Forum: Politik
Soll der Westen in Afghanistan mit den Taliban zusammenarbeiten?

Über die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?

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sagichned 29.01.2010, 20:45
2070.

Zitat von Ein Daniel
Selbst die Afghanen waren mehrheitlich für diesen Einsatz bzw. für die Entmachtung der Taliban. Die Zustimmung sank dann im Laufe der Jahre stark. Die Taliban aber waren stets ganz unten auf der Beliebtheitsskala. Ist ja auch nicht verwunderlich. Unter den Taliban war ja so ziemlich alles verboten, was irgendwie Spass machte. Mal die wirklichen Grausamkeiten außer Acht gelassen. Dabei hatten die Taliban sogar noch einen Vertrauensvorschuss am Anfang ihrer Herrschaft.
Erzählen Sie kein bockmist. Wären die taliban unten durch bei der bevölkerung, wären sie schon längst geschlagen gewesen. Das ist nunmal fakt, dass die taliban einen starken rückhalt haben.

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elandy 29.01.2010, 20:46
2071.

Zitat von Ein Daniel
... Viele Frauen werden erst die Burka ablegen, wenn sie sicher sind, dass die Taliban nicht mehr die Macht ergreifen. Etwas, was sich hier einige wünschen, denn diese sehnen ein Scheitern des "Westens" geradezu herbei. Damit Amerika und "seine Vasallen" mal wieder einen auf den Deckel bekommen. Das afghanische Volk spielt hier keine Rolle, auch nicht der Fakt, dass die kritisierten Machthaber um Karzai ebenfalls Afghanen sind - da sind die Taliban anscheinend vorzuziehen - denn die Kämpfen ja gegen den "Westen" - das Übel schlechthin. Das die Taliban auch gegen die Freiheit und Sicherheit des afghanischen Volkes kämpfen, ist dann nicht mehr wichtig. Dann zu beklagen, dass Aktionen der Koalition zivile Opfer fordern, erscheint mehr als heuchlerisch - denn das Volk interessiert anscheinend nur dann, wenn sein Leid gegen eine handelnde westliche Koalition in Stellung gebracht werden kann. Erst einmal abgezogen, interessiert das Volk nicht mehr - und die Folgen werden dann eben ebenfalls dem Westen unter geschoben. So sehe ich das.
Selbst unter dem sowjetischen Terror haben die meisten Frauen ihre Burka nicht abgelegt. Es ist dort ein normales Kleidungsstück, so unverständlich das auch sein mag.

Ich würde auch die Taliban nicht der derzeit herrschenden Clique vorziehen, aber Frieden ist einem sinn- und endlosen Krieg vorzuziehen. Und wenn der Pries eine angemessene politische Repräsentanz der Taliban sein sollte, dann ist das die bessere Alternative für die meisten Menschen dort.

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gg art 5 29.01.2010, 20:47
2072.

Zitat von Joachim Baum
Richtig. Und es ist nicht das erste Mal dass die ablehnen.
Daraus kann man herleiten wie schlecht es er USA und Nato geht und das dass was uns berichtet wird garnicht stimmen kann.

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localpatriot 29.01.2010, 20:50
2073. Fair and Balanced - Motto eines US Fernsehsenders

Zitat von Rums
Meines Erachtens fällt das ZDF mit den HEUTE-Nachrichten oft unseren Soldaten in den Rücken, insofern es (offensichtlich sehr gerne!)von der "Abneigung" unseres Volkes gegen den Afghanistan-Einsatz spricht. Über den Sinn und die gesetzliche Verantwortung = keine Rede! Traurig, traurig! -
Das ZDF ist verpflichtet den Tatbestand im wesentlichen den Tatsachen entsprechend darzustellen.

Seien sie stolz darauf dass das Deusche Volk (82% davon) diesen Krieg ablehnt.

Josef Goebbels ist nicht mehr am Ruder und die politische Uebernahme des ZDF ist noch ein work in progress.

Happy happy happy

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zenobit 29.01.2010, 20:51
2074.

Zitat von gg art 5
Sind Sie sicher? Der Soiegel berichtet etwas anderes "Verhandlungen mit den Taliban stehen nach der Afghanistan-Konferenz wieder ganz oben auf der Agenda. Erste Gespräche mit der Uno werden bereits gemeldet. Doch die Islamisten signalisieren, dass sie kein Interesse an einer Aussöhnung haben: Sie sehen sich auf der Siegerstraße."
"Sicher" bin ich mir eh in den meisten Sachen nicht ;-)
Meine mesiten Einshcätzungen beruhen Jahr nur auf Berichten.
Ich habe mich vielleicht auch nicht ganz klar ausgedrückt. Ich meinte damit, dass die Taliban viel verloren haben, allein deswegen schon, weil sie momentan nicht mehr an der Macht sind. So wie es im Moment aussieht, kommt überhaupt nur noch eine Machtbeteiligung in Frage.
Ich denke immer noch, dass diese nicht besiegt werden können. Das ist ja das Dilemma. Im Moment würde ich nicht jedem Aufbäumen in den Medien glauben schenken. Den Vorschlägen aus dem Westen sind mit grosser Wahrscheinlichkeit viele Verhandlungen vorausgegangen. Es ist vieleicht sogar verständlich, dass die Taliban jetzt erstmal versuchen, alles abzustreiten um ihr Gesicht zu waren. Wie würde es denn aussehen, dass sie Jahre lang gegen die Besatzer gekämpft haben und jetzt zu Verhandlungen mit genau denen bereit sind. Die Zeit wird zeigen was passiert. Fest steht, dass der Westen diesen Krieg nicht mehr kange durchhalten kann.

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gg art 5 29.01.2010, 20:51
2075.

Zitat von Rums
Meines Erachtens fällt das ZDF mit den HEUTE-Nachrichten oft unseren Soldaten in den Rücken, insofern es (offensichtlich sehr gerne!)von der "Abneigung" unseres Volkes gegen den Afghanistan-Einsatz spricht. Über den Sinn und die gesetzliche Verantwortung = keine Rede! Traurig, traurig! -
Die Medien sollten dem Volk möglichst die Wahrheit berichten. Meinen Sie nicht? Schon einmal war man kurz vor der Kapitulation immer noch Sieger. Davon hätten Sie eigentlich die Nase voll haben.

Es gibt eben immer Unbelehrbare.

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Alter_Reservist 29.01.2010, 20:53
2076.

Zitat von Helmut Pirkl
Schade, dass Sie so schnell aufgeben. Wo es doch erst jetzt so recht spannend wird. Allein unser Thema weist doch präzise darauf hin, wie weit wir immer mehr von eigentlichen Thema abweichen. Die Afghanistankonferenz wird uns erst recht in die Irre führen, so dass wie hier, fern vom Schuss, Da müssten Sie mir eigentlich zumindest hinsichtlich militärischer Staatsanwaltschaft zustimmen, derweil es hierbei schon mal gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Ich weiß, als Militär sind Sie in dieser unangenehmen Sache selber involviert. Da fällt es Ihnen zunehmend schwerer, bei der Sache zu bleiben. Aber so einfach werden Sie mich nicht los.
Fas sieht eher so aus als hätten Sie noch nie etwas gewußt :-)

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P.Delalande 29.01.2010, 20:54
2077.

Zitat von zenobit
Und das stimmt eben nicht ganz. Vorher gab es Anarchie und Unrecht begangen durch die Warlords. Die Taliban haben für Recht im Land gesorgt- zwar für ein streng islamisches, aber sie haben eine gewisse Ordnung im Land hergestellt.
Sie würden also auch den Nationalsozialisten zugestehen, für "Recht und Ordnung" gesorgt zu haben.

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zenonrc 29.01.2010, 20:54
2078. Geltendes Unrecht...

Zitat von Ein Daniel
Auch die Warlords müssen früher oder später entmachtet werden. Aber unter den Taliban war es eben geltendes "Recht", dass Frauen rechtlose Untermenschen waren, heute ist es geltendes Unrecht, wenn Warlords sich dieses Recht heraus nehmen sollten.
Um dieses Unrecht zu beseitigen sind nun wieviele Menschen gestorben?
Wieviele eingesetzte Kriegswaffen sind zestoert worden und wurden zum Wohle internationaler Konzerne nachbestellt?
Um wieviel ist der Opiumexport seit der Landung der "Retter des..... ja was eigentlich?" gestiegen?
Wieviele Familien verloren ihre Heimat, Hab und Gut und leben nun in Lagern?
DAS ist geltendes Recht und muss so sein.
Right?
Und "geltendes Unrecht" wurde beseitigt?
Der warlord hat in seiner Ecke nicht mehr das Sagen?

Was Recht und Unrecht nach unseren Gesetzbuechern ist wissen wir, und dem schliesse ich mich an.
Vor, historisch gesehen, nicht allzuvielen Jahren galt in einem grossen Teil Europas das Recht der Kirche, es gab diese fairen Prozesse der Inquisition, die Folter (schauen Sie sich einmal die damaligen Manuals an, dagegen ist Guantanamo ein Kindergarten) erbrachte den Beweis der Schuld wenn es keinen Beweis gab.
Wir haben uns in einem langen, internen Prozess Rechte erkaempft, die heute auch fuer jeden Afghanen offen sichtbar Schritt fuer Schritt ausgehoehlt werden. Wir befinden uns auf dem Weg in den Ueberwachungsstaat und Sie reden von "geltendem Unrecht" das in AFG eben noch nicht einmal beseitigt wurde.
Fuer einen aufrechten Afghanen kann es darauf doch nur eine Antwort geben: "Pick up you Big Mac and go home"
Denn dort gibt es in der Tat wichtigeres zu tun als in AFG.
Einen Dialog kann man auch aus der Entfernung fuehren.
mfg.

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Hilfskraft 29.01.2010, 20:55
2079. Taliban verwirren den Westen

Die wollen gar nicht mit uns zusammenarbeiten -
die wollen Merkel!
Gebt ihnen doch endlich, was sie so heiß begehren.
Dann ist Ruhe und Frieden!
H.


Zitat von sysop
Über die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?

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