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SPD-Aussteiger Marco Bülow: Der Einsame
DPA

Marco Bülow ist aus der SPD ausgetreten. Eigentlich muss einen das nicht wundern, er galt schon immer als Quertreiber. Doch der Zeitpunkt verblüfft dann doch.

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hegoat 27.11.2018, 18:46
1.

Parteien können Querköpfe und Leute, die selbst denken, nicht gebrauchen. Vor allem können sie keine Leute gebrauchen, die Werte und Ideale haben. Man braucht Abnicker und Funktionäre, die für einen Posten oder die Hoffnung auf einen Posten die eigene Mutter verkaufen. Bülow war hier falsch, deshalb wollte man ihn absägen. Er hat das einzig Richtige gemacht und ist selbst gegangen.

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vera gehlkiel 27.11.2018, 18:49
2.

Selbstbeweihräucherung als Politiksurrogat, wenn man selbst aber ein Arrivierter ist, der es sich in einem der reichsten Länder der Erde leidlich gut gehen lässt, das gehört ganz eindeutig in die Kreise um Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht. Ich selbst bin dem vermutlich nur entgangen, weil mein Vater mir trotz meines Flehens über Jahre hin einfach nicht den obligatorischen Mädchen-Hamster gekauft hat, und natürlich später auch kein Pferd. Ich finde es daher jetzt als Erwachsene chronisch unschön und sehr beschämend, das sich selbst zart berührende Bekümmertsein um "sozial Schwache" an der Massgabe von deren kompletter Hilflosigkeit nach aussen hin verstärkend festzumachen. Klaro, solche engagierten linken Leute reden dann immer über Ängste, aber diejenigen der anderen. In Wahrheit haben sie ebensoviel Angst vor den Armen, wie die Reichen. Junge, komm'ma klar, würde ich am liebsten rüber rufen, meinst du im Ernst, eine gestandene Frau wie ...naja, besser gar keine Namen hier im Blog, wenn es um die SPD geht, das löst immer üble neorechte Kettenreaktionen aus...

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medienskeptiker 27.11.2018, 18:57
3. Wenn man berücksichtigt wie die SPD heruntergekommen ist

kann man sich gut vorstellen,dass ein aufrechter Sozialdemokrat in so einer Gemeinschaft die Lust verliert und isoliert wird. Ich wünsch ihm viel Erfolg bei der Bewegung Wagenknecht und dort wird er sicherlich wieder vor der "Hauptstadtpresse" stehen eines Tages.

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Trollflüsterer 27.11.2018, 19:03
4.

Die treffenden inhaltlichen Statements zum Zustand der SPD, würde ich so unterschreiben. Gut analysiert.
Und das die SPD jetzt von "Mandat niederlegen" spricht. Direktmandat mit 15% Vorsprung bedeutet, er hat jedes Recht dort weiter zu sitzen.

Seit dem Bruch mit Lafontaine, man kann auch sagen seit der in "Geiselnahme" der SPD durch Kanzler Schröder, (heute ist man schlauer über diesen Mann),
eiert die Partei nur noch aufgescheucht und schmollend vor dem wahren Zustand ihrer Leitungsebene dem Untergang entgegen.
5% Hürde.

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keinblattvormmund 27.11.2018, 19:05
5. Individualisten...

Individualisten, die sich nicht als brave Parteisoldaten einreihen, sondern eine eigene Meinung vertreten, die dann unter Umständen sogar sozialdemokratischer Prägung ist, haben in der SPD schon lange keine Chance mehr. Der Mensch mag Ecken und Kanten haben und ich stimme mit ihm in einigem nicht überein. Aber genau solche Typen sind nötig, um die SPD zu erneuern. Die Klartext reden und nichts beschönigen. Man macht sie schlecht und/oder lässt sie kommentarlos ziehen um im gleichen Moment gefühlt das tausendste Mal von immer denselben Apparatschiks zu vernehmen, dass MAN NUN DOCH JETZT ENDLICH die SPD erneuern müsse. Genossen: So wird das nichts. Wenn ihr irgendwann mal wieder damit beginnt sozialdemokratische Politik zu machen, dann wähle ich euch auch wieder und trete u.U. sogar wieder bei euch ein. Sicher wäre ich nicht der einzige zutiefst enttäuschte Sozialdemokrat.

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rufuseule 27.11.2018, 19:07
6. Direktmandat

Daher sehe ich keine Notwendigkeit das er sein Mandat aufgeben soll/muss! Bei Listenfuzzis sieht das meiner Meinung nach völlig anders aus.

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rtzlwitz 27.11.2018, 19:08
7. Irgendwie sympathisch

Auch wenn der Beitrag noch so sehr versucht, Herrn Bülow als Spinner darzustellen: Mir ist er irgendwie sympathisch. Mehr von seiner Sorte und die SPD wäre glaubwürdiger.

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dns82 27.11.2018, 19:09
8. Wahre Worte!

Der Mann bringt die aktuelle Situation der SPD auf den Punkt. Es spricht für sich, dass die Parteioberen nun nachtreten....

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dr.könig 27.11.2018, 19:22
9. SPD - die Angstpartei ?

"Wir haben Angst vor Neuwahlen, weil es schlecht für uns ausgehen könnte, wir haben Angst vor der Union, uns dagegen zu profilieren, weil wir vielleicht ein paar Leute verprellen. Wir haben Angst vor einer wirklichen Alternative, oh, das könnte ja als links oder sonstwas ausgelegt werden, wir haben Angst vor Lobbyisten und deswegen haben wir keine klare Haltung beim Dieselskandal, nicht bei Cum-Ex und anderen Dingen. Wir haben Angst uns zu erneuern. Wir haben Angst vor einem Sonderparteitag und machen lieber ein Debattencamp. Wir haben Angst vor der Urwahl, weil da könnte ja jemand Vorsitzender werden, der vielleicht Menschen begeistert und mitnimmt. Und wir haben vor allen Dingen Angst vor einer Vielfalt."

Zuversicht, Selbstvertrauen, Freude an der Gestaltung der Zukunft, neue Ideen, wo ist das bei der SPD ?

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