Forum: Politik
Soll die Wehrpflicht abgeschafft werden?

Verkürzung, Aussetzen - was tun mit der Wehrpflicht? Bundeskanzlerin und Verteidigungsminister sind sich weitgehend einig, dass etwas geschehen muss, doch wie weit die Entscheidung gehen soll, steht nicht fest. Soll die Wehrpflicht lieber gleich ganz abgeschafft werden? Kommt die Berufsarmee?

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verbal_akrobat 24.07.2010, 11:48
1550. Sinnvolle Lösung?

Man erkennt die geschichtlichen Strukturen innerhalb des NATO Büdnisses. Der im Artikel beschriebene Umstand der notwendigen Substitution der Streitkräfte innerhalb der europäischen Länder wäre und ist wahrscheinlich der Schlüssel zu Kostensenkungen und weiter friedensbringender Völkerverständigung innerhalb Europas.
Sollen wir dann mit einer Stimme mehr den je uns schützen können, reicht eine entsprechende Berufsarmee für den Verteidigungsfall. Denke hier liegt der Punkt der derzeitigen nicht Umsetzung, man interveniert ja doch ganz gerne inzwischen aus Europa mit unseren jungen Männern, etwas was vor 20, 30 Jahren so offensichtlich niemand sich gewagt hätte, grad mal zwei Generationen nach der europäischen Katastrophe.
Und es gibt bestimmt einige Staaten/Politiker innerhalb unserer Gemeinschaft die nicht "so" mit dieser Intervenierungspolitik "dakor" gehen?!
Wir müssen unsere Leute aus Afghanistan abziehen.
OG. a.D. zur See

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Michael-Kreuzberg 24.07.2010, 11:49
1551. Ehrpflicht ja oder nein

IWenn man die Wehrpflicht abschafft ist es wohl eher ein Akt der Ehrlichkeit.
Die Argumente der Befürworter sagen in erster vier Dinge aus:

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1.Die Berufsarmee ist nicht in der Bevölkerung verankert und wird zum eigenständigen unkontrollierbaren Machtapparat. Eine Berufsarmee wird sich der Staatlichen Kontrolle entziehen.

2.Im Krisenfall ist der Rückgriff auf Großteile der Bevölkerung zum Zwecke der Landesverteidigung nicht möglich.

3.Mit einer Berufsarmee wird Deutschland wieder schneller eigene Eroberungskriege beginnen, weil die Kontrolle der vielen Wehrpflichtigen fehlt.

4. Der so wichtige Zivildienst wird dann natürlich abgeschafft und es fallen viele wichtige und vor allem billige Arbeitskräfte in den Sozialen Einrichtungen weg.
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Zu 1 denke ich sollte man davon ausgehen dass es ja keine Söldnerarmee wird, die Soldaten ja eben auch aus der Bevölkerung stammen und rings um uns herum das Schreckgespenst Berufsarmee zu bestaunen ist. warum bekommen andere Länder das hin? Die Angst vor dem Bösen Deutschen ist wohl in den Köpfen der Befürworter besonders groß. Ich denke man kann uns Deutschen mittlerweile eine tief verwurzelte Friedfertigkeit zutrauen, zumindest jedenfalls so wie unseren europäischen Nachbaren.

2. Ich denke das Thema kann man getrost vergessen wenn nur noch die letzten dummen das Schicksal trifft für ein paar Monate den Dienst an der Waffe ableisten zu müssen. Die derzeitige Praxis der Wehrpflicht ist von Verlogenheit und Inkonsequenz angefüllt. Es kann doch niemand ernsthaft glauben dass damit noch wirklich ernsthaft etwas bewegt werden kann. Es geht zur Zeit doch nur um die Wahrung des Status Quo.

3. Durch die massive Einbindung der Bundeswehr auch einer freiwilligen Armee in der Bevölkerung und vor allem in die internationale Gemeinschaft werden die Jungs und Mädels wohl kaum ernsthaft zur Landeroberung nach Frankreich oder Polen einmarschieren.
Wichtig hierzu ist vor allem die Verankerung unserer Politiker in der Bevölkerung um sinnlose oder gesetzwidrige Einsätze zu verhindern.

4. Das Argument scheint ja das ehrlichste und wahrscheinlich treffendste zu sein. Aber wir sollten uns dann eher mal darüber Gedanken machen die Menschen korrekt zu bezahlen, freie Recourcen zu nutzen und nicht die Arbeitskräfte junger Pazifisten auszubeuten.

Zivildienst ist eine schöne interessante wertvolle und sinnbringende Tätigkeit, die auch dem Gemeinwohl viel bringt. Ist aber eben nicht auf der Basis der Freiwilligkeit.

Hat schon etwas mit Frohndiensten auf Zeit zu tun.
Da bringen die paar Euro Sold auch nichts.

Ich gehe mal davon aus dass keine 2% der Zivis den Dienst unter identischen Bedingungen auf rein freiwilliger Basis ableisten würden, ebenso steht es mit Sicherheit bei den Wehrpflichtigen.

Und dann ist eben auch noch die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, warum steht diese tolle Aufgabe nur auf dem Pflichtprogramm der Männer und nicht auf dem Programm der Frauen??

Gleichberechtigung ist keine Einbahnstrasse die nur in eine Richtung geht.

Also am Ende sollte wohl eher eine gut vom Parlament kontrollierte Freiwilligenarmee stehen, die dann mit den Dingen ausgestattet ist , die benötigt werden und damit bezahlbar ist.

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k4l 24.07.2010, 11:52
1552. kt

wozu die wehrpflicht? wollen wer ma wieder krieg fuehren?

viele meiner kommilitonen die die wehrpflicht abgeleistet haben, sagen dass es die groesste zeitverschwendung war. viele beschweren sich auch dass sie innerhalb der 9 monate komplett verbloedet sind...

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orion4713 24.07.2010, 11:54
1553. :-)

Zitat von mavoe
Wehrpflichtpraxis: Alkohol, Cannabis und Koks, Nebenbei noch Formulare 1348/2 in 8-facher Ausfertigung. Abundzu noch nächtliches Wacheschieben, da aber verkrümelt in die Werkstatt zum pennen. So wars bei uns bei der 1.ten 330. Nachschub. 1983/84. So, und jetzt? Was war da bzgl. "staatsbürgerlicher Erziehung"? Naja nen LKW-Führerschein hab ich noch abbekommen. lol.
Ohne Passierschein A38? Unglaublich!

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Pacolito 24.07.2010, 11:55
1554. Hmm...

Die derzeitige Jahrgangsstärke beträgt etwa 440.000 Personen. Davon leisten etwa 160.000 Wehr- oder Zivildienst.

Das ist eine himmmelschreiende Ungerechtigkeit. Wer eingezogen wird, ist hier der Gekniffene. Während er stupiden "Dienst" in einer vergammelten Kaserne schieben muss, gibt es zwei andere, die der Staat aus völlig willkürlichen Gründen nicht behelligt und die dadurch früher ins Berufsleben starten können.

Der Staat kann keine Wehrgerechtigkeit herstellen. Als Konsequent muss die Wehrpflicht abgeschafft werden. Die derzeitige Situation ist nicht hinnehmbar.

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max.flügelschmied 24.07.2010, 11:57
1555. Soldaten sind keine sehlischen Krüppel

Zitat von Rübezahl
Wer will denn die sehlisch gestörten Krüppel dann noch haben ?
Wer Soldat wird ist keine sehlicher Krüppel! Man kann über den Sinn und Unsinn von der BW trefflich streiten. Man sollte sich aber hüten Soldaten die ihren Dienst tun als Krüppel zu bezeichnen. Wir sollte als Bürger zu unseren Soldaten stehen. Wenn einem die Regierung nicht passt dann sollte man sie abwählen dazu gibt es Stimmzettel.

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KRabba 24.07.2010, 11:59
1556. Überbleibsel

Zitat von Steeve1981
Trotz vieler anderslautender Meinungen hier im Forum, die mit guten Argumenten begründet sind, halte ich eine Abschaffung der Wehrpflicht für absolut notwendig. ... Grüße Stefan
Trotz Zustimmung ist Reliquie nicht der richtige Ausdruck, da eine Reliquie religiöser Verehrung unterliegt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Reliquie

Oder doch? Von den Guttenberg-kritischen Landesfürsten wird die gute alte Wehrpflicht eben wohl doch als Reliqie verehrt.

Zu Unrecht, wie ich meine.

Doch braucht es für konkurrenzfähige Streitkräfte mindestens 250.000 Mann/Frau und eine hochmoderne Rüstungsindustrie, die ja vorhenden ist.

Für Deutschland, dass keine Überseegebiete (mehr) besitzt, sowie keine maritimen Wirtschaftszonen und keine Staaten als germanophile Einflusszonen, vor deren Küsten es sich nach Rohöl bohren lässt oder innerlandes nach Bodenschätzen geschürft wird, stellt sich eben die Sinnfrage für seine Streitkräfte.

Dabei ist es gar keine Frage, denn die erfolgreiche deutsche Rüstungsindustrie braucht einen eigenen Markt und den politischen Rückhalt, um zu überleben.
Ausserdem ist klar, dass uns unsere Bündnispartner und 'Freunde' nicht aus der Verantwortung für vielleicht kritisierbare Ziele gemeinsame Interessen entlassen, haben sie doch die westdeutschen Interessen im Kalten Krieg mit vertreten.

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archelys 24.07.2010, 12:00
1557. Propaganda ?

Zitat von Hovac
Die Wehrpflicht ist in ihrer jetzigen Anwendung schlicht mit einer Demokratie nicht vereinbar. Geschlechtergleichbehandlung mal aussen vor gelassen kann so eine willkürlich ausgewählte Zwangsarbeit nicht demokratisch sein...
Wie bitte?
"die willkürlich ausgewählte Zwangsarbeit" ist Inhalt unseres Grundgesetzes, wissen Sie das nicht?
Was bezwecken Sie mit Ihrer pseudodemokratischen Attacke?

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s12345 24.07.2010, 12:01
1558. Die größte Ungerechtigkeit unseres Landes

[QUOTE=haltetdendieb;5916811]"Unsere Bundeswehr ist eine Armee der Söhne und Töchter. Die Verankerung in der Bevölkerung ist ein hohes Gut", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht dem SPIEGEL.

Was fällt einer FRAU ein, sich für die Wehrpflicht auszusprechen?

Sie soll erstmal selbst Wehr-/Zivildienst leisten, bevor sie andere dazu verpflichtet!
Die Wehrpflicht ist nichts als ein einseitiger, geschlechtsspezifischer Zwangsdienst.
Wenn, dann für alle verbindlich. Am besten jedoch abschaffen und die Zivi-Plätze als FSJ anbieten.

Wehrdienstler braucht eh keiner mehr, die Zeiten in denen unsere NATO-Verbündeten über deutsche Grenzen marschiert sind, sind lange vorbei.

Kann ich mich da aufregen...

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Hans58 24.07.2010, 12:05
1559.

Zitat von promedico
Was meint die Frau, wenn Sie sagt: "Die BW ist eine Armee der Söhne und Töchter?"…..
Zitat von brunokoch
Das würde ich auch gerne wissen. Bisher ist noch keine einzige "Tochter" zum Wehrdienst eingezogen worden.
OT:
Die Bw besteht nicht nur aus GWDL/FWDL (männl. Geschlechts und herkömmlich Wehrpflichtige genannt).
Wehrdienst leisten nicht nur GWDL/FWDL, sondern auch SaZ/BS. (Definition „Wehrdienst“: http://bundesrecht.juris.de/sg/__1.html)

Und wenn Sie sich den Frauenanteil z.B. im Sanitätsdienst anschauen, ist der inzwischen in einigen Verwendungen bei über 30 % angekommen, teilweise bei 50 %.

Was ist also inhaltlich falsch an der Aussage, die Bw ist eine Armee der Söhne und Töchter?

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