Forum: Politik
Sozialismus-Thesen: Kühnert legt nach
Michael Kappeler/ DPA

Die massive Kritik lässt Kevin Kühnert kalt: Im SPIEGEL erneuert der Juso-Chef sein antikapitalistisches Plädoyer, fordert seine SPD auf, sich jetzt nicht wegzuducken - und erhält Zuspruch von namhaften Genossen.

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almeo 03.05.2019, 10:14
470.

Zitat von Ortho4
BMW ist schon einmal enteignet worden. Nämlich 1945 in Eisenach. Da hat man dann noch eine Weile Vorkriegs-BMWs unter großen Mühen zusammengeschraubt. Dann wurde das Werk umbenannt und über den DKW F9 bis 1990 das international beachtete Innovationsprodukt WARTBURG produziert. Das nennt man eine Erfolgsgeschichte!
Na, dann schauen Sie sich mal an, wie man das im 21. Jahrhundert macht und lesen Sie sich mal den Wikipediaartikel zu Build your Dreams (BYD) durch: Eine kleine Hinterhoffirma, gefördert und gefordert durch den chinesischen Staat, mit Joint Ventures und passenden Zöllen aufgeblasen und jetzt eines der Unternehmen, dass uns in Europa bei der Elektromobilität eventuell noch richtig in den Hintern treten könnte. Wir reden doch schon lange nicht mehr über alte Männer mit Bart die rote Fahnen schwenken oder irgendwelche Ossis die Trabi fahren. China zeigt, wie man ein staatlich gefördertes Wirtschaftssystem aufbaut welches nicht Turbokapitalistisch funktioniert. Und das hat offensichtlich Erfolg, gerade weil es kein Steinzeitsozialismus wir in der DDR oder Kuba ist, sondern eine neue, sozialistische Marktwirtschaft.

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insel-banker 03.05.2019, 10:14
471. Als Tiger gebrüllt, als Bettvorleger gelandet!

Die Erkenntnis, dass die kapitalistische Marktwirtschaft unfähig zu zeitgemäßem Lösungen ist, ist richtig und schon seit langem überfällig! Aber Kühnerts Konsequenzen sind völlig unzureichend:
1) Man sollte den Menschen mit dem Thema „Enteignungen“ nicht Angst vor den dringend notwendigen Veränderungen machen.
2) Richtig ist, dass auch die "Soziale Marktwirtschaft" kapitalistische Marktwirtschaft ist. Im Rahmen der Globalisierung wird das Adjektiv „sozial“ zunehmen auf die Größe eine I-Punkts geschrumpft.
3) Nicht nur der Kapitalismus ist am Ende, sondern der Sozialismus ist es schon lange. Es darf also in keiner Weise um eine Neuauflage des Sozialismus gehen.
4) Gebraucht wird ein Wirtschaftssystem, das Individualismus und Kollektivismus, das Eigen-, Fremd-, Gemein- und Universalwohl miteinander angemessen verbinden kann und dessen zugrunde liegendes Menschenbild der Realität des Menschen möglichst genau entspricht.
5) „Der evolutionäre Mensch“ ist ein Meister der Evolution und eben nicht der selbst eingeredete eiskalte Egoist Homo oeconomicus.
6) Gebraucht wird deshalb die ökologisch fundierte Kooperationswirtschaft, die in ihrer Entstehung bereits das Ergebnis weltweiter Kooperation ist.
7) Wer heute seriös für nachhaltige soziale und ökologische Veränderungen eintreten möchte, der muss sich für die Komplettabschaffung der heutigen Wirtschaftsordnung und für ein wesentlich klügeres System einsetzen, denn innerhalb eines geschlossenen logischen Systems, das auf fehlerhaften Grundsätzen aufbaut, bleiben Veränderungen am Ende immer fehlerhaft.
8) Jetzt darf es nur noch ums Ganze gehen. Gebraucht wird die soziale Revolution der Einsichtigen und Besonnenen (nachzulesen im gleichnamigen Handbuch von 2019).

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jens109 03.05.2019, 10:18
472. in der falschen Partei?

Bei den ersten Nachrichten kam mir sofort der Gedanke: Der ist doch in der falschen Partei. Wenn er bei den Linken wäre, würde es deutlich besser passen. Wenn er wechseln würde wäre die SPD für mich vielleicht wählbar. SO auf keine Fall. Problem: Was ist die Alternative? Nein, nur weil eine Partei dies im Namen trägt ist es noch lange keine!

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wolleh 03.05.2019, 10:19
473. Endlich die richtigen Themen

Herr Kühnert ist ein Hoffnungsträger. Er hat das Zeug dazu, Deutschland und Europa gerechter zu machen. Er hst Recht. Wir müssen anfangen, den Kapitalismus abzubauen. Kein Mensch braucht mehr als eine Wohnung. Aber jeder Mensch sollte eine eigene Wohnung besitzen. Es ist auch an der Zeit, alle Privilegien der Beamten, Richter und Abgeordneten abzuschaffen. Es wird Zeit, Reiche zu enteignen. Weiter so Herr Kühnert. Meine Stimme ist Ihnen gewiss. Bleiben Sie dran und mobilisieren Sie die Abgehängten, vor allem auch die Rentner, die vom Staat und den Krankenkassen gemolken werden.

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Andreas J. 03.05.2019, 10:20
474. Es mögen ja einige Punkte korrekt sein...

... aber in der Summe kommt nur Mist heraus. Ich persönlich habe bei Null begonnen und habe mich mit 26 Jahren selbständig gemacht. Mir wurde zB zu jenem Zeitpunkt empfohlen in der KV und RV auf die Private Vorsorge zu setzen. Es ging bergauf und bergab. Jetzt bin ich 67 und anscheinend der Böse. Ich werde bis an mein Lebensende gut versorgt sein und den Nachkommen vielleicht auch was vererben, obwohl ich mich bemühen, möglichst viel noch auszugeben, aber nicht um jeden Preis.
Heutzutage sind viele junge Leute nicht bereit, viel zu arbeiten, um im Alter versorgt zu sein. Sie reden von Work/Life-Balance und werden sich im Alter über die kleine Rente aufregen. Die Ansprüche haben sich in den letzten 40 Jahren total verändert. Vielleicht sollten wir daran arbeiten und nicht an Gleichmacherei. Dadurch, dass es anderen besser ging, hatte ich immer einen Ansporn.
Ich hoffe, dass Herr Kühnert keinen Erfolg hat.

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Kanalysiert 03.05.2019, 10:20
475. Hoffnung

Ist es möglich, diesen Geldgiermüll zu zügeln? Endlich bringt mal ein mutiger Mensch dieses Thema auf die große Bühne! Jeder noch so kleine Schritt für ein „mehr für Alle“ statt „fast alles für nur Wenige“ wäre grandios. Sind dieser ganze kaufbare Plasticshit und die Tonnen an Konsumartikeln denn so unverzichtbar und wichtig, dass man dafür anderen Menschen kein monetär lebenswertes Dasein gönnt? Die 50.Hose, das 4. Auto, das 3.Haus....echt jetzt? Ist das alles, worum sich das Leben mancher Raffgeier dreht?

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rainer-rau 03.05.2019, 10:20
476.

Zitat von Broko
Immer wieder interessant, wenn uns solche Schnöselchen die "Vorzüge" des Sozialismus nahebringen wollen - als ob es Hitlers, Lenins, Stalins, Maos Diktaturen nie gegeben hätte... Wenn ich sehe, mit welcher Wortwahl und welcher Verve diese Figur agiert, sollte man sehr hellhörig werden ...
Wenn Sie Herrn Kühnert eine unangemessene Wortwahl vorwerfen, verwechseln Sie da nicht etwas oder ist es noch schlimmer?

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almeo 03.05.2019, 10:22
477.

Zitat von Cascara LF
Jeder der sich zwei oder drei Porsche kauft, hat diese wohl bezahlt und eine Teil dazu beigetragen, den Arbeitern bei Porsche den Arbeitsplatz erhalten.[...]
Naja, wenn am Ende der Vorstand von Porsche trotzdem mit hunderten Millionen im Jahr nach Hause geht, hat Porsche es als Firma offensichtlich aber versäumt, genug des Verkaufspreises an die Mitarbeiter weiterzugeben. Und genau das ist ja das Problem. Nach der Logik könnte ich mir auch wieder Sklaven halten und eine Pyramide bauen lassen, so lange ich dafür nur Obdachlose nehme, bei denen ich "meinen Teil beitrage", indem ich ihnen ein Zelt und eine warme Mahlzeit am Tag gebe...

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fritzberg1 03.05.2019, 10:22
478.

Zitat von Newspeak
..... Trotzdem sollte man im linken Lager mal realisieren, dass der Sozialismus in Reinform zu millionenfachem Mord und Elend geführt hat. Man muss doch nur nach Venezuela schauen. Nordkorea. DDR. UdSSR.............
Nun man es doch schon realisiert. Sie nennen selbst Beispiele.
Insofern: Ich hoffe dass das "linke Lager" so etwas nie mehr realisieren wird.

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Kraehennest 03.05.2019, 10:23
479. Alter Wein in...

Die Diskussion die Herr Kühnert angestoßen hat geht ja in die Richtung "wie weit sind wir alle bereits ökononmisiert" worden. Ein Denkanstoss, der sicherlich gut zu diskutieren ist und einen fruchtbaren gesellschaftlichen Diskurs bringen könnte, jedoch das reflexartige "Kollektivieren" und "Verbot von Eigentum" führt m. E. in die komplett falsche Richtung. Das schafft nur Zerrbilder von bösen Konzernen, noch böseren Stalinisten etc. pp.

Vielmehr sollte von allen politischen Teilhabern geschaut werden, ob alle Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche ökonomisiert werden müssen nur weil es gerade "en vogue" ist oder es Berater ohne Handlungshaftung "empfiehlt": Das Bildungssystem, das Gesundheitswesen wären doch schon einmal spannende Betätigungsfelder. Die zahllosen unbezahlten Prakitkanten im Bundestag, die Präkarisierung vieler wissenschaftlicher Mitarbeiter, wo sich in manchen Insituten vier hochqualifizierte Mitarbeiter eine halbe Stelle teilen, die Gehaltsschere zwischen Pflegepersonal und Chefärtzen, wettberwerbsfähige Gehälter im öffenlichen Dienst, längerfristige Verträge anstatt zwei Jahres-Verträge, die eine berufliche, Familien- und Vermögensplanung nahezu unmöglich machen. Die Umverteilung von Beraterbudgets in Bundes- und Landesministerien in eigenes Fachpersonal wäre vielleicht ein neuer Schritt der "Kollektivierung".

Die Liste lässt sich sicherlich noch länger erweitern. Eigentlich sollten dies SPD-Themen sein, abe in meinen Jahren in NRW habe ich nicht viel da von mitbekommen. Schaffung von "Bildungsrohstoff" und "Humankapital" sieht bestimmt anders. Wenn es das Ziel ist gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, sollte vielleicht hier einmal begonnen werden, bevor es wieder zu "progressiver" und "reaktionärer" Schnappatmung kommt.

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