Forum: Politik
Spanien-Wahl: Eine Nacht in Rot
Pablo Blazquez Dominguez/ Getty Images

Sozialdemokraten können doch noch siegen: Spaniens Premierminister Pedro Sánchez macht seine Partei zur stärksten Kraft. Aber jetzt muss er eine Mehrheit suchen - und dafür mit regionalen Nationalisten verhandeln.

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Emderfriese 29.04.2019, 10:58
30. Ohren

Zitat von haarer.15
Nein. Dazu wird es nicht kommen, weil die Ciudadanos bereits viel zu weit rechts gelagert sind und das auch ausgeschlossen haben. Sanchez bekommt seine Mehrheit nur links der Mitte - das schafft er. Große Koalitionen so wie in D ? Gerade das kann ja kein Vorbild sein.
Ihr Wort in Sanchez Ohr! Wäre gut, wenn er tatsächlich mit Podemos und weiteren linken Kräften eine Regierung bildet. Und dann eine entsprechende Politik macht! Gleichwohl - ich bleibe skeptisch...

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Emderfriese 29.04.2019, 11:06
31. Gruß zurück

Zitat von gatopardo
Bin selber am Jadebusen geboren und aufgewachsen, also nur wenige Kilometer von Ihnen entfernt, lebe aber seit 53 Jahren in Spanien. Ich habe noch 10 Jahre Franco erlebt, da ich beruflich nach Madrid versetzt wurde und wünsche mir diesen Faschismus nie wieder zurück. Heute ist ein Grund zu feiern, aber ich bin kein radikaler Linker, der sich für unerfüllbare Utopien entscheidet, auch wenn sich das Programm von Pablo Iglesias so fortschrittlich und sozial anhört. Pedro Sánchez ist ein gemässigter und dialogbereiter Sozialdemokrat und auch ich hätte nichts gegen eine Koaliton mit C´s. Bei der PP bin ich mir wegen deren verleumderischen Wahlkampfes gegen die PSOE nicht sicher, ob Sánchez jemals mit ihnen koalieren würde. Freundliche Grüsse von Friese zu Friese
53 Jahre sind eine lange Zeit! Sie sind inzwischen wohl eher Spanier als Friese. Deshalb werden Sie tatsächlich die Situation besser einschätzen können als ich. Ihre Charakterisierung Sanchez' als gemäßigt und dialogbereit lässt aber schon den Weg des neuen Premier nach rechts erahnen. Doch genau das ist der Grund überall in Europa, dass die wirklich rechten Tendenzen stark werden. Wenn die Menschen im Linkssozialen keine Alternative mehr sehen, streben sie den Rechten zu. Grüße vom Dollart an Sie!

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mostly_harmless 29.04.2019, 11:20
32.

Zitat von super610
Aus Angst, Mitglieder an die rechtsextreme VOX zu verlieren, versuchte die PP verzweifelt, rechtes Gedankengut aufzugreifen. Von Diskriminierung Homosexueller, über ein Abtreibungsverbot oder Import von Kindern aus Afrika, [...]
In Spanien ist - mal wieder - das passiert, was immer passiert, wenn konservative Parteien rechtspopulistische / rechtsextremistische Parolen nachplappern: Die Wähler flüchten, das was bei den LT-Wahlen in Bayern genauso. Es gibt halt eine existierende, sehr scharfe Grenze zwischen modernen Konservativen und dem rechten Rand.

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torrente007 29.04.2019, 11:28
33.

Danke Casado, du hast PP seinen Platz gezeigt...und zwar ganz hinten.
Bald kommen die Spanier auch noch dahinter wer der Möchtegern Retter der Nation Abascal wirklich ist.
Jetzt erst mal feiern das die Rechte in Spanien rasiert wurde! Juhu!!

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In-Golf 29.04.2019, 11:52
34. Die "Partido Socialista Sombrero Español" ist keine Arbeiterpartei.

Sonst wäre die Arbeitlosigkeit in Spanien mit 14,2 % niedriger (wobei 1/3 der Jugendlichent arbeitslos ist). Sie ist eine ähnliche Wischiwaschi-Partei wie die SPD in D.

Sie vertritt in Spanien die Interessen der Nato und des US-amerikanischen Grosskapitals (Globalisierung auf Kosten der Arbeitnehmer). Sie war schon in üble Korruptionsskandale verwickelt.

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Albert M 29.04.2019, 12:05
35.

Zitat von ex rostocker
Die Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien haben schwach abgeschnitten. Die drei nationalistischen Parteien haben zusammen nur 6 Prozent erreicht . Dabei hat Katalonien 20 Prozent der Einwohner Spaniens. Noch nicht einmal jeder Dritte in Katalonien hat für die Unabhängigkeit gestimmt - damit dürfte sich der Drang nach einem selbständigen Katalonien pulverisiert haben - gut so!
ERC hatte noch nie so viele Abgeordnete im spanischen Parlament (15). ERC ist um ca. 400.000 Wähler auf 1.015.355 gewachsen. JxCAT mit 14.000 auf 497.638. Der "Front Republicà" (im Jahr 2016 hatte nicht kandidiert) hat 113.008 Stimmen erhalten. Zusammen kommen sie auf ca. 1.600.000 Stimen. En Comú Podem (keine Abhängigkeitsbefürworter aber pro-Referendum) sind auf 614.738 Stimmen gekommen. Dazu muss man sagen, dass in Katalonien ein "Dualismus" existiert. Das heisst, dass man sich bei den Regionalwahlen für andere Parteien als bei den spanischen Wahlen entscheidet. Das bedeutet, dass von den 958.343 PSC-PSOE-Wähler einige nur gegen die Ultrarechte stimmen wollten und deshalb den sogenannten "voto útil" benutzt haben. Von einem "Pulverisieren" des Dranges nach einem selbständigen Katalonien sind wir somit weit entfernt. Saludos desde Cataluña.

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neanderspezi 29.04.2019, 12:06
36. Kann es sein, dass Deutschlands Sozen Richtung PSOE schauen?

Im Vergleich mit dem Kümmerwuchs der Sozialdemokraten in Deutschland hat die soziale Ausrichtung dank der arbeitenden Bevölkerung mit der PSOE in Spanien und mit ihrem Chef Pedro Sánchez ein stolzes Resultat eingefahren. Vielleicht lässt sich diese Entwicklung mit sozialer Ausrichtung ganz unerwartet von West nach Ost im europäischen Spiel politischer Kräfte sachte weiterreichen, dass schließlich und endlich auch in diesem von ununterbrochener Umschichtung kapitaler Ressourcen von Unten nach Oben dank christlichen Dauerbemühens in deutschen Landen die soziale Verkümmerung sich unterbrechen und der malochenden Bevölkerung wieder etwas mehr finanziellen Ausgleich für ihre Leistung zukommen lässt, dass sie vielleicht sogar ohne das Kreuz unentwegt stark krümmen zu müssen, ihren Mietzins in bescheidener Wohnlage ohne zusätzliche Stütze wieder aufbringen kann.

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Besserwisser1970 29.04.2019, 12:37
37. Sanchez

Zitat von Emderfriese
53 Jahre sind eine lange Zeit! Sie sind inzwischen wohl eher Spanier als Friese. Deshalb werden Sie tatsächlich die Situation besser einschätzen können als ich. Ihre Charakterisierung Sanchez' als gemäßigt und dialogbereit lässt aber schon den Weg des neuen Premier nach rechts erahnen. Doch genau das ist der Grund überall in Europa, dass die wirklich rechten Tendenzen stark werden. Wenn die Menschen im Linkssozialen keine Alternative mehr sehen, streben sie den Rechten zu. Grüße vom Dollart an Sie!
ist ein gemäßigter Sozialdemokrat.
In seiner Rede gestern, wie aber auch sonst, betont er das Wort "fortschrittlich" sehr. Man muss das Ganze auch im Kontext sehen und darf die PSOE nur bedingt mit der SPD vergleichen.
Allerdings hat die PSOE in der Minderheitsregierung einige soziale Verbesserungen im Mietrecht und die Erhöhung der Rente und des Mindestlohns umgesetzt. Sie sind auch die ersten, die mehr in Richtung Umweltschutz machen.
Eine Koalition mit der PP ist komplett ausgeschlossen.
Ob Sie mit UP koalieren ist auch offen. Das hängt auch von UP selber ab, wie sie sich im alles überlagernden Konflikt mit Katalonien aufstellen. Eine neues Referendum will Sanchez und die PSOE nicht. Bei Änderungen im Autonomiestatus ist sie aber gesprächsbereit.
Die Präferenzen sind, wenn man die Kommentare in der spanischen Presse liest:
- Minderheitsregierung
- Koalition mit UP und Absprachen mit nicht-separatistischen Regionalparteien
- Koalition mit C's, dann müsste Riviera aber verbal abrüsten, auch in Richtung Katalonien.

Sanchez hat, was der SPD momentan komplett fehlt, bisher sehr viel Mut bewiesen.

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Watschn 29.04.2019, 12:48
38. Wer sich mit den polit. Verhältnissen in Spanien auskennt...

Zitat von super610
Aus Angst, Mitglieder an die rechtsextreme VOX zu verlieren, versuchte die PP verzweifelt, rechtes Gedankengut aufzugreifen. Von Diskriminierung Homosexueller, über ein Abtreibungsverbot oder Import von Kindern aus Afrika, um dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken bis zu beleidigender, populistischer und abwertender Rhetorik: Pablo Casado war sich für nichts zu schade. Vielleicht konnte er dadurch tatsächlich einen Teil seines rechten Flügels davon abhalten, zu VOX zu wechseln. Allerdings verlor er dabei den gemäßigteren Teil seiner Partei aus den Augen, welcher in Scharen zu den rechtsliberalen Ciudadanos überliefen. In der Summe gleichen sich die Zugewinne der rechtsextremen VOX und der liberalen Ciudadanos mit den Verlusten der rechten Volkspartei PP aus. So leicht wie früher lassen sich die spanischen Wähler nicht (mehr) manipulieren, Respekt.
...der weiss, dass die PP wegen schweren Korruptionsskandalen -insbes. in Madrid u. der Region Valencia- massiv an Wählerstimmen einbüssten.

Ein Wählerschwenk von der PP zur VOX war eher gering, der Zulauf von VOX kam in erster Linie von der eminent höheren Wahlbeteiligung (also von den vormaligen Abstinenten, Nichtwählern u. auch von den Erstwählern). Ausserdem ist VOX keine Rechtsextreme Partei sondern als sog. rechtsnationalkonservativ oder halt medienkonform 'rechtspopulisisch'. Dann ist aber Podemos spiegelverkehrt als 'linkspopulistisch' einzuordnen...

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Listkaefer 29.04.2019, 12:54
39. @nr.36 neanderspezi

Sie kennen sich aber gut aus in Spanien, in Deutschland aber wohl weniger. Haben Sie nicht bemerkt, dass die SPD für den Mindestlohn gesorgt hat, auch für die Minderung der Auswüchse der begründungslos befristeten Arbeitsverträge, die Respektrente ist in Arbeit, und gerade jetzt geht es um die bessere Bezahlung von Paketboten? Mangelnde soziale Ausrichtung der SPD? Da haben Sie aber nicht viel mitgekriegt vom Politikgeschehen in Deutschland.

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