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Spätaussiedler in Friedland: Heimkehr in die Fremde
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Sie kennen Deutschland höchstens aus dem Urlaub, sprechen oft kaum unsere Sprache. Doch weil sie deutsche Ahnen haben, steht Spätaussiedlern und ihren Abkömmlingen ein Pass zu. Ist das gerecht?

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seit1958 05.02.2017, 21:56
1. Früher zu 95% CDU Wähler

und deswegen ohne Kritik willkommen. Heute zu 70% Wähler der AFD.
Unerheblich, da in der statistischen Menge verschwindend klein.
Ich habe schon vor 30 Jahren diese Art der Deutschtümelei nicht gemocht und sehe keinen Grund diese Meinung zu ändern. Auch sehe ich keinen Grund einen deutschstämmigen Wirtschaftsasylanten der fünften Generation einem Flüchtling aus Syrien oder Afrika vorzuziehen. Der Gesetzgeber schon!

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TheK79 05.02.2017, 21:56
2.

Persönlich halte ich von dieser Bevorzugung wenig – den Spruch mit dem deutschen Schäferhund kennt ja wahrscheinlich jeder). Genauso sinnlos finde ich übrigens ein Wahlrecht für Personen, die dauerhaft im Ausland leben (von Botschafts-Personal einmal abgesehen). Andersherum wird von Einwanderern verlangt, dass sie ihre Herkunft am besten vergessen und dann bleibt man in diesem Verständnis ewig Deutscher; gar erblich?

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Paul-Merlin 05.02.2017, 21:58
3. Es kommt eine überschaubare Anzahl,

bereits in Kasachstan hat er sich zu seinem "Deutschsein" bekannt und die kulturelle Einstellung ist unserer sehr ähnlich. Diejenigen Spätaussiedler aus Russland bzw. den anderen Nachfolgestaaten der UDSSR die ich persönlich kenne zeichnen sich durch einen sehr großen Fleiß aus. speziell bei den Frauen ist dies sehr auffällig. Diese Menschen passen hierher und haben sich gut integriert und die jetzt ankommenden Nachkömmlinge werden sich genauso integrieren. Da habe ich keinen Zweifel.

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toterwinkel 05.02.2017, 22:06
4. Auch seltsam:

Wenn Sie das bemerkenswert finden, dann sollten Sie sich mal unser Staatsangehörigkeitsgesetz anschauen. Sie wird nämlich vererbt, diese Staatsangehörigkeit. Das führt mitunter ebenso zu sehr seltsamen Konstellationen. Nach meiner Schätzung schlummern noch etliche tausend "Deutsche" in Polen, denen nach der Durchführung des Staatsangehörigkeitsfestellungsverfahrens der deutsche Pass zustehen würde.

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reflexxion 05.02.2017, 22:11
5. kann ich dann Franzose werden?

Meine Großmutter ist nach dem ersten Weltkrieg aus Straßburg vertrieben worden, das ist ja seit langem französisch - also könnte ich doch jetzzt eine doppelte Staatsbürgerschaft bekommen oder etwa nicht?

Gemessen am Artikel habe ich gute Chancen, ich kann auch kein französisch, da ist mein russisch sogar besser und ich mag französisches Essen auch sehr gern und ich hatte auch schon mal einen Citroen als Zweitwagen - das ist doch mincestens so gut wie einen deutschen Schäferhund gehabt zu haben.

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Justitia 05.02.2017, 22:28
6.

Mir fehlt das Verständnis für Aufrechterhaltung der Einwanderungsrechte für deutschstämmige aus der ehemaligen Sowjetunion sowie ganze Grossfamilien von Ihnen, von denen vermutlich noch nicht einmal ihre Eltern jemals in Deutschland gelebt haben. Auch die sofortige und bedingungslose Zuerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft für diesen Personenkreis halte ich nicht für sachgerecht. Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sollten geändert werden, zumindest sollte die deutsche Staatsbürgerschaft erworben werden müssen und zwar erst dann, wenn die Integration nachgewiesen ist. Eine Abschiebung bei erfolgloser Integration müsste möglich bleiben. Was den Familiennachzug betrifft, sollte dieser nur den Personen erlaubt werden, die ausreichend Deutschkenntnisse haben, abgesehen von minderjährigen eigenen Kindern.

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Knudddeligel 05.02.2017, 22:31
7. Ist die Frage ernst gemeint?

Also ich verstehe die Frage nicht ganz. Ob es gerecht ist, dass Menschen deutscher Abstammung ein Aufenthaltsrecht und/oder Pass bekommen, während wildfremde Flüchtlinge, die keinen Bezug zu Deutschland haben nicht bevorzugt werden? Ja wer soll denn sonst einen deutschen Pass bekommen, wenn nicht Deutschstämmige?

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andre392 05.02.2017, 22:32
8. Deportation, Gulag, Verbot der deutschen Sprache

Ich bin auch stolz darauf, dass die Bundesrepublik Deutschland sich um Flüchtlinge kümmert und diese im Gegensatz zu den Osteuropäischen Staaten, wie Ungarn und Polen aufnimmt. Ich weiß, dass jeder Mensch, unabhängig von Religion, polit. Einstellung und ethnischer Herkunft, ein Recht in Deutschland auf Asyl hat, insofern er in seinem Land verfolgt wird. Das befürworte ich.

Nichtsdestotrotz befinde ich den Vergleich der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik bzw. Problematik von Aufnahmen von Flüchtlingen mit der Aufnahme von Spätaussiedlern, Heute, Ende und Mitte der 90er Jahre aus der ehemaligen UdSSR, für vollkommen verzerrt.

Zwischen den Aufnahmen von Flüchtlingen bzw. der Flüchtlingskrise dem schrecklichen Bürgerkrieg in Syrien / Irak und deutschen Aussenpolitik besteht keine direkte Verbindung.

Zwischen dem Leiden der Russlanddeutschen in der ehemaligen UdSSR und der Aufnahme der Spätaussiedler heute und in den 90er Jahren besteht ein direkter Zusammenhang!

Ohne den Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941, ohne 25 bis 40 Millionen sowjetische Todesopfer, wären Wolgadeutsche, aus der Wolgadeutschen Republik im Jahre 1941 nicht in die Steppe Kasachstans deportiert und anschließend zur Zwangsarbeit im Lagersystem des GULAG verpflichtet. Nach dem II. WK war die Deutsche Sprache in der UdSSR verboten, deshalb können viele Spätaussiedler die Deutschen Sprache heute nicht.

Vor dem Überfall genossen die Deutschen Minderheiten in der UdSSR und in der Zeit davor ein hohes Ansehen. Schließlich war Katharina die Große auch eine Deutsche und die zweitgrößte Stadt Russlands trug vor dem I. und II. Weltkrieg (und trägt auch gegenwärtig) einen Deutschen Namen: Stadt St. Petersburg.

Obwohl keiner der Deutschen, die in Russland lebten, Hitler gewählt hatte, mussten sie für seine Taten büßen.

Aus diesen Gründen, als Verpflichtung der Politik im Sinne der Kriegsfolgenbewältigung, wurden die Auslandsdeutsche nach Deutschland eingeladen.

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Hardisch 05.02.2017, 22:32
9. Nein...

...ist es natürlich nicht. Jeder weiss, dass die meisten Rußland (bzw. ehem. SU) deutschen nicht gut integriert sind. Diese völkische Idee, die dahinter steckt gefällt vielleicht dem Höcke, aber sie ist widersinnig, antiquiert und sollte endlich abgeschafft werden. Wann macht irgendeine Regierung in diesem Land endlich mal ein vernünftiges Einwanderungsgesetz? Was ist daran so schwer?

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