Forum: Politik
SPD in der Krise: Am Abgrund einen Schritt zurück
imago/ Hohlfeld

Der Rücktritt von Andrea Nahles macht nichts besser für die SPD. Solange sich die Partei nicht erinnert, wofür und für wen es sie gibt, wird sie immer tiefer stürzen - egal mit wem an der Spitze.

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BettyB. 03.06.2019, 17:53
140. Allein das genügte....

Allein dadurch, dass die SPD in den Jahren der großen Koalition verhindert hat, dass Merkel ihre Vorstellungen von Leipziger Parteitag der CDU hat verwirklichen können, auf dem klar wurde, dass die große Vorsitzende neoliberaler denkt als es sich selbst die FDPler öffentlich zu wagen trauten, ist schon ein gewaltiger staats- und sozialpolitscher Verdienst der Partei. Dass sich anscheinend dem Reichenschutz verpflichtet fühlende Journalisten das nicht auf ihrer Stichwortliste haben, nun, wen wundert es?

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dieter-ploetze 03.06.2019, 17:54
141. die SPD hat ihr fundament mutwillig zerstoert

naemlich mit der agenda 2010. da muss man nicht herumreden. wie kann eine partei nur ihre klientel dermassen vor den kopf stossen? schroeder wurde dafuer gefeiert: er habe mehr an das land als an seine partei gedacht, so wurde schroeder gelobt. ich behaupte mal, dem land hats kaum was gebracht und die SPD wurde davon zerstoert. und schroeder laeuft als geehrter altkanzler und grossverdiener herum und erteilt noch ab und an schlechte ratschlaege. diese damals vergraulten menschen bekommt die SPD nicht wieder zurueck.
da muesste sie nun ein neues waehlerklientel finden, nur wen und wo? jetzt ist doch alles schon
besetzt. ausserdem hat die SPD noch einen zweiten malus. da sie ihre klientel schon des oefteren verraten hat,
glaubt ihr erst mal keiner mehr, da kann sie versprechen was sie will. bisher wurde das meiste spaeter gebrochen. sollte das in zukunft anders sein? kaum glaubhaft.

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kakophoniephobie 03.06.2019, 17:55
142. Wasser und Brot fürs Prekariat

Zitat von Margaretefan
...toll. Nur hat der Autor vergessen zu erwähnen, dass es in den letzten Jahrzehnten durchaus SPD Politiker mit Macht gab, also Ministerpräsidenten in Bundesländern und gar einen Kanzler und zahlreiche Minister, sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene, die die vom Autor beschriebenen SPD-Attribute nicht nur vermissen ließen, sondern gar mit Füßen traten. Kurz um. Die SPD-Politiker haben ihre Wähler so oft verarscht, dass die Folklorenummer, die der Autor jetzt anstimmt, auch nicht hilfreich ist. Mit der Union gemeinsam lässt sich schon gar keine sozialdemokratische Politik, die glaubhaft ist, durchsetzen. Deshalb ist der nächste Schritt, der bei einem ehrlichen Versuch wieder hoch zukommen, der des Ausstiegs aus der Regierungskoalition. Einen: "Die Null muss stehen Finanzminister", braucht die SPD schon gar nicht. Als Trainer auf Schalke mag man damit Eindruck schinden, oder eben als Politiker bei der Union, wofür es dann sicher nen Keks von der Kanzlerin extra gibt.
Wenn ein Wurstfabrikant (nicht der Trainer) nicht nur seinen Arbeitern, sondern auch seinen Bundesligaspielern Höchstleistungen abverlangt und glaubt, sie mit Wasser und Brot abspeisen zu können und in den Kader nicht weiter investieren zu müssen, kann das auf Dauer, wie an Schalke 04 zu sehen ist, nicht gutgehen. Und Eindruck schinden kann er damit erst recht nicht. Klüger wäre es doch, sich der neuen Zeit und den veränderten Bedingungen anzupassen.

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Bondurant 03.06.2019, 17:57
143. Kein Geschichtsbewußtsein

Zitat von lalito
Die erste Groko war schon der entscheidende Fehler.
Die "erste (bundesweite) Groko" regierte von 1966-1969 in der Bundesrepublik Deutschland und ebnete Willy Brandt den Weg zur Kanzlerschaft. Das kann ja kaum als entscheidender Fehler bezeichnet werden. Es ist aber typisch, dass solche Missverständnisse auftreten. Es mangelt vielen Diskussionsteilnehmer einschließlich der hochgelobten "Youtuber" vollständig an Geschichtsbewusstsein. Das auch kein Wunder in der Generation der Einzelkinder, die letzten Endes sich selbst für den Mittelpunkt der Welt halten und deren Begeisterung für Klimaaktivismus letzten Endes nur eine schlecht getarnte Selbstbefriedigungsfantasie ist: uns soll es in Zukunft noch besser gehen. Dass all ihre Pläne vielleicht dazu führen könnten, dass es gerade ihnen schlechter geht, kommt im Bewusstsein dieser Menschen gar nicht vor, eben weil sie kein Geschichtsbewusstsein haben und nicht wissen, dass es eben nicht zwangsläufig immer besser wird, ganz egal was man tut oder lässt. Wenn zum ersten Mal der Rechner nicht mehr angeht, weil der Akku leer ist und auch kein Strom zum Nachladen da, werden die Jungs und Mädchen erst begreifen, wie gut sie früher gelebt haben. Denen ist es ja zu gönnen, aber schade, dass auch andere darunter leiden müssen.

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Skakesbier 03.06.2019, 18:07
144. Die SPD

hat nach jahrzehntelanger parteiinterner wie -externer Mißwirtschaft einfach fertig, doch die Partei-Profis kleben (geldgeil, wie sie sind) an ihren Trögen. Selbst Zombies wie der professionelle Wahlverlierer Gümbel-Dingens (schon längst mit 'nem 200.000 pro Jahr Teuro--Job bei der GIZ abgesichert) oder 101% Martin grinsen mittlerweile wieder in Kameras des Staatsfernsehens. WIDERLICH! Laßt doch als Schlußakkord wenigstens professionelle Studienabbrecher wie diesen Kevin ('kein Name, sondern eine Diagnose') oder die Ükerfrau ans Ruder! Dann ist wenigstens eher unter 5% Schluß und die Republik kann sich ans Beseitigen der Scherben machen!

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SuperKraut 03.06.2019, 18:10
145. Nerviges Nörgeltheater

Manchmal fragt man sich, was die internen Kritiker der Partei eigentlich anzumelden haben. Die SPD sitzt ständig am Tisch der Macht und ist dauernd Mitglied der Bundesregierung...und das TROTZ Kevins Visionen...

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netobserver 03.06.2019, 18:10
146. Parteivorsitz und Regierungsamt??

Habe ich die Ironie nicht bemerkt, oder meint der Autor das ernst?? Adenauer, Brandt, Engholm, Kohl, Schröder, Müntefering, Merkel, Beck, Platzek alle PV die gleichzeitig Regierungsämter hatten. Scholz ist feige, weil er weiß, dass er als Vorsitzender keine Chance hätte. Aber er ist mindestens so schuldig am Niedergang der SPD wie Nahles.

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Hörbört 03.06.2019, 18:12
147. Born in the 21st century?

Zitat von Bondurant
Und wo genau ist das so "üblich"?
Die soziale Marktwirtschaft, ja, sogar der "Rheinische Kapitalismus" eröffnete Chancen für jeden, der sie ergreifen wollte. Damals gab es übrigens auch eine echte Partnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Alle wussten, dass sie nicht ohne den anderen 'können'. Es gab Vernunft auf Seiten der Gwerkschaft und der Arbeitgeber. Leben und leben lassen.

Im Vergleich zu heute eine paradiesische, beinahe utopische Zeit.

Sozialhilfeempfänger wurden in Ruhe gelassen, niemand beneidete sie, kaum einer empfand Achtung vor ihnen, aber man trampelte auch nicht auf ihnen herum. Akkordarbeiter, Leute vom Bau, fleißige Anpacker, sie alle konnten sich einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten und eine Familie ernähren, in der Mami nicht bei Lidl an der Kasse sitzen muss, sondern stattdessen die Kinder großzieht und versorgt.

Heute muss diese Klientel das gleiche (und manchmal noch mehr) leisten, ihr gerechter Lohn für die Plackerei wird jedoch einbehalten. Lohnabstandsgebot? Kommunistisches Teufelszeug, das den hochwohlmögenden Kapitalbesitzern die Rendite trübt.

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phg2 03.06.2019, 18:24
148.

Zitat von dr.eldontyrell
wie konservative Möchtegern-Sozialdemokraten diese Umfragewerte ausblenden. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-02/umfrage-bundestagswahl-spd-martin-schulz-wachstum-cdu-afd Die SPD bei dreißig Prozent, weil Martin Schulz so ein charismatischer Hippster ist? Mitnichten. Weil er eine Gerechtigkeitsdebatte startete. Die Agenda hat nämlich auch in der Mittelschicht die Ängste vor dem Absturz in H4 geschürt und somit die Reallöhne kräftig gedrückt. Das haben mittlerweile viele kapiert. Und die Nutznießer dieses Systems sehen ihre Felle schwimmen.
Als Martin Schulz sicherlich 1376x mal "Für die hart arbeitenden Menschen...." posaunte dachte ich mir, dass er damit eigentlich keine
Hartz4 Empfänger meinen kann. Wenn ich ihm geglaubt hätte hätte ich vielleicht SPD gewählt.

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yippieh 03.06.2019, 18:24
149. Mitte oder Links oder...?

Die CDU hat zwar linke Themen mit Merkel auch besetzt, aber zwischen SPD und CDU/FDP gibt es schon klare Unterschiede.
Wo bekommen sie die Stimmen her? Niedriglohnsektor, Alte, Sub-Arbeiterklasse wie auch Paketzusteller. Servicekräfte.
Oder wählen die gleich links, jung dann grün und alt AfD???

Die SPD hat leider auch keinen geilen Vorkämpfer mit Stimmerhebung a la Schröder. Mal einer/eine mit Ansagen.

Und...WAS mir in der SPD kommpletto fehlt ist INNERE SICHERHEIT. Da haben sie auch an AfD verloren, oder? Also warum gibt es ausser in der CSU/Seehofer nirgends da eine klare Agenda wenn ein Grossteil der Bevölkerung, egal wie Statistiken daherkommen, nun einmal eine Art Unsicherheitsgefühl hat nach Blick in die Zeitungen jeden Tag. Ob Jugendbanden, Drogen, Messer, Diebstahl oder Einbruch...das Feld ist auch da. NEBEN Wohen und der "Eigentum Verpflichtet" Aufkündigung der Konzerne.

Themen ohne Ende. Nur es fehlt ein Vortänzer mit Charisma mMn. Die AfD hätte doch klar mehr Stimmen, wenn sie nicht so widerlich hassend/hetzend/rechtsaussen in Nazisprech gefangen wär.

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