Forum: Politik
Sozialreport: Ostdeutsche fremdeln mit der Bundesrepublik

Sie hadern mit der Demokratie und sehen sich als Bürger zweiter Klasse: Viele Ostdeutsche blicken einer Studie zufolge auch mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall skeptisch auf die deutsche Einheit. Aber auch West-Bürger sind genervt von staatlichen Institutionen.

Seite 10 von 45
elstevo 31.08.2010, 17:15
90. Ostdeutsche und die Demokratie

SPON: "...Sie [die Ostdeutschen] hadern mit der Demokratie ..."

Diese Aussage war in den letzten Monaten oft zu hören und lesen.

Sie ist indes irrführend, weil sie etwa suggeriert, dass die Leute im Osten am liebsten die Mauer wieder hätten. Dabei zeigt ja gerade diese Umfrage, dass sich im Westen offensichtlich mehr Menschen die Mauer zurück wünschen.

Aber noch einmal zur Frage der Demokratie: Die Leute im Osten hadern nicht mit der Demokratie an sich, sondern sie bezweifeln das die Demokratie der Bundesrepublick ausreichend gut ist.

Was wäre 1990 nur alles möglich gewesen? Für wenige Monate gab es auf Deutschem Boden echte Demokratie, die von ganz normalen Bürgern ausging, nicht von Besatzungsmächten, Dämagogen oder Parteiideologen gesteuert. Wann hat es so etwas in Deutschland je gegeben?

Beitrag melden
partey 31.08.2010, 17:16
91. Nomen Est Omen

Zitat von dummermensch
Gebt den Meckerern, einschließlich Platzeck, ihre Schulden wieder, nehmt ihnen alles, was in den letzten 20Jahren durch Westhilfe geschaffen wurde, wie z.B. die Straßen, die Telefone, die Klärgruben usw. wieder ab. Gebt ihnen ihre Trabbis wieder. Wechselt ihnen ihre Euros in DDR-Mark 1:1 und baut ihnen ihre Mauer wieder auf, aber doppelt so hoch, damit man sie nicht sieht und schreien hört. Ihre Bonzen sind ja z.T. immer noch aktiv und sollten hinter diese Mauer geschoben werden.
Danke, ich (Jahrgang 1981) hatte schon ganz vergessen, dass ich in meiner DDR-Kindheit auf Straßen, Telefone und Klärgruben verzichten musste. Diese ewigen Märsche durch Sumpfgebiet zur nicht an sanitäre Einrichtungen angeschlossen Schule war wirklich schlimm. Ständig mussten wir uns vor dem Gebäude entleeren und dazu Pionierlieder singen und Honecker huldigen. Aber eigentlich wars ja kein Problem, da wir auch keinen Strom und Telefone hatten, konnte sich auch niemand bei der Straßenreinigung beschweren, welche so oder so überflüssig war, es gab ja nichts zu reinigen. Desweiteren gab es außer im Raum Berlin, bspw. in den Delikatläden, auch keine Schwerkraft und keine Zahl Pi, deswegen lief hier auch gar nichts und schon gar nicht rund.


Ich finde es in der Tat interessant was Sie schreiben. Das hört sich nach einer Neiddebatte an, nur aus westdeutscher Sicht. Hat Ihnen etwa ein Ossi den Arbeitsplatz geklaut ?
Och, Sie ärmster !

Und hätten Sie in der Schule aufgepasst wüssten Sie, dass ein 2-Takt-Motor effizienter ist als ein 4-Takter. Insofern war der Trabant durchaus eine richtungsweisende Innovation ;)

Fühlen Sie sich herzlichst gegrüßt !

Beitrag melden
existentialist09 31.08.2010, 17:16
92. Wissen Sie, da geht´s den Menschen wie den Leuten..

Zitat von HisDudeness
Der mit der Krankheit war gut. Die Frage ist nur, auf wen der Durchschnittsschwabe denn neidisch sein soll. Es gibt kaum einen Landstrich in Deutschland, in dem es sich besser leben lässt, wenn man den Kehrwochenterror ausser Acht lässt :-) Zum Thema: Ich habe ein....
Sie haben ihre Erfahrungen gemacht, das ist okay. Auch ich habe in Ost und West meine Erfahrungen gesammelt, gute und schlechte, und dabei sind viele Schwaben,Hessen, RP oder Sachsen nicht gut dabei weg gekommen. Eine latente Rechtsradikalität habe ich allerdings auch in RP kennengelernt, nur dass diese nicht so offen daher kommt, da halten solche Leute schön ihre Klappe, und heucheln das
politisch Korrekte daher. Allerdings habe ich es mir schon lange abgewöhnt über "die" Schwaben, Sachsen oder West/Ostdeutsche zu pauschalisieren. Und bitte, nicht mit den jetzt um die zwanzig-Jährigen dieses Spiel fortsetzen, sonst hört die Sch.... niemals auf.

Beitrag melden
L0u 31.08.2010, 17:19
93. das ist alles nicht so einfach

Zitat von seine_unermesslichkeit
Bin selber Ossi und pflichte Ihnen dennoch vollkommen bei. Was mich bei den Ossis am meisten anwidert, das ist deren Stolz auf ihre oztzonale Herkunft. Die Ossis leiden wirklich zum allergrößten Teil am Stockholm-Syndrom. Das dauert mindestens noch eine Generation, bis sich das gegeben hat!
Ich bin auch "Ossi". Ich mag dieses Wort genauso nicht wie "Wessi". Denn diese beiden Wörter zeigen, dass man sich schon sprichwörtlich abgrenzt. Da frage ich mich: Was soll das zum Teufel? Meine Güte, 20 Jahre sind vergangen und noch immer kleben wir an alten Denkweisen. Blöder, jammernder Ossi, arroganter und besserwisserischer Wessi! Mehr kennt man nicht.
Ist doch traurig oder?
Ich kann aber beipflichten, meine Eltern und Großeltern schimpfen heute noch über manche Sachen, die "früher besser waren". Das betrifft meist so Sachen wie Kindergarten oder Schule. Aber so sind die Leute! Und mal ehrlich? Ich wette die haben keine jungen Leute befragt.
Ich komme aus Brandenburg und lebe und arbeite jetzt in Schleswig-Holstein. Auch hier muss man sich von Leuten meiner Generation (20+) noch die alten Denkweisen anhören und schlechte Meinungen. Aber wieso? doch nur weil die Eltern es nicht anders beigebracht haben! Deswegen finde ich, sollte die nächste Generation endlich damit aufhören!
Letztendlich sitzen wir alle im selben sinkenden Boot, und Fakt ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand im Westteil Deutschlands die heutige politische Situation schlichtweg sch*** findet, dass er dann jubelnd durch die Straßen rennt, soviel zu "jammern" (weiteres Vorurteil btw).

Beitrag melden
laribum 31.08.2010, 17:19
94. Titel

Zitat von PublicDomain
...Andererseits fährt man auf dem Weg dahin durch strukturschwache Regionen im West, gegen die es in Sachsen wie im Schlaraffenland aussieht. Mit schön gemachten Autobahnen, Windparks und Glasbauten in den Innenstädten. Meiner Meinung nach könnte .....
Volle Zustimmung! Ich selbst komme aus Dresden und wohne seit etwa zwei Jahren in Frankfurt/ Main. Und ja, ich bin wegen eines Arbeitsplatzes hierher gezogen. Aber für mich war das nicht anders, als wenn es mich nach Berlin, Leipzig oder Rostock verschlagen hätte. Es war ein Umzug in eine andere Stadt, dass diese zufällig "im Westen" liegt, spielte für mich so gut wie keine Rolle. Wenn dies überhaupt eine Rolle spielte, dann nur der relativ großen Distanz zu Dresden und meinen dort lebenden Eltern wegen.
Ich bin auch der Meinung, dass der Soli auf strukturschwache Gebiete auch in Westdeutschland ausgeweitet werden sollte. Rhein/Main gehört nicht zu diesen Gebieten, wenn ich aber durch einige Städte z.B. im Ruhrgebiet fahre, sieht's dort auch nicht besser aus als in Eisenhüttenstadt. Mit dem Unterschied, dass die Häuser in Eisenhüttenstadt mehrheitlich saniert sind, schließlich gab's ja Zuschüsse vom Staat.
Rainald Grebe singt in seinem Lied "Urlaub in Deutschland" die Zeilen "[...] Wuppertal sieht aus wie Wladiwostok 1962 - Wenn man immer nur den Osten mästet... Das rächt sich! [...]". Der Vergleich mit Wladiwostok ist vielleicht überspitzt, aber prinzipiell ist diese Aussage richtig. Man sollte endlich aufhören, Deutschland in Ost und West zu unterteilen. Förderung von strukturschwachen Gebieten muss unabhängig von Ost oder West stattfinden. Die "wahre" Einheit, von der wir uns meiner Meinung nach entfernen, ist die Einheit hinsichtlich Chancengleicheit von Unten und Oben, unabhängig ob Ost oder West.
Und diese unsinnigen Ost-West-Studien sollten ebenfalls der Vergangenheit angehören. Genausogut könnte man Nord-Süd-Vergleiche zwischen Bayern und BW mit dem Rest des Landes durchführen. Die Ergebnisse wären bestenfalls interessant, jedoch für Deutschland insgesamt genausowenig hilfreich.

Beitrag melden
Mulharste 31.08.2010, 17:21
95. -

Zitat von sysop
Sie hadern mit der Demokratie und sehen sich als Bürger zweiter Klasse: Viele Ostdeutsche blicken einer Studie zufolge auch mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall skeptisch auf die deutsche Einheit. Aber auch West-Bürger sind genervt von staatlichen Institutionen.
Nein, kein Ostdeutscher guckt skeptisch auf die Einheit, sondern eher realistisch. Das ist kein Vorwurf, sondern einfach eine Zustandsbeschreibung. Dem hätte man aus dem Weg gehen können, wenn wir ´90 eine Verfassung bekommen hätten, eine neue Hymne etc etc. Einfach etwas gemeinsames aufbauen und nicht "nachbauen" mit allen Fehlern. Eine neue Nation hätten wir bauen könnne, haben wir aber nicht.

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit dafür, auf alle Fälle nervt die mediale Spalterei. Wohin ich auhc komme, alles unter 30 interessiert sich nciht für Ost/west...nur "wir" 30+ leben die Unterschiede.

Beitrag melden
overcomer 31.08.2010, 17:21
96. Bla bla...

Zitat von Luna125
Nach 50 Jahren Trennung braucht es 2-3 Generationen um das Land wirklich zu einen ( das sind rund 30-45 Jahre -15Jahre/Generation ). Zum zweiten gibt es immer Unterschiede in den Meinungen und Befindlichkeiten , auch unter den "ALTEN Bundesländern (Bayern - "Preussen" :-)) ).
Als ich sehe keinen Raum für weitere deutsche Sozialromantik.

Nicht nur werden die Falschen seit Jahren für alles mögliche verantworlich und verächtlich gemacht, es geht schon paradoxerweise schon längst so weit, dass ganze Bevölkerungsgruppen, die den Soli m i t f i n a n z i e r t haben, keinen Fußbreit auf Ostdeutschen boden trauen ohne Gefahr zu laufen im Krankenhaus zu landen oder böswilligen Blicken und Anfeindungen ausgesetzt zu sein.

Die Ossis haben den den Osten metal schon längst wiederaufgebaut. Na dann können die doch auch wieder ihre Blech-Mark und die Mauer haben. Wo ist das Problem?

A. Merkel back to the Roots.

Beitrag melden
Alf.Edel 31.08.2010, 17:22
97. "Vereinigungsgewinn"

Zitat von Sapere aude
Googeln Sie nach dem Begriff "Vereinigungsgewinn". Der Westen macht mit dem Osten einen jährlichen Gewinn.
Das war jetzt aber eine Steilvorlage... ;)

Beitrag melden
K. S. 31.08.2010, 17:22
98. Lustig

Zitat von klowasser
Die Wiedervereinigung hat uns mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich etwas gebracht hat. Das liegt daran, dass der Ostdeutsche soviele Kinder bekommt und die Genetik nicht mit denen der Westdeutschen übereinstimmt. Unsere gute westdeutsche Bevölkerung wird durch Mischehen zwischen z.B. Thüringern und Niedersachsen geschädigt!
Danke dafür,habe mich prächtig amüsiert! ;-)

Beitrag melden
Sam Hawkins 31.08.2010, 17:23
99. Quatsch

Zitat von dummermensch
Gebt den Meckerern, einschließlich Platzeck, ihre Schulden wieder, nehmt ihnen alles, was in den letzten 20Jahren durch Westhilfe geschaffen wurde, wie z.B. die Straßen, die Telefone, die Klärgruben usw. wieder ab. Gebt ihnen ihre Trabbis wieder. Wechselt ihnen ihre Euros in DDR-Mark 1:1 und baut ihnen ihre Mauer wieder auf, aber doppelt so hoch, damit man sie nicht sieht und schreien hört. Ihre Bonzen sind ja z.T. immer noch aktiv und sollten hinter diese Mauer geschoben werden.
Wieso, steht im Grundgesetz dass man jetzt grundsätzlich alles gaaaaanz toll finden muss? Eine gewisse kritische Distanz zum jeweiligen System (DDR oder Bundesrepublik) spricht wohl kaum gegen Platzek oder sonstwen. Jasager, Mitläufer und 150%-ige haben wir doch wohl schon genug, oder?

Beitrag melden
Seite 10 von 45
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!