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Sozialismus-Thesen: Kühnert legt nach
Michael Kappeler/ DPA

Die massive Kritik lässt Kevin Kühnert kalt: Im SPIEGEL erneuert der Juso-Chef sein antikapitalistisches Plädoyer, fordert seine SPD auf, sich jetzt nicht wegzuducken - und erhält Zuspruch von namhaften Genossen.

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Cascara LF 03.05.2019, 09:55
440. licht es Ihne

Zitat von rudi_ralala
Ist das wirklich die richtige Sichtweise? Jeder der Augen im Kopf hat kann sehen, dass gerade der ungezügelte Kapitalismus die westlichen Demokratien beschädigt.
Dieser von Ihnen beschriebene "ungezügelte" Kapitalismus ermöglicht es Ihnen aber genau heute solche Zeilen zu tippen.
Was glauben Sie denn, woher unser Wohlstand stammt und weshalb wir alle auf einem Lebensstandards-Niveau leben, daß es bis dato noch nie gegeben hat?
Wir leben hier in Deutschland auf einer Insel der Glückseligkeit, haben ein noch funktionierendes Sozialsystem, Bildung, ärztliche Versorgung etc. In über 90% der restliche Welt werden Sie vergleichbare Standards lange suchen können und Sie glauben, daß dies alles eine Selbstverständlichkeit ist und uns in den Schoß viel und Kapitalismus dies ausschließlich nur gefährdet? Na klar, beim nächsten Börsencrash gehen wieder Firmen in die Pleite, daß muß verhindert werden aber der Untergang unserer Zivilisation kommt von wo ganz anders.

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Esib 03.05.2019, 09:55
441. Hier stimme ich Kühnert ausdrücklich zu:

Die SPD sollte sich jetzt nicht wegducken, sondern mit gutem Beispiel voran gehen und ihre milliardenschweren Beteiligungen an Firmen, Zeitungen und Immobilien "kollektivieren". Das wäre doch mal eine glaubhafte Diskussionsgrundlage!

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Theophanus 03.05.2019, 09:56
442. Klasse!

....Aktion < 5% läuft!

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James Blönd 03.05.2019, 09:57
443. Hahaha

Zitat von quidquidagis1
..gestern auch bei Maibritt Illner ,als ich des Herrn Altmaier ansichtig wurde
Ja, das habe ich auch gesehen. Die blonde Dame rechts neben ihm, die hatte im Gegensatz zu Herrn Altmaier wirklich was auf dem Kasten.

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almeo 03.05.2019, 09:57
444.

Zitat von Newspeak
[...] Trotzdem sollte man im linken Lager mal realisieren, dass der Sozialismus in Reinform zu millionenfachem Mord und Elend geführt hat. Man muss doch nur nach Venezuela schauen. Nordkorea. DDR. UdSSR. Es funktioniert nicht. Kollektivierung funktioniert nicht. [...]
Natürlich kann Kollektivierung nicht die Lösung sein. Das Problem ist aber doch ein anderes: Funktionäre von BMW verdienen im Jahr hunderte Millionen Euro. Teilweise gehen die mit einer Milliarde (!) im Jahr nach Hause. Für das Geld haben sie nichts getan außer zufällig in die privilegierte Familie hineingeboren worden zu sein. Das ist nicht nur unfair, sondern auch schlicht viel mehr Geld, als man sinnvoll ausgeben kann. Hier sind wir irgendwann an dem Punkt, dass auch der Kaiser nicht mehr als drei Knödel essen kann. Hier wäre z.B. eine Reichensteuer sinnvoll, die Einnahmen ab 100 Millionen im Jahr mit 80, 90 oder sogar 100% besteuert, denn dieses Geld liegt halt einfach auf irgendwelchen Konton und hilft niemandem weiter. Der Turbokapitalismus macht halt ziemlich klar, dass man quasi "gewaltsam" umverteilen muss, da ab einer bestimmten Einkommensschicht das Solidaritätsprinzip ziemlich verloren geht...

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b1964 03.05.2019, 09:57
445. Ideologie hilft leider nicht!

Ich finde Herrn Kühnert ja persönlich sympathisch und eloquent. Nur in der Sache sind seine Vorschläge aberwitzig. Ich ordne das mal einfach als Meinungsfreiheit ein. Die rationale Lösung würde erst mal eine Definition der gesellschaftlichen Ziele und sodann eine Analyse des davon abweichenden Istzustandes erfordern. Da hilft weder der plumpe Verweis auf Marx noch ein Vorpreschen mit Verstaatlichung. Ich sehe es in der Tat als Problem, dass (national und international) eine immer stärkere Konzentration von Vermögen in wenigen Händen stattfindet. Vermögen bzw. Eigentum ist dabei auch heute noch die wesentliche Basis für gesellschaftliche Macht. Die Aufgabe der staatlichen Ordnung muss daher sein, diese Entwicklung so zu bremsen und zu kanalisieren, dass sie möglichst keine negativen gesellschaftlichen Auswirkungen hat. Andererseits beruht gesellschaftlicher Fortschritt und Wohlstand tatsächlich fast ausschließlich auf der Initiative des Einzelnen. Dei Vergesellschaftung von Wirtschaftsbereichen, die von der Kreativität des Einzelnen leben, ist daher kontraproduktiv. Nur in den Bereichen, in denen eine Daseinsvorsorge Grundlage der Gesellschaft ist, kommen wir um staatliche/gesellschaftliche Herrschaft nicht umhin. Da mag man diskutieren, ob das mehr als nur die Trinkwasserversorgung ist. Eine Grundversorgung mit Wohnraum als staatliche Pflicht (ist sie heute schon) und individuelles Recht (ist sie bewusst in Abkehr von der DDR-Verfassung und Ideen aus Weimar nicht) kann man durchaus nochmal neu denken. Ich glaube aber nicht, dass das Privateigentum an Wohnraum auch zu Vermietungszwecken in Frage stellen kann. Das Ausgangsproblem, nämlich die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich, hat damit aber wohl wenig zu tun. Das naheliegendste wäre einfach eine wesentlich stärke Betonung des Sozialstaatsprinzips, d.h. dass die starken Schultern die schwachen mittragen. Vermögenssteuer? Wesentlich stärkere Progression in der Einkommensteuer? Grundeinkommen? Natürlich gefällt das den Reichen nicht, aber das wären zumindest zeitgemäße Diskussionsansätze. Der Rückfall in die Mottenkiste des Sozialismus ist es in meinen Augen sicher nicht. Zurück zu Herrn Kühnert: Jugend muss rebellisch sein, auch das treibt die gesellschaftliche Entwicklung voran. Herr Kühnert ist aber in hervorgehobener Position in der SPD (ist doch auch Vorstandsmitglied, oder?). Da ist sein Beitrag eher ein weiterer Sargnagel an dieser Partei. Insofern muss er noch vieeeel lernen!

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pink15 03.05.2019, 09:58
446. Falsche Überschrift

Nicht Kühnert legt nach, sondern SPON, weil es so schön viel Clicks gibt. Echter Qualitätsjournalismus halt, genau so durchdacht wie Kevins Entdeckung des "Kapitals"...

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Cascara LF 03.05.2019, 09:59
447. Was für Vergleiche...

Zitat von heiko1977
Ja einen Blick ins Geschichtsbuch hilft immer weiter (Kapitalismus - Unterdrückung- Völkermord- Ausbeutung Pinochet- ...)
Unterscheiden Sie mal zwischen Systemen die nur und immer Nachteile für 95% der Einwohner bringen und Systemen, die vereinzelt aus dem Ruder laufen und Nachteile für 95% bringen.

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kleinsteminderheit 03.05.2019, 10:00
448. Lange überfällig

Wenn Arbeit, Wohnen und Sicherheit zunehmend zu Waren degradiert werden und dem freien Spiel des Gewinnstrebens unterliegen, muss man auch das Undenkbare denken.

Und sei es nur um den neoliberalen Gewinnmaximierern klar zu machen, dass nicht der Markt, sondern die Menschen die größte Macht sind.

Klar geht Kühnert zu weit. Aber das ist völlig richtig, wenn die SPD so sehr in neoliberalen Denkstrukturen festhängt.

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heinrich-wilhelm 03.05.2019, 10:01
449. Mottenkiste

Sein relativ junges Alter mag ihn entschuldigen,denn den realen Sozialismus in Deutschland( für ihn : es war die DDR die diesen Anspruch erhob) hat das Volk zurecht entsorgt. Derzeit kann er sich das real noch in Nordkorea oder auch Venezuela anschauen. Zu befürchten ist jedoch,dass die Ergebnisse durch die ideologisch vernebelte rosarote Brille ihn nicht erschüttern dürften. Warum ist er nicht konsequent und sucht sein Heil bei den Roten. Wahrscheinlich aus Angst vor Sahra Wagenknecht,die ihn vermutlich zusammenfalten würde. Der SPD tut er ganz sicher keinen Gefallen mit seinen kruden und von der Geschichte auf den Müllhaufen entsorgten Ideen und Vorstellungen. Der Sozialismus siegt?Träum weiter Kevin.

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