Forum: Politik
Silvio Berlusconi: Ein letzter Hauch von Mafia

Der Gescheiterte hegt einen letzten Wunsch: Vor seinem Abtritt will Silvio Berlusconi das große Sparprogramm durchs Parlament bringen. Der Premier versucht damit, seine dubiose Karriere als Politiker mit einem Rest von Grandezza zu beenden - der Untergang geht in die Verlängerung.

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genesis266 09.11.2011, 20:16
1. Sensation: D+F wollen Nord-Euro

Geheimpapier: Deutschland und Frankreich diskutieren eine radikale Reform der Europäischen Union. Die Euro-Zone soll verkleinert werden und sich auf Länder beschränken, die besser angeglichen sind. "Eine oder mehrere Länder müssen die Euro-Zone verlassen". - Van Rompuy plädiert für Erhalt der Euro-Zone.

http://www.mmnews.de/index.php/wirts...eren-nord-euro

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denker_und_dichter 09.11.2011, 20:29
2. Dubioser Titel

Wenn ich zwei Dinge bei SPON nicht mag, dann sind es zum einen merkwürdige, völlig unpassende, gewagte, ohne Fakten begründete Titel, um, - ja was eigentlich? soll das einer niveauvollen Redaktion ensprechen, die so etwas wohl dürfe?; zum anderen kurz nach einem wichtigen Ereignis konsequent erscheinende Artikel, die eigentlich in eine separate Rubrik "Opinion" gehörten, in denen ein Journalist - ja geradezu aktiv sucht, nach der tiefgründigen Botschaft, die um das Ereignis verwoben sein soll. Nach Steve Jobs Tod kam jener Artikel innerhalb weniger Stunden als Titelthema, was irgendein Journalist meinte zu kommentieren,... als Titelthema!

Übrigens ist nur Punkt Eins bei diesem Artikel vorhanden.
Punkt Zwei musste ich generell mal loswerden.

Abgesehen davon kann es gut sein, dass Berlusconi in 2 Jahren wieder da ist. Wenn nämlich die neue Regierung als unbeliebter Überbringer der schlechten Sparmaßnahms-Nachrichten nämlich wieder weg ist, und sich alle Berlusconi herbeisehnen, der aufgrund seiner Steuerentlastungspolitik durchaus beliebt ist im Italienischen Volk.

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Stauss 09.11.2011, 20:31
3. Mafia ist organisierte Kriminalität

Der Spiegel unterstellt also dem Regierungschef eines befreundeten Landes, ein Krimineller innerhalb der organisierten Kriminalität zu sein.

Dass ist ungeheuerlich angesichts der Tatsache, dass im eigenen Lande bereits Adenauer korrupt war (AEG = Adenauer eigene Geldbeschaffung) und Helmut Kohl sich Bimbes aus dunklen Kanälen besorgte. Dass die CDU Konten mit Schwarzgeld in Liechtenstein führte und die FDP einen Parteivorsitzenden hatte, der ein verurteilter Straftäter war.

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m.guzzi 09.11.2011, 20:34
4. Res publica, was nun?

Italien wird noch lange an der "legacy" Berlusconis zu knabbern haben. Zu tief sind die Verwerfungen der politischen Kultur Italiens, wenn man es überhaupt noch als politische Kultur bezeichnen kann. Post-demokratische Züge hat die italienische Gesellschaft gezeigt, das politische System muss komplett entschlackt werden, so dass wieder handlungsfähige Regierungen und "ordentliche" Politiker sich etablieren und engagieren können. Zum Beispiel wäre eine 5%-Klausel wie in Deutschland hilfreich. Man muss nur zurückschauen, mit was sich Prodi im Parlament herumschlagen musste. Affentheater. Ganz abgesehen davon, hat Berlusconi quasi die italienische Medienlandschaft unter seiner Fuchtel hat. Das wird nach seinem Abgang noch richtig lustig. So schnellt kehr keine Ruhe, meiner Ansicht nach Italien. Er wird weiter seine Strippen ziehen. Letztendlich sind die Italiener selbst schuld und sollten nicht jammern. Sie haben es doch erst ermöglicht und ihn immer wieder gewählt und unterstützt. Die "res publica" Italiens ist vollends verloren gegangen.

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bestoffive 09.11.2011, 20:41
5. F?

Zitat von genesis266
Geheimpapier: Deutschland und Frankreich diskutieren eine radikale Reform der Europäischen Union. Die Euro-Zone soll verkleinert werden und sich auf Länder beschränken, die besser angeglichen sind. "Eine oder mehrere Länder müssen die Euro-Zone verlassen". - Van Rompuy plädiert für Erhalt der Euro-Zone.
Das Dumme ist, Frankreich gehört eigentlich auch nicht dazu.
Nicht wegen der Staatsschulden oder ähnlichem, sondern der Mentalität in Wirtschaftsfragen: Der Staat ist der große Akteur, der die großen Linien vorgibt (ähnlich wie in Japan), und die Wirtschaftsbosse kommen aus den Verwaltungshochschulen. Und wenn nichts hilft, dann kauft die Notenbank eben Schuldpapiere auf und macht Inflation...

Zu Berlusconi: Einen Kollateralschaden haben wir Deutschen auf jeden Fall. Als er Martin Schulz MdEP mal mit einem KZ-Kapo verglichen hat, hat er diesem nur unnötige Popularität und eine Opferrolle verschafft. Jetzt muss sich zumindest die sozialistische Fraktion im Europaparlament mit einem Mann mit begrenzter, suboptimaler kognitiver Konzeption begnügen, der dann auch noch Parlamentspräsident wird.

Kein Wunder, dass das BVerfG das Europaparlament weiterhin für kein echtes Parlament hält....

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roflem 09.11.2011, 20:48
6. +++

Zitat von m.guzzi
Italien wird noch lange an der "legacy" Berlusconis zu knabbern haben. (snipped) Er wird weiter seine Strippen ziehen. Letztendlich sind die Italiener selbst schuld und sollten nicht jammern. Sie haben es doch erst ermöglicht und ihn immer wieder gewählt und unterstützt. Die "res publica" Italiens ist vollends verloren gegangen.
Korrekt! Es wird Jahrzehnte dauern bis sich das Land ( wenn überhaupt) von dieser Peinlichkeit erholt.

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Zereus 09.11.2011, 20:53
7. ...

Zitat von genesis266
Geheimpapier: Deutschland und Frankreich diskutieren eine radikale Reform der Europäischen Union. Die Euro-Zone soll verkleinert werden und sich auf Länder beschränken, die besser angeglichen sind. "Eine oder mehrere Länder müssen die Euro-Zone verlassen". - Van Rompuy plädiert für Erhalt der Euro-Zone.
Das wird sowieso nicht gehen. Eine weitere europäische Integration, die die Abgabe von weiteren Hoheitsrechten Deutschlands beinhaltet, würde, wie das Bundesverfassungsgericht vor einigen Wochen festgestellt hat, vom Grundgesetz nicht mehr gedeckt. Wir müssten uns also eine neue Verfassung geben, sprich ein Referendum abhalten. Woher die Mehrheit kommen soll, wenn man keine linientreuen Parlamentarier, sondern ein mehr als skeptisches Volk abstimmen lassen muss, ist mir schleierhaft.

Gleiches gilt für Frankreich, dort müsste ebenfalls das Volk befragt werden. Und wie das damals über die EU-Varfassung abgestimmt hat, wissen wir ja noch sehr gut. Woher die Begeisterung für diesen Plan kommen soll, weiß ich nicht.

Dazu kommt die Tatsache, dass sowohl die Niederlande als auch Österreich als potentielle Mitglieder dieser Kern-Euro-Zone kein Interesse an einem Europa der zwei Geschwindigkeiten haben, sie wollen, dass alles so bleibt wie es ist.

Das wird also nicht kommen.

Der Euro ist durch nichts und niemanden mehr zu retten. Ich frage mich nur, wann die Herrschaften in Berlin, Brüssel und Paris das endlich einsehen werden bzw. wann die Realität sie dazu zwingen wird.

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Alfajoerg 09.11.2011, 20:58
8. Mafia!!!

Zitat von Stauss
Der Spiegel unterstellt also dem Regierungschef eines befreundeten Landes, ein Krimineller innerhalb der organisierten Kriminalität zu sein. Dass ist ungeheuerlich angesichts der Tatsache, dass im eigenen Lande bereits Adenauer korrupt war (AEG = Adenauer eigene Geldbeschaffung) und Helmut Kohl sich Bimbes aus dunklen Kanälen besorgte. Dass die CDU Konten mit Schwarzgeld in Liechtenstein führte und die FDP einen Parteivorsitzenden hatte, der ein verurteilter Straftäter war.
So wie sie die Verfehlungen deutscher Politiker nennen, soll, nein muß ein Nachrichtenmagazin diese Problematik nennen!

Hier zur Info aus Wikipedia:

Ungeklärte Finanzierung / Beziehungen zur Mafia [Bearbeiten]

Es ist bis heute nicht möglich, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte. Vor Gericht dazu befragt, machte Berlusconi von seinem Recht Gebrauch, die Beantwortung solcher Fragen zu verweigern, bei denen eine wahrheitsgemäße Antwort ihn der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aussetzen könnte. An anderer Stelle verwies er auf seinen Vater als Finanzier. Die Autoren Elio Veltri und Marco Travaglio sehen den Ursprung seines Vermögens in seiner Verbindung zur Mailänder Bank Banca Rasini begründet.[44] In der Zeit, als der Vater Luigi Berlusconi bei der Bank beschäftigt war, entstanden Geschäftsbeziehungen zur Cisalpina Overseas Nassau Bank, in deren Aufsichtsrat später in negativem Zusammenhang berühmt gewordene Personen wie Roberto Calvi, Licio Gelli und Michele Sindona saßen. Die Banca Rasini wurde später von Michele Sindona und anderen pentiti (geständigen Mafiosi) beschuldigt, Mafia-Geld gewaschen zu haben. Die Vorwürfe der Geldwäsche konnten nie bestätigt werden. Ursachen dafür liegen zum Teil im Schweizer Bankgeheimnis und nicht zuletzt im Tod des Kronzeugen Michele Sindona, der im März 1986 im Hochsicherheitsgefängnis zu Voghera mit Zyanid vergiftet wurde.[45]

Berlusconis enger Mitarbeiter Marcello Dell'Utri wurde 2010 in zweiter Instanz wegen Unterstützung der Mafia zu sieben Jahren Haft verurteilt.[46] Das Gericht sah es für die Zeit bis 1992 als erwiesen an, dass Dell'Ultri als Verbindungsmann zwischen Berlusconi und der Mafia fungierte. Die Details dieser Verflechtung ökonomischer und krimineller Interessen wurden in der Urteilsbegründung dargelegt.[47]

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schmitz-maier 09.11.2011, 20:58
9. Spiel aus? Berlin und Paris diskutieren bereits über "Kern-Eurozone"

Laut der Nachrichtenagentur Reuters (siehe: http://is.gd/uERICz) diskutieren politische Entscheidungsträger in Berlin, Paris und Brüssel bereits über Pläne eines radikalen Umbaus der Europäischen Union. Zentrales Thema sei eine Verkleinerung der Eurozone, die künftig steuer- und fiskalpolitisch enger zusammen arbeiten soll.

Ein Brüsseler EU-Spitzenbeamter habe anonym erklärt, die Diskussion laufe seit Monaten auf "intellektuellem", jedoch nicht auf operativem oder technischem Niveau. Ein hoher deutscher Regierungsbeamter habe angedeutet, die Währung werde weiterhin "Euro" heißen, jedoch die Eurozone reduziert.

Am Dienstag soll Nicolas Sarkozy gegenüber Straßburger Studenten erklärt haben, er sehe in einem Europa der zwei Geschwindigkeiten die einzige Option. EU-Beamten zufolge wird die Überarbeitung der EU-Verträge 2012 zu einem zentralen Thema, bereits auf dem Gipfel am neunten Dezember starte eine formale Diskussion.

Das Thema und die weitreichenden Folgen für die Europäische Union werden bereits im Finanzblog Zero Hedge (siehe: http://is.gd/KVCaRA) ausgiebig diskutiert.

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