Forum: Politik
Soll der Westen in Afghanistan mit den Taliban zusammenarbeiten?

Über die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?

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Alter_Reservist 27.01.2010, 14:52
1290.

Zitat von Graphite
alles klar bei Ihnen? Sie sind als Kind bestimmt mit der vollen Härte von Pappas rechter Hand erzogen worden. Nach 9 Jahren Krieg hat sich die Situation nicht verbessert, sie ist schlechter geworden. Ganz klar, dass die Bomben auf Ausländische Botschaften/Einrichtungen werfen, wenn wir verzweifelt versuchen unsere.....
Und wie sieht es bei Ihnen aus?
UN-Mandat ist also sinnlos?
Alles vom pöhsen Ami inszeniert gelle und überhaupt daran sind nur die USA schuld nicht wahr?

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Periklas 27.01.2010, 14:53
1291. Unter dem Joch geboren

Die Beteiligten werden bis zum Ende in diesem Krieg die Befürchtungen nicht beseitigen können, dass ein Landkrieg wegen politischen, wirtschaftlichen Differenzen der westlichen Länder nicht gewonnen werden kann. Daraus resultiert ein Engagement das nur ein politisches und gesellschaftliches Einbinden von Talibanparteien in Afgahnistan, einen möglichen Frieden bedeuten kann. Diese Strategie hat sich mehrfach bewährt, da eine politische Kraft nicht einfach zu beenden ist. Am Ende wird ein bitterer Nachgeschmack für die Hinterbliebenen und allen Beteiligten bleiben. Die Erkenntnis aus allen verlorenen Schlachten und dem Bekriegen wo Menschen teilnahmen.

Sie werden an einem Tisch sitzen und ein Abendmahl zu sich nehmen. Die Kinder werden nachfragen nach dem Opfer und der Tat und keiner möchte sich erinnern an die Tage als ein Land unter dem Joch eines Krieges begraben wurde.

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Pancho Villa 27.01.2010, 14:57
1292. Wo sind die "gemäßigten Taliban"?

Zitat von electrastar
... Wer mit den Taliban verhandelt, der könnte auch gleich mit Mephisto feilschen, um sich nachher die eine oder andere Gretchenfrage stellen zu lassen. ... Letztendlich sollte man sich auch vor Augen halten, dass wir nicht zum Spaß am Hindukusch unser Unwesen treiben, sondern, um dort für Änderungen zu sorgen ...
Der ganze Ansatz, Verhandlungen mit den Taliban zu führen, basiert auf der Annahme, es "weniger radikale" Taliban, "gemäßigte" Taliban und dergleichen. Diese Annahme motiviert augenscheinlich auch das "Aussteigerprogramm".

Meiner bescheidenen Meinung nach beruhen derartige Annahmen auf Wünschen, nicht auf einer nüchternen Betrachtung der Realität. Möglicherweise auch darauf, daß westliche Politik und Medien unbewußt Erwartungen aus unserer Alltagswelt übertragen: So z.B. die Erwartung, daß letztlich jeder - auch die Taliban - an "Aushandlungslösungen" oder Kompromissen orientiert seien.

Wir erliegen auch schnell der Versuchung, die Taliban mit den Afghanen gleichzusetzen, oder doch zumindest mit den Afghanen, die die Präsenz ausländischer Truppen ablehnen. Auch das ist m.E. falsch.

Vielleicht wäre es hilfreich, einfach mal das ernst zu nehmen, was die Taliban selbst an Zielen definieren. Diese Ziele gehen weit über einen Abzug der ISAF hinaus, sie fordern u.a. (i) die Errichtung eines Kalifats auf afghanischem Boden, (ii) rigorose Durchsetzung der Sharia als alleiniger Rechtsgrundlage für Staat und Gesellschaft, (iii) die Ausbreitung dieses Szenarios über Afghanistan hinaus - den Sturz von als "ungläubig" angesehenen Regierungen der Region eingeschlossen.

Auf dieser Grundlage wird es sehr schwierig werden, Verhandlungen auch nur zu beginnen. Ihr Verlauf ist ungewiß, ihr Scheitern hochwahrscheinlich. Ein "Verhandlungs-Kompromiß", der Abzug der ISAF zu den Bedingungen der Taliban bedingt, wird für den Westen aus guten Gründen untragbar sein (müssen).

Auf der einen Seite lautet meine Folgerung also, daß es "gemäßigte" Taliban nicht gibt - denn dann wären es keine Taliban. Sie würden sich allenfalls dem Vorwurf ihrer bisherigen Mitstreiter aussetzen, selbst von der reinen Lehre abgefallen zu sein.

Auf der anderen Seite halte ich den Rückhalt der Taliban in der Bevölkerung für gering - die wenigsten Afghanen, auch wenn sie nach unseren Maßstäben fundamentalistische Moslems sind, werden sich dem Steinzeit-Regime der Taliban aussetzen wollen. Allenfalls sympathisieren sie mit dem Kampf gegen die als Besatzung wahrgenommene ISAF - und hassen die bis ins Mark korrupte "Regierung" Karzai.

So gesehen ist der bisherige Ansatz nicht falsch - er war nur himmelschreiend ineffizient in der Umsetzung. Also: offensiver Kampf gegen die Taliban (das setzt offensive Mandate auch für die BW voraus), massive Investitionen in Infrastruktur und materielle Verbesserungen für die Bevölkerung (möglichst direkt und unter Umgehung der korrupten afghanischen "Instanzen"), massiver Druck auf die "verbündete Regierung" Afghanistans, Korruption, Verstrickung in Drogengeschäfte und Warlord-Aktivitäten, Rechtsmißbräuche etc. umgehend zu beenden.
Das kann dauern. Und: Das wird teuer.

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fintenklecks 27.01.2010, 15:02
1293. Leider

Zitat von Basou
Seit 8 Jahren wird U.B. Laden gesucht, auf seinen Kopf sind US$ 27 MIO. angesetzt. (FBI.gov) Die NATO macht die Taliban mit dem Geld nur stärker, da die Anführer sonst nichts mehr sind. Der Kampf geht weiter.
Erfahrungen haben gelehrt, dass Geldgeschenke häufig für Waffenkauf benutzt werden und weniger für die Ernährung. Dass der Kampf weitergehen wird, ist klar. Leider.

Nur ist auch zu vermuten, dass bestimmte Leute sich kaufen lassen. Und der Reiz des Geldes ist dort sehr groß. Teile und herrsche! Hinzukommt, dass diese 50 Mio preiswerter sind, als die Entsendung teurer Maschinen oder Manpower.
Ich selbst sehe mich als Beobachter, nicht als Stratege. Ich plädiere wie Holland und Kanada für den Abzug der Truppen. Zum einen können wir dort keinen Blumentopf gewinnen, zum anderen führt es auch nicht zu mehr Sicherheit.

Was mir unangenehm aufstößt, ist, dass Deutschland das drittgrößte Truppenkontingent dort nach den USA und GB aufweist.

Zieht man unser GG heran, ist diese Mannschaftsstärke im Hinblick auf unseren Verteidigungsauftrag überrepräsentiert.

Was Bin Laden angeht, habe ich den Überblick verloren. Ich weiß noch nicht einmal, ob der noch lebt.

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Achim Detjen 27.01.2010, 15:06
1294. wie das?

Zitat von augu
Versucht wird die Methode der Bestechung sicher schon länger. Dass Westerwelle sie nun ganz öffentlich in verstärktem Maße fordert, ist das Neue. Ob die Taliban, die sich darauf einlassen, die besseren Taliban sind, ist fraglich. Was hat doch ein ehemaliger russischer Afghanistan-Kämpfer zu einem....
Irgendwie scheinen manche nur darauf zu warten, mir sinnenleertem FDP-Bashing ihrer Wahlschmach vom September Luft zu machen. Hat jemand sich mal mit diesem Aussteigerkonzept befasst? Scheinbar nicht! Es geht nämlich nciht darum, jemandem ein Begrüßungsgeld zu zahlen, wenn er den Taliban abschwört. Das ist doch lächerlich! Mit dem Geld soll Ausstiegswilligen ein wirtschaftlicher Neuanfang ermöglicht werden. Denn DARUM geht es -- den radikalen ihre Machtbasis bei den enttäuschten, entsozialisierten Teilen der Bevölkerung entziehen, Und dazu kann dieses Programm EIN Baustein sein. Einer, der seinen Acker bestellt, seinem Handwerk nachgeht und eine Familie versorgen kann hat andere Perspektiven als gefrustete, zukunftslose Jugendliche.

Übrigens -- die Idee dazu, ein solches Programm mit 500Mill. $ auszustatten, kam von Gottvater Obama persönlich --- na, immer noch lüstern auf Bashing. Das zielt dann aber eher auf euren Mesias! ;-)

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BardinoNino 27.01.2010, 15:10
1295. Und einer...

Zitat von Magentasalex
Ich hatte noch nie Probleme mit der Polizei (bin allerdings erst 28 :-) ) Wer natürlich Demos besucht, darf sich nicht wundern, eine auf den Kopf zu kriegen. Die Polizei ist schließlich dafür da, unsere Demokratie zu schützen. In meinem Beitrag ging es um....
...der dusseliges Zeug schreibt, wird Magentasalex und tippelt im Forum von spon!

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shine31 27.01.2010, 15:12
1296. Re: die Religiosität dieser Männer

Zitat von liliane66
Ich glaube nicht das es klappen würde Talibane im grossen Stil zu "Kaufen" (Überläufer) Da unterschätzt man die Religiosität dieser Männer, die den Glauben in fundamentaler, sunnitischer und wahabitischer Weise interpretieren.
Sie haben doch keine Ahnung! Viele der jungen Leute in Afghanistan sind bei den Taliban, weil es sonst keine andere Beschäftigungsmöglichkeit gibt! Die Taliban sind deren einzige Verdienstmöglichkeit. Nicht alle sind dort religiös verblendet. Was sie meinen sind die Mitglieder der Al-Kaida, die aus reichen Familien kommen (w.z.B. Bin-Laden selbst!).

Zitat von liliane66
Ich meine, die Talibane haben eine Mission. ... ihren Allah und das Wertesystem das dazu gehört, koste was es wolle, auf dem Erdball zu verbreiten.
So ein Quatsch! Die Taliban unterdrücken zwar Menschen, allerdings nur ihre eigenen Stammesleute. Die Angreifer von 9.11. waren keine Taliban, sondern Mitglieder von Al-Kaida! Von den Taliban will keiner seine religiösen Ansichten in Welt exportieren. Die sind eher der Meinung das sich die Ausländer (westliche Ausländer in Afghanistan!) aus den islamischen Länder raushalten sollten, weil sie für sich leben wollen.

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capu65 27.01.2010, 15:13
1297.

Zitat von Magentasalex
Ich hatte noch nie Probleme mit der Polizei (bin allerdings erst 28 :-) ) Wer natürlich Demos besucht, darf sich nicht wundern, eine auf den Kopf zu kriegen. Die Polizei ist schließlich dafür da, unsere Demokratie zu schützen. In meinem Beitrag ging es um etwas....
Ihr Verständnis von Demokratie läßt zu wünschen übrig. Wer sein Grundrecht wahrnimmt und an einer Demo teilnimmt, ist also selber schuld, wenn er von der Polizei eine übergebraten bekommt?
Auch mit Ihrer Erklärung des Wortes "Beruf" bin ich nicht ganz einverstanden. Vom Wortstamm her mag es mit Berufung zusammenhängen, in den meisten Fällen dürfte es das aber auch schon gewesen sein.

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shine31 27.01.2010, 15:15
1298. Re: Die Polizei ist schließlich dafür da, unsere Demokratie zu schützen

Zitat von Magentasalex
Ich hatte noch nie Probleme mit der Polizei (bin allerdings erst 28 :-) ) Wer natürlich Demos besucht, darf sich nicht wundern, eine auf den Kopf zu kriegen. Die Polizei ist schließlich dafür da, unsere Demokratie zu schützen.
Sind Demonstranten nun alle Feinde der Demokratie?? Die Polizei sollte auch dafür da sein, Demostranten zu schützen, denn Demonstrationen zu besuchen ist ein Recht in einem demokratischen Land!

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bmehrens 27.01.2010, 15:16
1299. Geld für Talibanaussteiger

Herr Westerwelle schlägt Harald Schmidt um LÄNGEN!

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