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Spanien: Diktator Francos Gebeine wird am 10. Juni exhumiert
picture alliance/ dpa

Gut einen Monat vor den Wahlen in Spanien beschäftigt ein Streit um die Gebeine des Diktators Francisco Franco das Land. Die sollen umgebettet werden - seine Familie geht dagegen vor.

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j.oder 15.03.2019, 16:02
1. Schlimm so eine Wirtschaftskrise

Es gibt keinen Kalk mehr oder 99% Säuren. Königswasser wäre die Lösung und wird dann auch mit den ganzen Tränen auf umweltneutrale Werte gebracht.

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thor.z1367 15.03.2019, 16:16
2. Verbrennen und auf der See Asche verteilen

Diesen Despoten,kriminelle Massenmörder sollte man verbrennen und seine Asche im Meer verteilen. Und das Mausoleum als Gedenkstätte für seine Opfer umfunktionieren. So einen Menschen und seiner Familie sollte nie ein Forum gegeben werden. Ein Monster bleibt ein Monster.

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bahnbezwinger 15.03.2019, 16:25
3. Wunderbar, dann sind lauter Faschisten zusammen.

Dort, wo her hingebettet wird, ist in diesem öffentlichen Friedhof von "El Pardo", wo auch der Diktator Trujillo der dominikanischen Republik liegt. Und dort liegt auch der faschistische Minister Roberto Blanco, der sogar über Häuser fliegen kann (Insiderwitz bzgl. spanische Historie in der Diktaturszeit). Ein Diktator verdient keine Sonderbehandlung und sollte nicht mehr auf einem "besonderen" Platz liegen.

Etwas mehr Infos auf Spanisch:
https://www.publico.es/politica/gobierno-trasladara-restos-franco-al-cementerio-pardo-10-junio.html

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darthkai 15.03.2019, 16:53
4. Super Plan

Davon abgesehen, wie sinnvoll es ist dieses Fass ohne Grund, bzw. zur Profilierung der Regierung, wieder aufzumachen:
Sollte die Familie die Exhumierung nicht verhindern können, werden die Gebeine höchstwahrscheinlich nicht dahin umgebettet, wo sich die Regierung das wünscht, sondern in die Familiengruft in der Madrider Kathedrale. So zentral wie nur möglich, direkt gegenüber dem Königspalast. Evtl doch lieber auf einem abgelegenen Hügel belassen ;)

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español 15.03.2019, 17:00
5.

Zitat von bahnbezwinger
Dort, wo her hingebettet wird, ist in diesem öffentlichen Friedhof von "El Pardo", wo auch der Diktator Trujillo der dominikanischen Republik liegt. Und dort liegt auch der faschistische Minister Roberto Blanco, der sogar über Häuser fliegen kann (Insiderwitz bzgl. spanische Historie in der Diktaturszeit). Ein Diktator verdient keine Sonderbehandlung und sollte nicht mehr auf einem "besonderen" Platz liegen. Etwas mehr Infos auf Spanisch: https://www.publico.es/politica/gobierno-trasladara-restos-franco-al-cementerio-pardo-10-junio.html
Keine Ahnung an was Sie beim Erstellen Ihrer Antwort gedacht haben, aber der korrekte Namen des Ministers welchen sie angeben, lautet "Luis CARRERO Blanco".

Desweiteren, und zum Thema selbst, ist die aktuelle Situation nur eine Folge des "Wegschauens" während der ach-so-hoch-gelobten spanischen Transition.
Jetzt auf einmal, über 40 Jahre nach dem Ableben des Diktators, muss alles ganz schnell gehen - Ein Schelm, wer dabei nicht auf den Gedanken kommt dass sich hinter dem Ganzen nur eine "Wähler-Mobilisierung" verbirgt.

Der Schauspieler Antonio Banderas beschrieb die Situation vor einigen Tagen in einem TV-Interview eigentlich recht blendend, mit einem einzigem Satz:

"Mir kommt es vor, dass Franco im Jahr 1985 schon länger tot war als Jetzt"

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Guck-und-horch 15.03.2019, 17:33
6. Dem spanischen Hitler ...

... könnte man bei der Gelegenheit doch gleich auch noch Adolfs Unterliefer als Zugabe mit ins neue Grab legen. In wie weit die span. Volkspartei mit den Faschisten verstrickt ist zeigt sich darin, dass der eigentliche Franco-Erbe, Manuel Fraga Iribarne, langjähriger VP-Ministerpräsident der Region Galicien gewesen ist. Da wundert es nicht, dass sich gerade diese Partei weiterhin für den bisherigen gigantomanischen Wallfahrtsort ausspricht. Für sämtliche Überreste von Diktatoren wäre eine Kremierung mit Seebestattung vielleicht die beste Lösung. Aber dennoch: warum echauffieren wir Deutsche uns eigentlich so sehr? Das ist eine Angelegenheit mit ganz besonderen Befindlichkeiten und die sollen doch die Spanier nun wirklich unter sich selbst ausmachen.

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titzck 15.03.2019, 18:05
7. Riesige Anlage

Als ich vor über dreissig Jahren einmal in dem Mausoleum war, war ich von dessen Grösse sehr überrascht. Auch wunderte ich mich, dass der General, eine solche Ehrung erfahren hatte. Am Ende muss jedes Volk massgeblich darüber entscheiden, wie es mit seiner Geschichte umgeht. Vielleicht ist so etwas aber kein Wahlkampfthema.

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AlBundee 16.03.2019, 09:37
8.

Im Bürgerkrieg wurden die Männer eines Ortes von der Seite eingesammelt, die zuerst dort ankam, um irgendeine Sache, mal abgesehen von dem Wunsch, da heile wieder rauszukommen, ging es der grossen Mehrheit dabei kaum, wie wohl in allen Kriegen. Hass aufeinander kam dann durch die Grauen des Krieges, die beide, angestachelt von ihren Führungen, einander angetan haben, trotz gleicher Nationalität, teilweise bei Zugehörigkeit zur gleichen Familie und ohne Rassenwahn, wie in Deutschland. Franco war einer von mehreren Generälen, der von diesen zur Führung des Konflikts ernannt wurde, der Hitlervergleich hinkt auch hier. Ein Grossvater meiner Frau wurde von den ?Falangistas? eingesammelt, der andere von den Republikanern, letzterer nach dem Krieg zum Tod verurteilt dann aber begnadigt. Anders als in Deutschland gab es hier keine externen ?Befreier? oder Nürnberger Prozesse. In der Diktatur ging es nach Kriegsende in einigen Teilen aber vergleichsweise zivilisiert zu. Das ?Estatuto de los Trabajadores?, das bis heute die Arbeitnehmerrechte definiert, basiert in grossen Teilen auf Gesetzen aus dieser Nachkriegszeit. Nach dem Tod Francos 1975, haben es die Spanier aus eigener Kraft in der ?transición? geschafft, eine Verfassung, in Teilen vom dt. Grundgesetz übernommen, zu erstellen und den Übergang in eine Parteiendemokratie inklusive der Kommunisten hinzubekommen. Bei einem Putschversuch 1981 hat der spanische König den Streitkräften gesteckt, dass Schluss sein muss mit dem Durchdrehen des Militärs. Die Errichtung der Gedenkstätte für die Gefallenen (valle de los caídos) von 1940 bis 1958 hat bei Sprengungen und Einstürzen während der Grabung des riesigen Tunnels in das Bergmassiv durch Kriegsgefangene viele Tote verursacht. Erst 35 Jahre später wurde sie zur Grabstätte. Die Spanier müssen bis heute mit diesem unseligen Erbe alleine zurechtkommen, und haben eine Demokratie hinbekommen, die im Vergleich mit der deutschen Groko-Anästhesie ungleich lebendiger ist. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass die Umbettung eines Häufchens Knochen keine Rückschritte bringt.

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drent 16.03.2019, 14:18
9. Wie werden die Anhänger

von Francisco Franco und seiner Politik, von denen es ja noch nicht wenige in Spanien geben soll, wohl bei diesem Spektakel reagieren? Besonders würdevoll wird es da wohl nicht zugehen.

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