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Späh-Affäre: Dreiviertel der Deutschen haben keine Angst vor der NSA
DPA

Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich vom Geheimdienst NSA nicht bedroht, einer Umfrage zufolge halten viele die aktuelle Diskussion für überbewertet. Gleichzeitig scheint sich die US-Regierung zu bewegen: Laut "Rheinischer Post" sagt sie verbindliche Absprachen für ein Anti-Spionageabkommen zu.

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bssh 02.11.2013, 12:42
110. Spionage und Überwachungsstaat

Nicht die Spionage ist das Problem, sondern die massenhafte Überwachung unbescholtener Bürger!
Spionage hat es immer gegeben und wird es immer geben, aber diese Totalüberwachung der Bürger, die ist neu. Dagegen war die Stasi ein Kindergarten.
Niemand hat etwas dagegen, wenn Leute überwacht werden, die verdächtigt werden, aber hier geht es um die flächendeckende Überwachung der gesamtenj Bevölkerung um dann evtl. mal ein paar Leute herauszufischen. Orwell lässt grüßen.

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aa_mode 02.11.2013, 12:43
111. unglaublich...

Es ist nicht zu fassen, wie dumm-naiv die unbekümmerten Foristen hier sind. Dabei liegt doch die Gefahr auf der Hand: Sammeln von Daten und Metadaten, vllt. Bewegungsprofilen und Daten-Extrapolation. Wenn nur genügend Informationen vorhanden sind können z.B. heute schon Algorithmen errechnen, was ein Konsument als nächsten wollen würde - noch bevor er es selbst weiss. So kann man sehr effektive Werbung platzieren. All die unbescholtenen Bürger, die dem Datensammeln nichts entgegen setzen, weil sie "nichts zu verbergen haben" wissen heute vllt. noch nicht, dass sie es irgendwann einmal haben werden. Oder dass ihr Verhalten von einer anderen Regierung in der Zukunft ganz anders bewertet werden würde. Wäre z.B. ein Joschka Fischer jemals Minister geworden, wenn er seine militanten Strassenschlacht-Aktionen mit schwerverletzten Polizisten) auf Facebook (hätte es dies damals schon gegeben) kommuniziert hätte? Ich will damit sagen, es ist nicht vorherzusehen was die Daten von heute, morgen für uns bedeuten können. Liebe unbekümmerte Mitbürger, Ihr habt aus der Vergangenheit nichts gelernt und steht der Vertetzung euer eigenen Grundrechte gleichgültig gegenüber. Euch fehlt ganz klar die geistige Kompetenz um zu sehen, was das für die Gesellschaft bedeuten kann / wird und ihr stellt offensichtlich auch noch die Mehrheit. Erschütternd.

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ashrak2014 02.11.2013, 12:43
112. optional

Das möchte sicher gern glauben das mit den 75 %, ist aber eher unrealistisch. Man möchte nur das Thema aus der Presse haben und da hört sich das doch gut an.

Wenn man bedenkt das nun alle Europäer zusammengearbeitet haben sollen und jetzt der NSA weniger Böse sein soll. Dann paßt das gut in die Propaganda rein. Die haben wohl alle bei einem Früheren Propagandaminister ihre Ausbildung genossen

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ichbins777 02.11.2013, 12:48
113. Nsa

Zitat von sysop
Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich vom Geheimdienst NSA nicht bedroht, einer Umfrage zufolge halten viele die aktuelle Diskussion für überbewertet. Gleichzeitig scheint sich die US-Regierung zu bewegen: Laut "Rheinischer Post" sagt sie verbindliche Absprachen für ein Anti-Spionageabkommen zu.
Das wundert mich nicht, hier wird die Scheißegal Mentalität nochmals fest zementiert. Übrigens nicht nur bei den Deutschen.
Die meisten wissen das ihr Leben vordiktiert wird. Die Demokratie nur vorgeheuchelt. Es ist in den Köpfen drin das man sowieso nicht dagegen machen kann und.... ich alleine kann da sowieso nichts machen.
Man hat sich auf Schmerzen eingestellt und wartet nur geduldig auf das 2m tiefe Loch das auch eine Befreiung von dem Wissen sein wird das man das ganze Leben nur verarscht und ausgebeutet wurde.

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Mike Sommer 02.11.2013, 12:57
114.

Zitat von atech
Wir haben es Edward Snowden zu verdanken, dass er uns gewarnt hat. Jetzt müssen wir nur noch unsere Erkenntnisse umsetzen und von unserer Regierung fordern, das Ausspionieren der eigenen Bevölkerung durch eigene und fremde Geheimdienste sofort einzustellen. Tut sie es nicht, ist die Abwahl dieser "Volksvertreter" fällig.
So einfach ist das nicht. Die Dienste agieren mittlerweile vielfach autark und unabhängig von der jeweiligen Regierung. Ich wäre keineswegs überrascht zu erfahren, dass die NSA auch Obama und diverse US-Kongressangehörige abhört.

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a.vollmer 02.11.2013, 13:02
115. Falsche Frage an die Befragten

Wenn man nach der Bedrohung der Privatsphäre fragt bekommt man diese Quote. Man müsste nach dem Abhören der Intimsphäre fragen, Handy-IMEI-Bewegungsprotokollen rund um die Uhr auf 20 cm genau, Mitschnitt der Arztdaten egal ob Befund oder Abrechnung, Protokollierung der Adressdaten beim Brief- und Paketversand, Gewinnung von BigData zur Analyse von Einfluss- und Beziehungsgeflechten, Erzeugung eines Social Graph mit wesentlich mehr Tiefe als es Facebook je könnte. Und ob das System schon die Grenze überschritten hat unser Denken zu berechnen und mögliche Manipulationen zu simulieren und zu testen, wie es Karl Popper und andere in den 40ern vorausgesagt und befürchtet haben, wer weiß?

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Mononatriumglutamat 02.11.2013, 13:06
116.

Zitat von Chipslette
Dass Dreiviertel der Deutschen sich nicht bedroht fühlen, glaube ich sofort. Die kapieren ja auch nicht, wie gefährlich das ganze System werden kann, wenn mal der Falsche am Hebel sitzt.
Schon wieder jemand, der sich über seine Mitbürger erhebt und alle für dumm erklärt. Dabei ist die NSA eine Institution eines demokratischen Rechtsstaats und hat den Auftrag, diesen Staat und seine Bürger zu schützen. Und wenn die Institutionen demokratischer Rechtsstaaten diesen Rahmen verlassen, dann haben Demokratie, Rechtsstaat und Bürger ganz andere Probleme.

Dies ganz abgesehen davon, daß "der Falsche" natürlich sofort eine solche Überwachung beginnen würde, so er an die Macht käme. Im Gegenteil: dank dieser Überwachung kann "der Falsche" überhaupt rechtzeitig erkannt und vom Hebel ferngehalten werden.

Zitat von Chipslette
Im übrigen, mir ist es egal, ob die NSA, der BND oder sonst eine Institution uns überwacht. Massenüberwachung geht genauso wenig wie die Überwachung von Angestellten.
Die Überwachung von Angestellten durch ihren Arbeitgeber ist eine vollkommen andere Geschichte und hat hiermit nichts zu tun.

Zitat von Chipslette
Es ist einfach ein Angriff auf das Grundrecht der Freiheit, eines der wichtigsten Grundrechte, das wir haben. Gerade in einem Rechtsstaat. Aber der soll wohl immer mehr abgeschafft werden...
Im Gegenteil: er soll verteidigt werden. Unter anderem, wie gesagt, gegen genau den "Falschen am Hebel", den Sie oben meinen.

Ich sehe auch keinen Eingriff in Ihre oder meine Freiheit. Worin sollte der denn bitte bestehen? Daß da jemand erfaßt, mit wem Sie häufig kommunizieren, und bei bestimmten Inhalten mal genauer hinschaut, worüber? Inwiefern schränkt das Ihre Freiheit ein (außer jener, mit antidemokratischen Mitteln nach der Macht zu greifen)? Gibt es irgend eine legale Freiheit, die Ihnen die Überwachung verwehrt?

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rehabilitant 02.11.2013, 13:07
117. Naiver Standpunkt

Zitat von jonath2010
Das Umfrageergebnis überrascht mich kein bisschen. Wieder einmal wird klar, wie bedrückend groß die Kluft zwischen Politik und Medien einerseits und den Bundesbürgern andererseits ist. Seit Wochen wird Tag für Tag im Fernsehen, in Online-Portalen und in den Zeitungen von etwas berichtet, das mit „NSA-Affäre“ oder „Ausspäh-Affäre“ überschrieben ist. Edward Snowdens Gesicht schaut mich bald in jeder Nachrichtensendung an. Aber was Christian Ströbele oder Claudia Roth oder Sigmar Gabriel oder Gregor Gysi als einen „ungeheuerlichen Vorgang“ bezeichnen, wird noch lange nicht so von Lieschen Müller oder Franz Meier oder Walter Kunz gesehen. Wenn ich meiner Schwester eine Mail schreibe, dass wir uns mal wieder treffen sollten – am besten am nächsten Samstag um 10.00 Uhr im Café „Am Rathaus“ - dann kann das lesen wer will. Auch die NSA oder der Bundesnachrichtendienst oder ein sonstiger Geheimdienst dieser Erde, wenn der gerade Lust dazu verspürt. Etwas weniger Hysterie in der Angelegenheit täte allen Beteiligten gut.
Dann haben Sie auch sicher nichts dagegen, dass ihr Termin beim Facharzt, dazu der Grund des Besuches plus ihre komplette Krankengeschichte auf Vorrat gespeichert werden, Informationen, die sich dann auch Ihr nächster potentieller Arbeitgeber besorgen kann.

Oder ihre Vorladung bei Gericht mit Begründung und kompletter Vorgeschichte?

Jedermanns Schuldenhistorie wird ja bereits lückenlos aufgezeichnet und hat schon manchem Menschen das Leben schwer gemacht.

Dies sind nur Beispiele und natürlich wird die NSA das wahrscheinlich nicht interessieren.
Darum geht es auch nicht.
Es geht darum, dass diese Daten gespeichert werden, und zwar unwiderruflich und für alle Zeiten.
Der Bürger wird gläsern, indem alle Daten personenbezogen zusammengeführt werden können und wer in Zukunft Zugriff auf diese Daten bekommt, kann heute noch niemand sagen.

Insofern ist der Standpunkt 'habe nichts zu verbergen' mindestens als naiv zu bezeichnen.

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redhawk_1 02.11.2013, 13:09
118. Einordnung der NSA-Affäre

Die Westbindung Deutschlands und die Partnerschaft mit den USA stellen Werte dar, die man nicht unterschätzen und auf keinen Fall aufs Spiel setzen darf, wie die Geschichte des letzten Jahrhunderts unmissverständlich gezeigt hat.

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hal5000 02.11.2013, 13:13
119.

Zitat von sysop
Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich vom Geheimdienst NSA nicht bedroht, einer Umfrage zufolge halten viele die aktuelle Diskussion für überbewertet.
Tja, ist schon witzig, und so...

Zitat von Chipslette
Dass Dreiviertel der Deutschen sich nicht bedroht fühlen, glaube ich sofort. Die kapieren ja auch nicht, wie gefährlich das ganze System werden kann, wenn mal der Falsche am Hebel sitzt. ...
werden dann alle anderen für blöd erklärt, und nur man sellbst begreift den Vorgang, oder...

Zitat von Badischer Revoluzzer
woher der Spiegel die Aussage wirklich hat, daß die Deutschen sich nicht von der NSA bedroht fühlen. ... Reagiert hier der Spiegel "regierungsfreundlich" und will beschwichtigen ?
man zweifelt die Korrektheit der Umfragedaten gleich komplett an, um sich nicht einer nur empörten Minderheit zurechnen lassen zu müssen.

Oder aber es werden...

Zitat von citi2010
... typisch lächerlich. 3/4 der Deutschen fühlten sich auch nicht von der Gestapo bedroht ...
eben völlig unangemessene Vergleiche gezogen, um sich nicht selbst einen völlig überzogenen Umgang mit dieser Thematik bescheinigen zu müssen oder es wird einfach empört die Realität passend gemacht, ...

Zitat von JohannWolfgangVonGoethe
... Dreiviertel der Deutschen sind demnach jung und uniteressiert (was man ihnen nur schwer verdenken kann - bei den politischen Umständen). Oder so alt, dass sie von #neuland noch nie etwas gehört haben,...bla
damit es passt.
Diese Thematik ist wirklich geeignet, sich einen Überblick über die Denkweise bestimmter Menschen zu verschaffen. Sehr interessant jedenfalls. Und dies nur auf der ersten von bisher 11 Seiten dieser Diskussion...

Und spätestens nach Beiträgen wie diesem...

Zitat von kinngrimm
[altvolk, naive und technik deppen] Kein Wunder bei einer Überaltenden Bevölkerung, wo die meisten im Nachkriegsdeutschland aufgewachesen sind, USA als Ihren Herren und Meister gelernt haben zu akzeptieren und um bloß nit aufzufallen, duckmäuserisch den gegebenen Mächten lieber nicht entgegentreten. ...bla
weiß man, dass eine ernsthafte Diskussion über dieses Thema in diesem Forum sicher nicht möglich ist.

Da ist es dann doch sinnvoller, als "workaround" persönlich seinen Umgang mit elektronischen Daten zu prüfen (ob als Normalbürger oder als BK) und die durchaus unangemessen erscheinende Spähaktivität der Amis und Briten (als auch der Chinesen im Übrigen) immer wieder dem richtigen Adressaten gegenüber kritisch zu thematisieren.

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