Forum: Politik
Spannungen: Nordkorea kappt letzten heißen Draht zum Süden
REUTERS/ KCNA

Kein Tag ohne neue Provokation: Nun hat das Regime in Nordkorea offenbar die letzte Leitung zum Süden gekappt. Es gebe keine Kommunikationsmittel mehr zwischen den Ländern, heißt es aus Pjöngjang.

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galahad610 27.03.2013, 12:54
10. nonsens!

Zitat von rad666
Da wird von beiden Seiten eskaliert bis es kracht - die eine Seite muss unbedingt ihre Stärke mit unsinnigen Manövern vor der Nase der anderen Seite demonstrieren, welche dann die beleidigte Leberwurst spielt. Wenn es kracht sind beide Seiten zu 100% dafür verantwortlich, weil keine der beiden Seiten zurückstecken will!
alle maßgeblichen Institutionen sind sich einig von wem die Provokationen ausgehen,selbst die Chinesen rufen nk zur Mäßigung auf...ich fürchte,sie sind entweder weltfremd oder naiv...oder beides....

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rainer_daeschler 27.03.2013, 12:54
11. Machtverteidigung

Zitat von pro-me-theus
Warum will Kim seinem Volk und dem Rest des Planeten weismachen, dass Nordkorea auch nur den Hauch einer Chance gg. die "anvisierten Zielgruppen" hat?
Die Bilder sind in erster Linie für das eigene Volk und etwaige Konkurrenten bestimmt, die ihm die Führung Nordkoreas streitig machen könnten.

Zitat von
Ist er nur die Marionette des Miltärs? Ist er größenwahnsinnig? Hat er eine Kamikaze-Mentalität? - Ich bin da intellektuell vollständig überfordert. Vielleicht klärt mich ja mal jemand auf.
Die Bilder zeigen immer einen entschlossenen Feldherren, der den Generälen erklärt, wo es lang geht und von den Soldaten frenetisch gefeiert wird. In Nordkoreas Elite müssen gerade heftige Machtkämpfe vonstatten gehen. KIm Jong-un muss auf eine äußere Bedrohung dringend angewiesen sein und der Demonstration seiner Stärke. Ein Regierungschef in dieser Situation, egal ob Diktator oder demokratisch gewählt, ist immer sakrosankt und damit unantastbar. Jede Kritik an ihm, wäre Landesverrat und ein im Rücken fallen im Moment höchster nationaler Bedrohung. Ein Paktieren mit dem Feind also. In der Demokratie wäre der Betreffende die Schande der Nation, in einer Diktatur nicht mehr lange am leben.

KIm Jong-un ist alles andere als weltfremd. Er hat im Ausland die Schule besucht und wird sicher sich auch über das Internet informieren. Das tat schon sein Vater Kim Jong-il ausgiebig täglich 4-5 Stunden mit seinem Macintosh. Jim Jong-un benutzt ein nicht mehr ganz neues Rezept seine Macht zu erhalten. Das ist ein Spiel mit dem Feuer, aber er dürfte auch wissen, dass im wirklichen Konfliktfall dies das Ende der "Kim-Dynastie" in Nordkorea wäre. Er braucht zum Erhalt seiner Macht eine akute Bedrohungslage durch die USA und den Süden, um vor den eigenen Leuten in Sicherheit zu sein.

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Hermes75 27.03.2013, 13:18
12.

Zitat von sysop
Kein Tag ohne neue Provokation: Nun hat das Regime in Nordkorea offenbar die letzte Leitung zum Süden gekappt. Es gebe keine Kommunikationsmittel mehr zwischen den Ländern, heißt es aus Pjöngjang.
Das Verhalten Nordkoreas erinnert immer wieder an ein quängelndes Kind, welches sich wütend auf den Boden wirft, weil es keine Süßigkeiten bekommt.
Wenn die Situation nicht so gefährlich wäre, sollte man dies eigentlich einfach mit Nichtbeachtung strafen.

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FdKatz007 27.03.2013, 13:34
13.

Zitat von rainer_daeschler
... Jim Jong-un benutzt ein nicht mehr ganz neues Rezept seine Macht zu erhalten. Das ist ein Spiel mit dem Feuer, aber er dürfte auch wissen, dass im wirklichen Konfliktfall dies das Ende der "Kim-Dynastie" in Nordkorea wäre. Er braucht zum Erhalt seiner Macht eine akute Bedrohungslage durch die USA und den Süden, um vor den eigenen Leuten in Sicherheit zu sein.
Ich teile diese Einschätzung nicht.
Zunächst mal muß man wissen, daß die Beziehungen zwischen Nord und Süd noch vor einem Jahrzehnt besser waren. So hoffnungsvoll, daß Freihandelszonen im Norden entstanden, die von Firmen des Südens genutzt werden. Auch der gemeinsame Einmarsch der beiden Länder bei Olympia ließ noch hoffen.

Dann kam aber leider die Zeit des rechtskonservativen Lee Myung-bak, der 2008 zum Präsidenten Südkoreas gewählt wurde. Spätestens von da an, ging es mit den Beziehungen bergab.
(ein "marktorientierter" Politiker, der immer ein schärferes Vorgehen gegen den Norden gefordert hatte)

Die Rethorik nahm an Schärfe in Folge deutlich zu.
Die provokationen des Südens, z.B die Luftballonaktion an der Grenze, mit Informationen über den Gesundheitszustands vom damaligen Herrscher des Nordens, mögen uns lächerlich erscheinen.
Für den Norden war die Verletzung ihres Tabus ein Zeichen mehr, sich bedroht zu fühlen.

Und darum geht es wohl auch in Wirklichkeit. Mit etwas Empathie kann man sich doch gut vorstellen, daß ein so völlig isoliertes Land, wie Nordkorea nicht immer so reagiert, wie es Länder mit Verbündeten tun können. Natürlich sind die Machthaber dort empfindlicher, wenn nicht sogar paranoisch.

Deshalb muß es, wirklichen Friedenswillen vorrausgesetzt, der falsche Weg sein, "schärfer Töne" anzuschlagen, bzw immer neue (natürlich schärfere) Sanktionen zu forden. Selbstredent kann man auch schlecht über die zu Recht kritisierten Atomtests hinwegsehen, aber was der Konflikt braucht, sind Gespräche. Da ist vor allem der Süden gefragt. Deren Politik ist in diesem Konflikt für mich viel zu wenig kritisiert worden.

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spon-facebook-1629421895 27.03.2013, 14:01
14. Keine Chance

Ja, hat man bei den letzten Kriegen ja bemerkt. Taliban, Irak, Al Kaida und Co hat man ja innerhalb von Stunden entwaffnet und dabei Demokratie, Menschenrechte, Frieden, Fortschritt und Wohlstand verbreitet.

Technologische Überlegenheit war noch nie ein Garant für einen Sieg.

Auch wenn Nordkoreas Armee sicherlich veraltet ist - unterschätzen sollte man sie trozdem nicht. Was ein paar tausend religiösverblendete AK47 Bewaffnete gegen die Supermächte anrichten können, ist bekannt. Man potenziere das mit der Truppenstärke Nordkoreas (knapp 6 Mio), der besseren Ausrüstung, der radikaleren Ausbildung, Atomwaffen, Geländekentniss, Dschungelkampf, der Unterstützung Chinas und sicher auch Russlands... Vietnam wäre dagegen ein Spaziergang.
Trozdem: Säbelrasseln oder eventuell innenpolitische Ursachen (Umsturz/Versuch?).
Nordkorea erinnert an ADHS - ignorieren wäre da besser als isolieren...

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Hermes75 27.03.2013, 14:44
15.

Zitat von spon-facebook-1629421895
Ja, hat man bei den letzten Kriegen ja bemerkt. Taliban, Irak, Al Kaida und Co hat man ja innerhalb von Stunden entwaffnet und dabei Demokratie, Menschenrechte, Frieden, Fortschritt und Wohlstand verbreitet. Technologische Überlegenheit war noch nie ein Garant für einen Sieg. Auch wenn Nordkoreas Armee sicherlich veraltet ist - unterschätzen sollte man sie trozdem nicht. Was ein paar tausend religiösverblendete AK47 Bewaffnete gegen die Supermächte anrichten können, ist bekannt. Man potenziere das mit der Truppenstärke Nordkoreas (knapp 6 Mio), der besseren Ausrüstung, der radikaleren Ausbildung, Atomwaffen, Geländekentniss, Dschungelkampf, der Unterstützung Chinas und sicher auch Russlands... Vietnam wäre dagegen ein Spaziergang. Trozdem: Säbelrasseln oder eventuell innenpolitische Ursachen (Umsturz/Versuch?). Nordkorea erinnert an ADHS - ignorieren wäre da besser als isolieren...
Ähm, militärisch haben die USA in Afghanistan und Irak haushoch gewonnen. Die regulären Truppen der gegner waren nach wenigen Tagen komplett zerschlagen. Es ist den USA nur nicht gelungen den militärischen Sieg in einen politischen zu verwandeln.

Was Nordkorea angeht: Das Land hat zwar viele Soldaten, aber nicht die Ressourcen um sie zu unterstützen. Nach kurzer Zeit gehen denen schlicht Munition, Treibstoff und Verpflegung aus. Die USA verfügen dagegen über fast unbegrenzte Ressourcen.

Dschungelkampf ist in Korea eher untinteressant. Das Land, speziell der Norden, ist gebirgig. Djungel gibt es dort nicht und den Wald haben sie verheizt. Unterstützung durch China? Wohl kaum.
China hat von den Handelsbeziehungen zu den USA und Südkorea viel mehr als von der Hilfe für die Hungerleider in Nordkorea.

Vietnam war für die USA so verlustreich, weil Nordvietnam im riesigen Maße aus der Sowjetunion und China versorgt wurde. Vietnam hat quasi nur das Kanonenfutter geliefert in einem Krieg der eigentlcih zwischen den USA und der UdSSR/China geführt wurde.

Im Falle eines neuerlichen Krieges in Korea würde die Führungsstruktur der Armee Nordkoreas binnen wenigen Wochen ausfallen und die Armee sich schlicht auflösen. Es mag einen harten Kern geben, aber die meisten Soldaten werden schlicht die Waffen wegwerfen und zusehen, dass sie was zu essen finden.
Schauen Sie mal wie die Kriege gegen den Irak gelaufen sind:
Das größte Problem der Amerikaner war die große Anzahl an Kriegsgefangenen. Die Soldaten Saddams wollten lieber Kriegsgefangene der USA sein, als für ihren großen Diktator zu sterben...

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rainer_daeschler 27.03.2013, 15:02
16.

Zitat von FdKatz007
Ich teile diese Einschätzung nicht. Zunächst mal muß man wissen, daß die Beziehungen zwischen Nord und Süd noch vor einem Jahrzehnt besser waren.
Schon, aber da war Kim Jong-il noch fest im Sattel. Die Legitimation eines jede weiteren Nachkommens Kim Il-sungs, des "Dynastie-Begründers", wird mehr und mehr in Frage gestellte werden. Kim Jong-un hat hier massive Probleme, trotzdem sein Vater vorsorglich seinen Tante und seinen Onkel in den Stand von Generälen erhoben und an Schaltzentralen der Macht positioniert hat. Schon das zeigt, dass die Forstsetzung über die Kim-Linie in der nordkoreanischen Elite nicht unwidersprochen ist und andere auf ihre Chance warten.

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hobbysechs00 27.03.2013, 15:25
17. die absicht ist durchsichtig wie quell wasser

Der Psychologe sherif hat 1940 Experimente der gruppendynamik mit schulgruppen durchgeführt die aus verschiedenen amerikanischen Städten kamen. Jede gruppe belegte automatisch einen geschlossenen Teil des Campus. Es entstand Feindschaft zwischen den einzelnen stadt Gruppen. Da s ist nun mal Phänomen der Gruppen Dynamik. Durch Wettkampf Spiele lässt sich dies beliebig steigern. Dann teilte der Psychologe die Gruppen nach Alphabet. Mittels Wettkämpfen wurden ehemalige Freunde zu bitteren Feinden. Schliesslich hat cherif die wasserleitung zerstört mit der .lüge dies hätten feinde getan. Sofort war wieder Einigkeit und Zusammenhalt und alle Feindschaft war vergessen. Darum geht es dem Regime. Sonst gäbe es eine Revolution. Der kleine diktaTor ist eine marionette des Militärs. Leider .

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ribaldc 27.03.2013, 16:52
18. Wers kann, dem nutzts

Zitat von moomendema
Warscheinlich denken die Presseagenturen wir würden unter kollektiver Alzheimer leiden. Oder aber die Meldung vom kappen der Leitung war bloß Propaganda und jetzt hat sie stattdessen wirklich stattgefunden. Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.
Ich helfe Ihnen mal

"Bereits vor zwei Wochen hatte das Regime eine wichtige Leitung am Grenzort Panmunjom stillgelegt. Es gebe nun keine Kommunikationsmittel mehr, die Nordkorea mit den USA oder Südkorea verbinden."

Lesen (z.B. des Artikels) hilft, schon mal ein wenig ;-)

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yamada,t 28.03.2013, 02:36
19. Wie viele heiße Drähte?

Jetzt kappt der Norden den heißen Draht. So, und jetzt den letzten Draht, dann den allerletzten, morgen den allerallerletzten, übermorgen ... Die reinste Schmierenkomödie. Wer soll dieses Gefasel noch ernst nehmen? Falls es noch mehr Leitungen gibt, der Süden sollte sie jetzt kappen!

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