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South-Stream-Leitung gestoppt: Russland düpiert, Türkei profitiert
Reuters/Ria Novosti

Mit dem Stopp der South-Stream-Pipeline trifft Brüssel den Kreml hart. Moskau wollte durch die Megaleitung seinen Einfluss in Südeuropa zementieren - und muss nun umdenken. Profiteur des Debakels: die Türkei

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twocent 02.12.2014, 16:47
80.

Es ist ein Sieg für die EU, weil sie nun das Gas, das sie wollte, nicht mehr oder nur verteuert bekommt? Kann man das so zusammenfassen?

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ka117 02.12.2014, 16:48
81.

Zitat von pv51
Wir reden ja immer so gerne vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, das scheint im Falle Bulgarien etwas anders gewesen zu sein: "und der bulgarischen Regierung, die sich dem Druck aus Brüssel gebeugt".
Nein, "im Falle Bulgarien" "scheint" es nicht "etwas anders" zu sein. Die Überzeugungsarbeit und der Druck gehört auch zur Partnerschaft. Sofia hat diesmal nachgegeben aber nicht aus Angst vor den NATO-Panzern.

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DönerMan 02.12.2014, 16:48
82. Was hat das mit der Türkei zu tun?

Zitat von tdse13
Das ist aber schön: NATO Mitglied Türkei als Krisengewinner Wann beenden wir endlich die Gespräche zu einer EU Mitgliedschaft der Türkei? Die Türkei schert sich um nichts: Menschenrechte, Verfassung, Gesetze, Unabhängigkeit der Justiz, (NATO) Partner, etc. Irgendwann muß endlich für die EU Schluss sein.
Ich verstehe nicht ganz, was das mit der Türkei zu tun hat. Die Türkei war in den letzten Jahrzehnten der Vasall der Nato und der EU. Die Türkei hatte kaum Handelsbeziehungen zu ihren eigenen Nachbarn, weil diese als "Böse" gebranntmarkt waren, während wir und Frankreich beispielsweise mehr Handel mit dem Iran betrieben, als der Nachbar Türkei. Die Kriege im Nahen Osten, die die USA und die EU mitgetragen haben, kosteten der Türkei Milliarden.

Was bekommt die Türkei dafür? Eine "Beitrittsperspektive mit offenem Ende". Na wenn das nichts Wert ist :)
Die Türkei ist und war weitaus demokratischer als so manches ehemaliges Ostblock-Land, das der EU beigetreten ist.
Ich finde es bedauerlich, dass die EU und vor allem wir zunehmend zu Mitteln greifen, die man sonst nur von den USA, China und Russland gewohnt ist: Kannst du etwas nicht haben, dann soll es der andere auch nicht haben. Die Ukraine ist einem Machtspiel zum Opfer gefallen und in der EU oder in Russland interessiert man sich für den Ukrainer recht wenig. So traurig es ist.
Weil die Türkei nicht mehr der alte Vasall ist, der zu allem "Ja" und "Amen" sagt, wird sie ebenfalls "böse". Würde mich nicht wundern, wenn sie bald schon zum Schurkenstaat erklärt werden würde. Sie instabil zu machen, dass wird schon seit ein paar Jahren versucht. Man wünscht sich den "kranken Mann am Bosporus her", der scheinbar viel Antibiotikum intus hat.

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Listkaefer 02.12.2014, 16:48
83. Ja, Herr Präsident Putin, ...

... das unselige Denken in Einflusszonen - wie im 19. Jahrhunert - das mit der Europäischen Friedensordnung lange Zeit als überwunden galt, haben Sie mit Ihren Ukraine-Abenteuern, mit Abchasien, Transnistrien, Georgien ... wieder zu Ihrer Politik erhoben. Das bleibt seitens der EU nicht unbeantwortet. Deshalb nun Southstream. Schade für Ihr Land und seine zu Europa gehörende Bevölkerung! Mit Ihrer nationalistisch geprägten Großmachtpolitik kommen Sie zu Recht nicht zu Erfolgen, nur zu weiterer Isolation. Ich wünsche Ihnen einen bald eintretenden Lernprozess.

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Greed 02.12.2014, 16:48
84.

Zitat von nutella67
doch wohl eher die Konfrontationspolitik der EU/USA.... Russland wird sein Gas und die anderen Bodenschätze mit Leichtigkeit auch woanders "los". Wo bitteschön sind die bezahlbaren und nachhaltigen Alternativen für Europa? Das Fracking-Gas kann es ja wohl nicht sein.
Russland liefert derzeit Gas, dafür wird es gut bezahlt und es muss auch keiner "frieren" (Ein Begriff mit dem hier immer wieder Angst geschürt wird). Es ist ja nicht so als ob dies die erste oder einzige Pipeline ist. Southstream sollte die Ukraine umgehen und nicht plötzlich die gesamte Versorgung Europas übernehmen.
Auch andere Staaten mit Rohstoffen hätten gerne Zugang zum europäischem Markt (z.B. Aserbaidschan).

Gasfelder stellt man übrigens nicht plötzlich ab oder verlegt sie nach Belieben. Es werden keine Pipelines von westlichen Feldern quer durch Russland gebaut um China zu beliefern, dafür nimmt man die Vorkommen im Osten (und hier freut sich China darüber das sie nun einen schwachen Lieferanten haben). Was nicht gespeichert oder verkauft werden kann ist wertlos und löst sich wortwörtlich in Luft auf.
Es ist vollkommen richtig die Abhängigkeit von einem Lieferanten nicht noch dadurch zu verstärken das man NOCH mehr Gas von ihm kauft und ihm dazu die Mehrheitsanteile an den Pipelines gibt.

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markus.scott.94 02.12.2014, 16:49
85.

Zitat von omop
Anstatt durch den Bau der South-Stream-Leitung die Zusammenarbeit mit Russland voranzutreiben,verhält sich die EU hier wie ein beleidigtes, jährzorniges Kind, das nicht seinen Willen bekommt.. an Dummheit und Kurzsichtigkeit ist diese Politik nicht mehr zu überbieten.
Wenn Ihnen die Werte Europas nicht passen dann setzen Sie sich einfach in das nächste Flugzeug - keine wird gezwungen hier zu leben!

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hirlix 02.12.2014, 16:50
86.

Bei Erdogan und Putin haben sich ja auch zwei lupenreine Demokraten gesucht und gefunden...

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Kurt2.1 02.12.2014, 16:50
87. #15

Zitat von sunrise560
Die unter Schröder eingeleitete hohe Abhängigkeit von Russland bei der Gasversorgung war und ist unverantwortlich! Jetzt sind Fakten geschaffen. Putin hat sein (!) Vertrauen verspielt. Selbst, wenn andere Lieferanten höhere Preise verlangen - das ist nun mal der Preis dafür, ein Stück mehr unabhängig zu sein vom russischen Säbelrassler. Beruhigend.
Schröder ging den richtigen Weg. Niemand konnte ahnen, dass sich Putin als eine derartige Lusche erweist.

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mundi 02.12.2014, 16:51
88. Merkel gefragt

Zitat von omop
Anstatt durch den Bau der South-Stream-Leitung die Zusammenarbeit mit Russland voranzutreiben,verhält sich die EU hier wie ein beleidigtes, jährzorniges Kind, das nicht seinen Willen bekommt.. an Dummheit und Kurzsichtigkeit ist diese Politik nicht mehr zu überbieten.
Warum verhindert unsere Kanzlerin nicht die sinnlosen Sanktionen, die auch uns selber schaden.
Hat sie doch geschworen „,,meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden,...“

Mit der Aussage: „Deutschland hat in 2 Weltkriegen unendliches Leid über die russischen Menschen gebracht. Deshalb wird sich Deutschland an keinen Aktionen mehr beteiligen, die den Menschen in Russland schaden könnten“.
Diese Aussage wäre ehrenwert und für die ganze Welt verständlich.

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geht-es-noch 02.12.2014, 16:51
89. Folge der Wirtschafts-Krise

Das Ende von South Stream ist vermutlich keine politische Volte von Putin, sondern die Folge einer sich verschärfenden Wirtschafts-Krise in Europa. Der Gas-Import nach Europa geht wegen der rückläufigen wirtschaftlichen Aktivitäten zurück. Die Russen können sich kein finanzielles Abenteuer leisten. Europäische Unternehmen müssen wegen des Endes der Pipeline mit Verlusten treffen. Putin hat Bulgarien aufgefordert, sich den entstandenen Schaden bei der EU-Kommission zurückzuholen.

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