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SPD-Attacken auf Nahles: Nie gewonnen, so zerronnen
DPA

SPD-Chefin Nahles versucht, der Partei ein linkes Profil zu verpassen - und die eigenen Leute schießen quer: Altkanzler Schröder lästert, Ex-Außenminister Gabriel spottet. Kann in der SPD nicht einmal etwas klappen?

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markus.pfeiffer@gmx.com 04.02.2019, 15:28
20. Wenn sich Voraussagen erfüllen :(

Vor einem Jahr - die SPD rang gerade mit sich selbst - habe ich hier geunkt, dass mit der SPD genau das passieren würde, was jetzt passiert:

1. Eine linke Erneuerung hätte nur dann glaubhaft funktionieren können, wenn die SPD im Spätherbst 2017 nicht von ihrer Aussage, in die Opposition zu gehen und sich dort zu erneuern, zugunsten einer weiteren Mitwurschtel-Regierung unter Merkel abgerückt wäre.
So - in der Regierung an der Seite der CDU - wird man die "Erneuerung" weder wirklich wahrnehmen, noch (falls doch) wirklich glauben.

2. Andrea (Pipi) Nahles ist imho eine wirklich schlechte Wahl als Parteivorsitzende, wobei man sagen muss, dass die anderen potentiellen Kandidaten (Scholz hätte erst recht keiner die Erneuerung geglaubt, Kühnert ist der Typ Studienabbrecher nach Langzeitstudium, der zwar ne große Klappe hat aber keine Ahnung vom wahren Leben) noch schlechter wären.
Da hätte die SPD unter Martin Schulz als ehrlichem Sachwalter des Übergangs und der Erneuerung einen glaubhafteren und ansprechenderen Eindruck hinterlassen; Nach einem furiosem Programmparteitag Mitte 2019 hätte man dann ein neues Gesicht als ParteivorsitzendeN wählen können.

Vor einem Jahr habe ich hier deshalb vorausgesagt, dass sich die SPD im Vergleich zum Bundestagswahl-Ergebnis (20,5 % ) nochmal fast halbieren wird auf ca. 12%; und dass GroKo-Beteiligung und Nahles-Außenwirkung die Unruhe in der Partei weder beenden noch in konstruktive Umstrukturierung kanalisieren werden; dass man der SPD noch weniger glauben wird, bzw. ihre Erfolge sehen wird, egal, was sie tatsächlich mach;Sprich: Dass die Abwärtsspirale weiter gehen wird.

Sieht wohl so aus, als hätte ich in allen Punkten Recht behalten. :(

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xiank 04.02.2019, 15:29
21. "waking the dead"

anstatt "walking the dead" müsste es heissen, angesichts der Personaldebatten, die da in der SPD-Spitze geführt werden. Der Glanz der alten Namen wird die Partei nicht in die "Bundesligaspitze" zurückholen, selbst wenn sie Schröder oder Gabriel lauten . Da wäre es wirklich das Beste, sich ganz und gar auf politische Ziele und Errungenschaften zu konzentrieren und diese geschlossen zu vertreten. Diese profilneurotischen Imageklüngeleien lassen sozialpolitische, berechtigte Forderungen, die diese Partei eigentlich ausmachen sollten aber sowas von im Wahrnehmungsschatten stehen. Allgemein fällt diese Partei auf das herein, auf das wir wohl alle in diesen Zeiten hereinfallen, nur macht sich das bei den Sozialdemokraten besonders bemerkbar. Inhalte geraten in den kaum wahrgenommenen Hintergrund. Der Eindruck, dass sich mit den Leuten, die dort in der Führungsspitze stehen, jenseits, oder unbeachtet von Glitter und Personenkult eine neue Sozialpolitik mit äußerst berechtigten, visionären Inhalten formulieren und präsentieren lässt, kommt einfach nicht auf. Das ist schade, denn das wäre so wichtig.
Der Feind, das sind immer die Anderen, heißt es ja normalerweise. Aber nicht bei der SPD. Dort heißt es: der Feind, das sind wir selbst.

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anja-boettcher1 04.02.2019, 15:29
22. Für die Aufgabe des sozialen Kerns....

... waren bereits Schröder und Wirtschaftsminister Garbriel mitverantwortlich. Aber unter Nahles mit ihrer Erhebung von Heiko Maas zum unbeliebtesten Außenminister aller Zeiten hat die SPD mit der Aufgabe der Brandtschen und Bahrschen Ostpolitik noch den letzten Markenkern der SPD in den Orkus geschmissen und nun befindet sie sich im freien Fall.

Da die Deutschen keinen Kalten Krieg und erst recht keine atomare Bedrohung wollen und die SPD keine Gewähr mehr für Rückgrat gegenüber den kriegerischen USA ist, gibt es auch keinen Grund mehr sie zu wählen.

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truthseaker 04.02.2019, 15:29
23. Profile ?

Also seit längerem versuchen also diverse Parteivorsitzende das Profil der Partei zu verbessern. Es geht also nur um das Profil und nicht um Inhalte? Dass die Bevölkerung das Spiel dieses Polittheaters durchschaut hat und sich wieder eine aufrechte Sozialpolitik wünschen und keine oberflächliche Kosmetik, hat diese Partei immer noch nicht verstanden. Auch Nahles nicht. Solange es in dieser Partei nur noch um die Darstellung und nicht Umsetzung linker Sozialpolitik geht, wird sie auch keine Wähler zurückgewinnen, denn zu oft hat die SPD ihre Wähler verraten. Die Altherrenriege (Schröder, Gabriel, Müntefering usw.) hatte ihre Chance und sollte sich einfach verkrümeln.

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Schartin Mulz 04.02.2019, 15:30
24. Das Schlimme

sind nicht die Äußerungen Ehemaliger wie Schröder oder Gabriel. Deren Einfluss und Ansehen ist ziemlich am Boden, da spielen solche Aussagen eigentlich keine Rolle.
Das Schlimme ist, dass die Aussagen im Kern zutreffend sind. Frau Nahles hat als neue Vorsitzende noch nichts bewegt. Nicht mal ein Strohfeuer wie Vorgänger Schulz.
Und ein "linkeres" Profil kann ich bisher auch nicht erkennen. Ein "linkisches" vielleicht.

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juergen haecker 04.02.2019, 15:30
25. Amateurfehler vs Kapitalboecke

Interessant wie gerade die groessten Kapitalboecke gegen Amateure wettern. Mir persoenlich hat das Wirken der Frau Nahles nie genutzt. Aber den Niedergang der SPD (mit linkem Profil notwendigen Volkspartei, was sie nicht mehr ist) hat sie nicht zu verantworten.

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Egon von Trollingen 04.02.2019, 15:30
26. Unsinn

Zitat von odenkirchener
Erinnert sich noch jemand an Wehner? Die SPD braucht keine Feinde von Aussen. Sie hat sich bisher immer schon selbst zerlegt. Auch unter und wg Schröder. Der will doch das wir ihn sein Leben leben lassen. Dann soll er es leben und sich raushalten. . . Er hat der Partei zu seinen Zeiten schon genug geschadet.
Schröder lebt sein Leben. Das müssen "wir" nicht wollen.. (wer ist überhaupt "wir"...)
Schröder bringt sich ein. Schadet wirklich nichts.
Der weiß wenigstens, wo die Feinde der Partei wirklich stehen.
Ich habe den Eindruck, den selbstgefälligen Führern der SPD ist es völlig egal, wie die Partei wahlpolitisch abschneidet.
Hauptsache über 5% (die sind wohl drin...), da bleiben die Putzobersten durch ihre Landeslisten im Amt. Der Rest weiter unten kann schließlich wieder arbeiten gehen.
Stände Frau Nahles allerdings auch gut.
Nur, als was sollte sie denn arbeiten...
Und wenn ich jetzt das Gefasel in der Rentensache höre: Nur Wahlkampfgetöse, vielleicht klappt´s beim Wahlvolk der Gerechten, wohlwissend, dass dies so nie durchkommen und Gesetz werden wird.
Wenn das ernst gemeint wäre, warum erst jetzt. Die Armut vieler Rentner war auch schon zu SPD-Regierungszeiten bekannt.
Und noch gleich eins drauf in der Ofengängelei. Der grünen Sekte auf so eine dämliche Masche versuchen, Stimmen abzuluchsen, das ist doch unterste Schublade. Und dann sich wundern über den eigenen Abgang.
Wer halbwegs von den SPDlern was in der Kirsche hat, sollte aufstehen, auf den Tisch hauen oder sein Parteibuch abgeben.
Leider scheint es da von Opportunisten nur so zu wimmeln, wie in ihrer Koalitionspartei.

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diestimmevomdach 04.02.2019, 15:33
27.

Die SPD ist zu bräsig, zu behäbig und zu gespalten. Die Partei ist schlicht und einfach kaputt. Da lebt nix mehr, da zündet nix mehr, da begeistert nix! Dazu kommt ein enormes Glaubwürdigkeitsproblem. Viele ehemalige SPD-Wähler fühlen sich von der Partei verraten und verkauft. Wie soll diese Glaubwürdigkeitskrise zeitnah überwunden werden? Es hat ja alleine 15 Jahre gebraucht, um die Glaubwürdigkeit komplett zu zerstören! Ich glaube die SPD ist nicht mehr zu retten. Die Karre steckt zu tief im Sumpf. Es gibt sie ja auch schon längst gar nicht mehr ... DIE SPD. Die Meinungen innerhalb der Partei sind so vielfältig und unvereinbar, dass ein gemeinsamer Weg gar nicht mehr gefunden werden kann. Am besten wäre es, der Seeheimer Kreis läuft samt Anhängern zur CDU über. Und die andere Hälfte gründet gemeinsam mit Teilen der Linken eine neue ernzunehmende Partei, die die Menschen wieder wählen können.

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nochnestimme 04.02.2019, 15:35
28. Wer braucht ein linkes Profil?

Wenn die SPD wieder erfolgreicher Wählerstimmen abgreifen will, braucht es kein ausgewiesen linkes Profil. Dafür wäre ja ggf. "Die Linken" bereits vorhanden. Die SPD hat die Chance vertan, sich in der Opposition zu erholen. Jetzt ist es zu spät. Als irgendwie geartete "Anti-Merkel-Partei" hat man derzeit eher Erfolg, egal aus welcher Richtung der programmatische Wind weht. Traurig! Die SPD versteht es hervorragend, gute Leute zu verbrennen. Frau Nahles, da Stimme ich zu, macht sich einfach zu unpopulär und ist schlicht nicht mehrheitsfähig. Ich glaube, die SPD kann derzeit machen, was sie will - es wird an den falschen Köpfen scheitern.

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bermany 04.02.2019, 15:36
29. Schade

Ich konnte Schröder mal gut leiden. Nicht wegen seiner Politik, darüber darf man gerne streiten. Rückrat hat er gezeigt, daß war mal wichtig. Bush mal auf den Busch klopfen hat sich damals keiner getraut, nur Frankreich kroch noch vorsichtig mit. Breite Schultern konnte Deutschland damals brauchen, doch die waren mit der Ära Merkel ja schnell weg. Deshalb zahlen wir heute dafür, dass wir am weder von der UN resolutionierten noch mit menschlichem Verstand als sinnvoll einzuordnenden Krieg nicht teilnahmen. Heute jedoch entwickelt sich Schröder immer mehr zu einem aus der Ferne mit Steinen werfenden Opa, der meint, sein Glashaus sei ja sicher bei den Russen.

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