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Sozialdemokratie in der Krise: Faymann, Gabriel, Hollande - der Niedergang der Genoss
DPA

Europas Sozialdemokratie belügt und betrauert sich nur noch selbst. Zum Überleben bräuchte sie neue Personen mit klaren Konzepten. Hat sie aber nicht.

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MephistoX 10.05.2016, 17:31
150. Tja, ..

Zitat von margei
Ich wage zu behaupten Lafontaine ist nicht nach links abgewandert sonder nur seinen Überzeugungen treu geblieben, sprich Sozialdemokrat im Sinne von Willy Brandt.
... man kann das auch völlig anders sehen:

Lafontaine hat mit seinem beleidigten Nacht-und-Nebel-Abgang den linken Flügel der SPD damals schändlich im Regen stehen lassen und wollte sich aus Eitelkeit und gekränktem Stolz lieber ne neue politische Heimat suchen, statt in der SPD dem unsäglichen neo"liberalen" Zeitgeist ne Kampfansage zu machen.

Er hat den bequemeren und für sein Ego befriedigenderen, da spektakuläreren Weg gesucht - man könnte das ja durchaus gutheißen, wenn denn DIE LINKE im Bund politisch wenigstens was reißen könnte und würde, statt bequem in der Fundamentalopposition verharren zu wollen.

Ich behaupte, Lafontaine hätte der Sozialdemokratie nen größeren Dienst erwiesen, wenn er mit dem linken Flügel den Rechtsruck der SPD bekämpft hätte - aber dazu war sich der Herr offensichtlich zu fein.

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amuseemanc 10.05.2016, 17:33
151.

Zitat von rennfuchs
muss ich leider der Richtigkeit der Analyse zustimmen. Hinzu kommt aber noch ein weiterer Faktor. Unter wesentlichem Anteil der SPD wurde die Rentenkasse zugunsten einer eh schon privilegierten Klientel zu Lasten der jüngeren Generationen geplündert. Die haben das zwar noch nicht richtig gemerkt, dass sie die Party bezahlen müssen. Perspektivisch wird das die jüngeren aber nicht für die SPD einnehmen. Solidarität sieht nämlich anders aus.
Fragt sich schon, wen Sie da meinen.

Die meisten der Generation Babyboomer jedenfalls haben eh nur noch die Grundsicherung zu erwarten und das heißt, mit ach und krach Hartz IV Niveau.

Aber gut, dass die Beamten bei all dem geschont wurden.

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garfield 10.05.2016, 17:34
152.

Zitat von sysop
Das hat interne wie externe Gründe.
Hut ab, ein ganzer Artikel über die Ursachen des Niedergangs der sogenannten "Sozialdemokraten" - und die eigentlichen "internen Gründe" kommen gar nicht vor.
Zitat von sysop
So schrumpft das klassisch-sozialdemokratische Wählerpotenzial, die "Arbeiterklasse" stirbt aus. Die "sicheren" Stimmbezirke - ob in den Bergbausiedlungen des Ruhrgebiets, in den englischen Kohlerevieren, in der "roten Toskana", in den Industriezentren Spaniens - gibt es nicht mehr.
Genau, denn sozialdemokratisch wählen nur Bergbau-Kumpel und in dreckigen Fabriken malochende Arbeiter.
Dann ersetze "Arbeiterklasse" mit "kleinem Mann" - und Du musst Dir eine neue Erklärung für die "aussterbende Arbeiterklasse" einfallen lassen.
Dann müssen also nach dieser Erklärung des Autors in Griechenland, als die PASOK abstürzte, 70 Prozent der "Arbeiterklassen-Jobs" schlagartig in einem schwarzen Loch verschwunden sein, oder?
Aber vielleicht ist ja nicht die Arbeiterklasse (oder sagen wir: das Klientel der Sozialdemokraten) ausgestorben, sondern die sPD hat sich eine neue Klientel gesucht - und zwar streitet sie sich mit der Union darum, eine Gruppe zu bedienen, die sie dem Wahlvolk als "Mitte" verkaufen. Nur kann es kaum die Mitte sein, denn die profitiert genau so wenig von beider Politik, wie die "Arbeiterklasse".
Erst recht lustig wird es, weil diese angebliche "Mitte", der man doch hinterher jagt, genau durch diese Politik immer kleiner wird.
Zitat von sysop
In Deutschland Willy Brandt, Helmut Schmidt - und auch Gerhard Schröder gehört dazu.
Ach, jetzt verstehe ich, warum die "internen Gründe" für den Niedergang der sPD beim Autor nicht vorkamen. Wer Schröder in einen Satz mit Willy Brandt stellt, der hat diese Gründe gar nicht auf dem Schirm. Denn so ein Satz tut nur noch weh. Schade, dass sich Willy nicht mehr wehren kann.

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DorianH 10.05.2016, 17:35
153.

Nö, Gerhard Schröder gehört nicht dazu.
Denn er war der erste, für den die ursprüngliche Klientel nicht mehr maßgeblich war.

"Genosse der Bosse", schon vergessen?

Mit ihm begann der Niedergang.

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HolgerS 10.05.2016, 17:35
154. was vergessen?

"Karl Marx hat auch dort Grundlegendes hinterlassen. Und als man etwas anderes gesucht hat, gab es nur leicht marktgängige Floskeln mit kurzer Halbwertzeit. "

Nicht ausser Acht lassen sollte man, dass alle diese "sozialistischen" Staaten "irhen" weg auch mit Gefängniss, Stachdraht und auch mit Panzern durchgesetzt haben. Und als sie dazu nicht mehr bereit waren - zum Glück - sind sie zusammengebrochen.

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Gudrun3 10.05.2016, 17:35
155. Nie wieder SPD

Hartz4-Unterdrückungssystem, Leiharbeit, Niedriglohn, unsichere Jobs, teurer Strom, teure Mieten etc., usw. und sofort. Quasi-Entrechtung der Nicht-Wohlhabenden.
Vor solchen inzwischen gemeingefährlichen Parteien wie SPD und Grüne
kann man nur noch warnen.

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Malto Cortese 10.05.2016, 17:36
156.

"Es braucht zeit- und problemgemäße Antworten. Und es braucht Personen, denen man sie abnimmt [...] - und auch Gerhard Schröder gehört dazu."

Gerhard Schröder hat den Untergang der Sozialdemokratie eingeleitet. Hätte es ihn nicht gegeben, die Union hätte ihn erfinden müssen. Selten so herzlich gelacht.

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Here Fido 10.05.2016, 17:38
157.

Zitat von Brass
Ich finde dieses mittlerweile Mainstream SPD Bashing nur noch nervend und langweilig. Dass der Spiegel ebenfalls in diesem Mainstream schwimmt, ist enttäuschend.
Sie mögen Kritik an der Sozialdemokratie nicht hören und bezeichnen Sie daher in diffamierender Weise als Mainstream? Wie billig.

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garfield 10.05.2016, 17:39
158.

Zitat von Pfaffenwinkel
Die Sozialdemokraten waren stets "meine" Partei, meine politische Heimat. Derzeit ist sie nicht mehr wählbar und mir fehlt eine alternative Partei. Es ist zum Heulen.
Wieso, wählen Sie doch einfach die Partei, wo sich heute Sozialdemokraten befinden und die sozialdemokratische Positionen vertritt. Dass Sie die in der sPD nicht mehr finden, haben Sie ja schon erkannt. Jetzt fehlt nur noch der konsequente zweite Schritt. Nur Mut!

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friedrich_eckard 10.05.2016, 17:39
159.

Zitat von MephistoX
... Und DIE LINKE steckt ebenfalls in der Krise, bereits von 2009 auf 2013 fast 30% in der Wählergunst eingebüßt, und keinerlei Besserung in Sicht - obwohl man eigentlich annehmen sollte, dass doch insbesondere DIE LINKE vom vermeintlichen "Niedergang" der SPD profitieren können müsste - aber auch da: Fehlanzeige !
Na gut, Krise... vom Ausreisser Sachsen-Anhalt abgesehen hält sich die LINKE in Umfragen und Wahlergebnissen jedenfalls konstant - negativ ausgedrückt: sie stagniert -, und in Thüringen, Hamburg und Bremen gab es auch durchaus Ausreisser nach oben, bei gleichzeitigem Einzug der Alternative für Dösbaddelz in die jeweiligen Parlamente. Ich bin mit dieser Situation keineswegs zufrieden, aber schlechter als sie ist muss man sie auch nicht reden.

Deswegen haben Sie aber doch nicht ganz Unrecht. In Griechenland sind die vormaligen PASOK-Wähler zu Syriza gegangen, in Spanien die vormaligen PSOE-Wähler zu PODEMOS, in Irland die vormaligen Wähler von Irish Labour zu Sinn Fein und nach noch weiter links zur PBPA, aber hierzulande... die Frage, ob die LINKE etwas falsch macht und ggf. was, ist ja berechtigt. Ich kann sie nicht überzeugend beantworten. Sicher wäre der LINKEN, die ja sonst an guten Köpfen nicht Mangel leidet, ein Propagandagenie vom Range eines Willi Münzenberg zu wünschen, sicher spielt es eine Rolle, dass sie einen kompakten marktkonformen Medienblock gegen sich hat, Figuren mit Volkstribunenqualitäten wie Tsipras und Iglesias sind ihre unzweifelhaft befähigten Frontleute auch nicht, wobei sich ja fragt, ob dieser Politikertypus in unsern kühlen nordischen Breiten überhaupt gedeiht und nicht vielleicht nur dort, wo auch Oliven wachsen... das sind alles Teilaspekte. Warum aber hierzulande, sobald das Klima etwas rauher wird, die Tendenz grundsätzlich immer nach rechts geht - ich weiss es nicht, ich kann es nicht erklären, aber das Faktum ist bedrückend.

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