: Gerade aus dieserErfahrung heraus können wir unsern amerikanischen Freunden heute einen Hinweis geben.

(4) Haargenau DAS ist der Punkt, den wir in Deutschland auf die härtestmögliche Art gelernt haben, viele Amerikaner anscheinend aber nicht erkennen, und den wir ihnen aus Erfahrung vermitteln könnten.
Je verrückter die Politik und je widerlicher der augenblickliche Zustand in einem Land zu sein scheint, desto wichtiger ist es, dass sich die Wähler dann WEISE verhalten. Verrückt zu wählen, um es „denen da oben“ mal zu zeigen [shake things up] (so dachten 1932 in Deutschland nicht wenige und so denken wie Michael Moore zeigt, in den US heute viele), genau DAS kann in die ultimative Katastrophe führen.

Hier noch ein paar verbesserte Tippfehler aus meinem ersten Beitrag: "die tablierten Pokltiker" > "...etablierten..."; "von dem 1928 verlorenen Krieg" > "...1918..." [Entschuldigung!!!]

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Eliza 29.07.2016, 12:19
317.

Zitat von maxbee
Ich halte es allerdings nicht für weise immer wieder die Politiker zu wählen, die für die verzweifelte Situation eines Großteils der Bevölkerung verantwortlich sind. Genau dies würde jedoch die Wahl der mit dem Polit-Establishment verbandelten Hillary Clinton bedeuten. Man könnte also auch sagen: Lieber heute ein Donald Trump als in 4 oder 8 weiteren beschissenen Jahren einen Adolf Hitler auf amerikanisch. Aber für politische Dumpfbacken ist das sowieso ein- und dasselbe.
Sie weisen auf das Dilemma der Amerikaner hin.

JETZT schon würden so viele aus lauter Wut über die etablierte Politik einen Idioten wie Trump wählen.

im Spectator meinte einer ganz ähnlich wie Sie::

"Was bei Trumps Präsidentschaft zu erwarten wäre, das lässt sich leicht voraussagen.

Tag 1: Amtseinführung mit den tollsten Stars der amerikanischen Showszene, die beste Amtseinführung, die man je gesehen hat; Tag 2: Eintritt in den Krieg mit Nord-Korea; Tag 3: Eintritt in den Krieg mit dem Iran; Tag 4: Die Mexikaner bauen an ihrer Nordgrenze eine Mauer, damit keine US-Amerikaner mehr in ihr Land kommen."


WIE GROSZ jedoch wird die Wut der Amerikaner erst werden, wenn sie vier Jahre Clinton hinter sich haben?"

Ich fürchte aber, trotz allem ist Clinton derzeit das kleinere Übel. Bei ihr kann man vermuten, dass es politische Missgriffe geben wird.

Bei Trump ist mit Sicherheit vorauszusagen, dass es Katastrophen geben wird.

Dessen Primitivität verspricht schlimmere Entwicklungen als wenn er die übelste Ideologie verträte. Es ist die Primitivität, die Hannah Arendt mit "Banalität" in "Banalität des Bösen" [dh das Böse in der Banalität] meinte (Arendts Beispiel war ein Stalag-Leiter in Ostpreußen, der behauptete, man sähe doch, dass die russen Untermenschen seien. Er habe gesehen, wie sie in dem Lager das Gras vom Boden fräßen. Arendt: "Der primitive Kerl WUSSTE nicht, dass dies das typische Verhalten Verhungernder ist.")

Vor allem: In einer bedrängten Situation etwas Verrücktes zu wählen "just to shake things up", das ist ein verheerendes Motiv, wie ja die deutsche Geschichte aufs Schrecklichste gezeigt hat. Dann besser zähneknirschend doch das andere.

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