Forum: Politik
Sozialstaat und Flüchtlinge: National befreiter Arbeitsmarkt
DPA

Lieber keine Arbeit als eine falsche - nach diesem Motto verfährt Ministerin Nahles auch in der Flüchtlingskrise. Selbst beim Praktikum für Asylbewerber soll der Mindestlohn gelten. So kann man Jobmärkte auch abschotten.

Seite 24 von 39
broväsor 20.10.2015, 17:43
230.

der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" und ihrer nationalistischen Kameraden, die sicherlich wieder wissen, wie sie aus dieser Thematik Kapital schlagen werden. Das allerschlimmste daran ist die Tatsache, dass sich die etablierten Parteipolitiker, mit Ausnahme der Linken (bezeichnender Weise verpönt) nie der Themen eines Teils der Bevölkerung angenommen haben. Die Fürsorge den Asylsuchenden gegenüber -die unbedingt notwendig ist- vermissen geringfügig Beschäfigte, Arbeitslose, Aufstocker, Rentner, Studenten und insbesondere allein erziehende Mütter, sowie einige andere mehr. Denen meint man auch noch eine Billig-Konkurrenz zumuten zu dürfen. Herr Fleischhauer leistet der rechten Gesinnung immer wieder Vorschub, und da wunderts schon fast nicht mehr, wenn auf einer Pegida-Veranstaltung ausgerechnet ein Redner/Hetzer mit Migrationshintergrund wie Akif Pirincci den Beifall der Demonstanten bekommt. Könnte lustig sein- aber ernsthaft: Die Migranten sind auch für die meisten Pegida Anhänger wohl nicht der Kern des Problems.

Beitrag melden
vulcain 20.10.2015, 17:43
231.

Ich denke nicht, dass man den Mindestlohn wegen der Eindringlinge aufgeben sollte. Genauso wenig sollte man andere Gesetze wegen ihnen ändern. Die geltenden, konsequent angewandt, sind ausreichend. Was die konkrete Situation am Arbeitsmarkt angeht, so kann ich als kleiner Unternehmer nur sagen, dass ich keinen Flüchtling anstellen werde. Es sind ausreichend Deutsche arbeitslos. Die müssen zuerst in Lohn und Brot gebracht werden.

Beitrag melden
lesernewsletter 20.10.2015, 17:45
232. Verschiedene Aspekte vermischt

Sehr geehrter Fleischhauer, zum einen vermischen Sie in Ihrem Artikle verschieden Aspekte:

- Ja, Sie haben recht, es ist schwer oder garnicht nachvollziehbar, warum die Erstaufnahmeeinrichtung sich an Dienst nach Vorschrift hält. Sicher ist zwischen Angestellten und Dienstherrn das Verhältnis nach vielen Sparrunden zerrüttet, aber auf dem Rücken der Flüchtlinge sollte das nicht ausgetragen werden. Hier sind Mitarbeiter und insbesondere Personalrat gefragt, ihre Position zu überdenken

- Ja, man kann mit dem Kopf schütteln, wenn die Pflege der eigenen Unterkunft und des näheren Umfelds als Schwarzarbeit beurteilt wird - hier wiehert unser Amtsschimmel hat aber mit dem Mindestlohn nichts zu tun

- Der Mindestlohn von 8,50 wird in vielen Bereichen für Tätigkeiten bezahlt, für die Mitarbeiter nur angelernt werden: Spüler in der Küche, Reinigungskräfte im Hotel etc. In der Gebäudereinigung liegt der Tarifmindestlohn im Übrigen bei 9,55. Viele Unternehmen würden Flüchtlinge auch ohne besondere Sprachkenntnisse einstellen. Warum also soll ein Flüchtling für Tätigkeiten, die nur eine kurze Anlernphase benötigen, weniger Lohn erhalten als jeder andere Mitarbeiter. Eine Aufweichung hier würde tatsächlich zu einem Verdrängungswettbewerb am unteren Lohnnivau führen. Hauptschüler, Migranten früherer Jahre würden hier gegen Flüchtlinge ausgespielt.

Angesichts dessen, dass viele der Flüchtlinge sehr jung und bildungshungrig sind, haben viele von ihnen aber auch gute Chancen auf Ausbildung. Hier gibt es im Vorfeld durch die Arbeitsagentur einerseits finanzielle Unterstützung für die Unternehmen und Reglungen, die den Mindestlohn außer Kraft setzen und so schwer zu durchsschauen sind diese Reglungen nicht. Andererseits gilt während der Ausbildung gilt kein Mindestlohn sondern nur die Ausbildungsvergütung.

Also gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, Flüchtlingen für ihre Arbeitsleistung den Mindestlohn zu verweigern.

Beitrag melden
HISXX 20.10.2015, 17:45
233. Absoluter Unfug

Nun haben wir endlich den gesetzlichen Mindestlohn und schon geht das Geschrei los, Ausnahmen zu schaffen.
Jeder der einigermassen bei Verstand ist muss doch begreifen welche soziale Sprengkraft das hat, wenn der Mindestlohn für Flüchtlinge aufgeweicht wird.
Dann stehen die Flüchtlinge sofort in direkter Konkurrenz zu den Schwächsten unserer Gesellschaft, die gerade von diesem Mindestlohn profitieren. Welcher Unternehmer beschäftigt denn noch die Putzfrau für 8,50€, wenn er für das gleiche Geld zwei Flüchtlinge bekommt. Dann bekommen wir noch sehr viel mehr soziale Konflikte als uns sowieso noch bevorstehen.
Sollte der Mindestlohn nicht einst den Untergang des Abendlandes herbeiführen, mit sprunghaft steigenden Arbeitslosenzahlen. Bisher hat man davon nicht viel gemerkt.
Bitte nicht sofort wieder neue Ausnahmen einführen, die gibt es schon genug. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass die Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie, die für 3€ geschuftet haben, nun den vollen Mindestlohn bekommen?

Beitrag melden
movfaltin 20.10.2015, 17:46
234. Mannheimer Zahlen richtig?

Der Mannheimer OB Peter Kurz spricht von über 13.000 Flüchtlingen derzeit (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fluechtlinge-in-deutschland-umfrage-unter-buergermeistern-a-1058507.html) - bei einer Größe der Stadt von rund 300.000 und somit über 4% der Bevölkerung dürfte das einer (wenn nicht) der Spitzenreiter unter deutschen Großstädten sein. Kommt das hin - und wenn ja, wie ist das zu schultern?

Beitrag melden
deesdrei 20.10.2015, 17:46
235. Natürlich gibt es die!

#206, @Celestine: Zitat: "Das TTIP soll bis Ende dieses Jahre unter Dach und Fach sein, so die Kanzlerin neulich vor dem Bundestag. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?" - Und ob es den gibt! Wie Sie auch ebenso richtig die Situation der illegalen Einwanderer in den USA skizziert haben! Der Kapitalismus, den wir ja - glaube ich - hier allerorten haben - kennt nur ein einziges erstrebenswertes Ziel: maximalen Profit! Dafür ist jedes Mittel recht, notfalls auch ein Krieg. Soziale Wohltaten, irgendwelche Empathie, ja sogar Menschlichkeit stören da im Prinzip nur! Es sei denn, auch damit lässt sich - Richtig! - ebenso Kohle machen! Bruchbude zu Phantasiepreisen als Flüchtlingsherberge, wäre da ein Beispiel. Unsere "Oberen" wussten von Anfang an, dass hier keinesfalls diejenigen Fachkräfte ankommen, die wir tatsächlich auch brauchen, sondern hauptsächlich Menschen mit niedrigster Bildung! Hier wird ein neues Heer von Billiglöhnern herangezogen, die, um hier überhaupt existieren zu können, von der Gesellschaft zusätzlich alimentiert werden müssen! Stichwort: Aufstocker. Und die werden dann mit den einheimischen Niedriglöhnern um die Arbeitsplätze konkurrieren. Ratet mal, wer diesen Wettlauf garantiert NICHT gewinnen wird! Der Wahnsinn hat Methode!

Beitrag melden
fliese1 20.10.2015, 17:46
236. Büropost???

Zitat von Manitou-01@gmx.de
Der Mindestlohn ist der angemessene Lohn für jemanden, der keine Qualifikation hat und keine körperlich besonders schwere Arbeit leistet. So z.B. als Bürobote die Hauspost zwischen Poststelle und den Büros hin- und herträgt oder als Gehilfe im Einzelhandel leere Kartons verdorbene Waren aus den Regalen entfernt und die von nachlässigen Kunden fallengelassenen Jogurtbecher zusammenwischt. Dazu muß man nicht viel deutsch sprechen.
Wo leben Sie denn? Im Zeitalter des Internets werden Sie wohl kaum noch einen Büroboten finden. Die Stellen zum im Einzelhandel sind meistens auch schon längst mit Teilzeitkräften besetzt. Aber träumen sie mal schön weiter.

Beitrag melden
puby 20.10.2015, 17:49
237. Das habt ihr Wirtschaftsliberalen,

euch wohl so gedacht, weg mit dem Mindestlohn, Aushölung der Arbeitnehmerschutzgesetzte ( längere Arbeitszeiten, etc.). Natürlich erstmal nur für Flüchtlinge. Und da passt euch der Pöbel auf der Straße wohl ganz gut in den Kram, der die Stimmung dafür schafft und schön davon ablenkt, dass es euer Wirtschaftssystem ist, das die Hauptschuld am Mist in der Welt trägt.

Beitrag melden
stefan.martens.75 20.10.2015, 17:50
238. Was für ein Unsinn

Lieber Herr Fleischhauer ist ihnen aufgefallen, dass der Mindestlohn kaum einen Effekt auf die Beschäfftigung hatte? Um nicht zu sagen gar keinen, denn das kann man nicht beweisen......
Der Mindestlohn schützt die unteren Einkommensschichten vor Erpressung und Ausspielung mehr nicht!
Und sie wollen diesen Umstand durch die Hintertür wieder einführen?
Es gibt nicht genug sinnvolle Beschäfftigung in diesem Land und das seit 30 Jahren!
Das einzige was sie erreichen wenn sie Millionen Menschen in den Arbeitsmarkt pressen ist ein Verfall der Preise! Wie es auch Rot/Grün mit HartzIV erfolgreich geschafft hat.
Wenn sie Jobs zu 4€ die Stunde anbieten zerstören diese nur besser bezahlte Jobs......
Schaffen aber nicht mehr Wohlstand oder verringern soziale Probleme......
Sollte jetzt auch der letzte Begriffen haben.
Warum sollte ich auch meine Büroräume für 9€ die Stunde putzen lassen, obwohl ich das locker könnte, wenn es ein Anderer für 4€/Std. macht?

Beitrag melden
unlogisch 20.10.2015, 17:51
239. von Freiwilligkeit ist schon lange keine Rede mehr

Hartz4 heißt, entweder du nimmst den Job an oder wir streichen dir das Geld. Von daher weiß ich nicht, was J. Fleischhauer will, sobald die Flüchtlinge registriert sind, geht der moderne Sklavenhandel los. Warum sind denn immer noch über 7 Millionen Hartz4 Empfänger im Land, weil es den Unternehmen mit der Kurzarbeit auch mit zu Gute kommt. Die 8,50 Euro sollen zumindest keine Anreize mehr geben, dass ein Minijob noch lukrativer ist, weil man weniger Stundenlohn geben kann.

Beitrag melden
Seite 24 von 39
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!