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Sorge um Krisenland: Soll Deutschland der Türkei helfen oder nicht?
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Der türkischen Wirtschaft droht der Kollaps. Das hätte Folgen weit über die Türkei hinaus. In dem Land regiert Präsident Erdogan wie ein Autokrat. Wie sollte Deutschland reagieren?

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theodtiger 15.08.2018, 12:04
90. Differenzieren

Zitat von frank-one-up
...Deutschland erlässt Zölle gegenüber der Türkei, verbietet den Türkeiürlaub für Deutsche - nur kurz - wie Putin das damals gemacht hat. Ich halte jede Wette: Alle inhaftierten Deutschen kommen frei. Trump setzt sich für US Bürger ein. Gegen den Pastor liegt noch nicht einmal eine fundierte Anklageschrift vor, von Zeugen ganz zu schweigen. Die Türkei lässt noch nicht mal Abgeordnete nach Incirlik. Anstatt Härte zu zeigen wird die Einheit verlegt. Das nennt man Diplomatie, also sozialverstehergequatsche. Als es um Yücel ging waren die Zeitungen voll. Wer hört jetzt etwas? Ach, hatte es ganz vergessen: D zahlt ja den Türken 3 Mrd. € damit keine Flüchtlinge kommen. Was ein armes D
Erstens, Erdogan hat die wirtschaftlichen Schwierigkeiten selbst geschaffen, insbesondere durch Wirtschaftsboom auf Pump, wofür er von seinen Unterstützern - auch in der türkischen Parallelgesellschaft in Deutschland - bejubelt wurde. Hinzu kommt das Verschrecken von Investoren durch Willkür und Abbau von Rechtstaatlichkeit in der Türkei. Erdogan gehört entzaubert und sein Regime sollte nicht durch Hilfen unterstützt werden. Zweitens und klar davon zu trennen, sind Hilfen, die Flüchtlingen aus Syrien zugute kommen, wovon es deutlich mehr als eine Millionen in der Türkei gibt. Dafür zahlen die EU und ihre Mitgliedstaaten (nicht nur Deutschland) 3 Mrd. Euro und das ist sehr gut angelegtes Geld. Denn bei den jetzigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Erdogans kann man sich vorstellen, was ohne dieses zweckgebundene und kontrollierte Geld für die Flüchtlinge mit diesen passieren würde: Absturz ins Elend oder Vertreibung Richtung Syrien oder Richtung Griechenland. Nichts von dem können wir wollen. Ansonsten sollte der obige Forist auch mal darüber nachdenken was rechtlich möglich ist. Wir haben eine weitgehende Zollunion mit der Türkei, also nichts mit Zöllen; Verbot von Reisen in bestimmte Länder wäre erst mal auch verfassungswidrig; zu Konsequenzen hinsichtlich an den Verhältnissen in der Türkei unschuldiger Flüchtlinge, siehe oben.

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flaneur1962 15.08.2018, 12:09
91. Erdogan nicht unterstützen

Die EU und Deutschland sollten die Türkei nicht unterstützen, solange Erdogan Präsident und seine Clique an der Macht ist. Dieser Mann kann kein vernünftiger Partner für Europa sein und das sollte man ihm, wenn er Ende September denn schon in Deutschland auftauchen muss, auch ganz klar machen. Keine Geschenke.
Für eine Zeit nach Erdogan kann man über alles reden. Das sollte man den Türken auch signalisieren. Einmischung "inneren Angelegenheiten" der Türkei ? - Dafür sollten doch gerade Erdogan und seine Anhänger (mal sehen, wie viele es davon in sechs Monaten noch gibt) Verständnis haben.

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nic 15.08.2018, 12:09
92. Wie sollte Deutschland reagieren?

Auf keinen Fall finanziell. Wenn die deutsche Regierung damit jetzt auch außerhalb der EU anfängt, dürfte das wohl ein Fass ohne Boden sein.

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and777 15.08.2018, 12:11
93. Wen man den Menschen in der Türkei wirklich helfen will...

...dann darf man der Türkei kurzfristig nicht helfen. Nur so kann Demokratie zurückkehren. Dennoch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Merkel nicht auch dieses Thema aufweicht...

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nic 15.08.2018, 12:13
94.

Zitat von The Restless
Man sollte der Türkei nicht direkt helfen (und somit Erdogan stärken), jedoch gemeinsam mit anderen europäischen Partnern, sowie mit Russland und China, den Druck auf die USA erhöhen. Damit hilft man der Türkei indirekt, sowie allen anderen, die von Trump erpresst werden. Vor allem einfach mal einen weiten Bogen um den Dollar machen und im internationalen Handel mehr auf andere Währungen setzen, das würde schmerzen ...
Die Türkei hat seit längerem wirtschaftliche Probleme. Die Fehler Erdogans Trump anzuhängen ist doch Unsinn. Trump macht lediglich was auch z.B. Merkel machen sollte: dafür Sorgen, dass Erdogan geht. Aber sie macht das Gegenteil und stützt den Autokraten Erdogan.

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spon_4_me 15.08.2018, 12:14
95. Spontane Reaktion:

Nö, wie man sich bettet usw. Aber selbst wenn ich mir die - typisch deutsche, aber was kann ich tun? - Schadenfreude verkneife und die Erörterungen der diversen Politiker über "man sollte der Türkei helfen, wenn und falls..." lese, frage ich mich: Wie wollen wir denen helfen? Den Stahl brauchen wir nicht. Zwangsurlaub in Antalya? Solidaritätsumlage für Deutsch-Türken? Aber im Ernst: Die Märkte wetten auf eine weitere Abwertung der Lira, da eine Zinserhöhung nicht in Frage zu kommen scheint. Soll die Bundesbank Stützungskäufe vornehmen? Das würde ich schon gerne wissen, bevor ich mir eine Meinung zum ob und wie der Hilfe bilde.

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Onkel Hotte 15.08.2018, 12:15
96. Erdogan ist nicht zu helfen

Erdogan folgt seiner eigenen Agenda, losgelöst von den elementarsten Regeln der Volkswirtschaft. So lehnt er bspw. eine Zinserhöhung entschieden hat. Außerdem sind ja sowieso das böse Ausland und die bösen Finanzmärkte schuld an der wirtschaftlichen Entwicklung. Da Erdogan, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung angeht, zu keiner Einsicht fähig ist, besteht Grund zu der Annahme dass er Teil des Problems ist. Wenn die EU oder Deutschland ihm finanziell unter die Arme greifen sollten, wäre dies wieder so ein Fall wo der gesunde Menschenverstand des politisch interessierten Beobachters nicht weiterhilft dies in sein Weltbild einzuordnen.

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Tyler85 15.08.2018, 12:18
97. Nope.

Allein schon die Fragestellung zeugt von der Rückgratlosigkeit der deutschen Politik und Medien.
Wie sollte Deutschland reagieren? Gar nicht. Abwarten und Tee trinken, bis Erdogan und auch das Prinzip dahinter sich verabschiedet haben. Dann kann man ggf. reden. Ich glaube mittlerweile, die deutsche Regierung und Medien sind nicht mehr in der Lage, Politik für Deutschland zu machen. Es wäre besser, hier auf die dt. Bevölkerung zu hören.

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bernie86 15.08.2018, 12:18
98. Er will es ja nicht

Wenn Erdogan sich selbst nicht helfen lassen will, weil er um seine Macht fürchtet, müssen wir uns auch nicht mit der Frage beschäftigen, ob und wie man helfen darf.
Das artet nur wieder in Bashing aus, wenn das nachvollziehbare "NEIN" begründet wird oder in Relativierung, wenn ein fauler Kompromiss, ein "JA, ABER..." gesucht wird.

Stellen wir doch die Frage, wem der europäische Steuerzahler wirklich helfen würde - in der Griechenlandkrise sind gerade in den ersten Jahren knapp 80 Cent jeden Euros in die europäischen Banken gewandert (Schuldentilgung), vom Schuldenschnitt waren überwiegend private Anleger betroffen.
Wenn also eine "Hilfe des strauchelnden Partners" wieder nur eine Verstaatlichung fauler Anleihen ist (um diese zu vermeiden zahlen viele Banken auch bei Verlust viele Millionen an Prämien für die schlauen Investmentbänker und Risikoanalysten), dann ist meine Antwort erst recht "NEIN" - allerdings sollte die Frage dann auch ehrlicherweise lauten "Sollen die europäischen Steuerzahler die Engagements europäischer Banken in der Türkei durch Sicherheiten und Subventionen sichern?"

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AmyYma 15.08.2018, 12:19
99. Wieso helfen?

Die türlische Währung wird abgewertet. Dadurch sinken die Lohnkosten für Güter, die in den Export gehen. Kurz gesagt: Die Türkei verbessert massiv ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das funktioniert in Griechenland doch auch wunderbar.
Mein Gott: Ja! Den Menschen geht es dadurch schlechter. Teilweise viel schlechter. Katastrophale Armut und so. Was soll's! Wir haben WM (Weltweite Marktwirtschaft). Da geht es nicht um Menschen. Da geht es um den ach so labilen Markt und das scheue Reh mit Namen Kapital. Das sind die Sorgenkinder...

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