Forum: Politik
SPD in der Krise: Am Abgrund einen Schritt zurück
imago/ Hohlfeld

Der Rücktritt von Andrea Nahles macht nichts besser für die SPD. Solange sich die Partei nicht erinnert, wofür und für wen es sie gibt, wird sie immer tiefer stürzen - egal mit wem an der Spitze.

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yvowald@freenet.de 03.06.2019, 14:06
1. Was will diese SPD eigentlich wirklich?

Warum sollte eine Wählerin, ein Wähler diese SPD wählen? Welche Ziele verfolgt diese SPD? Wie will diese SPD die verkrustete deutsche Gesellschaft verändern? Wie will sie die Schere zwischen arm und reich wirksam schließen? Wie will sie den enormen Reichtum bei den Oberen Zehntausend auch in Deutschland abbauen?
Das sind die Fragen, die diese Partei zuallererst beantworten müßte, ehe sie sich erneut den Wählerinnen und Wählern zur Auswahl stellt.
Steht die SPD weiterhin zu Auslandseinsätzen deutscher Streitkräfte? Oder strebt sie nur eine Landes- bzw. Bündnisverteidigung an?
Wäre diese SPD bereit, auch mit ihrer Schwesterpartei DIE LINKE vertrauensvoll zusammen zu arbeiten, um einen Demokratischen Sozialismus anzustreben? Wie steht sie zu den Kernaussagen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert? Hoffentlich positiv. Dann könnte aus dieser SPD am Ende doch noch etwas werden. Ansonsten dürfte sie in der Versenkung der Geschichte verschwinden. In Italien lief dies ähnlich ab. Und bald auch in Deutschland?

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Hexavalentes Chrom 03.06.2019, 14:09
2. Todgeweiht

Ich denke, dass sie verschwinden wird. Denn sie wird weder ein Spenderherz finden noch eine Transplantation überleben. Sie wird an multiplen Organversagen sterben. Und es ist nicht so, dass die CDU nicht ähnlich moribund ist. Wir müssen den Jungen danken, die Palliativnation Deutschland aufgeweckt zu haben, um sich von dem zu befreien, was die Zukunft des Landes verhindert.

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Freidenker10 03.06.2019, 14:10
3.

Dumm nur das die SPD die ganzen Billiglohnjobs mitermöglicht hat! Wie soll man nun glaubhaft die Situation derer verbessern wollen die man erst in die Situation gebracht hat? Zudem schlägt auch jetzt erst der Schrödersche Kahlschlag voll durch, weil immer mehr Menschen ihre Rentenbescheide erhalten und nun schwarz auf weiß sehen was durch die ganze Arbeit rumkommt, nämlich nichts! Das durch die SPD verspielte Vertrauen lässt sich eigentlich nicht wiederherstellen, denn man hatte mehr als genug Zeit in der Regierung sich zu ändern, war aber augenscheinlich mehr an Pöstchen interessiert als sich wirklich für die sozail Schwachen einzusetzen. Das bisschen Gießkannenprinzip zur Abmilderung der selbst herbeigeführten Situation vieler nützt da nun auch nichts mehr! Die neoliberalen SPD ler haben es einfach total verbockt in dem man auf die Mitte gesetzt hat und die eigene Klientel total verraten hat!

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kakophoniephobie 03.06.2019, 14:11
4. Die SPD scheint überflüssig, wird aber wieder gebraucht

Es gäbe für die SPD genügend zu beackernde Felder. Beispielsweise den Wohnungsbau. In anderen Bereichen wie der Umweltpolitik, wo den Grünen vom Wähler die größte Kompetenz zugetraut wird, können die Sozialdemokraten trotz aller Anstrengungen nicht punkten. Zunächst und zuvorderst geht es um die Herausarbeitung eines klaren Profils, das die Partei deutlich erkennbar macht und deutlich abhebt von der unter Merkel nach links gerutschten Union. Auch gilt es, klare Kante zu zeigen bzw. Akzente zu setzen bei Themen wie Migration, Bildung, Infrastruktur etc. Momentan scheint die SPD als Partei des kleinen Mannes und der sozialen Gerechtigkeit überflüssig zu sein, weil die Wirtschaft floriert und es dem überwiegenden Teil der Bevölkerung relativ gutgeht. So gut, dass man sich Grün leisten kann. Die Stunde der SPD schlägt, wie ich meine, erst wieder bei einer weltweiten Wirtschaftskrise mit Arbeitsplatzverlusten im großen Stil, zum Beispiel im Zuge der Elektrifizierung (E-Mobil), Digitalisierung und Automatisierung. Generell wäre für die am Boden liegende, nach Erneuerung strebende SPD der Platz in der Opposition ideal, was auch von einem Teil der Sozialdemokraten so gesehen wird. Andrea Nahles ist wie Gabriel und Schulz das Opfer einer ideen- und orientierungslosen, viel zu selten Haltung zeigenden und mit sich selbst beschäftigten zerstrittenen Partei, die den Zorn der maßlos enttäuschten Mitglieder und Wähler deutlich zu spüren bekommt. Nicht zuletzt ist es der rüde, toxische Umgangston in der Partei, aber vor allem auch in den sozialen Medien, der die abgebrüht wirkende SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende hinschmeißen ließ. Also auch hinsichtlich des Umgangs miteinander hat die SPD viel zu tun.

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igel_52 03.06.2019, 14:11
5. Und jeder weiß warum die SPD abstürzt

Aber so wirklich weiß es doch niemand. Wenn man erst mal in der Abwärtsspirale steckt wird es immer schwerer da wieder herauszukommen.
Die SPD hat sich zu lange von Merkel die Butter vom Brot nehmen lassen, hat sich in Kompromissen ermüdet, und auch versäumt bei den Themen wie Umwelt, Rente, Pflege usw. wirklichen Druck aufzubauen. In meinen Augen sollte sie jetzt nicht den Fehler machen alle Aufmerksamkeit der Jugend zu geben, Stichwort Klima. Die "Alten" haben auch durchaus legitime Interessen (Pflege, Rente). Die Groko beenden und CDU/CSU mit den Grünen an die Macht lassen. Aus der Opposition heraus läßt sich dann ein echter Neustart machen.

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marthaimschnee 03.06.2019, 14:12
6. Exakt!

Dem ist nichts hinzuzufügen, nur eine Anmerkung zu "Es gibt noch Ausbeutung in Deutschland". Die gibt es nicht nur noch, die hat in Zeiten von praktisch nicht mehr existierendem Wachstum wieder Hochkonjunktur, denn nur so kann man die Gewinne noch steigern.

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einwerfer 03.06.2019, 14:18
7. Fehler

Natürlich gab's das schon, Regierungsamt und Parteivorsitz. Z.B. Willy Brand ! Parteivorsitz von 1964 bis 1987 und Bundeskanzler von 1969 bis 1974.

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gantenbein3 03.06.2019, 14:20
8. Ich frage mich

ob die Genoss*innen keine Artikel auf SPON, ZON oder der SZ lesen. Wenn sie es täten, sollten sie eigentlich wissen, was sie tun müssten. Aber sie tun lustvoll etwas anderes. Vulgo: Wie kann man so blöde sein, seinen wirklich guten Markenkern, soziale Gerechtigkeit, dahinsiechen bzw. von Merkel abräumen zu lassen? Von der Agenda2010, den Hartz-Gesetzen und von ein paar charakterlosen Genossen, die sie 'verbrochen' haben, müssten sie sich freilich ohne Wenn und Aber emanzipieren, denn jeder kleine Ladenbesitzer weiß, dass man seine besten Kunden nicht verprellt. Und wenn man es irrtümlich doch getan hat, muss man ehrlichen Herzens Abbitte tun, wenn man sie wieder für sich gewinnen will. So einfach ist das.

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gewappnetTS 03.06.2019, 14:21
9. Fehlender Markenkern?

Der Kolumnist zeigt einen "Make America great again"-Geist: Er wünscht sich eine angebliche frühere Einfachheit und einen Erfolg zurück, was es so niemals gab. In der erfolgreichen Zeit der SPD in der Bundesrepublik unter Brandt und Schmidt war die SPD keine Markenkern-Arbeiterpartei und auch nicht im weiterentwickelten Sinn. Erfolgreich war die SPD als realpolitische Kraft, die Einzelthemen durchgesetzt hat - wie sie jetzt auch Mindestlohn und Kita-Finanzierung sind. Mit radikalen Forderungen (Kühnert) wird man sicher keine Volkspartei. Das Thema, was derzeit bewegt, ist die Klimapolitik und da würde eine Besinnung auf den Markenkern "Arbeiter und was auch immer heute darunter zu verstehen ist" wenig bringen oder sogar eher kontraproduktiv sein.

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