Forum: Politik
Sind die Opfer im Irak-Krieg zu rechtfertigen?

Die Irak-Protokolle geben dem US-geführten Krieg in dem Land eine neue Perspektive - erstmals ist der Konflikt aus der Perspektive der Soldaten nachzuvollziehen. Im Lichte der neuen Entwicklungen: War dieser Feldzug gerechtfertigt?

Seite 1 von 153
Dr.Strangelove 22.10.2010, 23:15
1. Krieg

Krieg und Vernunft passen nicht sonderlich gut zusammen. Es versucht immer eine Seite ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Partei ergreifen, ist da nichts weiter als Partei für die Schlächterei ergreifen.

Beitrag melden
Antje Technau 22.10.2010, 23:21
2. nein

Zitat von sysop
Die Irak-Protokolle geben dem US-geführten Krieg in dem Land eine neue Perspektive - erstmals ist der Konflikt aus der Perspektive der Soldaten nachzuvollziehen. Im Lichte der neuen Entwicklungen: War dieser Feldzug gerechtfertigt?
nein.
Dieser Krieg war damals ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, der auf einer Lüge basierte.
Auf der Lüge, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen, unter anderem Atomwaffen, besessen und er hätte "mit Terroristen" unter einer Decke gesteckt.
Wie schon vor dem Krieg jeder halbwegs gebildete und informierte Mensch wusste, hatte Saddam Hussein weder Atomwaffen noch sonstige nennenswerte Massenvernichtungswaffen noch hatte er je mit alQaeda etwas zu tun.
Und daran hat auch der Showprozess und die Hinrichtung von Saddam Hussein nichts geändert.

Auch, dass es im Irak nun eine "Demokratie" gibt, die den irakischen Frauen ihre Menschenrechte genommen hat und sie durch Scharia-Recht ersetzt hat, rechtfertigt diesen Krieg, seine Toten und die Folteropfer unter den Irakern nicht.

Wo kämen wir da hin, wenn man - nur weil es heute mit dem Irak *vielleicht* wieder aufwärts geht, falls den Irakern ihre Bodenschätze nicht von US-Firmen gestohlen werden - diese "Erfolge" als Argument für völkerrechtswidrige Angriffskriege gelten lassen wollte?

Da könnte man doch genauso gut die Saudis von ihrem Königshaus "befreien", damit "unser Öl" endlich in die richtigen Hände gerät...//Ironie off

Beitrag melden
derKanoniker 22.10.2010, 23:23
3. Natürlich nicht

Zitat von sysop
Die Irak-Protokolle geben dem US-geführten Krieg in dem Land eine neue Perspektive - erstmals ist der Konflikt aus der Perspektive der Soldaten nachzuvollziehen. Im Lichte der neuen Entwicklungen: War dieser Feldzug gerechtfertigt?
Natürlich nicht. Und bitte mal daran erinnern: Stoiber und Merkel waren für diesen Krieg.

Beitrag melden
ANDIEFUZZICH 22.10.2010, 23:24
4. Destabilisierung

Zitat von sysop
Die Irak-Protokolle geben dem US-geführten Krieg in dem Land eine neue Perspektive - erstmals ist der Konflikt aus der Perspektive der Soldaten nachzuvollziehen. Im Lichte der neuen Entwicklungen: War dieser Feldzug gerechtfertigt?
Absolut nicht.

Beitrag melden
roflem 22.10.2010, 23:29
5. .

Der Krieg war nur wegen Öl geführt worden. Dafür zu töten war bestimmt nicht gerechtfertigt. Wenn das Öl mal alle ist und Kriege wegen Wasser geführt werden wären sie genauso ungerechtfertigt. Aber wir werden es nie verhindern können.

Beitrag melden
henningr 22.10.2010, 23:35
6.

Zitat von Antje Technau
nein. Dieser Krieg war damals ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, der auf einer Lüge basierte. Auf der Lüge, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen, unter anderem Atomwaffen, besessen und er hätte "mit Terroristen" unter einer Decke gesteckt. Wie schon vor dem Krieg jeder halbwegs gebildete und informierte Mensch wusste, hatte Saddam Hussein weder Atomwaffen noch sonstige nennenswerte Massenvernichtungswaffen noch hatte er je mit alQaeda etwas zu tun. Und daran hat auch der Showprozess und die Hinrichtung von Saddam Hussein nichts geändert. Auch, dass es im Irak nun eine "Demokratie" gibt, die den irakischen Frauen ihre Menschenrechte genommen hat und sie durch Scharia-Recht ersetzt hat, rechtfertigt diesen Krieg, seine Toten und die Folteropfer unter den Irakern nicht. Wo kämen wir da hin, wenn man - nur weil es heute mit dem Irak *vielleicht* wieder aufwärts geht, falls den Irakern ihre Bodenschätze nicht von US-Firmen gestohlen werden - diese "Erfolge" als Argument für völkerrechtswidrige Angriffskriege gelten lassen wollte? Da könnte man doch genauso gut die Saudis von ihrem Königshaus "befreien", damit "unser Öl" endlich in die richtigen Hände gerät...//Ironie off
Damit ist alles gesagt.

Beitrag melden
testthewest 22.10.2010, 23:37
7. Titel

Zitat von sysop
Die Irak-Protokolle geben dem US-geführten Krieg in dem Land eine neue Perspektive - erstmals ist der Konflikt aus der Perspektive der Soldaten nachzuvollziehen. Im Lichte der neuen Entwicklungen: War dieser Feldzug gerechtfertigt?
Die Irakprotokolle sagen gar nichts zu Rechtmäßigkeit des Krieges aus. Soldaten befolgen Befehle, töten und sterben.
Keine einzige Bombe, kein Schuss wäre gefallen, wenn GW Bush es nicht unbedingt gewollt hätte.
Die Soldaten müssen nur die Suppe auslöffeln.

Doppelt tragisch ist, unter welcher Fehleinschätzung der Reaktion der Bevölkerung die Unternehmung gestartet wurde.
Shock and awe - oder das die Leute dort Demokratie wollen, dass sie auf Seiten der Amerikaner stehen, sobald Saddam weg ist.
Alles falsch.

Was kann man lernen:
Wenn man in einen Krieg zieht, dann nicht um Demokratie zu bringen, sondern weil es unbedingt notwendig ist zur Verteidigung. Und dann ist all der Quatsch der Genfer Konvention hinfällig. Wenns ums nackte Überleben geht, kann man sich keine so Spässchen wie "oh, Zivilisten, den dürfen wir nichts tun" erlauben.
In Zeiten vollautomatischer, panzerbrechender Waffen gibt es den Zivilist nicht mehr.
Wenn man wirklich meint Krieg führen zu müssen, dann wenigstens richtig.

Beitrag melden
Coz 22.10.2010, 23:41
8. antworten

Der IRAK-Krieg Basiert auf eine Lüge. Genauso wie der Krieg in Afghanistan. Unsere Politiker werden aber nicht müde, uns zu erzählen, dass die Freiheit D am Hindukusch verteidgt wird. Was für eine kolossale Verarschung. Anders kann man es nicht nennen. Aber auf den deutschen Dumm-Wähler ist verlass. Deshalb wird sich nie was ändern.

Beitrag melden
Roter_Milan 22.10.2010, 23:43
9. Auf Thema antworten

Zitat von Antje Technau
nein...
Dem kann ich mich nur anschliessen.

Ich werde das Gefühl nicht los, als wenn die Deklarierung von Dokumenten als "Geheim" dazu dient, authentische Berichte und Quellen massiv zu zensieren. Gut kann ich mich noch an die Kritik erinnern, die seinerzeit im 2. Golfkrieg von den Medienvertretern an die Adresse der Militärs gerichtet wurde. Offizielle Bilder erinnerten damals eher an ein Videospiel als an einen Krieg.

Gut finde ich deshalb, dass die verantwortlichen Stellen nun mit der Gewissheit leben müssen, dass ihre Zensur unterlaufen wird. Ihre Reaktion zeigt, wie sehr WikiLeaks hier in ein Wespennest gestochen hat.

Wie der Spiegel hoffe ich auch, dass die zu veröffentlichenden Dokumente dazu beitragen, die Geschichte nicht nur aus der Sicht des Siegers zu schreiben.

Beitrag melden
Seite 1 von 153
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!