Forum: Politik
Spanien: Diktator Francos Gebeine wird am 10. Juni exhumiert
picture alliance/ dpa

Gut einen Monat vor den Wahlen in Spanien beschäftigt ein Streit um die Gebeine des Diktators Francisco Franco das Land. Die sollen umgebettet werden - seine Familie geht dagegen vor.

Seite 2 von 3
bahnbezwinger 16.03.2019, 15:47
10.

(für mich lesbar bis Kommentar #9):


@español (post #5): Es ist unhöflich anderen etwas zu unterstellen. Nur für Sie erkläre ich den Grund für den falschen Namen, was die Meisten schon wissen. Ich schrieb "Carrero", aber Autocorrect meinte schlauer zu sein und ersetzte dies gegen "Roberto". Ob dies mit "Wegschauen" zu tun hat, wage ich zwar nicht zu beurteilen, aber empfinde ich nicht so. Es ist ein längst überfälliger Schritt. Soweit ich weiß, war die francistische Partei (Partei wurde damals mit Leuten besetzt, die Franco unterstützt hatten (z.B. hohe Ämter in der Diktatur) ...). Ja, schlimmer ist die Falange (grob vergleichbar mit NPD oder AfD in DE). Aber aus beiden Parteien haben sich viele in Ciudadanos versammelt. Als PSOE in der Regierung war, hatte sie keine absolute Mehrheit und wurde evtl. von PP und anderen behindert (wobei nicht klar ist, warum PSOE die von PP produzierte Immobilienblase wie in USA, die in der letzten Weltwirtschaftskrise platzte, leider nicht wenigstens reduzierten ... evtl. wollten sie die Fehltritte der PP nicht ausbaden, aber überraschend kam die Weltwirtschaftskrise ... für die, die mir etwas unterstellen wollen, dies steht auch auch in der großen überregionalen Zeitung elpais.es (sogar Online), dass PP die Immobilienblase kreiert hatte). Vermutlich sind deshalb keine Versuche unternommen worden den Diktator endlich in ein öffentliches Grab umzubetten, da die Mehrheit vermutlich dagegen entschieden hätte. Da ich auch (echter) Spanier bin und diverse Kontakte auf spanischer Seite habe, meine ich objektiv genug beurteilen zu können, dass es in Spanien unglaublich viele Francistas gibt.


@AlBundy: Franco war eine militärische Streitkraft und hat sich selbst als Diktator in die Position erhoben angeblich von Gott ernannt. Er bezeichnete seine Diktatur "organische Demokratie".

Beitrag melden
loquuntursaxa 16.03.2019, 16:07
11.

Zitat von AlBundee
Im Bürgerkrieg wurden die Männer eines Ortes von der Seite eingesammelt, die zuerst dort ankam, um irgendeine Sache, mal abgesehen von dem Wunsch, da heile wieder rauszukommen, ging es der grossen Mehrheit dabei kaum, wie wohl in allen Kriegen. Hass aufeinander kam dann durch die Grauen des Krieges, die beide, angestachelt von ihren Führungen, einander angetan haben, trotz gleicher Nationalität, teilweise bei Zugehörigkeit zur gleichen Familie und ohne Rassenwahn, wie in Deutschland. Franco war einer von mehreren Generälen, der von diesen zur Führung des Konflikts ernannt wurde, der Hitlervergleich hinkt auch hier. Ein Grossvater meiner Frau wurde von den ?Falangistas? eingesammelt, der andere von den Republikanern, letzterer nach dem Krieg zum Tod verurteilt dann aber begnadigt. Anders als in Deutschland gab es hier keine externen ?Befreier? oder Nürnberger Prozesse. In der Diktatur ging es nach Kriegsende in einigen Teilen aber vergleichsweise zivilisiert zu. Das ?Estatuto de los Trabajadores?, das bis heute die Arbeitnehmerrechte definiert, basiert in grossen Teilen auf Gesetzen aus dieser Nachkriegszeit. Nach dem Tod Francos 1975, haben es die Spanier aus eigener Kraft in der ?transición? geschafft, eine Verfassung, in Teilen vom dt. Grundgesetz übernommen, zu erstellen und den Übergang in eine Parteiendemokratie inklusive der Kommunisten hinzubekommen. Bei einem Putschversuch 1981 hat der spanische König den Streitkräften gesteckt, dass Schluss sein muss mit dem Durchdrehen des Militärs. Die Errichtung der Gedenkstätte für die Gefallenen (valle de los caídos) von 1940 bis 1958 hat bei Sprengungen und Einstürzen während der Grabung des riesigen Tunnels in das Bergmassiv durch Kriegsgefangene viele Tote verursacht. Erst 35 Jahre später wurde sie zur Grabstätte. Die Spanier müssen bis heute mit diesem unseligen Erbe alleine zurechtkommen, und haben eine Demokratie hinbekommen, die im Vergleich mit der deutschen Groko-Anästhesie ungleich lebendiger ist. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass die Umbettung eines Häufchens Knochen keine Rückschritte bringt.
Danke für den hellen Beitrag. In Spanien sind demokratische Werte auf die heutige Gestzgebung basiert und anders als damals ist das die Zivilisten nicht der Willkür der Militären unterworfen sind. So wird auch mit den Gebeinen vorgegangen. Das eine Debatte entsteht ist klar denn die Rechte der Familie bleiben unberührt und so muss es in einer Demokratie sein auch wenn es sich um einen Diktator handelt.

Beitrag melden
bahnbezwinger 16.03.2019, 16:14
12.

weiter an @AlBundy (Kommentar #9): Beim Putsch wollte sich vermutlich die als königliche Familie Bórbones als Kaiser setzen, sahen aber, dass sie keinen Rückhalt unter der Bevölkerung gehabt hätten. Da entschied Juan Carlos nun doch für eine gewisse Demokratie. Zu behaupten, dass die Demokratie in Spanien viel lebendiger sei, ist vollkommen falsch. Offenbar wissen Sie über Spanien sehr wenig, denn sonst hätten Sie von den vielen enormen Korruptionen, woran hauptsächlich die Partei PP oder deren Mitglieder involviert war, erfahren. Und die Königstochter bekommt als ca. 9-jährige 8.000€ im Monat. Wofür?

Beitrag melden
loquuntursaxa 16.03.2019, 17:01
13. zu.12

Dass Korruption nicht gefunden wird, kann an zwei Gründen liegen: 1. es gibt keine was natürlich lächerlich ist oder 2. sie wird einfach nicht festgestellt, aus welchen Gründen auch immer. In Spanien haben wir Korruption weil Sie untersucht wird und festgestellt, was in denn in Dt. los?

Beitrag melden
loquuntursaxa 16.03.2019, 17:05
14.

Zitat von bahnbezwinger
(für mich lesbar bis Kommentar #9): @español (post #5): Es ist unhöflich anderen etwas zu unterstellen. Nur für Sie erkläre ich den Grund für den falschen Namen, was die Meisten schon wissen. Ich schrieb "Carrero", aber Autocorrect meinte schlauer zu sein und ersetzte dies gegen "Roberto". Ob dies mit "Wegschauen" zu tun hat, wage ich zwar nicht zu beurteilen, aber empfinde ich nicht so. Es ist ein längst überfälliger Schritt. Soweit ich weiß, war die francistische Partei (Partei wurde damals mit Leuten besetzt, die Franco unterstützt hatten (z.B. hohe Ämter in der Diktatur) ...). Ja, schlimmer ist die Falange (grob vergleichbar mit NPD oder AfD in DE). Aber aus beiden Parteien haben sich viele in Ciudadanos versammelt. Als PSOE in der Regierung war, hatte sie keine absolute Mehrheit und wurde evtl. von PP und anderen behindert (wobei nicht klar ist, warum PSOE die von PP produzierte Immobilienblase wie in USA, die in der letzten Weltwirtschaftskrise platzte, leider nicht wenigstens reduzierten ... evtl. wollten sie die Fehltritte der PP nicht ausbaden, aber überraschend kam die Weltwirtschaftskrise ... für die, die mir etwas unterstellen wollen, dies steht auch auch in der großen überregionalen Zeitung elpais.es (sogar Online), dass PP die Immobilienblase kreiert hatte). Vermutlich sind deshalb keine Versuche unternommen worden den Diktator endlich in ein öffentliches Grab umzubetten, da die Mehrheit vermutlich dagegen entschieden hätte. Da ich auch (echter) Spanier bin und diverse Kontakte auf spanischer Seite habe, meine ich objektiv genug beurteilen zu können, dass es in Spanien unglaublich viele Francistas gibt. @AlBundy: Franco war eine militärische Streitkraft und hat sich selbst als Diktator in die Position erhoben angeblich von Gott ernannt. Er bezeichnete seine Diktatur "organische Demokratie".
Francistas gibt es nicht, höchstens sind diese Franquistas, ausgesprochen "frankistas". Schreibfehler kann jeder machen, das ist klar...

Beitrag melden
bahnbezwinger 16.03.2019, 17:22
15. | zu #13 von @loquuntursaxa:

Wer sagt, dass keine Korruption gefunden wurde? Sie scheinen sich nicht genug zu informieren. Viele Verfahren gegen die Korruption wurden wieder eingestellt. Daran war in der Regel die Regierung schuld. Und wer war hauptsächlich in der Regierung? Informieren Sie sich bitte lieber anhand anderer objektiverer Quellen, wenn Sie davon noch kaum oder nichts wussten. In ES ist die Korruption anscheinend deutlich höher als in DE. Das erfährt aus der deutschen für DE und aus der Spanischen für ES, solange man nicht Nazi-Zeitungen wie "Junge Freiheit" für DE oder so etwas wie "ABC" für ES liest. Oder ist für Sie alles "Lügenpresse"?

Beitrag melden
loquuntursaxa 16.03.2019, 18:58
16. Graue Zonen

Zitat von bahnbezwinger
Wer sagt, dass keine Korruption gefunden wurde? Sie scheinen sich nicht genug zu informieren. Viele Verfahren gegen die Korruption wurden wieder eingestellt. Daran war in der Regel die Regierung schuld. Und wer war hauptsächlich in der Regierung? Informieren Sie sich bitte lieber anhand anderer objektiverer Quellen, wenn Sie davon noch kaum oder nichts wussten. In ES ist die Korruption anscheinend deutlich höher als in DE. Das erfährt aus der deutschen für DE und aus der Spanischen für ES, solange man nicht Nazi-Zeitungen wie "Junge Freiheit" für DE oder so etwas wie "ABC" für ES liest. Oder ist für Sie alles "Lügenpresse"?
Das gibt es überall, aber Spanien als von der Korruption erschüttertes Land mag ein Bild von der spanischen Presse kreiert sein, denn der Fehler in Spanien ist nicht nur die Korruption sondern dass man darüber mehr gesprochen wird als sonst andere interessanten Themen und dass die Spanier mehr kritisch zu sich selbst sind als die Deutschen, und das ist natürlich die 2. Lektüre der immensen und ewigen Korruptionsfällen in der spanischen Presse gegenüber der. dt. Darüber hinaus ist eine langsame und aus diesem Grund unwirksame Justiz die Ursache dieser neuen spanischen leyenda negra.

Beitrag melden
bahnbezwinger 18.03.2019, 02:35
17. | zu #16 @loquuntursaxa:

Merde, mein ganzer Text weg, weil ich diesmal hier auf der Seite schrieb undbeim Senden nur die lapidare Fehlermeldung kam, dass mein Login ungültig ist und somit unwiederbringlich meinen Text löschte. - Deshalb jetzt kürzer: Die schlecht funktionierende und korrupte Justiz in ES ist keine Legende. Viele Politiker der Partei sind sehr korrupt (bekanntestes Beispiel "el caso Gürtel") und dagegen kann gesetzlich kaum etwas gemacht werden. Heißt das, dann ist alles in Ordnung? Die Regierung ist doch gesetzgebend und die Parteien müssen sich doch an Gesetze halten? Aber welche Partei war oft in der Regierung (oft sogar absolut, wenn ich mich nicht irre)? Genau, PP! Es ist die volle Wahrheit, dass die spanische Justiz und Gesetzgebung schlecht ist. Kann sich ein Staat demokratisch nennen, wenn sie undemokratisch die demokratische Aufzeichnung von undemokratisch handelnden Polizisten verbieten kann? Ist ein Staat demokratisch, wenn sie demokratische Politiker wegen missliebigen politischen Meinungen einsperren darf (siehe legales Referendum in Katalonien)? Ist es demokratisch, dass legale Ausübungen (Referendum in Katalonien) brutal undemokratisch niedergeschlagen wird? Türkei würde sagen, ja. ;) Nein, so schlimm ist es noch nicht nicht, aber mit der ultrarechten VOX und weiteren bewegt sich der Staat immer mehr in Richtung "democracia orgánica". Wer ein spanischer Bürger ist und das Land liebt, der prangert die Misstände schonungslos an und versucht dagegen anzukämpfen. Da ich als deutscher Bürger DE auch liebe, prangere ich hier auch alle Missstände an wie der sich jetzt offenbarende erstaunlich hohen Anteil an Rassismus, vor allem wegen AfD und Identitären geweckt. Nur Dumme behaupten, man solle das Land verlassen, wenn man das Land nicht bedingungslos liebt.

Beitrag melden
mundi 18.03.2019, 09:43
18. Nicht alte Wunden aufreißen

Zitat von titzck
Als ich vor über dreissig Jahren einmal in dem Mausoleum war, war ich von dessen Grösse sehr überrascht. Auch wunderte ich mich, dass der General, eine solche Ehrung erfahren hatte. Am Ende muss jedes Volk massgeblich darüber entscheiden, wie es mit seiner Geschichte umgeht. Vielleicht ist so etwas aber kein Wahlkampfthema.
Als Franco die spanische Republik gewaltsam abschaffte, war das spanische Volk tief gespalten. Die Spaltung ging sogar mitten durch die Familien. Auch heute ist man bei der Beurteilung der Zeit des Bürgerkrieges uneinig.
Da sollte man nicht die noch nicht geheimen Wunden neu aufreißen.
Hat die noch amtierende Regierung keine wichtigeren Probleme?

Beitrag melden
loquuntursaxa 18.03.2019, 17:56
19. zu #17 bahnzwinger

Korrupte Justiz? Das ist eine harte Behauptung, damit machen Sie das ganze Land als dubiöses Vollzieher jede mögliche Strapazze, mit der die Spanier (blöde Leute angeblich) zufrieden sind. Ansonsten hätten sie sich rebelliert. Leider ist dieses nicht der Fall.

Beitrag melden
Seite 2 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!