Forum: Politik
SPD in der Krise: Am Abgrund einen Schritt zurück
imago/ Hohlfeld

Der Rücktritt von Andrea Nahles macht nichts besser für die SPD. Solange sich die Partei nicht erinnert, wofür und für wen es sie gibt, wird sie immer tiefer stürzen - egal mit wem an der Spitze.

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karottenjoe 03.06.2019, 17:08
120. OMG (oh my god)

Diese 3 Gurken sollen es retten?
Mit Schäfer-Pümpel können sie doch Direkt einpacken.
So müssen sich die Genossen sogar Sorgen um die 5%-Hürde machen.

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Hörbört 03.06.2019, 17:09
121. Von der Wohlstands- zur sog. Chancengesellschaft

Zitat von muellerthomas
Die Reallöhne steigen seit vielen Jahren. Und es mag sein, dass es bei einem Teil der Mittelschicht ABstiegsängste gibt. Einen Großteil der Mittelschicht spricht die SPD aber eher nicht an, weil die SPD keine Aufstiegsstory mehr bietet.
Yo, ey, cool story, bro.

Statt allen die notwendigen Mittel an die Hand zu geben und klassenlos Karrierewege zu öffnen (was in einer Wohlstandsgesellschaft üblich ist), wird den Menschen ein Lottoschein in die Hand gedrückt. Vielleicht gewinnt ja der ein oder andere die Million (typisch für die Chancengesellschaft).

Und damit der Traum nicht stirbt, gibt es all die schönen Bilder von den Menschen, die es "geschafft" haben. Die sprichwörtliche Möhre, damit der Esel weiter trabt.

Tatsächlich ist das Aufstiegsversprechen einer zunehmenden Chancenlosigkeit gewichen. Haste nix, wirste nix. Biste jedoch ein reicher Erbe, wird für dein leistungsloses Einkommen gesorgt. Und zwar von den Verlierern der 'Dynamik', die der Neoliberalismus entfesselt. Alle Zahlen zur Vermögensverteilung und deren Entwicklung belegen das.

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lalito 03.06.2019, 17:09
122. Biene Maja is dead

Sich drei Male von Thekla einsp(i)annen zu lassen und dann als lebens- wie kernlose Hülle aus dem Netz abgeseilt werden.

Es reicht mittlerweile für GrünSchwarz oder SchwarzGrün, je nachdem, die SPD wird noch nicht mal mehr als Kulisse benötigt, mission accomplished.

Die erste Groko war schon der entscheidende Fehler.

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tzoumaz 03.06.2019, 17:10
123. Mutlose SPD

selbst jetzt, wo es nimmer schlimmer geht für SPD, bleibt die SPD mutlos. Hier ist der Weg:
1. Raus aus der Koalition, sofort, und nicht wieder auf Steinmeier-Sprüche reinfallen mit dieser ganzen staatstragenden Sülze.
2. Vorstand auswechseln, komplett, Leute wie z.B. Stegner haben nie eine Wahl gewonnen, was machen die im Vorstand der SPD? Stegner hat eine Top-Ausbildung, er sollte es mal in der Wirtschaft versuchen.
3. Neue Prioritäten die Deutschland nach vorn bringen: Bildung und KI, Umwelt und vor allem soziale Gerechtigkeit. Politik für die untere Hälfte der Gesellschaft machen, für die Jugend. Nicht für die Rentner.
3-4 Jahre glaubwürdige Politik mit glaubwürdigem Personal und die SPD ist wieder bei 30 %.

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dietmr 03.06.2019, 17:14
124. Wenn man was nicht versteht ...

Zitat von einwerfer
Fehler! Natürlich gab's das schon, Regierungsamt und Parteivorsitz. Z.B. Willy Brand ! Parteivorsitz von 1964 bis 1987 und Bundeskanzler von 1969 bis 1974.
... ist es nicht unbedingt falsch, sondern Ironie ...
Sie müssen doch gar nicht so weit zurückgehen in der Geschichte der BRD. Sagen Ihnen die Namen Sigmar Gabriel, Gerhard Schröder, oder gar - es war ja keinesfalls nur von der SPD die Rede - Angela Merkel oder Helmut Kohl etwas?
Der Autor dachte wohl, dies sei bekanntermaßen Allgemeinwissen (die Behauptung, das ginge gar nicht, mithin als Ironie erkennbar). Hat er sich offenbar getäuscht ...

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kakophoniephobie 03.06.2019, 17:14
125. Prekäre Beschäftigung bedeutet Altersarmut

Zitat von Hang.on
...dass die ganzen Möchtegernanalysten und Tagträumer immer noch davon fabulieren, dass die Agenda 2010 Schuld am Desaster sei. Das beweist wiederum nur, dass man nicht rechnen und schon gar nicht analysieren kann. Es gibt gar nicht so viel prekär Beschäftige, dass man damit Volkspartei wird. Wer von der Mehrheit gewählt werden möchte, muss Politik für die Mehrheit machen. Und nicht für Minderheiten. Es ist so einfach. Man müsste sich nur mal hinsetzen und schauen, wie sich unsere Bevölkerung zusammensetzt.
Zu Nr. 96: Dass die Agenda 2010 "schuld am Desaster" ist, ist doch deutlich zu sehen am stetigen Niedergang der SPD und ist eben nicht, wie Sie in Ihrem jugendlichen Leichtsinn meinen, ein Hirngespinst der "Möchtegernanalysten und Tagträumer". Auch möchte ich auf den anfänglichen Hype um Martin Schulz verweisen, der ja antrat mit dem Versprechen auf mehr soziale Gerechtigkeit, dann aber leider nicht lieferte. Im Übrigen: Prekäre Beschäftigung bedeutet nicht nur prekäre Lebensverhältnisse, sondern auch drohende Armut im Alter. Hierzu ein Artikel aus der "Zeit": Jeder achte Deutsche lebt dauerhaft unter prekären Umständen. Das ergab eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin, die die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung gefördert hat. Demnach arbeiten rund vier Millionen Menschen und damit 12,3 Prozent der Erwerbstätigen über mehrere Jahre hinweg in perspektivlosen Jobs mit geringem Einkommen und mangelnder sozialer Absicherung. Besonders häufig betroffen sind demnach Frauen im Haupterwerbsalter, die oft Kinder haben. Die zweitgrößte Gruppe sind Väter, die drittgrößte junge Männer. […] Zudem zeigt die Statistik, dass viele Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten. Als Niedriglöhner gilt, wer weniger als zehn Euro in der Stunde verdient und damit auch weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns. Dem Statistischen Bundesamt zufolge betrifft das mehr als jeden fünften Beschäftigten. (www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/lebensverhaeltnisse-deutschland-erwerbstaetige-prekaere-umstaende)

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andree_nalin 03.06.2019, 17:18
126. Symptomatisch für diese runtergewirtschaftete Partei

ist auch die moralische Dekadenz einst führender Parteimitglieder. Zuallererst ist „Ich mach‘ mein eigenes Ding, egal was ihr denkt“-Gerhard Schröder zu nennen. Ein Franz Müntefering, ehemals einer aus der Arbeiterschaft, ist noch heute davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Und dann seine Arroganz Wolfgang Clement, der indirekt dazu aufrief, Genossin Ypsilanti nicht zu wählen. Und dann noch ein gewisser Herr Sarrazin, der trotz dauerndes anti-sozialdemokratisches Verhalten weiter SPD Mitglied bleiben darf. Und so ließe sich noch mehr zum Thema „Zerstörung der SPD von innen heraus „ sagen. Seit der unseligen Agenda 2010 wurden fast täglich Warnungen an die SPD gegeben, dass es so nicht weitergehen kann. Entweder aus Arroganz oder aus Unvermögen wurden alle Bedenken immer wieder vom Tisch gewischt.

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oloh 03.06.2019, 17:19
127. Auf den Punkt

Kuzmany hat Recht. Es gibt genauso viele Verlierer der modernen Arbeitswelt wie im Industriezeitalter unter Thyssen, Krupp und Röchling.
Nur haben die heute keine Lobby mehr. Weil sie halt weder Bergleute noch Stahlkocher sind.
Und die SPD weiß noch nicht mal, wie Digitalisierung sich organisiert. Von daher hat sie auch keinen Blassen, wie Ausbeutung sich im Zuge der Digitalisierung konstituiert.

Aber es gibt auch einen personalen Aspekt: Apparatschiks wie der "Scholzomat" sind die Totengräber (einer jeden Partei.) Es braucht Visionäre mit Durchblick. Gesellschafts- und Wirtschaftsphilosophen. Die Union hat da niemanden. Hätte die SPD mindestens einen, wäre das schon ein erheblicher Vorsprung.

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moeh1 03.06.2019, 17:21
128. Spd

Die SPD demontiert sich immer selbst. Helmut Schmidt wurden von seinen Genossen gestürzt, genau so wie Willy Brandt. Schröder hatte den Mut das deutsche Sozialsystem zu reformieren was ihm schlecht bekommen ist. Die SPD muss definieren was sie will, pupertaere Fantasien eines Kevin oder das Godesberger Programm. Beides geht nicht
.

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Margaretefan 03.06.2019, 17:22
129. Das liest sich herzzerreißend...

...toll. Nur hat der Autor vergessen zu erwähnen, dass es in den letzten Jahrzehnten durchaus SPD Politiker mit Macht gab, also Ministerpräsidenten in Bundesländern und gar einen Kanzler und zahlreiche Minister, sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene, die die vom Autor beschriebenen SPD-Attribute nicht nur vermissen ließen, sondern gar mit Füßen traten. Kurz um. Die SPD-Politiker haben ihre Wähler so oft verarscht, dass die Folklorenummer, die der Autor jetzt anstimmt, auch nicht hilfreich ist. Mit der Union gemeinsam lässt sich schon gar keine sozialdemokratische Politik, die glaubhaft ist, durchsetzen. Deshalb ist der nächste Schritt, der bei einem ehrlichen Versuch wieder hoch zukommen, der des Ausstiegs aus der Regierungskoalition. Einen: "Die Null muss stehen Finanzminister", braucht die SPD schon gar nicht. Als Trainer auf Schalke mag man damit Eindruck schinden, oder eben als Politiker bei der Union, wofür es dann sicher nen Keks von der Kanzlerin extra gibt.

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