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Simbabwe: Der grausame Greis kämpft ohne Gnade

Seine Todesschwadrone jagen Oppositionspolitiker, den Hunger seines Volkes setzt er als Waffe ein, die Medien hat er kaltgestellt: Der greise Robert Mugabe geht im Endkampf um die Macht in Simbabwe bis zum Äußersten - und droht sogar mit Bürgerkrieg.

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Mosambik 15.06.2008, 11:33
1. Destabilisierung in der gesamten Region

Einst von den Westländern gestützt und großzügig unterstützt, spielt Mugabe seine Position heute despotischer denn je aus, ohne daß ihm jemand das Handwerk legt. Die Flüchtlingsströme aus Zimbabwe und nun auch aus Südafrika in Richtung Mosambik schaffen hierzulande neue soziale Spannungen. Die ganze Region steht Kopf. Bei einer öffentlichen Debatte in Maputo wurde auch die mosaambikanische Regierung zu einem Ende der Diplomatie des Schweigens aufgefordert. Eine Stichwahl in der jetzigen Situation wäre eine Farce.

www.kulturinstitut-maputo.com

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anti_trust 15.06.2008, 11:40
2. Stichwahl

Dann kann man nur hoffen, dass die Stichwahl am 27. Juni, 2008 eine Entscheidung zu Gunsten von Tsvangirai bringt. Es ist schon erstaunlich dass in einem Land wie Simbabwe, das in der Lebenserwartungsstatistik mittlerweile auf Platz 151 (von 177)abgerutscht ist (im Vgl: Deutschland liegt auf Platz 22)einen Diktator gibt der mittlerweile 84 Jahre alt ist und sich anscheinend bester Gesundheit erfreut.
Das gibt einem schon zu denken - wie weit man mit fehlender sozialer Intelligenz und Machtgier kommt.

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fritze meier 15.06.2008, 12:05
3. Und alle gucken zu

Es ist schon erstaunlich, wie lange sich Mugabe ohnehin in seinem System des Terrors gegen die Menschen in Zimbabwe halten konnte. Seit einigen Jahren ist das Land als gescheiterter Staat zu sehen, also als ein Land ohne funktionierende Regierung und Wirtschaft und einer nicht identifizierbaren Gesellschaftsform. Und dennoch erhält der Despot Rückendeckung bis heute durch Staatsoberhäupter nicht nur der Region, sondern ganz offen auch anderer Staaten vorrangig Afrikas und Asien. Triggers sind die wachsenden Machtansprüche definierter ethnischer Gruppen - im Zweifel unter dem Deckmäntelchen einer Befreiung aus kolonialistisch geprägten Strukturen, in der Realität jedoch als die Vorform menschenverachtender Warlordmanieren. Ähnliches droht Südafrika, die anstehenden Wahlen dort sind längst als Frage nach der "stärksten" ethnischen Gruppe zu verstehen und drücken unter Betrachtung der politischen Ziele der Kandidaten, der bereits lahmenden Jurisdiktion und der labilen Exekutive den drohenden Weg in die Sackgasse des südlichen Afrikas aus.

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Michael Giertz 15.06.2008, 12:40
4. Macht korrumpiert ...

Zitat von sysop
Seine Todesschwadrone jagen Oppositionspolitiker, den Hunger seines Volkes setzt er als Waffe ein, die Medien hat er kaltgestellt: Der greise Robert Mugabe geht im Endkampf um die Macht in Simbabwe bis zum Äußersten - und droht sogar mit Bürgerkrieg.
... und dieser "feine Herr" ist ein besonders schönes Exemplar, dass Macht in den falschen Händen nichts gutes bewirkt. Da ist man glatt froh, in der Bananenrepublik Deutschland zu leben, in der noch die Menschlichkeit einen gewissen Wert hat, auch wenn der Abbau des Sozialstaates und die Einführung der totalen Überwachung eine Abkehr von diesem Wert darstellt.

Die Frage ist allerdings folgende: Wenn Mugabe beseitigt wird, sei es auf legalem Wege (Wahl) oder durch Mord, was wird dann passieren? Der Mann mag zwar alle Fäden in der Hand halten, aber er wird definitiv schon einen (oder mehrere) Nachfolger bestimmt haben, die das Land weiter knechten, wenn er nicht mehr ist. Und dass er eine verlorene Wahl nicht anerkennen will und notfalls mit Gewalt seine Position behaupten wird, zeugt eigentlich nur davon, dass auf das Land noch viel schwerere Zeiten kommen werden, als es jetzt schon der Fall ist.

Man muss sich das auch mal vorstellen: Die Wirtschaft ist so kaputtgespielt, dass 10 Mrd Dollar rund 6,50 Euro wert sind. Das heißt, die Binnenwirtschaft ist quasi nicht mehr am laufen und die Außenwirtschaft ist kaum ergiebig. Da wird auch ein Wechsel erstmal keine Änderung bringen. Natürlich ist es wünschenswert, wenn Mugabe verschwindet und seine Partei nicht länger regiert. Aber das Land wieder aufbauen kann auch die nächste Regierung nicht, da muss dringend ausländische Hilfe geholt werden. Zuallererst ist dabei die medizinische Hilfe sicherzustellen und die Agrarwirtschaft wieder in Gang zu bringen, hinzu kommen noch das Bildungswesen, damit es einen Grundstock an Fachleuten gibt, die die Wirtschaft am Laufen halten.

Das ist 'ne ganze Menge Arbeit und wird natürlich Wasser auf den Mühlen derjenigen sein, die für eine Abschottung kämpfen und sich vom weisen Mann nicht helfen lassen wollen. Kann ich beinahe verstehen, denn wo der weise Mann hilft, kann niemand mehr helfen, so traurig es ist. Nur was tun? Simbabwe wird aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen, egal, ob nun Mugabe am Hebel sitzt oder irgendwer anders.

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deltacentauri 15.06.2008, 13:04
5. Interessant auch, wer zu seiner Macht beigetragen hat...

Zitat von fritze meier
Es ist schon erstaunlich, wie lange sich Mugabe ohnehin in seinem System des Terrors gegen die Menschen in Zimbabwe halten konnte. Seit einigen Jahren ist das Land als gescheiterter Staat zu sehen, also als ein Land ohne funktionierende Regierung und Wirtschaft und einer nicht identifizierbaren Gesellschaftsform. Und dennoch erhält der Despot Rückendeckung bis heute durch Staatsoberhäupter nicht nur der Region, sondern ganz offen auch anderer Staaten vorrangig Afrikas und Asien. Triggers sind die wachsenden Machtansprüche definierter ethnischer Gruppen - im Zweifel unter dem Deckmäntelchen einer Befreiung aus kolonialistisch geprägten Strukturen, in der Realität jedoch als die Vorform menschenverachtender Warlordmanieren. Ähnliches droht Südafrika, die anstehenden Wahlen dort sind längst als Frage nach der "stärksten" ethnischen Gruppe zu verstehen und drücken unter Betrachtung der politischen Ziele der Kandidaten, der bereits lahmenden Jurisdiktion und der labilen Exekutive den drohenden Weg in die Sackgasse des südlichen Afrikas aus.
Ich war 1981 in Südafrika, als dort die ersten, von Mobutu vertriebenen weißen Farmer eintrafen. Es war die Zeit, wo die 68er skandierten: "Weiße raus aus Südafrika". Dass die Weißen dort ebenfalls schon 200 Jahre lebten, interessierte nicht weiter. In Südafrika kursierte zu dieser Zeit folgender Spruch: Touristenwerbung in Rhodesien lautete: Come to Rhodesia and visit the ruins of Zimbabwe (Hierbei handelt es sich um eine Stadt, die um 1000 entstand und Zeuge einer ausgefeilten Kultur ist, sie gehört heute zum Weltkulturerbe). In 20 Jahren, so sagte man weiter, wird es heißen: Come to Zimbabwe and visit the ruins of Rhodesia. Und genau so ist es gekommen. Übrigens waren es bekannte Personen, die damals Geld für Mobutus Waffen sammelten: http://www.durchblick-gesundheit.de/...418fe9bb003fd3
Eine Jugendsünde? Mit 27? Naja!

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ariston 15.06.2008, 13:14
6. Solche Leute wurden von deutschen Linken gefördert

Zitat von sysop
Seine Todesschwadrone jagen Oppositionspolitiker, den Hunger seines Volkes setzt er als Waffe ein, die Medien hat er kaltgestellt: Der greise Robert Mugabe geht im Endkampf um die Macht in Simbabwe bis zum Äußersten - und droht sogar mit Bürgerkrieg.
Bütikofer & Co., als sie noch zum KBW gehörten, haben für diesen Typen Millionen eingesammelt! Komischerweise ist die Halbwertzeit des Gedächtnisses der Öffentlichkeit in Deutschland sehr niedrig, um diese Typen aus SPD und Grünen endlich von der politischen Bühne in die (Dauer-) Arbeitslosigkeit zu schicken oder am besten: in den GAZA-Streifen auszuweisen ohne Pass und Handy! Dann können die die Gastfreundschaft ihrer Freunde dort und im Iran genießen und verbal die Umwelt verschmutzen!

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codeco2 15.06.2008, 13:39
7. Simbawe und Internationaler Gerichtshof

Zitat von sysop
Seine Todesschwadrone jagen Oppositionspolitiker, den Hunger seines Volkes setzt er als Waffe ein, die Medien hat er kaltgestellt: Der greise Robert Mugabe geht im Endkampf um die Macht in Simbabwe bis zum Äußersten - und droht sogar mit Bürgerkrieg.
die internationale Staatengemeinschaft kapituliert vor Mugabe und seiner Clique. Ein Armutszeugnis.

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odinet 15.06.2008, 17:25
8. Wir drücken nicht ab, wir laden nur nach !!!

Wir helfen China, der z.Z. 3. größten Wirtschaftsmacht, vor uns und China hilft „Simbabwe“ z.b. mit Waffen gegen den Hunger. Granaten-Kekse und Patronen-Salat und Kalaschnikow-Auflauf.

Wir liefern die Säge und schärfen sie, wenn sie stumpf ist, damit China uns den Baum absägt auf dem wir sitzen.

Wenn wir schon nichts tuten gegen die, die „Simbabwe“ (Mugabe) unterstützen, so sollten wir wenigsten nicht ihre Unterstützer ( China) unterstützen.
Ich will nicht gegen unseren Außenminister sagen, was gäbe es auch gutes zu sagen ????

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deltacentauri 15.06.2008, 21:54
9. Waffenlieferanten ächten!

Zitat von odinet
Wir helfen China, der z.Z. 3. größten Wirtschaftsmacht, vor uns und China hilft „Simbabwe“ z.b. mit Waffen gegen den Hunger. Granaten-Kekse und Patronen-Salat und Kalaschnikow-Auflauf. Wir liefern die Säge und schärfen sie, wenn sie stumpf ist, damit China uns den Baum absägt auf dem wir sitzen. Wenn wir schon nichts tuten gegen die, die „Simbabwe“ (Mugabe) unterstützen, so sollten wir wenigsten nicht ihre Unterstützer ( China) unterstützen. Ich will nicht gegen unseren Außenminister sagen, was gäbe es auch gutes zu sagen ????
Es wäre gut, wenn sich die UNO einmal dafür aussprechen würde, alle Lieferanten von Waffen in Krisengebiete und Diktaturen namentlich zu machen und diese Staaten weltweit zu ächten. Aber diese Einigkeit wird wohl nicht zu erreichen sein, da man sich ja nicht mal einig ist, was eine Diktatur und was eine Demokratie ist. Außerdem werden viele, auch westliche Staaten, nicht auf eine sprudelnde Einnahmequelle verzichten wollen. Die daraus resultierenden Hilfsaktionen wegen Hungersnöten und Flüchtlingsströmen sollen doch die spendenwilligen Bürger bezahlen.

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