Forum: Politik
Sozialismus-Thesen: Kühnert legt nach
Michael Kappeler/ DPA

Die massive Kritik lässt Kevin Kühnert kalt: Im SPIEGEL erneuert der Juso-Chef sein antikapitalistisches Plädoyer, fordert seine SPD auf, sich jetzt nicht wegzuducken - und erhält Zuspruch von namhaften Genossen.

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haresu 03.05.2019, 11:58
600.

Zitat von IngoLars
wie unser Kevin, der einen an der Politik verzweifeln lässt. Dieses dekadente Linksgequatsche zeigt doch einfach nur eins: Uns geht es allen viel zu gut, das wir uns eine solche Diskussion leisten können. Wenn aufgrund einer solchen Politik erstmal Millionen von Arbeitsplätzen verloren gehen und die Sozialsysteme über ihre Grenzen in Anspruch genommen werden müssen, wird man sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Dann gibt es hier die Gelbwesten 2.0, vielleicht sogar im braunen Gewand. Das will ich mir nicht ernsthaft vorstellen. Keiner findet Kapitalismus toll, aber es ist beim gegenwärtigen technologischen und weltwirtschaftlichen Stand wohl die einzige Form eines Wirtschaftssystems die funktioniert und Wohlstand für viele schaft. Und das Problem der Ungleichverteilung bei Einkommen und Vermögen, dass es zweifellos gibt, kann man auch mit Steuerpolitik lösen. Nur muss man dafür die Steuergesetze zunächst einmal für alle gleichermaßen anwenden. Dann wäre schon viel erreicht.
Keiner findet Kapitalismus toll? Schön wärs, aber ich bezweifle es. Die allermeisten Mitbürger denken darüber schon mal überhaupt nicht nach und vom Rest glauben die meisten, dass es anders eben nicht geht. Aber dass im jetzigen System die Anreize falsch gesetzt sind, dass Spekulation belohnt wird, dass wir unsere natürlichen Ressourcen verbrauchen ohne wirklich im notwendigen Maße neue Technologien zu fördern, dass der Staat diese Fehlsteuerungen auch noch fördert, dass wird schon bald deutlich spürbar werden. Den "jetzigen technologischen und weltwirtschaftlichen Stand" muss man eben ändern, von selbst wird das nichts.

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Justin_Sane 03.05.2019, 11:58
601. Ehrlich?

Nicht verwunderlich, dass solche Ideen von jemandem mit einer solchen Vita kommen. Zweimal Studium abgebrochen, kurz mal im Callcenter gejobbt und sonst nix. Ein solcher Lebenslauf scheint Grundvoraussetzung für derlei Umverteilungsfantasien zu sein. Glücklicherweise darf ein jeder seine Meinung kund tun. Ob man bei nicht existenter Qualifikation für irgendetwas auch Gehör finden sollte, steht auf einem anderen Blatt.

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schnoeding 03.05.2019, 12:02
602. SPD handelt vollkommen widersprüchlich

Es ist doch ein schlechter Scherz, wenn die SPD über zu großen gesellschaftlichen Einfluss mächtiger Industriekonzerne fabuliert aber gleichzeitig einen sensiblen Bereich des offentlichen Lebens, den ÖPNV, den Großkonzernen zum Fraß vorwirft. In Hamburg wird derzeit auf massives Drängen der SPD das streng staatlich kontrollierte, ausschließlich aus Kleingewerbetreibenden bestehende, Taxengewerbe vom VW Konzern wegdisruptiert. Es ist absurd, einerseits die Vergenossenschaftlichung großer Konzerne und die Abschaffung privatwirtschaftlicher Vermietungen zu fordern und gleichzeitig den mächtigsten Autokonzern zu protegieren, indem man Gesetze wie das Personenbeförderungsgesetz bis fast zum Zerreißen dehnt, um einen Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge, wie den OPNV, vom streng kontrollierten lokalen Kleingewerbe zur Großindustrie zu überführen.

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sewass 03.05.2019, 12:03
603. Es geht nur um Aufmerksamkeit

Kühnert weiß, dass viele seiner Aussagen unsinnig und realitätsfremd sind, aber er will provozieren, um
Aufmerksamkeit zu bekommen. Und das hat er nun wirklich geschafft auch bei mir.
Und das obwohl kein einziger Gedanke neu ist und alles auf dieser Welt auch in einem Teil von Deutschland schon umgesetzt war. Erstaunlich wie einfach es ist, mit extremen Meinungen egal ob links oder rechts Schlagzeilen zu schreiben.

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Keycard 03.05.2019, 12:04
604. Unfassbar

Kuehnert legt nach, und dann bekommt er auch noch Applaus von der Basis fuer seine absurden Ideen. Das ganze ist fuer mich einigermassen unfassbar. Kuehnert's Ideen sind nicht innovativ, nicht durchdacht, nicht loesungsfaehig - sie sind einfach nur dumm. Wirklich dumm.
Und was mich im Forum auch immer wieder erstaunt, einige scheinen Deutschland akut vom Untergang bedroht zu sehen. Typisch deutsch. So etwas hoeren die Linken natuerlich nicht gern. Ist es aber. Sicherlich, der Abstand zwischen Arm und Reich ist groesser geworden, dafuer aber auch die Zahl derer, die man als "reich" bezeichnen wuerde. Ausserdem leidet in Deutschland niemand Hunger, jeder hat im Grunde genommen alles, was er zum Leben braucht, insbesondere im Vergleich zum materiellen Wohlstand der Leute in anderen Laendern. Aber man schaut natuerlich immer auf das, was der hat, der "mehr" hat. Man nehme dazu das vergleichsweise gut funktionierende deutsche Gesundheitssystem, die Infrastruktur, die soziale Absicherung. 70% des Bundes-Etats geht in Soziales! Wo gibt es denn sowas? Da koennen sich hoechstens die skandinavischen Laender noch messen. Aber hier wird von einigen Linkspopulismus-Fans und einer Pfeife wie Kuehnert weiter blind von Raubtierkapitalismus fabuliert, vom imminenten Untergang Deutschlands. Wer will leugnen, dass es den Menschen in Deutschland insgesamt noch nie so gut gegangen ist wie heute? Und war es die soziale Marktwirthschaft, die das bewerkstelligt hat, oder etwa der Sozialismus der DDR?
Nicht alles ist gut, es gibt immer etwas zu verbessern, insbesondere an der Chancengleichheit muss weiter gearbeitet werden. Andererseits ist das Geld anderer Leute natuerlich immer einfacher auszugeben. Das steht besonders einem Juso-Vositzenden, der in seinem Leben noch keinen nennenswerten Beitrag zum Steueraufkommen unseres Landes geleistet hat. Auch deshalb versteht er ganz offensichtlich grundlegende Zusammenhaenge nicht. In meinen Augen macht der Junge sich vollkommen laecherlich, in aller Oeffentlichkeit. Wenn es nur nicht so traurig waere, dass er jetzt auch noch Zuspruch bekommt. Ich fuehle mich irgendwie an Trump und seine duemmlichen Unterstuetzer erinnert...

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misterknowitall2 03.05.2019, 12:05
605. Tja,

Zitat von interessierter Laie
ist schon an sich ein völlig schwachsinniger Begriff. Sozialismus ist nach Marx die Diktatur des Proletariats. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Was bitte soll eine diktatorische Demokratie sein? Und die Menschen sind auch nicht durch die neoliberale Indoktrination traumatisiert, denn Neoliberalismus gibt es in Deutschland nicht. Sie sind vielmehr dadurch gepägt, dass ausnahmslos alle sozialistischen Experimente weltweit und auch im kleineren Maßstab in Deutschland West hoffnungsvoll gestartet und dann krachend gescheitert sind. Zeigen Sie mir ein einziges kollektivistisches Unternehmen, das sich nachhaltig gezeigt hat. Oder zeigen Sie mir ein einziges sozialistisches Land, das nicht in einer Diktatur geendet ist. Das beste Beispiel ist Venezuela. Es ist das erdölreichste Land der Erde - und könnte damit eigentlich ein real existierendes Schlaraffenland für seine Bewohner sein. Eine Gesellschaftsform, die selbst da zu Armut, Mangel und Unfreiheit führt, ist kein Konzept, sondern ein schlechter Witz! Es bestätigt sich der Witz: Was passiert, wenn man den Sozialismus in der Sahara einführt? Lange nichts und dann wird der Sand knapp!!!
sie verlieren sich im Dschungel der Bezeichnungen. Marx hat recht wenig von der Diktatur gesprochen und das Wort war damals auch anders besetzt, naja egal. Letztlich hat Marx nichts anderes gemeint als die Demokratie, der Herrschaft des einfachen Menschen und das war damals in seiner Zeit eben ein Arbeiter.

Und natürlich sind neoliberal geprägt. Dieser fehlgeleitete Gedanken, dass der Markt alles regelt und in die richtige Richtung lenkt, ist ein großes Übel, das schwer zu korrigieren wird.

In China, Huawei. Diverse Stadtwerke und Kommunalbetriebe in Deutschland.

Auch Venezuela leidet mehr unter den Sanktionen der USA als durch die eigene Linke Führung.

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PHIL62 03.05.2019, 12:05
606. Wehrhafte Demokratie

Warum soll ein Staat seine Macht nicht nutzen, um den Auswüchsen eines Finanzkapitalismus entgegen zu treten, der die Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens der Gesellschaft gefährdet ?

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nvonn 03.05.2019, 12:06
607. Anfangen

"Kapitalismus" ist in viel zu viele Bereiche vorgedrungen ... Ich schlage vor, die SPD fängt einmal an, ihn im Fußball zurück zu drängen. Wenn ich lese, dass ein Ballschubser sich einen Bugatti für 11 Mio Euro kauft, dann frage ich mich, wer denn hier Einkommen gerecht verteilt.

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ignazpietsch 03.05.2019, 12:08
608.

Zitat von k70-ingo
ja, das spielt eine Rolle. Jedenfalls für mich. Ich respektiere keine Leute, die in ihrem Leben noch nie richtig im Arbeitsleben gestanden haben, aber in der Politik das große Wort führen wollen.
Na das sehen sie bei dem gescheiterten (!) Jurastudenten Paul Ziemiak dann hoffentlich genauso???!!! Das macht mir viel mehr Sorge, dass so einer an den Schalthebeln der Macht sitzt und über unser Leben mitentscheidet.

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PARLIAMENT 03.05.2019, 12:10
609. Arbeitsleben

So etwas propagiert man wenn man vom Versagen im Tagesgeschäft und in der Realität ablenken will.
Wie wäre es, wenn sich die SPD um die echten Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung und deren Interessen kümmern würde ? Dazu müsste Herr Kühnert aber erst einmal deren Sorgen kennen.
Diese lernt er zum Beispiel kennen, wenn er einen Job sucht und schon in der Anzeige liest: „Tarifverträge finden keine Anwendung.“
Ich vermute, dass der Gute solche Anzeigen gar nicht kennt und auch nicht am Arbeitsleben teilnimmt. Von zu Hause und vom Sofa aus lassen sich solche pseudo Lösungen und Thesen leicht raushauen. Aber darum geht’s wohl auch nicht. „No news is bad news“, also Hauptsache auf die Titelseiten.

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