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Sozialismus-Thesen: Kühnert legt nach
Michael Kappeler/ DPA

Die massive Kritik lässt Kevin Kühnert kalt: Im SPIEGEL erneuert der Juso-Chef sein antikapitalistisches Plädoyer, fordert seine SPD auf, sich jetzt nicht wegzuducken - und erhält Zuspruch von namhaften Genossen.

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haresu 03.05.2019, 10:59
530. Hat jemand eigentlich heute schon mal ...

die "Post von Wagner" gelesen? Ist keine Empfehlung, eher das Gegenteil. Wer aber unbedingt mal in aller Kürze erleben will wie bösartig und herablassend, denkfaul und selbstzufrieden viele Kühnert- "Kritiker" im Kern sind, der kann sich mal die zwanzig Sekunden Zeit nehmen. Oder auch nicht.

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Stäffelesrutscher 03.05.2019, 10:59
531.

Ich finde das Beispiel BMW übrigens sehr passend. Denn ein Wirtschaftssystem, in dem jemand 2018 sage und schreibe 71.000 bzw. 57.500 Euro pro Stunde alleine dafür bekommt, aus dem richtigen Uterus zu stammen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Oder anders gerechnet: Stefan Quandt bekam 2018 pro Sekunde 19,71 Euro, Susanne Klatten pro Sekunde 15,98 Euro überwiesen. Und mussten dafür im Verhältnis weniger Abgaben bezahlen als diejenigen, die so etwas pro Stunde durch eigene Arbeit verdienen.

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mcmercy 03.05.2019, 10:59
532. Richtige fragen - Falsche Antwort

Kühnert stellt die richtigen Fragen aber liefert die falschen Antworten. Warum besitzen die reichtsen 10% der Menschen über 60% des Vermögens? Warum besitzen die Quandt Erben Milliarden und verdienen jedes Jahr 100te Millionen ohne je selbst einen Finger krum gemacht zu haben. Verstaatlichung ist keine Lösung, aber es muss viel mehr Vermögen abgeschöpft werden. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Finanztransaktionssteuer, da muss man ansetzen. Im Gegenzug Lohnsteuern runter, Sozialabgaben runter, damit der kleine Mann mehr Geld in der Tasche hat. Mietpreise deckeln etc.

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interessierter Laie 03.05.2019, 11:00
533. der "demokratische Sozialismus"

Zitat von Haarfoen
Geben Sie bitte nicht auf und lassen Sie sich vom Establishment nicht beeindrucken. Deutschland ist durch die DDR schwer traumatisiert worden und eine Diskussion ist hier sehr schwierig und emotional belastet. Ihre Thesen zum "demokratischen Sozialismus" werden in des USA und in anderen europäischen Staaten ernsthaft diskutiert, auch an Universitäten und in der Wirtschaft. Dies betrifft insbesondere die Vergesellschaftung von Konzernen. Ein Großteil unserer Bevölkerung ist überaltert, amerikanisiert und hat den Kampf der Blöcke erlebt. Diese Menschen haben große Schwierigkeiten, eine adäquate und entspannte Diskussion zu führen. Sie wurden über 30 Jahre lang neoliberal indoktriniert und erleben diese Indoktrination als Lebensrealität. Für Ihr Engagement sei Ihnen ausdrücklich gedankt. Insbesondere bei den Immobilienkonzernen zeigt es eine abschreckende Wirkung, so dass mittelfristig die Wohngenossenschaften bei einem Erwerb von Bauland wieder punkten können und die Ausbeutung von Mietern durch (steuerfreies) Kapital z. B. aus Luxemburg oder Schwarzgeldern erschwert wird. Das ist schon einmal ein erstes Pflaster. Lassen Sie sich durch das Gejaule nicht entmutigen. Die Teilnehmerzahl an Demonstrationen wird steigen und die nicht privilegierten Menschen in diesem Land werden mit zunehmender Pressung ihre Rechte einfordern. Sie lösen eine dumpfe Apathie in der Politik auf, die uns Kohl und Merkel beschert haben.
ist schon an sich ein völlig schwachsinniger Begriff. Sozialismus ist nach Marx die Diktatur des Proletariats. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Was bitte soll eine diktatorische Demokratie sein?
Und die Menschen sind auch nicht durch die neoliberale Indoktrination traumatisiert, denn Neoliberalismus gibt es in Deutschland nicht. Sie sind vielmehr dadurch gepägt, dass ausnahmslos alle sozialistischen Experimente weltweit und auch im kleineren Maßstab in Deutschland West hoffnungsvoll gestartet und dann krachend gescheitert sind. Zeigen Sie mir ein einziges kollektivistisches Unternehmen, das sich nachhaltig gezeigt hat. Oder zeigen Sie mir ein einziges sozialistisches Land, das nicht in einer Diktatur geendet ist. Das beste Beispiel ist Venezuela. Es ist das erdölreichste Land der Erde - und könnte damit eigentlich ein real existierendes Schlaraffenland für seine Bewohner sein. Eine Gesellschaftsform, die selbst da zu Armut, Mangel und Unfreiheit führt, ist kein Konzept, sondern ein schlechter Witz! Es bestätigt sich der Witz: Was passiert, wenn man den Sozialismus in der Sahara einführt? Lange nichts und dann wird der Sand knapp!!!

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k70-ingo 03.05.2019, 11:00
534.

Zitat von christianp63
Herr Kühnert ist ehrlich , sagt was er denkt. Das ist gut so. Nur die Politik die er vertritt gehört nicht zur SPD. Wenn jetzt noch einige Unterstützer aus der Deckung kommen wäre es doch angebracht eine neue kommunistische Partei zu Gründen. Wie heißt es so schön. Wer mit 20 kein Kommunist ist hat kein Herz. Wer mit 30 noch einer ist, ist ein Idiot. Nur gewählt werden muss er
Es gibt diese Parteien bereits, DKP und MLPD, bekannt für fulminante Wahlergebnisse im Bereich von 0,1 bis 0,5%.

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haarer.15 03.05.2019, 11:01
535.

Zitat von manny190
Was bildet der sich eigentlich ein? Jeder soll soviel besitzen wie er mag. Und warum große Firmen verstaatlichen? So ein Schwachsinn.
Es wäre sinnvoller - bevor man platt meckert - sich mit den Thesen Kühnerts einmal tiefgründiger zu befassen. So wie bisher kann es doch nicht weitergehen. Die Spaltung ist doch definitv immer nur größer geworden. Der reine Glaube an neoliberale Grundsätze und die praktische Politik haben uns leider dahin geführt. Sozialer Sprengstoff.

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gangnamstyle 03.05.2019, 11:02
536. Warum diese Empörung?

Ich verstehe die ganzen Empörungen nicht. Was passiert denn wenn ein systemrelevantes Unternehmen pleite macht? Ja richtig, dann springt der Staat ergo die Steuerzahler ein. Das wurde bei den Banken so gemacht und das wird wahrscheinlich bei sehr großen Unternehmen wie bei BMW auch so passieren, wenn das Unternehmen irgendwann mal pleite gehen sollte.
Die Politiker kümmern bereits jetzt mehr um die Interessen der großen Industrien und wenn die Industrie großen Schnitzer leisten (z.B. Abgasskandal) dann baden nicht etwa die Unternehmen dafür aus, sondern die kleinen Bürger (z.B. Fahrverbot, Gesundheitgefährdung). Die Manager erhalten weiterhin ihre Bonizahlungen. Also Risiken sollen immer die Steuerzahler tragen und die Gewinne sacken die Unternehmer ein?
Der Staat muß im Notfall auch große Unternehmen verstaatlichen können. Eigentlich muß der Staat dafür Sorge tragen, dass Unternehmen erst gar nicht so groß werden kann, dass sie systemrelevant sind.

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misterknowitall2 03.05.2019, 11:02
537. Na klar,...

Zitat von dosmundos
Und ich habe gedacht, jetzt würde er seine Luftballons etwas konkretisieren, also zum Beispiel erklären, wer denn die Wohnungen derer besitzen soll, die sich nichts Eigenes leisten wollen oder können. Oder ausführen, weshalb kollektivierte BMW erfolgreicher sein sollen als mit der jetzigen Eigentümerstruktur, die den Konzern zu einem der größten Automobilbauer der Welt gemacht hatte. Aber nein, da kam nur ein "Ich finde es wichtig, dass wir da mal drüber reden! Also so ganz prinzipiell jetzt..." Meine Vorhersage: in ein paar Tagen wird eine andere Sau durchs mediale Dorf getrieben...
wenn ich eine Idee habe und zum Besten gebe, habe ich die Sache zu 100% durchdacht und habe auf jede, noch so dumme Nachfrage, eine Antwort parat. Herr Kühnert hat es gewagt mal rechts und links des Mainstreams zu denken. Mein Gott, wie verwerflich.

Ach, die Antwort auf Frage 1. Der Staat natürlich. Die Kommunen und Städte. Wie früher.

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hans.lotz 03.05.2019, 11:03
538. Fragile SPD

Ein mutiger Kühnert erschreckt die SPD und legt die Misere der Partei schonungslos offen. Von den Seeheimern gefeuert von der Basis gefeiert, die Parteispitze um Nahles, Scholz & Co gänzlich ohne Meinung. Was wählt eigentlich der Bürger wenn er noch seine Stimme der SPD schenkt?

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almeo 03.05.2019, 11:04
539.

Zitat von cs01
Guter Witz. Wenn es ein menschenverachtendes Systhem gibt, dass auf der Profitgier weniger basiert, dann das chienesische Wirtschaftssysthem. Sozialismus ist dort doch nur noch ein Lippenbekenntnis.
Keine Frage, niemand will eine chinesische Gesellschaft. Aber darum geht es ja gerade: Kann man eine chinesische, sozialistische Marktwirtschaft mit den europäischen idealen der Demokratie kombinieren? Das wäre eine Frage für die SPD!

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