Forum: Politik
Soll die Uno Palästina jetzt anerkennen?

Ein palästinensischer Staat? Vielleicht schon bald? US-Präsident Obama kommt diese mögliche Entwicklung derzeit nicht gelegen. Wie sehen Sie Möglichkeiten einer Staatenregelung für die Palästinenser? Ist die Zeit reif - und wie könnte der Staat überhaupt realisiert werden?

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Landegaard 22.09.2011, 14:55
160.

Zitat von nahal
1) wären Sie ein israelischer Araber, hätten Sie, seit über 60 Jahren die Erfahrung gemacht, dass das israelische Grundgesetz das hält, was es verspricht. Das heißt, gleich Rechte für alle Staatsbürger. Sie hätten die Erfahrung gemacht, dass Sie auch zwischen allen vorhandenen Parteien wählen können, sogar solche, die anti-zionistisch sind. 2) Nochmals: Israel verwehrt den Palästinensern ihren eigenen Staat nicht. Es geht um das "wie", wobei wir uns offensichtlich einig sind, dass, für Israel, die Existenzsicherung Vorrang hat.
1. Wenn das für Sie meinen Gedankengang undenkbar macht, ok. Mag ich mich mit Ihnen nicht drüber streiten.
2. Wenn die Frage nach dem "Wie" eine Existenzwerdung Palästinas verhindert, dann tut Israel genau das, unabhängig davon, ob es nun Absicht ist, oder nicht, ob mit böser oder nicht.

Es geht doch wohl darum, dass die Palästinenser, insbesondere jene, die eben dem Terror abgeschworen haben und einen weit konstruktiveren Weg gegangen sind, auch mal den Erfolg (und sei es nur ein Teil) sehen möchten und auch ein Recht darauf haben. Die Schiene, keine Einigung bis alle Details geklärt sind, nebst einen Wust von zu erfüllenden Vorbedingungen, ist keine funktionierende. Die Vergangenheit zeigt das. Wie solls auch funktionieren, ist doch nach wie vor noch der Palästinenser in der Verantwortung eines Kleinkindes? Es ist nicht gut, aus der weitaus ungleicheren Position finale Grenzverhandlungen zu führen und tonnenschwere Verzichte (Rückkehrrecht, Militarisierung, Anerkennung, Landtausch und Fantasien) aufzugeben, ohne auch nur einen Hauch von irgendwas je vorgewiesen zu haben.

Ihr Misstrauen ist gut nahal, doch auch die Palästinenser haben ein Recht darauf. Und so ausgeprägt es auf beiden Seiten ist, wird eine All in one-Lösung nicht erreichbar sein ohne Teilschritte und Annäherung. Sie argumentieren so, wenn Sie den seitens Israel getriebenen Aufschwung in der WB verteidigen. Nur so kann annäherung funktionieren, die überhaupt erst Konzessionen denkbar macht, wo heute der Exklusivitätsanspruch besteht. Was übrigends für beide Seiten gilt.

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Landegaard 22.09.2011, 15:02
161.

Zitat von afetes
Wie wärs mit einem 6 spurigem Tunnel als Verbindung zwischen Gaza & Westbank. Hätte den Vorteil dass aus einem Tunnel der 10 m unter der Erde liegt und videoüberwacht wäre- keine Angriffe gegen Israel gestartet werden können wie zb bei einer Autobahn und das Land nicht zerschnitten wird. Kosten könnten durch internationale Staaten Gemeinschaft als Morgengabe für einen zukünftigen Staat Palästina übernommen werden.(macht sicher bei Länge von geschätzt 25 km 10 Milliarden aus -aber was ist das schon heutzutage)
Gute Idee, aber zu früh. ein solches Bauwerk wäre im Konfliktfall ein wunderbares Ziel der Zerstörung, siehe Flughafen Gaza. Auch wäre der Tunnel ein wunderbares anschlagsziel zur Unmutsbekundung der folgenden Friedensgespräche mit Israel. Nein, die sollen erst einmal eine eigene Infrastruktur bauen, erhalten und dann gerne einen Tunnel.

Wobei ich mich wundere, dass Israel den Vorschlag nicht bereits gemacht hat.

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schnuppe 22.09.2011, 15:13
162. Stimmt

Zitat von natterngesicht
Den USA kommt diese mögliche Entwicklung seit Truman nicht gelegen. Truman kaufte vor dem November Stimmen für die indiskutable UNO-Teilungsresolution 181, wonach 1/3 der Bevölkerung 56 % des Staatsgebiets erhalten sollte, .....
Nirgendwo wird deutlicher als in dem Israel-Palästina-Konflikt, dass der Westen das Recht des Stärkeren gebraucht und Begriffe wie Demokratie und Menschenrechte nur da gelten dürfen, wo es den westlichen Politikziele nicht hinderlich sind. Bestechung, Erpressung, alle Mittel sind recht, um die eigenen Interessen durchzusetzen.

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nahal 22.09.2011, 15:14
163.

Zitat von Landegaard
1)Es geht doch wohl darum, dass die Palästinenser, insbesondere jene, die eben dem Terror abgeschworen haben und einen weit konstruktiveren Weg gegangen sind, auch mal den Erfolg (und sei es nur .....
1)
Sicher.
Schritte sind erfolgt
a) Anerkennung der PA
b) Zone A, Zone B
c) Sicherheitskooperation Israel-PA
d) Räumung von Gaza
e) Abbau der Mehrheit der Check-Points

Die Erfolge sind für alle ersichtlich.

2)
Nicht alle Details müssen geklärt werden, nur das Wesentliche.

3)
Mein Mißtrauen ist durch die Erfahrung begründet.
Wenn man, zurecht, Teilschritte befürwortet, sollte man mit dem Versuch der staatlichen Anerkennung gedulden und diese Teilschritte befürworten.

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nahal 22.09.2011, 15:17
164.

Zitat von Landegaard
Wobei ich mich wundere, dass Israel den Vorschlag nicht bereits gemacht hat.
werter landegaard,
Wie immer, besser zuerst fragen, erst dann wundern:
"Israel proposes Gaza-West Bank tunnel"
http://www.abc.net.au/news/2009-02-0...-tunnel/281368

:-)

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anathema 22.09.2011, 16:22
165. Steht die UNO heute nicht mehr denn je in der Pflicht?

Zitat von Palmstroem
Ein Staat löst noch nicht die Probleme
Aber er wäre der Anfang für eine Lösung des Problems.
Vor 60 Jahren hat Ben Gurion aber genau das so gesehen und dabei gegen seine ursprüngliche Überzeugung gehandelt.
Obwohl auch er ursprünglich die Zweistaatenlösung abgelehnt hatte, akzeptierte er aber dann zur Überraschung seiner Freunde mit einem Hintergedanken die von der UNO vorgeschlagene Teilung.
Welches seine eigentlichen Überlegungen waren, die im Grunde genommen bis heute konsequent umgesetzt wurden und werden, hat er nach eigener Darstellung nur seinem Sohn Amos anvertraut!
Der Ben Gurion-Biographen Michael Bar-Zohar berichtet davon in seinem Taschenbuch 1999.
Zitat von
Ein geteilter jüdischer Staat ist nicht das Ende, sondern der Anfang ... Wir werden so viele Juden wie möglich in diesem Staat unterbringen. ... Wir werden eine moderne Verteidigungsmacht aufbauen, eine erlesene Armee ..., und ich bin davon überzeugt, dass uns niemand daran hindern wird, in anderen Teilen des Landes zu siedeln, entweder indem wir uns mit unseren arabischen Nachbarn einigen oder auf eine andere Weise. ... eine andere Sprache werden wir erst dann haben, wenn wir einen Staat haben. – Bar-Zohar, Michael, Wenn David zu Goliath wird. Geschichte und Entwicklung des israelisch-palästinensischen Konflikts. 1990, pp. 31-33
Wäre es heute wie damals nicht die entscheidende Aufgabe der UN, diese Staatsgründung nach 60jähriger Verspätung zu beschließen?
Die damalige Abstimmung der neu gegründeten UNO mit ihren 56 Mitgliedern erfolgte m.W. ohne eine Vetomöglichkeit.
Der Teilungsplan wurde am 29. November 1947 mit 33 gegen 13 Stimmen (bei 10 Enthaltungen) angenommen. (J.H. Davis, The Evasive Peace. 1968)

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Landegaard 22.09.2011, 16:31
166.

Zitat von nahal
werter landegaard, Wie immer, besser zuerst fragen, erst dann wundern: "Israel proposes Gaza-West Bank tunnel" :-)
;)

Mein Vorteil ist ja, präzise Vermutungen aufstellen zu können.

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freed&democ 22.09.2011, 16:49
167.

Zitat von nahal
1) ... Israel verwehrt den Palästinensern ihren eigenen Staat nicht. Es geht um das "wie", wobei wir uns offensichtlich einig sind, dass, für Israel, die Existenzsicherung Vorrang hat.
Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die bisherigen Friedensverhandlungen wurden von israelischer Seite dazu genutzt, das Westjordanland mit Siedlern zu bevölkern.

Es geht bei der Frage nach einem palästinensischen Staat inzwischen vor Allem um das WO!

Geht die israelische Besiedlung so weiter, wie während der letzten Phase der Friedensverhandlungen, so ist im von Israel besetzten Westjordanland für einen palästinensischen Staat schlicht kein Platz mehr.

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nahal 22.09.2011, 17:22
168.

Zitat von freed&democ
Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die bisherigen Friedensverhandlungen wurden von israelischer Seite dazu genutzt, das Westjordanland mit Siedlern zu bevölkern. Es geht bei der Frage nach einem palästinensischen Staat inzwischen vor Allem um das WO! Geht die israelische Besiedlung so weiter, wie während der letzten Phase der Friedensverhandlungen, so ist im von Israel besetzten Westjordanland für einen palästinensischen Staat schlicht kein Platz mehr.
Die "Fakten", die Sie nennen, sind falsch.
Seit 2000 bis heute geht es unverändert um 6% bis 8% der Westbank mit Gebietsaustausch.
Die Unterscheidung von "Meinungen" und "Fakten" scheint nicht unbedingt Ihre Stärke zu sein.

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klauslynx 22.09.2011, 18:01
169. Wahrheitsresistente rgumentation

Zitat von nahal
Die "Fakten", die Sie nennen, sind falsch. Seit 2000 bis heute geht es unverändert um 6% bis 8% der Westbank mit Gebietsaustausch. die zur Unabhängikeitserklärung des Staates Israel führt. Die Unterscheidung von "Meinungen" und "Fakten" scheint nicht unbedingt Ihre Stärke zu sein.

Ihre Argumentation ist wahrheitsresistent....

Es geht darum:
Es gibt eine UN-Resolution 181 die die Staaten "Israel" und " Einen Arabischen Staat" beinhaltet.
Es gibt eine Resolution der UN 242 die den Rückzug Israels aus allen eroberten Gebieten von 1967 fordert.

Ein Staat der Palästinenser wurde genauso anerkannt wie der Staat Israels in der Resolution von 1948 führte.
Hören Sie endlich mit Herumgeschachere und Herumdeuteln auf.
Stellen Sie sich dem Völkerrecht, dem Staat Israel gehören rechtlich 0 % des Westjordanland, dem Staat Israel gehören
0 % der eroberten Golans des Staates Syrien.Alle von Ihnen gewünschten Änderungen können und sollten Thema bei Verhandlungen und Abkommen zwischen den Staaten Israel und Palästina sein. Ach so, lesen Sie doch einmal die Gründungsresolution für beide Staaten (UN-181) durch.Gehen sie doch einfach einmal auf die Sherover Passage.Dort sitzt im ehemaligen Büro des britishen Hochkommissars die UN-als
oberste Behörde für Jerusalem. Kennen Sie die Gegen ?
Kennen Sie die Gebiete die den Palästinensern weggenommen wurden ? Kennen Sie die Gebiete am Rand Jerusalems aus denen Araber vertrieen wurden ? Ich meine nicht 1967 sondern in den letzen Jahren und jetzt?

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