Forum: Politik
Spanien-Wahl: Eine Nacht in Rot
Pablo Blazquez Dominguez/ Getty Images

Sozialdemokraten können doch noch siegen: Spaniens Premierminister Pedro Sánchez macht seine Partei zur stärksten Kraft. Aber jetzt muss er eine Mehrheit suchen - und dafür mit regionalen Nationalisten verhandeln.

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Mallorquinsky 29.04.2019, 09:31
20. Lösungen der Abspaltungsproblematik

wird man langfristig wahrscheinlich nur erreichen, wenn man ein Föderalistisches System einführt. Das durchzusetzen und umzusetzten wird aber alles andere als einfach werden.
Mit wachsendem Populismus wird es immer wieder politische Gruppen geben, die andere Landesteile für die Misere verantwortlich machen.
Die Katalanen waren schon immer dafür bekannt gerne zu kassieren aber ungerne zu teilen. Was komisch ist, ist das diese unsolidarische Mentalität auch in den katalanischen Linksparteien stark vertreten ist. Nach dem Motto wir teilen gerne, aber nur unter uns und zu unseren Gunsten.

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haarer.15 29.04.2019, 09:36
21. Fulminant

Felicidades Senior Sánchez ! Ein hoffnungsvoller Wahlausgang - und eine herbe Klatsche für die rechten Konservativen. Den Schönheitsfehler der Vox-Partei - der lässt sich über kurz oder lang auch noch ausmerzen. 10 % sind nicht das, was umwirft - und die Kurve der Rechtsextremen wird in Europa langsam aber sicher immer weiter nach unten gehen. Protest reicht natürlich nicht, es braucht gehaltvolle Rezepte über den eigenen Tellerrand hinaus.

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super610 29.04.2019, 09:39
22. Wie sich die rechte Volkspartei selbst zerlegt hat...

Aus Angst, Mitglieder an die rechtsextreme VOX zu verlieren, versuchte die PP verzweifelt, rechtes Gedankengut aufzugreifen. Von Diskriminierung Homosexueller, über ein Abtreibungsverbot oder Import von Kindern aus Afrika, um dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken bis zu beleidigender, populistischer und abwertender Rhetorik: Pablo Casado war sich für nichts zu schade. Vielleicht konnte er dadurch tatsächlich einen Teil seines rechten Flügels davon abhalten, zu VOX zu wechseln. Allerdings verlor er dabei den gemäßigteren Teil seiner Partei aus den Augen, welcher in Scharen zu den rechtsliberalen Ciudadanos überliefen. In der Summe gleichen sich die Zugewinne der rechtsextremen VOX und der liberalen Ciudadanos mit den Verlusten der rechten Volkspartei PP aus. So leicht wie früher lassen sich die spanischen Wähler nicht (mehr) manipulieren, Respekt.

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haarer.15 29.04.2019, 09:40
23.

Zitat von Emderfriese
Hat Sanchez nicht auch eine Koalition mit den rechts"liberalen" Ciudadanos für möglich erklärt? Vielleicht gibt es auch eine große Koalition mit der PP? Nach den Erfahrungen in Deutschland und der SPD sollte man diese Möglichkeit nicht ausschließen - denn die "Sozial"demokraten sind bekannt für ihre Pirouetten...
Nein. Dazu wird es nicht kommen, weil die Ciudadanos bereits viel zu weit rechts gelagert sind und das auch ausgeschlossen haben. Sanchez bekommt seine Mehrheit nur links der Mitte - das schafft er. Große Koalitionen so wie in D ? Gerade das kann ja kein Vorbild sein.

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haarer.15 29.04.2019, 09:46
24. Die Spanier wählten mit Bedacht

Zitat von mykelgermany
Man sieht am Ergebnis dieser Wahl dreierlei: Der Bodensatz rechtsextremer Wähler ist europaweit immer noch recht gering, im Schnitt so 10-20 Prozent. Wenn konservative Parteien deren Stimmungsmache oder gar deren Programmatik übernehmen, wählen entsprechende Bevölkerungsteile eben doch eher das Original. Und Sozialdemokraten, die sich dezidiert links, weltoffen, humanistisch und sozial positionieren, können auch siegen. Aufpassen, Frau Nahles!
Eher nur 10 % - Tendenz fallend. Das hat Signalwirkung. Die Kurve der Rechtsextrem- und Populisten-Parteien geht ab jetzt wohl eindeutig nach unten. Und das ist in der Tat eine erfreuliche Entwicklung.

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josho 29.04.2019, 09:50
25. "Sozialdemokraten können doch noch siegen"....

Können sie das? Vielleicht in Spanien. Doch in Deutschland: "Denk ich an die SPD in der Nacht.....". Allein die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit dieser Partei wird Jahre beanspruchen. Und das ginge auch nur mit glaub-würdigem Personal mit mehr Charisma, das Sanchez offensichtlich ausstrahlt. Mit der Truppe um Nahles und Co. ist kein Blumentopf zu gewinnen. Das werden die kommenden Wahlen zeigen.

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gatopardo 29.04.2019, 10:11
26. Danke,

Zitat von siryanow
Bravo, Gratulation. Endlich ein anderes Signal als Populismus und Nationalismus.
dass Sie mit mir und fast allen meinen spanischen Freunden hier in Madrid übereinstimmen. Natürlich werden wir heute einen "cava" (sektähnlicher Schaumwein) köpfen ! Hoffentlich schafft es "der hübsche Pedro", eine stabile Koalition ohne die katalanischen Abspalter zu bilden. Bin selber auch nicht unbedingt ein Freund der Linken von Pablo Iglesias, halte sie jedoch den Menschenrechten gegenüber immerhin mehr verpflichtet als die Faschisten von VOX.

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gatopardo 29.04.2019, 10:28
27. Hallo Landsmann !

Zitat von Emderfriese
Hat Sanchez nicht auch eine Koalition mit den rechts"liberalen" Ciudadanos für möglich erklärt? Vielleicht gibt es auch eine große Koalition mit der PP? Nach den Erfahrungen in Deutschland und der SPD sollte man diese Möglichkeit nicht ausschließen - denn die "Sozial"demokraten sind bekannt für ihre Pirouetten...
Bin selber am Jadebusen geboren und aufgewachsen, also nur wenige Kilometer von Ihnen entfernt, lebe aber seit 53 Jahren in Spanien. Ich habe noch 10 Jahre Franco erlebt, da ich beruflich nach Madrid versetzt wurde und wünsche mir diesen Faschismus nie wieder zurück. Heute ist ein Grund zu feiern, aber ich bin kein radikaler Linker, der sich für unerfüllbare Utopien entscheidet, auch wenn sich das Programm von Pablo Iglesias so fortschrittlich und sozial anhört. Pedro Sánchez ist ein gemässigter und dialogbereiter Sozialdemokrat und auch ich hätte nichts gegen eine Koaliton mit C´s. Bei der PP bin ich mir wegen deren verleumderischen Wahlkampfes gegen die PSOE nicht sicher, ob Sánchez jemals mit ihnen koalieren würde. Freundliche Grüsse von Friese zu Friese

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stelzerdd 29.04.2019, 10:29
28. Wieso "schachern"?

Mir gefällt die Wortwahl "schachern" für demokratisch legitimierte Koalitionsverhandlungen nicht. Das Wort ist eindeutig negativ besetzt und wirkt hier ein wenig diffamierend in der Schlagzeile. Klingt nach populistischem Polkitik-Bashing, obwohl der Artikel selbst gar nichts dergleichen hergibt sondern eine solide politische Kolumne darstellt.

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H.Schulz 29.04.2019, 10:44
29. Erst feiern, dann schachern

Ich habe nur die Überschrift gelesen, das reicht einem schon:
Der notwendige Prozess der Regierungsbildung und Vergabe der Posten nach Wahlen wird mal wieder als "schachern" diffamiert.
Die seit Jahrzehnten zunehmende Politikverdrossenheit ist nicht per se auf schlechte Politik zurückzuführen, sondern auf die alltägliche Berichterstattung in den Medien, egal wo sie politisch stehen.

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