Forum: Politik
Sozialismus-Thesen: Kühnert legt nach
Michael Kappeler/ DPA

Die massive Kritik lässt Kevin Kühnert kalt: Im SPIEGEL erneuert der Juso-Chef sein antikapitalistisches Plädoyer, fordert seine SPD auf, sich jetzt nicht wegzuducken - und erhält Zuspruch von namhaften Genossen.

Seite 44 von 76
tobias127 03.05.2019, 09:47
430. 1/3 aller Menschen in Deutschland.....

..... haben mittlerweile zweifel, ob die Demokratie (mit ihrer sozialen Marktwirtschaft) noch die richtige Staatsform ist. Wenn sich Altenpfleger, Krankenschwestern, "normale Angestellte", die aus meiner Sicht die wahren Leistungsträger unserer Gesellschaft sind, keine Wohnung mehr leisten können, in Altersarmut rutschen etc..., läuft hier grundlegend was falsch. Wenn es hierzulande mittlerweile 2,5 Millionen Kinder gibt, die an oder unter dem Existenzminimum leben, läuft hier (in einem so reichen Land) grundlegend was falsch.
Ich bin ein großer Anhänger der Martkwirtschaft, wenn sie sozial ausgewogen ist. Ich gönne jedem eine große Villa mit einem Porsche (gerne auch 2 oder 3) davor, wenn er oder sie von seinem Reichtum gleichzeitig genügend an die Gesellschaft zurück gibt. Dies wird niemals auf freiwilliger Basis geschehen, sondern hier muss der Staat handeln. Ich wiederhole meine Forderung nach einer Erbschaftssteuer, denn hier bestrafe ich keinen der Leistung erbringt. Ich gebe zu, ich bestrafe den Erblasser der Leistung erbracht hat (aber der ist ja zum Glück schon tot).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
blueshift774 03.05.2019, 09:47
431.

Es gibt Industrie- und Wirtschaftsbereiche, die vergesellschaftet gehören. Dazu würden für mich Energie, Immobilien, Wasser und die Bahn gehören. Vergesellschaftung bedeutet aber nicht, dass staatliche Beamte diese Unternehmen leiten oder deren Service erbringen, wie im Sozialismus. Denn, das die das am allerwenigsten können, sehen wir an der Phantasielosigkeit unserer heutigen Politiker.

Grundsätzlich bin ich gegen jede Form von "Immobilienbesitz". Boden ist und darf kein Wirtschaftsprodukt sein! Aber BMW, Autokonzerne, Agrar- oder Pharmakonzerne vergesellschaften? Bringt das was?

Stattdessen bräuchten wir Politiker, die sich nicht vom Steuerzahler aushalten lassen, um sich dann von der Wirtschaft die "Rahmengesetze für die Wirtschaft" schreiben und ihren Job machen zu lassen. Solche drögen staatlichen Gehaltsempfänger und "noeliberalen Aufpasser", die die Marktwirtschaft korrumpieren und wichtige politische Innovationen blockieren, sind "out-dated". Die Schafe müssen endlich selbst laufen lernen!

Das beste Beispiel ist das Diesel-Gate. Jahrzehntelanges "windeln" der Autoindustrie in Deutschand durch gewählte Politiker und Lobbyisten hat nur zu einem geführt: Die Aktionäre haben locker Dividenden empfangen und Deutschland hat wichtige innovtive Zukunftsmärkte verloren. Erst 16 Jahre CDU/CSU unter Kohl, dann weitere 16 Jahre unter CDU/CSU-Führung hat die Republik ins Abseits gestellt. Ob Andy Scheuer oder Julia Klöckner - nur Politiker, die gern zum Friseur gehen und sich ansonsten scheinbar gut fühlen...

Industrie und Marktwirtschaft müssen frei sein, aber von der Politik "brutal genagelt" werden, damit dort innovative Technologien vorangetrieben werden und politsch gewünschte Ergebnisse erzielt werden. Dazu brauchen wir Politiker, wie KK!

Ich verstehe KKs Vorschlag in eine neue Verbindung von Staat und Marktwirtschaft, ähnlich, wie sie Putin für Russland anstrebt und China bereits implementiert. Der Westen kann und muss eine ähnliche, aber neue - wirklich demokratische - Antwort finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tr1ple 03.05.2019, 09:49
432. An dem Problem vorbei diskutieren lohnt nicht

Vielleicht sollte jemand der Herren mal die Probleme beim Namen nennen. Wir erleben Hochkonjunktur in Osteuropa. Polen, Ungarn Romänien etc. verzeichnen Wachstum. Billigere Löhne und massive Investments aus Übersee machen diese Länder attraktiv. Nicht zu vergessen Investitionen aus Deutschland (Autoindustrie). Hinzukommen die Querinvestitionen aus der EU. Wir erleben einen Aufbauost neben dem eigenen Aufbauost. Deutschland hingegen wird immer uninteressanter. Das Kapital fließt ab und wir müssen mehr in unseren Sozialstaat investieren (ältere Generation versorgen). Zudem entziehen wir unserem Geschäftsmodell (Export/Autoindustrie) Ressourcen und bauen Hemmnisse auf. Die Verstaatlichung würde den Prozess nur beschleunigen. Der Wohlstand fließt ab und das muss unterbunden werden. Können wir das mit der EU? Ich denke nicht. Aber wir werden sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ortho4 03.05.2019, 09:49
433. Deja Vu

BMW ist schon einmal enteignet worden. Nämlich 1945 in Eisenach. Da hat man dann noch eine Weile Vorkriegs-BMWs unter großen Mühen zusammengeschraubt. Dann wurde das Werk umbenannt und über den DKW F9 bis 1990 das international beachtete Innovationsprodukt WARTBURG produziert. Das nennt man eine Erfolgsgeschichte!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jjcamera 03.05.2019, 09:50
434.

Zitat von suplesse
und vermiete die zur ortsüblichen Vergleichsmiete nach Mietspiegel. Meine Mieter habe ich in der Regel sehr lange. Das Verhältnis ist getragen von sachlichem Vertrauen. Ich mache keine Experimente , um mein Vermögen zu mehren, da es meine Alterversorgung darstellt. Das ist was völlig anderes, als um mich herum in Frankfurt geschieht. Es wird einem übel, wie versucht wird mit Immobilien in kurzer Zeit reich zu werden. In der Regel ist der klassische kleine Immobilienbesitzer von dieser Denke weit entfernt.
Richtig. Gerade die SPD hat um 2000 die private Altervorsorge (Riesterrente) propagiert. Wer da an Mieteinnahmen durch Erwerb einer Immobilie zur Aufbesserung der Rente dachte, der wird heute von der SPD als "Miethai" bezeichnet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quidquidagis1 03.05.2019, 09:51
435. Ja,und zwar die Vision..

Zitat von Kurt2.1
Es gibt wohl kaum eine anschaulichere Vorstellung einer Vision, als an besagtem Gitter zu rütteln!
..des Machterhalts/Gewinn.Gesellschaftliche Visionen sehe ich nur bei Herrn Kühnert

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nurmalsoeben 03.05.2019, 09:51
436.

Also will der Großteil hier das alles so bleibt wie es ist? Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander! Was glauben die ganzen Top Ökonomen hier wie das wohl ausgehen wird? Und was sollen die Beispiele DDR, Venezuela und Kuba als Demokratisch? Soziale Staaten? Lachhaft!!! In diesem Forum zeigt sich der pure Egoismus der in der menschlichen Rasse vorherrscht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Currie Wurst 03.05.2019, 09:52
437. Debattenkultur

Kühnert hat schon Recht, was die Debattenkultur angeht. Die glattgebügelten Phrasen, die Politiker auf Geheiß von Lobbyisten dreschen, sind mittlerweile unerträglich geworden. Das spiegelt sich auch hier im Forum wider, wo Leute ihn als Träumer oder Spinner titulieren, ohne sich inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Finde ich ziemlich widerlich und zeigt eigentlich nur, wie statt echter Debatten routinierte Empörungsrituale regieren. Auch die Überheblichkeit von solchen Typen wie 'was hat der geraucht'-Kahrs selbst in der SPD zeigt, dass die nichts verstanden haben. Da könnnte man genauso angewidert feststellen, was denn Kahrs bisher geleistet hat (irgendwas wird´s schon gewesen sein, außer seiner Politkarriere fällt mir aber nichts wesentliches ein).
Über Kühnert´s WAS lässt sich nämlich nicht streiten, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft und gerade die Wohnungspolitik ein einziges blamables Drama für die Politik is. Wo MIeten explodieren und selbst die arbeitende Bevölkerung sich teilweise kein Dach über dem Kopf leisten kann, kann es so tatsächlich nicht weitergehen.
Das WIE muss man nicht unbedingt mit ihm teilen. Die sozialistische Grundidee mag schön sein, ist aber auch bislang nur gescheitert. Mir würde es vollkommen reichen, wenn man zurück zur SOZIALEN MARKTWIRTSCHAFT kehren würde. Das Leistungsprinzip abzuschaffen, wäre aus meiner Sicht verkehrt, aber wenn man z.B. festlegen würde, dass ein Vorstand nicht mehr als das 20fache eines einfachen Arbeiters verdienen dürfte, würde sich vieles zum Besseren justieren. Da werden aber die Neoliberalen reflexartig aufschreien, wie sie es immer getan haben. Dass dann die ganzen hervorragenden Leute sofort das Land verlassen würden und Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Man stelle sich vor, solche hochbezahlten Leute wie Winterkorn, Stadler, Ackermann, Jain, Funke usw. hätten Deutschland den Rücken gekehrt. Wie stünde es dann wohl um uns...?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pulsebeat 03.05.2019, 09:53
438. Er hat Recht!

Ja, man muss über die Grenzen des Kapitalismus sprechen. Ja, man muss sich unbedingt damit ernsthaft und schnell damit beschäftigen welche alternativen Formen des Wirtschaftens als Gegenpol und Zukunftsvision umsetzbar sind. Es muss hierzu eine große umfassende gesellschaftliche Diskussion starten.

Genossenschaftliche Modelle haben in Deutschland Tradition. Jeder kann durch solche Modelle partizipieren. Der Staat, die Angestellten, Privatleute werden alle zu Mitbesitzern und Anteilseignern mit Stimmrecht. Ich möchte gerade hier zum Thema Wohnungsnot und unbezahlbare Mieten auf die genossenschaftlichen Land-Trusts hinweisen. Außer - wie leider so oft - in Deutschland. Ein genossenschaftlicher Landtrust - kauft Bauland auf und behält es im Besitz. Die Genossenschaft baut auf diesem Land Eigentums- oder/und
Mietwohnungen, Häuser, was auch immer.

Die zukünftigen Eigentümer bezahlen nur den Immobilienpreis, also nicht das Grundstück und werden ebenfalls Mitglieder der Genossenschaft mit vollem Stimmrecht.

Inkl. Eigenleistung und Zuschüssen (wie in z.B in Belgien oder Schweden) und auch durch EU-Förderung, wie zum Beispiel das INTERRREG Programm, sowie durch intelligente Modulbauweise entstehen deutlich günstigere Eigentumswohnungen oder Häuser. Und das sogar in innerstädischen Toplagen. Wichtig: !!! Dieses Bauland ist für immer der Spekulation entzogen !!! Die Besitzer haben Stimmrecht in der Genossenschaft und können auch verkaufen aber immer nur mit 25% Gewinn (so in Brüssel). So bleibt alles im Rahmen und ist der normalen Wertsteigerung angepasst

In der Brüsseler Coop. konnte sich sogar eine alleinerziehende Kindergärtnerin ein 110qm groß Wohnung in guter Brüsseler Stadtlage leisten. (Kosten knapp über 200000€) . Ein Hammer!!! Der Preis ist in dieser Lage unvorstellbar günstig.

In der Brüsseler Coop. konnte sich sogar eine alleinerziehende Kindergärtnerin ein 110qm groß Wohnung in guter Brüsseler Stadtlage leisten. (Kosten knapp über 200000€) . Ein Hammer!!! Der Preis ist in dieser Lage unvorstellbar günstig. Stellt euch vor ein solches Programm würde auf Bundes oder Länderebene initiert und kontrolliert und mit EU-Förderung gekoppelt. Wie würde es diese Republik verändern? Wenn man so etwas im großen Stil angeht könnte es die Gesellschaft wieder versöhnen, wieder einen. Nach eine gewissen Übergangsphase könnte wieder so etwas wie ein Gemeinschaftssinn entstehen. Und auch mal philosophisch-moralisch: Unser Planet ist begrenzt und alle Menschen fühlen dass auch mittlerweile. Ist Land ganz generell nicht auch wie Wasser und Luft? Natürlich! Kann und darf man es überhaupt "besitzen".
Sollte Land nicht generell Allgemeingut sein ? Man sollte doch eigentlich nur das besitzen können und dürfen was auf diesem Land erbaut wurde und nicht mehr. Vielleicht brauchen wir eine Debatte die genau in diese Richtung geht und macht es nicht auch Sinn diese Debatte mit dem großen Thema zur ökologsichen
Not unseren Planeten zu verknüpfen. Wir brauchen sehr viele Bausteine um die kapitalistischen Ausuferungen des letzten Jahrhunderts wieder in die richtigen Bahnen zu bringen. Dies kann
einer sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meteneptun 03.05.2019, 09:54
439.

Wir müssen doch das Rad nicht neu erfinden. Seit Karl Marx sind sämtliche Formen des Sozialismus zumindest probiert worden. Wir wissen, was davon Erfolg bringen könnte und was eher das Gegenteil. BMW verstaatlichen ist nicht die Lösung, die Kontrolle des Staates über sämtliche Autohersteller verstärken wohl eher.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 44 von 76