Forum: Politik
SPD auf Weg in GroKo: Volkspartei AfD
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Das Ja zur Großen Koalition war ein Nein zur Zukunft der SPD. Die deutsche Sozialdemokratie hat fertig. Früher war sie die Volkspartei des kleinen Mannes. Den Platz wird die AfD einnehmen.

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ernstmoritzarndt 22.01.2018, 16:16
150. SPD ist am Ende, sie muß da gar nicht mehr hingehen!

Die SPD hat mit einer überbordenden Programatik, an ihren Mitgliedern vorbei, die vergangenen Jahre Politik betrieben. Fragen Sie doch einmal den "klassischen" Arbeitersozi, was der von den politischen Höhenflügen seiner Parteioberen zur Thematik der Aisländerbehandlung hält. Fragen Sie doch einmal, weshalb soviele klassische Sozis (Wählerwanderungsuntersuchungen) bei der letzten Bundestagswahl zur AfD gewechselt sind! Die Höhenflüge der Funktionärselite der SPD haben inzwischen ein Ende, eine kreischende Frau Nahles, ein etwas tumber Herr Schulz, der zunächst als Messias mit Fähigkeit zur Waserbeschreitung angekündigt wird und nunmehr als besserer Bettvorleger endet. Aber bitte bei der Union nicht zu früh gefreut: die bisherige Stammwählerschaft der Union ist genauso geschrumpft. Man wird sich jetzt ca. 2 Jahre ein GROKO - Desaster anschauen müssen, bis Frau Merkel darüber nachdenkt, wie sie ihre Nachfolge regeln will. Wenn dann ein neuer Bundeskanzlerin gewählt werden muß, wird man sehen, wie die Bataillone zusammenstehen: Am Ende gibt es sogar geheime Koalitionen mit der AfD. Wir stehen vor einer Phase der völligen Veränderung der Parteienlandschaft, genau so, wie wir es auch in anderen europäischen und demokratischen Staaten beobachten können.

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Archie69 22.01.2018, 16:17
151. Der Niedergang und Glaubwürdigkeitsverlust der SPD

hat mit der Agenda 2010 begonnen. So lange sich diese Partei nicht glaubwürdig davon abwendet, wird das nichts mehr mit Volkspartei. Selbst wenn sie es tut, wird es Jahre dauern das Vertrauen zurück zu gewinnen. Wenn man Leuten wie Meuthen glauben darf, will die AfD aber gar nicht das Auffangbecken für die Hilfsarbeiter, Arbeitslosen, Hartz4 Empfänger sein - bin mal gespannt wie die den Knoten zwischen ihrem in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen neoliberalen Partei Programm und der aktuellen und zukünftigen Wählerschaft auflösen wollen bzw. wie lange es dauert bis diese Wähler merken, dass die AfD sie gar nicht vertreten will. Dies ist auch der Grund warum Gauland immer betont, dass die AfD reine fundamental Opposition sein will, die den Finger in die Wunde legt, aber keine Lösungen bieten muss - konkrete Lösungsvorschläge würden natürlich sehr schnell zeigen für was die Partei steht.

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aysnvaust 22.01.2018, 16:17
152. Teilweise Zustimmung, Herr Augstein...

...Die SPD hat fertig, da bin ich mit Ihnen einer Meinung. Deutlichstes Signal dafür war für mich gestern der Redebeitrag von A. Nahles (den komischerweise so viele Beobachter als herausragend beurteilten). Zugegeben, von den Befürwortern hat sie mit ihrem zum fremdschämen peinlichen Geschreie den stärksten Beifall eingefahren, aber inhaltlich war da gar nix. Verhandeln, bis die andere Seite quietscht? Typischer Nahles ich-mach-jetzt-mal-kecke-Sprüche Ausfall. Quietschen wird die SPD bei den nächsten Wahlen, aber das dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben. Aber dass die AfD nun Volkspartei wird - da kann ich Ihnen nicht folgen. Soweit sind wir in Deutschland dann doch noch nicht (zum Glück). Ich wage eher die Prognose, dass die von Wagenknecht und anderen geforderte neue linke Bewegung / Partei kommen wird, und dass diese dann zur neuen Volkspartei (anstelle der SPD) aufsteigen wird.

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hundogonzalez 22.01.2018, 16:18
153.

Zitat von pnegi
Herr Augstein übersieht etwas. Die AfD ist eine konservative Partei, die eher die CDU/CSU ablösen wird. Die neue linke Volkspartei ist noch in der Planung. Bitte Oskaar Lafontaine fragen...
Die AfD ist eine rassistische Partei. Sie ist in keiner Weise "konservativ".
Sie sind sehr geschichtsvergessen und naiv dazu.

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Andraax 22.01.2018, 16:18
154.

Zitat von thinkhard
Herr Augstein, sie bezeichnen also die AFD als die (zukünftige) Partei des kleinen Mannes. Das sie so wenig informiert sind, wundert mich dann doch. Vielleicht sollten sie mal das Parteiprogramm der AFD studieren, dann fällt ihnen auf, dass die .....
Anscheinend ließt der großteil der AfD-Wähler das Parteiprogramm nicht, oder versteht es nicht. Augstein beurteilt auch nicht, ob die AfD dem "kleinen Mann" hilft oder nicht, sondern nur ob sie von ihm gewählt wird - und das ist anscheinend der Fall.

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spon-facebook-10000132861 22.01.2018, 16:19
155. Glaubwürdigkeit und Kompetenz...

...das ist was wir sehr vermissen. Martin Schulz erzählt dauernd von "Fluchtursachenbekämpfung". Also ich hätte im Wahlkampf, dann in den Verhandlungen als erstes eine Liste mit Konflikten erstellt, die Fluchtursachen darstellen. Dann hätte ich mir die wichtigsten 10 Punkte genommen und Lösungen naja angedacht. Z.B. Syrien: Noch einmal mit Putin sprechen. Afrika: Freihandelsabkommen wieder absetzen, weil das die afrikanischen Märkte kaputtmacht, etc. Das hätte man plakatieren können. Was macht der Martin? Er wiederholt, zugegeben gekonnt, immer wieder "wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen". Ok, aber wie, Martin? Wenn Politiker immer quatschen von "wir müssen", "man sollte", "wir könnten", dann [pieeeep]. Merkel kann das auch sehr gut. Das personifizierte "Wir müssen". Was hat der Martin sich auf seine Fahnen geschrieben?: Er hat das Kapitel Europa alleine ausgehandelt? Ok, was steht da drin?? "Wir müssen, wir sollten, Solidarität, die anderen müssen, die anderen sollten, und wenn die nicht solidarisch sind (in unserem Sinne) dann kommt die Peitsche". "Am deutschen (phrasendreschenden inhaltsleeren) Wesen soll die Welt genesen", weil "die sollten dankbar sein, denn wir bauen ihnen ja die Autobahnen (Amerk. stimmt nicht! Jeder Euro fließt zurück --> Öttinger)". Ich nenne so etwas Faschismus. Linken Faschismus. Erich is back again.

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ruhepuls 22.01.2018, 16:20
156. Linke zu links...

Zitat von antelatis
Das verstehe ich irgendwie überhaupt nicht, warum gehen die ex SPD Wähler plötzlich zur AfD und nicht zu den Linken? Die Linken machen und wollen doch eigentlich genau das, was die SPD machen sollte und früher auch getan hat.
Ganz einfach: Die LINKE ist zu links bzw. beschäftigt sich zu viel mit intellektuell-linken Themen. Auch die Linke ist - mehrheitlich - für Europa, für die Integration von Flüchtlingen, weil das eigentlich klassische links-humanitäre Positionen sind. Aber genau vor diesen Entwicklungen (mehr EU, mehr "Fremde" usw.) haben viele Angst. Die Masse der linken Wähler ist ja nicht aus humanitärer Überzeugung links, sondern, weil sie sich Vorteile (finanzielle) davon versprechen. Sarah Wagenknecht hat das verstanden (oder eher ihr Lothar?) und schlägt daher ja etwas andere Töne an. Sie ist eben in erster Linie eher Machtpolitikerin wie ihr Mann - und erst in zweiter Linie Linke.

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kraus.roland 22.01.2018, 16:20
157. Melde verhaltene Zustimmung,..

..Jakob Augstein. Aber der gestrige Sonntag brachte noch keinen gesicherten Durchbruch für die Grokos in der SPD. Bei genauem Hinsehen haben sie vielmehr Ohrfeigen eingesteckt, keine wirklich hörbaren zwar, aber von der Basis her versprochene. Jedenfalls dürfte ihre Groko-Verhandlungsdelegation auf weichen Knien unterwegs sein, denn das abschliessende Mitgliedervotum steht ja noch aus. Positiv sehe ich das Lehrstück in Demokratie, das da vor unseren Augen abläuft. Negativ: die schreckliche Erkenntnis, dass den Schlüsselfiguren dabei jeder wirkliche Mut, sowie der politische Instinkt abgeht. Wer sich trotz wohlmeinender Warnungen verrennt, der sucht seine Strafe mit Wucht.

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hkubin 22.01.2018, 16:21
158. Zustimmung

Bislang konnte ich mir nicht vorstellen Herrn Augstein eimal zuzustimmen. Aber mit dieser Analyse trifft er den Nagel auf den Kopf. Wenngleich das mit der Blut- und Boden Ideologie der AfD doch etwas überzogen ist.

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Susi64 22.01.2018, 16:22
159. Den kleinen Mann (und die kleine Frau)

vertritt niemand im Parlament. Am ehesten noch die Linke. Das Programm der AfD ist komplett gegen den kleinen Mann, auch wenn das ihren Wählern nicht klar ist.
Alle, die für Neuwahlen sind, sollten dann aber auch erklären wie man dann zu einer Regierung kommt. Weil es eben eher so aussieht, dass die AfD u.U. noch mehr Stimmen hat und alle anderen ein paar weniger und dann???
Ich glaube nicht, dass wir in absehbarer Zeit (nächsten 10 bis 15 Jahre) stabile Regierungen haben werden, es wird eher wie zu Zeiten der Weimarer Republik sein, Mehrheiten gibt es keine, Koalitionen will keiner bzw. scheitern schnell, Minderheitsregierungen scheitern, ...
Natürlich lässt sich ein DAX-Vorstand nicht mit einem einfachen Arbeiter vergleichen, aber trotzdem ist die Frage warum der Faktor 157 sein muss, 50 würde es auch tun. Dann könnte nämlich eine Partei den kleinen Mann und den DAX-Vorstand vertreten und es gäbe stabile Regierungen.

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