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Sozialismus: Hans Modrow warnt Linkspartei vor Reformkurs

Er galt einst als Reformer, der die eist diktatorisch regierende SED für Andersdenkende öffnete: Hand Modrow. Inzwischen hat sich der bekennende Sozialist aber wieder dem alten Denken zugewandt. Die Linkspartei warnte er ausdrücklich vor einer Annäherung an die Sozialdemokraten.

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Glasperlenspiel 03.09.2011, 13:25
1. Ich will ja nun nicht einen auf Oberstudienrat machen, ...

[QUOUITE=sysop;8638735]Er galt einst als Reformer, der die eist diktatorisch regierende SED für Andersdenkende öffnete: Hand Modrow. Inzwischen hat sich der bekennende Sozialist aber wieder dem alten Denken zugewandt. Die Linkspartei warnte er ausdrücklich vor einer Annäherung an die Sozialdemokraten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...784186,00.html[/QUOTE]



... der die FAZ mit gespitztem Bleistift liest und "Briefe an die Herausgeber" schreibt, aber wenn man anscheinend noch nicht einmal weiss, dass es die PDS seit einigen Jahren nicht mehr gibt (oder es vergessen hat), dann sollte man besser nicht solche Artikel schreiben, auch nicht Samstags und auch nicht für SPON.

Ich habe nun keine Ahnung, was Modrow konkret gesagt hat (darüber hat man ja als Qualitäts-Journalist nichts geschrieben), aber auch ich teile die Meinung, dass es ein ausgesprochen gefährliches Spiel ist, sich d i e s e r SPD und d i e s e n Grünen bedingungslos anzunähern. Eine solche Links-Partei verliert ihre Basis und eigentlich auch ihre Existenzberechtigung.

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Sapere aude 03.09.2011, 13:30
2. Hmm

Also wenn man aus einer sozialistischen keine sozialdemokratische Partei machen will ist man ein rückschrittlicher Fortschrittsverhinderer? Sollten wir nicht eher froh sein das es noch Alternativen zu dem neoliberalen Einheitsbrei aus Hartz/Lohndrückerei/Privatisierung gibt? Und was ist an der SPD eigentlich sozialdemokratisch?

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ich-kanns-nicht-glauben 03.09.2011, 13:30
3. Wo ist die SPD denn links?

Ich weiß nicht, in welchem Paralleluniversum die Spiegelredakteure leben - es ist bei einigen jedenfalls so weit rechts, daß ob der Entfernung manchmal die Unterscheidung schwer fällt: Die SPD ist definitiv keine linke Partei - ist es nie gewesen (sonst hätte Karl Liebknecht nicht seinen eigenen Laden aufmachen müssen und wäre auch nicht mit Billigung der SPD umgebracht worden): Von Anfang an war die SPD die Partei der Opportunisten: links blinken und rechts abbiegen. Anders gesagt: In Zeiten der Opposition links tönen und in Regierungszeiten bürgerliche Politik machen. Oder wollen Sie uns erklären, daß die neoliberale Politik von Gerhard Schröder "links" gewesen wäre??? Wenn ich Bourgeoies wäre und es die SPD nicht schon gäbe, würde ich sie sofort gründen: Es hat sich immer wieder gezeigt, daß nur eine sich "links gebende" Partei in der Gesellschaft Bösartigkeiten durchsetzen kann, die jeder bürgerlichen Partei verwehrt wären, weil sie sofort die Massen gegen sich hätte. Insofern beweist Modrow, wenn er vor der Annäherung an die SPD warnt, deutlich mehr Weitsicht, als der Spiegel-Schreiber. Das diesem es vielleicht lieber wäre, wenn die Linke durch die SPD paralysiert würde, ist eine ganz andere Sache.

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metzelkater 03.09.2011, 13:36
4. Nur mit der SPD

Nur zusammen mit der SPD hat die Linke auf Dauer eine Chance.

Ich finde es schrecklich, das sich die zwei im linken Spektrum angesiedelten Parteien so spinnefeind sind.

Die Rechten und neoliberalen freuen sich doch, das die linken Parteien ihr Wählerpotential vergeuden, weil sich jeder Wähler zwischen SPD und der Linken entscheiden muss und dabei ganz genau weis, das es keine Zusammenarbeit gibt.

Am liebsten hätte ich wieder eine SPD wie früher, die sich klar als Arbeiterpartei positioniert und mit dem ganzen Schröderschen Bonzenkram aufräumt. Aber viele gute Köpfe sitzen nun bei den Linken.

Mich als wähler stört diese Animosität sehr.

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Emmi 03.09.2011, 13:37
5. Linkspartei dringend gesucht!

Nachdem SPD und CDU sich von unversöhnlichen Vertretern gegensätzlicher Systeme zu zwei Flügeln einer "Zentrumspartei" gewandelt haben, die FDP in der Bedeutungslosigkeit versinkt, und auch die Grünen marginalisiert zu werden drohen, indem ihre Themen von den (noch) "großen" Parteien übernommen werden (CDU:Atomausstieg), und die rechte Flanke von der NPD besetzt ist, eröffnet sich links eine große Lücke, in die Die Linke stoßen könnte, wenn, ja wenn sie zum einen nicht versuchte, eine 2. SPD zu werden (braucht keiner) und zum anderen nicht mit dem DDR-Mief behaftet wäre (will keiner). Eine Alternative zu dem sich immer mehr als unfähig zur Bewältigung der von ihm verursachten Krisen (Stichworte: Umwelt/Klima, Finanzwesen, Globalisierung etc.) erweisenden Kapitalismus wäre wichtiger denn je, wird aber von niemandem überzeugend angeboten.

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Gnom_vom_dienst 03.09.2011, 13:45
7.

Zitat von Emmi
Nachdem SPD und CDU sich von unversöhnlichen Vertretern gegensätzlicher Systeme zu zwei Flügeln einer "Zentrumspartei" gewandelt haben, die FDP in der Bedeutungslosigkeit versinkt, und auch die Grünen marginalisiert zu werden drohen, indem ihre Themen von den (noch) "großen" Parteien übernommen werden (CDU:Atomausstieg), und die rechte Flanke von der NPD besetzt ist, eröffnet sich links eine große Lücke, in die Die Linke stoßen könnte, wenn, ja wenn sie zum einen nicht versuchte, eine 2. SPD zu werden (braucht keiner) und zum anderen nicht mit dem DDR-Mief behaftet wäre (will keiner). Eine Alternative zu dem sich immer mehr als unfähig zur Bewältigung der von ihm verursachten Krisen (Stichworte: Umwelt/Klima, Finanzwesen, Globalisierung etc.) erweisenden Kapitalismus wäre wichtiger denn je, wird aber von niemandem überzeugend angeboten.
Oder besser: Wird schon angeboten, aber wir führen lieber Scheindebatten wie die über den Brief an Castro (während Merkel fröhlich und ohne jede Kritik nach Vietnam gratulieren darf. Wer den Zusammenhang nicht erkennt - Amnesty-Bericht zu Vietnam lesen).

Über INHALTE wird doch sowieso nicht mehr diskutiert. Wir könnten ja zu irgendwelchen Ergebnisen kommen.
Ablenkung ist das Gebot.
Egal, ob Bohlen, RTL, BILD, Bundesliga oder WoW.

Ach ja: Wer die SPD immer noch "links" (im Sinne von "arbeitnehmerfreundlich") und die Grünen als in irgendeiner Form verwandt mit den Günen der 80er ansieht, hat wohl die letzten 15 Jahre geschlafen.

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Kalix 03.09.2011, 14:33
8. Reich naiv

Zitat von Sapere aude
Also wenn man aus einer sozialistischen keine sozialdemokratische Partei machen will ist man ein rückschrittlicher Fortschrittsverhinderer? Sollten wir nicht eher froh sein das es noch Alternativen zu dem neoliberalen Einheitsbrei aus Hartz/Lohndrückerei/Privatisierung gibt? Und was ist an der SPD eigentlich sozialdemokratisch?
Die LINKE vertritt mehr soziale Gerechtigkeit; fühlt sich als ein "demkratisches Sammelbecken" und sieht sich zukunftsorientiert. Doch die LINKE übersieht, daß mit ihren 7-10% durch ihre dogmatische Haltung; zumindest in den Führungsetagen, sie geradezu eine neoliberale Regierung erst möglich macht. Die LINKE ist für die SPD nicht koalitionsfähig und wie es jetzt der Altkommunist und Altersvorsitzende der LINKE beweist, ist auch die SPD für die LINKE kein Partner. Nur: wie soll sich was ändern? Verlieren die Grünen nur noch ein paar Prozent, dann wird es auch nach der nächsten BTW eine neoliberales Bündnis geben. Fehlt hierzu eine Mehrheit, droht ein Regierungsangebot der Union die Grünen zu spalten. Wenn die LINKE sich weiterhin der Opposition verschreibt, werden irgendwann die Wähler sagen:"wir wollen Veränderung und keine Onanie"

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caecilia_metella 03.09.2011, 15:02
9. Ziemlich einseitig:

Diese Wahlparole "Mieter vor Wild-West schützen!"

Alle Mieter haben links zu denken, alle Vermieter können nicht links denken, die sind ja reich.
Alle Vermieter sind gierig und wollen nur betrügen, alle Mieter bedauernswürdige Geschöpfe, die so gern ihre Verträge einhalten.
Hier sehe ich aber ein Arbeitsfeld, um das sich bisher keine Partei zu kümmern scheint.
Wie sieht es denn in der Realität aus? Beispielsweise spinnen Hausverwaltungen (also die Angestellten der Eigentümer) ihre Netze aus überteuerten Anwälten und Notaren und Gutachtern und sonstigen zwischengeschalteten Abkassierern und diktieren Eigentümern Preise, die sich an keinem Mietspiegel o.dgl. orientieren.
Eigentumsverhältnisse und Freiheit des Marktes sind so praktisch auf den Kopf gestellt bzw. ausgehebelt, aber sie gehen davon aus, dass sich immer wieder ein neuer Dummling findet, der sich auf solche Verträge einlässt.
Wenn sich jemand dieses Problems annehmen würde, könnte er eventuell sogar Freunde in Regionen finden, an die er bisher noch gar nicht gedacht hatte, denn Eigentümer sind natürlich auch daran interessiert, dass sich ihre längerfristigen Investitionen rechnen.

"Links" muss also nicht unbedingt Gesetze ändern wollen, sondern kann dazu beitragen, auf der Grundlage bestehender Gesetzmäßigkeiten die Verhältnisse wieder auf die Füße zu stellen. Was im Endeffekt auch für Mieter spürbar sein dürfte.

Ansonsten ist hier schon viel kommentiert, was ich auch denke.

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