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SPD-Chefin für Wahlrechtsänderung: Nahles will mehr Frauen im Parlament
FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

Andrea Nahles hat den Frauenanteil im Bundestag als "Unding" bezeichnet. Die SPD-Chefin unterstützt eine fraktionsübergreifende Initiative zur Änderung des Wahlrechts.

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elfaro 18.02.2019, 08:52
10. Selbstverständlich

aber per Wahl und nicht per Quote. Abgesehen davon, liebe SPD, gibt es keine wichtigen Themen? Hallo, aufwachen, die 5% im Osten rücken in greifbare Nähe.

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Katzazi 18.02.2019, 08:59
11.

Zitat von Suppenelse
Abgesehen von parlamentarischen und demokratischen Grundsätzen, die sich mit einer Quote vermutlich schlecht vertragen: Der Frauenanteil im Bundestag entspricht ziemlich genau dem durchschnittlichen Frauenanteil in den entsprechenden Parteien. Wesentlich mehr Männer engagieren sich in der Politik. Aber dass hier das Problem liegen könnte, wird offenbar gar nicht erst in Erwägung gezogen...
Naja, wenn man sich die Stimmung in diversen Parteien anschaut, kann man durchaus überlegen, was Ursache und was Wirkung ist, das ist wahrscheinlich nicht ganz eindeutig. Im Generellen engagieren sich Frauen deutlich mehr, als Männer. Auch zu politischen Themen. Allerdings sind sie in einigen Parteien unterrepräsentieret. Das kann zum einen an der Ausrichtung der Partei liegen, aber auch durchaus daran, welche Chancen eine Frau hat, dort gehört zu werden und möglicherweise dann auch irgendwohin gewählt zu werden. Wenn man sich für bestimmte Themen interessiert und diese gerne angehen möchte, überlegt man sich, wo die Chancen am Besten sind, diese Themen vorran zu bringen. Da gibt es für viele Sachen auch Möglichkeiten jenseits der politischen Parteien und dort sind durchaus häufig viele Frauen zu finden. Ich selbst habe nicht versucht mich in Parteien einzubringen, allerdings habe ich durchaus Erfahrung mit Gremienarbeit an Hochschulen und ähnlichem und aus dem Kontext kenne ich auch diverse Frauen, die es in Parteien versucht haben und die durchaus sehr gute Arbeit geleistet haben. Aber als Frau braucht man mehr als das. Als Frau muss man nicht nur gut sein, sondern zusätzlich auch noch gut aussehen, sonst wird es schwer einen vorderen Listenplatz oder eine Spitzenkandidatur zu bekommen, allein schon, weil die Wahlplakate ja schön aussehen sollen.

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irgendwieanders 18.02.2019, 09:00
12. Ich finde es ein Unding

Wenn irgend jemand darüber nachdenkt, Gesetze zu erlassen und die Wahlfreiheit der Bürger einzuschränken, um ein bestimmtes politisch gewolltes Ergebnis zu erreichen.
Da müsste eigentlich sofort der Verfassungsschutz aus der Ecke geschossen kommen, das ist ein offensiver Angriff auf unser Grundgesetz.
Ich finde es repräsentiert unsere Bevölkerung schon ganz gut, wenn trotz einem Frauenanteil von über 50% mehr Männer wie Frauen im Bundestag sitzen.
Scheinbar können sich die Frauen entweder nicht aufraffen sich politisch zu engagieren, oder die Frauen wählen lieber Männer, weil sie diese als kompetenter ansehen.
Als Aternative könnte man ja wirklich 50% der Listenplätze an Frauen vergeben, dafür aber das Verhältniswahlrecht abschaffen... dann wäre man solche Personen wie Frau Nahles zumindest im Bundestag los.
Es regt sich doch auch niemand darüber auf, das es keine Geschlechterparität bei Beauty-Bloggern gibt...

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Katzazi 18.02.2019, 09:00
13. die Hälfte der Welt gehört den Frauen

"die Hälfte der Welt gehört den Frauen" dem ist wohl nicht so. Richtiger wäre es: Die Hälfte der Menschheit sind Frauen. Dieser Unterschied spielt in diesem Zusammenhang (wer wird wofür gewählt) wahrscheinlich durchaus eine Rolle.

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irgendwieanders 18.02.2019, 09:01
14. Ich finde es ein Unding

Wenn irgend jemand darüber nachdenkt, Gesetze zu erlassen und die Wahlfreiheit der Bürger einzuschränken, um ein bestimmtes politisch gewolltes Ergebnis zu erreichen.
Da müsste eigentlich sofort der Verfassungsschutz aus der Ecke geschossen kommen, das ist ein offensiver Angriff auf unser Grundgesetz.
Ich finde es repräsentiert unsere Bevölkerung schon ganz gut, wenn trotz einem Frauenanteil von über 50% mehr Männer wie Frauen im Bundestag sitzen.
Scheinbar können sich die Frauen entweder nicht aufraffen sich politisch zu engagieren, oder die Frauen wählen lieber Männer, weil sie diese als kompetenter ansehen.
Als Aternative könnte man ja wirklich 50% der Listenplätze an Frauen vergeben, dafür aber das Verhältniswahlrecht abschaffen... dann wäre man solche Personen wie Frau Nahles zumindest im Bundestag los.
Es regt sich doch auch niemand darüber auf, das es keine Geschlechterparität bei Beauty-Bloggern gibt...

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zeisig 18.02.2019, 09:04
15. Dann war's das für mich.

Wenn die Nahles jetzt auch mit diesem Unsinn kommt, dann hat sie bei mir jede Symphatie verspielt.

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Kapustka 18.02.2019, 09:08
16. Ein Beispiel

Die FDP hat in ihrer Mitgliedschaft einen Frauenanteil von 23 Prozent. Der Staat kann ja Frauen schlecht zwingen, in die FDP einzutreten. Nun verfügt der Gesetzgeber, dass die FDP-Liste paritätisch besetzt sein muss. Als Mann wäre dann die Chance auf einen vorderen Listenplatz um die Hälfte reduziert. Das wäre grob diskriminierend.

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Katzazi 18.02.2019, 09:08
17.

Zitat von argumentumabsurdum
... wenn die Parteien einfach mehr Frauen über die Listen in die Parlamente bringen würden? Und insgesamt mehr weiblich Kandidaten auf die Wahlzettel setzen würden? Ist ganz einfach und nichts muss geändert werden. Also liebe SPD: Was hindert Euch? Aber wenn's nicht gesetzlich verankert werden muss, dann befindest Du Dich auch nicht in Deutschland.
Manche Parteien tun das. Die SPD mehr, als z.B. die AfD. Was allerdings nicht das Problem an sich löst. Wobei ich dazu sagen möchten, dass ich auch kein Fan von Quoten bin. Zum einen gibt es auch für Frauen durchaus viele Gründe eine Partei zu wählen, nicht nur welche Nasen da aufgestellt sind. Zum anderen ist man sehr eingeschränkt, wen man mit der Erststimme wählt. Da hat man nämlich immer nur eine Person pro Partei zur Auswahl. Und auch wenn diese paritätitsch aufgestellt wären, kann dann nicht in jedem Wahlkreis eine Frau eine Frau und ein Mann einen Mann wählen. (Insbesondere wenn man ja auch noch auf die politische Einstellung und sonstige Geeignetheit für das Amt achten möchte.)

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Humboldt 18.02.2019, 09:13
18. Es liegt nur an AfD, CSU und FDP

Ich bin als GRÜNER gegen die Änderung des Wahrechts in dieser Form, dass die Wahlkreise vergrößert werden und damit immer mindestens eine Frau und ein Mann als direkt gewählte Abgeordnete entsandt werden. Warum? Weil die Wahlkreise bereits jetzt fast schon zu groß sind und die Abgeordneten kaum noch wirklich lokal vernetzt sind. Die lokalen und stadtbezirklichen Bezüge sind wichtig. Zu große und künstlich wildfremde Stadtbezirke und Regionen verzahnende Wahlkreise sind abzulehnen (Gibt es leider bereits einige heute).
Das der Frauenanteil so gesunken ist, haben wir alleine den drei (Männer)Partei AfD, FDP und CSU zu verdanken.
Wir GRÜNEN müssen uns da gemeinsam mit der LINKEN (jeweils mindestesn 50% Frauenateil durch Parteiquoten) und der SPD (immerhin 42%) vor den Frauen nicht verstecken. Die CDU hat zumindest ein Frauen-Quorum von mindestens größer einem Drittel. Totalausfall ist und bleibt die AfD und die CSU. Ich finde es bedauerlich, dass die Initiative im Bundestag rund um Frau Barley da keine Namen nennt und klar mit dem Finger politisch auf die verantwortlichen Parteien zeigt. Liebe Frauen, Ihr habt es doch selber politisch in der Hand, die Parteien zu wählen, welche mit der Gleichberechtigung seit Jahren bereits Ernst machen! Jetzt pauschal die Politik und das Wahlrecht für diesen Missstand (in bestimmten Parteien) verantwortlich zu machen, halte ich für falsch und fehlgeleitet!

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friedrich_eckard 18.02.2019, 09:16
19.

Für eine wie immer geartete "Pflichtquote" spricht natürlich, dass sie die rechten Sümpflinge in grösste Verlegenheit stürzen müsste, weil sie eine Mindestzahl von Kandidatinnen doch niemals zusammenbrächten - sie werden ja von Frauen auch weit unterproportional gewählt, was dazu führt, dass dort, wo die braune Brühe ganz besonders hoch aufspritzt, schon das Frauenwahlrecht insgesamt in Frage gestellt wird... aber im Ernst: eine verpflichtende Regelung, über den Anteil von Frauen an der jeweiligen Parteigliedschaft hinaus Kandidatinnen zur Wahl zu stellen dürfte tatsächlich verfassungsrechtlich einigermassen bedenklich sein. Aber warten wir doch einmal einen konkretn Vorschlag ab...

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