Forum: Politik
Sozialstaat und Flüchtlinge: National befreiter Arbeitsmarkt
DPA

Lieber keine Arbeit als eine falsche - nach diesem Motto verfährt Ministerin Nahles auch in der Flüchtlingskrise. Selbst beim Praktikum für Asylbewerber soll der Mindestlohn gelten. So kann man Jobmärkte auch abschotten.

Seite 7 von 39
jubelyon 20.10.2015, 15:29
60. Siehe Frankreich

Sehr richtige Diagnose. In Frankreich kann man besichtigen, was es bringt, wenn man sich gegen Arbeitsintegration und für soziale Alimentierung entscheidet: ein abgeschotteter Arbeitsmarkt, der von den Gewerkschaften mit klauen und Zähnen verteidigt wird, und eine hohe Arbeitslosigkeit, vor allem der jungen Leute und Unqualifizierten, die bei einem hohen Mindestlohn keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Man kann eine Zeitlang versuchen, sich der Globalisierung und den wirtschaftlichen Realitäten zu widersetzen, aber irgendwann rächt sich das, vermutlich mit dem Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme.

Beitrag melden
Trondesson 20.10.2015, 15:29
61.

Für Fleischhauer sind die Flüchtlinge offenbar nichts weiter als Sklaven, die freiwillig ins Land kommen, um für den Profit der deutschen Wirtschaft zu arbeiten, und deren Arbeit noch nicht einmal den Mindestlohn wert ist, der selbst Deutschen nur zähneknirschend zugestanden wird, da er im Grunde nur Abzüge vom Gehalt der Manager bedeutet. Ehrlich gesagt liegt das genau auf Fleischhauers Linie, die meines Erachtens noch wesentlich gefährlicher für die letzten Reste der Demokratie in Deutschland ist als alles, was Pegida und Konsorten zu diesem Thema vorbringen können.

Beitrag melden
tiefenrausch1968 20.10.2015, 15:29
62. Ja, da reibt sich die Industrie die Hände

Flüchtlinge für 5,00 Euro/Stunde. Da werden Träume wahr. Der Mindestlohn ist ohnehin zu niedrig und sollte eher aufgestockt als weiter durchlöchert werden. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich auch auswandern, aber sicher nicht nach Deutschland.

Beitrag melden
Pixelquäler 20.10.2015, 15:30
63. Ein Heer billiger Lohndrücker

und Zustände wie im 19.Jh. kann nicht die Lösung sein. Die Asylverfahren müssen auf 48 Std verkürzt werden, danach erfolgt eine konsequente Abschiebung, wie sie gesetzlich auch vorgesehen ist. Das spricht sich ebenso schnell herum wie Merkels katastrophale Einladung an den Rest der Welt. Ansonsten wird Deutschland durch die nicht endende Sogwirkung in wenigen Jahren im Chaos versinken.

Beitrag melden
DougStamper 20.10.2015, 15:31
64. Folgen?

Was genau ist die Folge wenn der Mindestlohn für Asylbewerber außer Kraft gesetzt wird? Ich gehe davon aus, dass vielen Arbeitgebern der Kostenvorteil wichtiger wäre als die Qualifikation! Außerdem, in wie fern ist die Arbeit eines nicht deutschen weniger wert als die eines deutschen? Unlogisch irgendwie. Viel sinnvoller wäre es schnellstmöglich Ausbildungsmassnahmen für Flüchtlinge zu fördern. Dass diese keinen Berufsabschluss haben bedeutet doch nicht, dass sie nichts gelernt haben, sondern das der ausgeübte Beruf nicht wie in Deutschland erlernt wurde. Ein Bäcker aus Kabul kann auch in Kassel backen, der braucht nur Ausbildung an den Maschinen. Aussetzung des Mindestlohns wäre definitiv das falsche Signal.

Beitrag melden
Niederbayer 20.10.2015, 15:31
65.

Zitat von SethSteiner
Es ist eigentlich traurig, dass der Mindestlohn überhaupt aufgeweicht wurde, da braucht sich niemand noch mehr erweichen lassen. Wer nicht den Mindestlohn zahlen will, der würde, wenn er könnte, auch Teile und Rohstoffe für seine Produkte klauen anstatt für sie zu zahlen.
Praktikum ist nicht gleich Arbeit. Praktikanten helfen mit, sind aber mit internen Abläufen und Details nicht vertraut. Daher ergibt sich ein erheblicher Erklärungsaufwand den jemand leisten muß. In dieser Zeit ist dieser jemand nicht produktiv.

Dieser Verlust muß ausgeglichen werden. Das geht am einfachsten über einen niedrigeren Stundensatz für den Praktikanten.
Zudem werden Praktikas nicht vorrangig gemacht um Geld zu verdienen, sondern um Erfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen sollten als Teil der Entlohnung gesehen werden.

Beitrag melden
paulvernica 20.10.2015, 15:31
66. noch besser

Zitat von Nordstadtbewohner
Wenn die Flüchtlinge schnell integriert werden sollen, dann ist der Mindestlohn ein Störfaktor. Eine Aufhebung des Mindestlohns würde die Integration der Flüchtlinge stark beschleunigen und die Wirtschaft wäre im globalen Wettbewerb noch leistungsfähiger. Die Bezahlung eines Beschäftigten sollte sich stets nach der Arbeitsleistung richten. Der Mindestlohn verhindert dieses Prinzip.
Noch besser wäre es wenn wir ihnen nur eine Scheibe
Brot am Tag und etwas Wasser für Arbeit geben würden.
Die Wirtschaft wäre noch viel superer leistungsfähiger
im globalen Wettkampf.
Bei manchen Meinungen fehlen mir wirklich die Worte.

Beitrag melden
kl1678 20.10.2015, 15:31
67. jobs

Zitat von karlsiegfried
Was spricht dagegen?
Die Arbeitslosigkeit geringqualifizierter Migranten. Ich frage mich allerdings, ob es diese Jobs überhaupt gäbe, selbst wenn nur 1 €/h gezahlt werden müsste. Wo? Und entlassen sollte man wohl besser niemanden. In Zukunft wird die Frage wohl eher lauten, ob die wenigen produktiven Arbeiter 10.000 oder 100.000 Menschen ernähren müssen.

Beitrag melden
Mertrager 20.10.2015, 15:32
68. Gerede sinnlos - Fakten sehen

Solange die vorgelegten Zahlen offensichtlich nicht real sind, bringt alles Gerede auf der Basis dieser Zahlen nichts. Die wenigsten Leser dürften auf eigene Erkenntnisse hierzu zurück greifen können. Meine Erfahrung ist, dasz die meisten Flüchtlinge zu wenig Sprachkenntnisse und zu wenig Fachkenntnisse haben, um beruflich eingesetzt zu werden. trotzdem werden sie vom Arbeitsamt wie sauer Bier angeboten. Die Vermittlung von ev. geeigneten anderen Personen ist hingegen äußerst schleppend. In der Folge erden die betr. Jobs oftmals nicht besetzt. Bei den syrischen Flüchtlingen ist die Motivation zur Arbeit gross, die Qualifikation nicht unbedingt.

Beitrag melden
spon72 20.10.2015, 15:33
69. Die Aufwichung des Mindestlohns...

...würde genau diejenigen treffen, welche aktuell geistig ohnehin bereits eher auf der Seite von Pegida stehen und die Flüchtlingskrise dahingehend verschärfen. Mit Verlaub, die Kolumnen von Ihnen, Herrn Fleischhauer, sind mir auf dieser Schiene zu kapitalismusfreundlich, dabei geht es bei Ihnen doch auch anders, wenn Sie ohne die rosarote Brille auf die Probleme nach dem sogenannten "Sommermärchen" aufmerksam machen. Ich persönlich weiß, dass beim derzeit anhaltenden Flüchtlingsstrom auch die Bundesregierung noch in diesem Jahr die Grenzen offiziell schließen wird, ja sogar schließen muss, schon um den Behörden und allen Freiwilligen (Hut ab vor deren Engagement) etwas Luft zu verschaffen. Schon aus diesem Grund ist es legitim, diese ohnehin schwierig durchzuführende Variante anzudenken. Wir habe es mit einer Völkerwanderung auschließlich gen Deutschland zu tun, dessen Gründe selbst die naivste Seele nicht leugnen kann, das überstapaziert jedwede Toleranz, merke ich auch an meiner Wenigkeit. So plötzlich kann es gar keine überbordenden Krisenherde, im Vergleich zur Vergangenheit geben, als dass es auf einmal solche Massen in Bewegung setzt. Nein, der Grund ist, neben dem Krieg in Syrien, ein Effekt, der bisher größtenteils ausgeblendet wird. Es ist die digitalisierte Globalisierung, der Informationsfluss bis in die hinterste Ecke der Welt und die darin verbreitete Mär vom gelobten Land, welches alle Hoffnungen wahr werden lässt. Ich kann verstehen, dass sich einige Menschen hierzulande wünschen, genau auf diesem Fleckchen Erde zu leben, aber das ist leider nicht der Fall. Die Ressourcen sind begrenzt und wir sollten vielmehr daran arbeiten, die Lebensverhältnisse in den Ländern der Dritten Welt schnellstens zu verbessern. Aber ach, hier liegt der Hase im Pfeffer, weil wir dann nicht mehr auf den Kosten der Armut dort leben könnten. Das zu erklären, übersteigt leider die Kommentarzeichen, aber es ist auf alle Fälle ein schöneres Gefühl, den Heilsbringer zu geben, als sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wo das alles enden könnte.

Beitrag melden
Seite 7 von 39
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!