Forum: Politik
SPD in der Sinnkrise: Die Nebenpartei
DPA

Viel Arbeit, kaum Glanz: Sie bemühen sich wirklich, die Sozialdemokraten. Trotzdem reicht es nur zum Mitregieren. Ändern wird sich daran absehbar wenig - und das liegt an einem groben Fehler Sigmar Gabriels.

Seite 1 von 28
tomxxx 24.03.2015, 13:57
1. So ein Unsinn...

genau, dann müßte Gabriel zeigen was er kann... bis jetzt hat noch nicht einmal eine Wahl gewonnen. Geschweige denn, dass es andere Fähigkeitsnachweise geben würde! Und ab da wäre die SPD wieder genau in der Falle, in der sie auch unter Schröder war, statt der Romantik für das Gute auf der Welt, gäbe es immer ein "Nein" des Parteichefs für Ausgabenwünsche. Das würde die Partei noch mehr zerreissen, die Linke würde sich in dem Konflikt sonnen und die SPD unter 20 % sinken. Viel Spass! Die einzige Machtoption für die Partei ist einen entsprechenden Wähleranteil in der Mitte zu erreichen. Dummerweise hat Schröder die Linke etabliert, so dass diese Option gerade nicht funktioniert. Und ohne die Mitte ist die Linke in Deutschland nun mal die strukturelle Minderheit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
minsch 24.03.2015, 13:58
2.

Die Frage ist doch viel grundsätzlicher und lautet schlicht: Ist die SPD wirklich noch eine Alternative, die man braucht? Und wenn ich an die Agenda 2010 denke, würde ich einmal sagen: Selbst die FDP hätte sich zu dem Zeitpunkt nicht getraut, eine so grob unsoziale Politik zu machen, CDU und CSU erst Recht nicht. Ja, die SPD ist nach wie vor eine Alternative, nur nicht mehr für 80 % der Bevölkerung sondern für die reichsten 20 %.

Mindestlohn? Sozial? Kaum, denn die de-facto-Finanzierung von Arbeitsplätzen aus dem Sozialtöpfen, letztlich auch Steuermittel, Hartz-IV-Zuzahlung genannt, war in der Praxis letztlich der Combi-Lohn, der von Teilen der C-Parteien und der FDP gefordert wurden, der letztlich einen Weg eröffnete, dass sich einige Arbeitgeber auf Kosten aller Steuerzahler, der Arbeitnehmer sowieso, schamlos bereichern konnten. Das sie einen Mindestlohn eingeführt haben, ist nicht sozial sondern schlicht die Abschaffung einer Subvention von Unternehmen, die in der Marktwirtschaft völlig deplatziert war, denn hier wurden schlicht und ergreifend Betriebskosten zuungunsten der staatlichen Sozialkassen sozialisiert, während die Gewinne hübsch privat blieben.

Die SPD eine echte Wahlalternative? Ja sicher, wenn man zu Deutschlands tausend reichsten Familien gehört!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mueller1 24.03.2015, 14:00
3. Danke für Ihren Artikel,

schöner hätten Sie die Überflüssigkeit der aktuellen SPD nicht auf den Punkt bringen können:

"Wahrscheinlich stellt die SPD erst dann wieder einen Kanzler, wenn Angela Merkel freiwillig ihren Abschied nimmt oder so lange regiert, dass die Deutschen sie loswerden wollen."

Wenn es eine SPD nicht schafft, Besseres als Merkels Politik (an-) zu bieten, kann man sich die SPD schenken. Auf Ratschläge, was die SPD anders machen soll, verzichte ich, da ich diese Arbeitnehmer-Verräter wahrscheinlich in meinem Leben eh' nicht wählen werde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ambergris 24.03.2015, 14:01
4.

Ich stimme zu, dass das Wirtschaftsministerium für die SPD aber vielleicht auch speziell für Gabriel ein Fehler war. Vielleicht hätte man stattdessen das Verteidigungsministerium nehmen sollen. So kann sich die SPD nicht wirklich von Merkel abgrenzen, denn Merkel hat Außen- und Wirtschaftspolitik im Grunde zu ihrem eigenen Feld gemacht in dem ihre Politik alternativlos ist.
Generell aber hätte der SPD ein bisschen mehr Opposition vielleicht gut getan. CDU/FDP waren immerhin 7 Jahre in der Opposition um sich nach Kohl neu zu regenerieren. Die SPD nur 4 Jahre und selbst da war ihre Stimme in Europafragen notwendig, denn Opposition und Regierung in einem zu sein kann nicht nur die SPD, sondern auch die CDU und speziell die CSU ganz gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
die_zukunft 24.03.2015, 14:04
5. Kurzer Widerspruch zu Schröder

Mit Schröder hat die SPD zwar das letzte Mal gewonnen. Er hat sie aber auch in die seitdem fortwährende Niederlage getrieben, nicht nur indem er seine Kanzlerschaft mehr oder weniger freiwillig an Frau Merkel abtrat, sondern auch, indem er Lafontaine aus der Partei drängte und so wertvolle Prozente an die Linke abtrat. Die Agenda 2010, ohne sie jetzt bewerten zu wollen (sagen wir, mit dem Autor würde ich nicht einig), hat diese Spaltung dauerhaft werden lassen.

Man beachte dazu, dass die "linken" Parteien SPD, Grüne und die Linke zusammen im Bundestag eine knappe Mehrheit haben. Es ist also wahrlich nicht an den Haaren herbeigezogen, wenn man sagt, dass die von Schröder betriebene Spaltung der SPD uns Frau Merkel mit allen Folgen beschert hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bonngoldbaer 24.03.2015, 14:04
6. Falsches Foto

Bei allem Respekt Herr Spörl: Wenn Sie glauben, Herr Gabriel hätte Finanzminister werden können, haben sie ein falsches Foto von der Kanzlerin und ein falsches Foto von der CDU.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
manque_pierda 24.03.2015, 14:06
7. nee

glaube eher der verehrte Kommentarist hat ein falsches Bild vom Land und der SPD. Vieles was die SPD in der Regierung durchgesetzt hat, findet die Mehrheit nicht toll oder es ist ihr egal. Der Doppelpass, Regulierungswut an allen Fronten, die eigentlich viel starker gewünschte Alimentierung Griechenlands und Co. und die Kokettierung mit einer Koalition mit Linksradikalen sind nun mal nicht geeignet, um Wahlen zu gewinnen. Dazu muss man dummerweise jetzt Dinge wie TTIP und Antirußlandpolitik der eigenen anders tickenden Klientel verkaufen, so dass eben nur noch 25 % Unverdrossene übrig bleiben. Aber eines hat der Autor gut erkannt: Regierung und Opposition in einem funktionieren nicht. Es ist kein Zufall, dass Alphaplatzhirsche wie Schröder und Schmidt, die erfolgreichsten SPDler waren, da sie Sektierer und weltfremde Phantasten in die Schranken wiesen. Dennoch bleibt ein Faktor bisher unerwähnt: Links und rechts sind für halbwegs gebildete und selbst bestimmte Bürger kein Wahlkriterium mehr. Deshalb sind weder Grüne natürliche Partner noch Linkspartei heimzuholende Verblendete des Lagers. Bei der hämischen Schadenfreude über den FDP-Absturz hat man nämlich vergessen, dass auch eine eigene Option verloren ging. Aber was solls, mir gefällt die SPD ohne Kanzlerschaft eh besser.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kabian 24.03.2015, 14:06
8. Die SPD machte die gleichen Fehler wie die FDP

Der Fehler war die Agenda 2010. Die SPD hätte sich gar nicht unter falschen Versprechungen wählen lassen sollen um genau dann das Gegenteil durchzusetzen und ihren eigenen Wählern zu schaden. Solch ein Fehler kann eine Partei den Garaus bereiten wie das Schicksal der FDP zeigt.

Es wird noch einige Zeit dauern bis endlich die SPD zu ihren Wählern zurück findet, oder auch nie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
genugistgenug 24.03.2015, 14:13
9. Großer Quatsch, Gabriel macht keine Fehler!

Gabriel, Oppermann und der Rest der Hartz IVerbrechen SIND der Fehler!
Frauenquote nur für Aufsichtsräte und für ca. 100 Frauen
Mindestlohn - bereits April 2011 musste die ReGIERungzugeben, dass alles unter 10,- nicht mal zur Grundsicherung reicht
TTIP man kann nicht über etwas reden dass noch nicht beschlossen ist (der grobe Gabriel)
Deutsche sind reich und hysterisch - Gabriel (und seine Politiker innen hohl)
usw.
Sozial war vorgestern, heute zählt nur noch asozial - deshalb SPD

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 28