Forum: Politik
Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?

Die Wahl des Bundespräsidenten wird zur Zeit heftig diskutiert. Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat vorgeschlagen das Amt des Bundespräsidenten auch vom Volk wählen zu lassen. Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?

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Der Pragmatist 27.06.2010, 01:17
130. Brilliante Idee

Zitat von sysop
Die Wahl des Bundespräsidenten wird zur Zeit heftig diskutiert. Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat vorgeschlagen das Amt des Bundespräsidenten auch vom Volk wählen zu lassen. Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?
Es waere ein sehr gute Idee und die Politiker wuerden dann aus der Wahl herausgehalten werden.

Pragmatist

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Annapurna 27.06.2010, 01:36
131.

Es ist doch eine Farce, dass in der Bundesversammlung genau das gleiche Parteigeklüngel vorherrschend ist, das auch sonst den Politikalltag bestimmt.

Ich bin der Meinung, dass der Präsident _nicht_ direkt gewählt werden sollte, denn angesichts des Politkverständnisses der meisten Deutschen sehe ich am Ende tatsächlich eine Lena blabla oder eine Margit K. als Staatsoberhaupt, weil die Sympathie eben stimmt.

Nein, die BVersammlung müsste umgestellt werden. Der kleine Anteil nicht parteilicher und freier Mitglieder (der ausgebaut und anders bestimmt werden müsste) könnte in solchen Abstimmungen entscheidend sein.

Denn im jetzigen Zustand ist das einfach keine Demokratie.
_Eine_ Partei bestimmt über alles. Wer wird Bundespräsident? Die CDU weiß es. Ach, ehm, nein, die Obermerkel. Die es mit geschickten Zügen tatsächlich schafft, all ihre Konkurrenten auszubooten. So langsam ... ach nein, schon länger, fühle ich mich wirklich ... verschaukelt. So ein Schmarrn.

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Eliza 27.06.2010, 02:48
132.

Zitat von Fiend
Richtig, so kams zuerst rüber. Aber er hat dann ja gesagt, dass das alles falsch verstanden wurde und dann präsisiert hat, dass Afghanistan nicht gemeint sei (was die Äußerung an sich trotzdem nicht besser macht). Aber trotzdem hat niemand einen Rücktritt gefordert oder ihn gar dazu gedrängt. Das hat er aus freien Stücken getan. Den genauen Grund bzw. die genauen Gründe kennen wir allerdings ja nicht. Er begründete es ja nur mit mangelnde REspekt vor dem Amt.
Ich finde die Deutschen in der Angelegenheit extrem unsensibel.

Es war vollkommen eindeutig, dass die Kübelei gegen Köhler deplatziert und unfair war. Die ging schon los, als noch keiner von den Küblern die Zeit gehabt haben konnte, überhaupt mal nachzufragen, wie die Aussagen wirklich gemeint waren. Dabei handelte es sich auch noch um ein Interview, das durchgeführt worden war, als alle in dem Flugzeug, Interviewer wie Interviewter, hundemüde waren und unter Jetlag litten. Und danach versuchte man Köhler, der sich auf dieser Reise nach besten Kräften für dies Land eingesetzt hatte, so quasi auf Grund eines falsch angebundenen Relativsatzes aufzuhängen und unmöglich zu machen.

Demokratie besteht aber nicht darin, dass alle über alles laut rumtönen, sondern sehr weitgehend in Regeln, Konsens und Form. Die demokratische Umgangsform ist bei dieser ganzen Kübelei mit Füßen getreten worden. Natürlich auch ohne Rücksicht darauf, dass dabei auch der Respekt für das Amt Köhlers über Bord ging. Das, was da vorgebracht wurde, war nämlich nicht bloß Kritik sondern Rufmord: Es wurde ja ständig unterstellt, Köhler sei das Grundgesetz gleichgültig, das er doch hauptamtlich zu beschützen hat!

Dass Köhler dieses Amt daraufhin aufgegeben hat, hätte die Leute doch mal aufhorchen und ihre Formen überdenken lassen dürfen. Ein hinreichender Rücktrittsgrund war der plötzlich allenthalben aufscheinende durch nichts gerechtfertigte Rufmord allemal.

Aber nein. Statt in sich zu gehen mokieren sich die Kübler und Rufmörder über den Zurückgetretenen nach wie vor. Diese undurchdringliche Dickfelligkeit lässt für die Zukunft der deutschen Demokratie nichts Gutes ahnen.

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jackweil 27.06.2010, 03:05
133. Ja, sollte er

Zitat von sysop
Die Wahl des Bundespräsidenten wird zur Zeit heftig diskutiert. Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat vorgeschlagen das Amt des Bundespräsidenten auch vom Volk wählen zu lassen. Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?
sonst ist dieses Amt doch völlig überflüssig. Nur weil unsere Vorfahren einen Adolf Hitler gewählt haben, traut man uns jetzt nicht zu einen Präsidenten zu wählen, der sich an das Grundgesetz hält. Der jetzige Wahlmodus ist doch nur blanke Arschkriecherei gegenüber den ehemaligen Besatzungsmächten und für unsere Regierenden so bequem. Solange dieses Amt einfach nur von der Regierung bestimmt wird, ist es für mich völlig wertlos und sollte in der jetzigen Form abgeschafft werden.

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flowpower22 27.06.2010, 05:54
134.

Zitat von hhhhhhhhhhhh
Wann wurde Kaiser Wilhelm II. denn direkt gewählt?
Nicht gut formuliert von mir, sorry. Also once again!

Für Staatsbesuche allerhöchsten Ranges benötigt die Bundesrepublik einen Rahmen, der den internationalen protokollarischen Standards entspricht. Es zeugt von diplomatischer und politischer Klugheit diesen zu entsprechen. Diese Protokolle sind Hofprotokolle oder diesen entlehnt und entstammen der Monarchie.

Die Deutschen sind ihrer Monarchie verlustig gegangen und das ist auch gut so.

Die Gründerväter der Republik haben das Amt des Bundespräsidenten erschaffen. Dieser muss mindestens 40 Jahre alt sein und von untadeligem Leumund. Ausserdem sollte dieser NICHT in das politische "Geschäft" involviert sein, sondern als Integrationsfigur ALLER Deutscher fungieren.

Würde der Präsident vom Volke direkt gewählt, so verlöre sein präsidialer(monarchischer) Nimbus an Strahlkraft, oder ginge ganz verloren.

Ausserdem müssten/sollten/könnten die Deutschen von ihm eine Einmischung in das politische Geschäft fordern, denn man ist ja nicht umsonst zur Wahl geeiert.

Jüngst konnten wir erleben, wie unser ErsatzKönig ziemlich schnell vom Sockel gestossen wurde, als er nur ein paar Fragen an Soldaten zu ihrem Afghanistan-Einsatz stellte.

Also lassen wir ihn dort, wo er ist und überfordern wir ihn nicht mit Ansprüchen, die er nicht leisten kann und nicht leisten können sollte.

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dr_tone 27.06.2010, 07:59
135. Ohne Übertragung von Macht wird die Wahl zur Pflicht

Zitat von sysop
(...) Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?
Die Frage ist klar und meine Antwort auch: Nein, der Bundespräsident sollte nicht vom Volk gewählt werden.

Warum auch? Solange der Präsident keine wirkliche Macht ausüben kann, wäre eine solche Übung kein Recht, sondern eine Pflicht.

Nicht allein, dass es eine Gängelung wäre, jetzt auch noch diese Pflicht der Regierung zu übernehmen. Ich finde es lästig, plötzlich eine Meinung über Personen haben zu müssen, von denen ich im Grunde nichts weiss.

Was wusste man denn über Horst Köhler, bevor er Bundespräsident wurde? Nix. Höchstens, dass er bei der CDU und beim IWF war. Daraus eine Meinung stricken? Wenn ich aus derart wenig Material einen Pullover stricken wollte, würde der höchstens eine Masche haben.

Die Masche wäre mir, pardon, dann doch zu blöd. Das sollen die Politiker schön unter sich auskungeln. Machen sie doch sonst auch.

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Sapientia 27.06.2010, 08:06
136. Thüringens Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow

Zitat von sysop
Die Wahl des Bundespräsidenten wird zur Zeit heftig diskutiert. Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat vorgeschlagen das Amt des Bundespräsidenten auch vom Volk wählen zu lassen. Sollte der Präsident vom Volk direkt gewählt werden?
Sicher benötigt Deutschland momentan mehr denn je eine kräftige und überzeugende Linke.

Aber Die Linke, die wir hierzulande haben, darf man keinesfalls ernst nehmen; sämtliche Publikationen der Gegenwart lassen erkennen, daß das ein frustrierter Haufen ohne Augenmaß ist, der sich wie ein entrechteter Kleingarten-Verein verhält.

Schade, daß es keine Partei mehr gibt, die man noch wählen kann.

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camillotorres 27.06.2010, 08:10
137.

Zitat von bauern-cop
Ach, dann hat das prominete Mitglied der Partei Die LINKE, Bodo Ramelow, sich von "internationalen Großkonzerne und Banken" diktieren lassen, sich höchst undemokratisch und strafbar zu verhalten ??
Die Linke wird nicht geschmiert, darum muss sie sich nichts von Konzernen diktieren lassen. Müßte doch auch für sie nachvollziehbar sein, dass nur die in der Pflicht stehen, die bezahlt werden. Übrigens, für mich sind nur Parteien glaubwürdig, die sich nicht schmieren lassen, weil sie dadurch ihre Unabhängigkeit erhalten.

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settembrini. 27.06.2010, 08:52
138.

Zitat von Eliza
Ich finde die Deutschen in der Angelegenheit extrem unsensibel. Es war vollkommen eindeutig, dass die Kübelei gegen Köhler deplatziert und unfair war. Die ging schon los, als noch keiner von den Küblern die Zeit gehabt haben konnte, überhaupt mal nachzufragen, wie die Aussagen wirklich gemeint waren. Dabei handelte es sich auch noch um ein Interview, das durchgeführt worden war, als alle in dem Flugzeug, Interviewer wie Interviewter, hundemüde waren und unter Jetlag litten. Und danach versuchte man Köhler, der sich auf dieser Reise nach besten Kräften für dies Land eingesetzt hatte, so quasi auf Grund eines falsch angebundenen Relativsatzes aufzuhängen und unmöglich zu machen. Demokratie besteht aber nicht darin, dass alle über alles laut rumtönen, sondern sehr weitgehend in Regeln, Konsens und Form. Die demokratische Umgangsform ist bei dieser ganzen Kübelei mit Füßen getreten worden. Natürlich auch ohne Rücksicht darauf, dass dabei auch der Respekt für das Amt Köhlers über Bord ging. Das, was da vorgebracht wurde, war nämlich nicht bloß Kritik sondern Rufmord: Es wurde ja ständig unterstellt, Köhler sei das Grundgesetz gleichgültig, das er doch hauptamtlich zu beschützen hat! Dass Köhler dieses Amt daraufhin aufgegeben hat, hätte die Leute doch mal aufhorchen und ihre Formen überdenken lassen dürfen. Ein hinreichender Rücktrittsgrund war der plötzlich allenthalben aufscheinende durch nichts gerechtfertigte Rufmord allemal. Aber nein. Statt in sich zu gehen mokieren sich die Kübler und Rufmörder über den Zurückgetretenen nach wie vor. Diese undurchdringliche Dickfelligkeit lässt für die Zukunft der deutschen Demokratie nichts Gutes ahnen.
Es ist wohl eine besondere Eigentümlichkeit unserer Gesellschaft, in der eine offensichtlich unterentwickelte Schamkultur dazu führt, jederzeit öffentlich Kritik üben zu dürfen, ohne sich selbst dafür rechtfertigen zu müssen.
Statt dessen stürzt sich "die Meute" auf den/die Kritisierte. Im Zweifel hat sich der Kritiker nur geirrt, es trifft ihn aber keine Schuld, war er doch nur aufmerksam.
In unserer Schuldkultur ist eben das Abweisen der Schuld von besonderer Bedeutung und wird auf Biegen und Brechen betrieben. Gerade im Bereich Politik werden uns Beispiele dieser Art, täglich geboten. Beschämt zeigt sich da niemand und wer sich erbarmt gilt als Weichei.
Hier am Beispiel Horst Köhler ist das Verhältnis, harsche Kritik gegen Inschutznahme, geschätzt 20:1 und demonstriert einmal mehr, wie "verführbar" wir doch nach wie vor zu sein scheinen.
Danke für Ihren Beitrag

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abita 27.06.2010, 09:05
139. ..

Zitat von andree_nalin
Eine einzige große Schlagzeile in der Bild-Zeitung könnte den Ausschlag geben - allein diese Vorstellung lässt mich zutiefst erschaudern.
Was denken Sie, wieviel gewählte Parlamentsabgeordnete von den Aussagen eben jener Zeitung in ihren Entscheidungen beeinflusst werden ?

Ich fürchte mehr, als wir wissen.

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