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SPD im Siechtum: The Walking Red
DPA

Olaf Scholz, Wahlen, GroKo: Die Sozialdemokraten kommen nicht raus aus ihrer Problemspirale. Ihr Niedergang scheint im Jahr 2019 kaum mehr zu stoppen. Oder könnten zwei Frauen die Rettung sein?

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Matze38 10.01.2019, 21:44
170.

Zitat von Matze38
Die SPD muss sich vom Lobbyismus befreien, erst dann kann es grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft und Politik zum Wohle aller geben, solange das nicht passiert, nutzen auch neue Politiker nichts. Die werden sich spätestens in Regierungsverantwortung wieder so zeigen wie jetzt, hier ein bisschen Entlastung, woanders wieder mehr Belastung, so läuft das Spiel seit über 20 Jahren. Alle werden sich den Konzernen und reichen ergeben und vor ihnen auf die Knie fallen.
und vor allem muss die SPD den konservativen Seeheimer Kreis entmachten und die Clique um Gerhardt Schröder, die noch übrig sind.

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Matze38 10.01.2019, 21:48
171.

Zitat von MtSchiara
Der Grund für den Absturz der SPD ist, daß sie nach Schröder ihre Zielgruppe gewechselt hat. Die neue Zielgruppe umfaßt weniger Bürger und ist stärker umkämpft. Vor 30 Jahren war die SPD die Partei des kleinen Mannes/der kleinen Frau und hat für diese(n) Politik gemacht: - günstige Mieten und günstiger Wohnraum - günstiger Strom - sichere Arbeitsplätze - Schutz des Eigentums /des Vermögens - Beteiligung der einfachen Menschen am Wirtschaftswachstum und am Zuwachs des gesellschaftlichen Vermögens - niedrige Kriminalitätsrate - Vermögensbildung für einfache Menschen möglich - sozialer Aufstieg für einfache, fleißige Menschen möglich Heute verachtet die SPD den kleinen Mann/die kleine Frau und macht Politik gegen seine Interessen: - Enteignung von Millionen von Autofahrern - überbordende Bürokratie und Gängelung - Hohe Strompreise - Fluß des deutschen Geldes und Vermögens ins Ausland - Zerstörung von Arbeitsplätzen am Wirtschaftsstandort Deutschland - Hohe Miet- und Wohnkosten - zunehmende Kriminalität - Massenzuwanderung in die Sozialhilfe und den Niedriglohnsektor - keine Zinsen mehr - Entwertung von Lebensversicherungen und des Vermögens des einfachen Mannes/der einfachen Frau - ... Die heutige Zielgruppe der SPD sind die Wähler der Grünen, eine elitäre Gruppe von selbsternannten Weltrettern und Bessermenschen, die die einfachen Menschen im Land verachten und denen deren Bedürfnisse am A* vorbeigehen. Die SPD buhlt also gemeinsam mit den Grünen um diese 25 Prozent der Wähler und prellt ihre ehemaligen Stammwähler. Da bleibt für die SPD nur 25 Prozent abzüglich der Stimmen für die Grünen übrig.
Und das Ding ist, das Teile der Linken auch um diese Zielgruppe buhlen, außer der Wagenknecht Anhang. Aber die wird man auch noch stürzen. Großer Gewinner dieser Zielgruppe die AFD, aber nicht aus Überzeugung, sondern weil sie keine andere Wahl haben. Denn die AFD ist alles andere, als eine soziale Partei, sie ist nicht viel anderes als die FDP, aber haben im Moment noch das Protestpotential auf ihrer Seite, weil alle anderen Parteien sie missachten.

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Schartin Mulz 10.01.2019, 21:55
172. Solide

Zitat von Listkaefer
Typisches Kommentatorengeschwätz. Wieder einmal stellt ein Journalist Politik als Folge von Events für die Galerie dar, und betrachtet die Dinge nicht nach dem Gesichtspunkt guter oder schlechter Politikergebnisse, sondern nach ihrem Unterhaltungswert als Spektakel. Da ist dann ungeheuer wichtig, wer nach welchem Amt strebt, oder wer wen spektakulär angreift. So werden dann Leute wie Guttenberg, Kühnert, Lindner, Wagenknecht, Gauland zu Mediengrößen - und diejenigen, die wirklich die Dinge bestimmen zu Randfiguren. Die SPD leistet solide Regierungsarbeit. Das ist die Basis für ihr Wiedererstarken. Sie erneuert sich von Innen. Da ist viel in Bewegung gekommen, was die Öffentlichkeit nicht bemerkt, den Parteizusammenhalt aber stärkt und demnächst auch nach Außen zum Tragen kommen wird. Was machen denn die anderen Parteien? Die AfD fällt ohne das ewige Migrantenthema, aber mit vielen Skandalen wieder von ihrem Sockel herunter. Die Grünen hatten den Medienhype und haben deutlich sichtbar ihren Zenit längst überschtitten. Bei den Wahlen im Osten werden sie wieder geerdet. Die FDP hält niemand für notwendig. Die Linken werden gerade von Wagenknecht gespalten. Es bleiben die bewährten Volksparteien der Union und die SPD auf der Bühne, gerne wieder als GroKo, und gerne auch mit SPD-Kanzlerschaft.
Solide Regierungarbeit, aha.
Die SPD steht allen Wahlkämpfen zum Trotz immer noch zur Wende unter Schröder. Ein paar Leckerli für traditionelle Sozialdemokraten können das nicht verschleiern.
Eine Erneuerung findet nicht statt, wo bitte wollen Sie die denn ausmachen?
Eine großmundige Ankündigung in der Rentenpolitik, die dann aber sofort wieder einkassiert wurde. 16 von 20 Jahren war die SPD maßgeblich an der Regierung beteiligt, wo sind die Lösungen gegen Altersarmut? Selbst die minimalen Verbesserungen für die besonders von Altersarmut betroffenen Mütter musste die CDU durchsetzen.
So wird das nichts.

Und die anderen Parteien werden sich halten. DIe Linken, weil sie die einzige Partei sind, die gegen die neoliberale Politik stehen. Und auch die AfD sollte man nicht zu früh abschreiben. Das Migrationsproblem wird uns auch in Zukunft beschäftigen.

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Profdoc1 10.01.2019, 21:56
173. Tja, ...

Die SPD halt.... Weiß jemand für was diese Partei steht? Ich nicht. Vermutlich weiß sie es selbst nicht mehr .....Es gibt zig Themen, die die SPD bedienen könnte für eine moderne europäische Gesellschaft. Aber was macht diese Partei: Sie arbeitet sich weiterhin an den Hartz-Gesetzen ab, diskutiert Themen und Personen, die seit 2005(!) nicht mehr aktiv sind und beschäftigt sich mit 'ollem' Zeugs. Das ist lächerlich. Deshalb wähle ich diese Partei seit Jahren nicht mehr. Keine Beiträge, keine Substanz - schlimmer noch: keine Ideen für eine moderne Gesellschaft. Es lohnt sich nicht mehr diese Truppe zu beachtet. Traurig!

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Matze38 10.01.2019, 21:56
174.

Zitat von Matze38
Und das Ding ist, das Teile der Linken auch um diese Zielgruppe buhlen, außer der Wagenknecht Anhang. Aber die wird man auch noch stürzen. Großer Gewinner dieser Zielgruppe die AFD, aber nicht aus Überzeugung, sondern weil sie keine andere Wahl haben. Denn die AFD ist alles andere, als eine soziale Partei, sie ist nicht viel anderes als die FDP, aber haben im Moment noch das Protestpotential auf ihrer Seite, weil alle anderen Parteien sie missachten.
mit großen Gewinner dieser Zielgruppe meine ich nicht die Zielgruppe der Grünen, sondern die ureigene der SPD und Linken, die jetzt AFD wählen aus Mangel an Alternativen.

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thomas_fichte 10.01.2019, 21:59
175. Die Mittelschicht wird vergessen!

So lange die SPD die Mittelschicht vergißt, geht es nur noch weiter nach unten!

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briefzentrum 10.01.2019, 22:00
176. Das Titanic-Orchester - Die SPD und ihre zahllosen Hoffnungsträger

In den USA ist vor einigen Tagen eine junge Frau verhaftet worden, weil sie Zuckerwatte dabei hatte. Die Polizei dachte, es wären Drogen. In Deutschland laufen die SPD-Politiker durch die Lande und wedeln mit Zuckerwatte. Und die Wähler sollen glauben, das wäre Sozialpolitik. So kann man sich täuschen. Mit der größten Packung Zuckerwatte wedelt immer Franziska Giffey. Das ist jene Provinzpolitikerin, die für die SPD jetzt den Jargon von Grundschülern in die Bundespolitik eingeführt hat. Aus komplizierten Gesetzestitel macht sich Schlichtfassungen: Gute-Kita-Gesetz oder Starke Familien-Gesetz. Nicht, dass im Gute-Kita-Gesetz jetzt eine gute Kita drin wäre; und bei dem Starke-Familien-Gesetz geht es auch nicht um die Schaffung und Sicherung starker Familien. Aber es sind eben schlichte Formeln. Und Viele, gerade auch in den Medien, halten das schon für ein Indiz für eine gute Sozialpolitik. Beim Gute-Kita-Gesetz werden 3,5 Mrd. Euro verteilt, nur eben nicht für die Qualitätsentwicklung von Kitas. Die Länder verteilen das Geld lieber an die Eltern und reduzieren Kita-Beiträge. Das macht bei Wählern gute Stimmung, verbessert aber keine Kitas und sorgt auch nicht für mehr und besser ausgebildete Erzieherinnen. Aber der Gesetzesnamen ist jetzt wenigstens so schön griffig: Billige-Kita-Gesetz. Ähnlich bei den starken Familien. Das meiste Geld (3,5 Mrd. Euro) geht für Kindergeld und Kinderfreibeträge drauf, also vor allem für die Besserverdienenden. 1 Mrd. Euro gibt es für arme Familien und arme Kinder - bei komplizierten Antragsformularen. Aber es heißt ja auch Starke-Familien-Gesetz und nicht Arme-Familien-Gesetz. Nichts davon hat Frau Giffey durchgesetzt. Alles war schon im Sondierungsvertrag der GroKo vereinbart. Da war Frau Giffey noch in Neukölln. Aber jetzt soll sie eben ein Hoffnungsträger der SPD sein, wie vorher Manuela Schwesig, die gerade in MV Giffeys Geld für kostenlose Kitas verbrät. Wenn die SPD alles soviel hätte wie Hoffnungsträger. Die Namen seit Rudolf Scharping sind da Legion. Katarina Barley ist auch so ein Fall. Die Frau, die mit dem Slogan wirbt: Erfrischend politisch. Zuerst war sie eine Hoffnungsträger*in als SPD-Generalsekretärin, dann war sie Hoffnungsträger*in als SPD-Familienministerin, dann als SPD-Justizministerin und jetzt als SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl. Mehr Hoffnung geht gar nicht. Kann sich aber jemand an politische Erfolge von Frau Barley erinnern? Nicht so richtig. Aber der Slogan heißt ja auch: erfrischend politisch. Das hört sich an wie: Die Sinalco schmeckt, die Sinalco schmeckt... - Die SPD befindet sich in einem anhaltenden Niedergang, weil sie weder ein überzeugendes Konzept für die Zukunft des Landes hat, noch hat sie politisches Führungspersonal, das ein solches Programm charismatisch repräsentieren und verkörpern könnte. Und in der GroKo ist sie aus Staatsräson, weil der Bundespräsident sie dazu verdonnert hat. Und da ließen sich die gut dotierten Funktionsträger*innen eben nicht lange bitten. - Bei einem Bärenmarkt an der Börse sagt man, es geht erst wieder aufwärts, wenn keinerlei Hoffnung mehr im Markt ist. Diesen Zustand wird die SPD wohl im Laufe des Jahres 2019 erreichen.

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finternational 10.01.2019, 22:02
177. Es wird nie und keine Rettung geben

für die Sozen geben, solange die Frage wie halten wirs mit Hartz IV nicht eindeutig geklärt ist. Jetz wollen auch die Seeheimer linker werden, schön, wann kommt ein Beschluss? Geben sich auch so Zeit als wären aktuell 45% auf der Messlatte und nicht 15%...

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skeptikerjörg 10.01.2019, 22:02
178.

Zitat von latrodectus67
Es ist wunderschön zu sehen, dass meine Träume von 1999-2008, dass die SPD endlich vom Wähler abgestraft wird, wahr wird. Ich empfinde Freude bei jeder Stimme weniger der SPD. Ich denke an die Mitmenschen die die HartzIV-Sklaverei erleiden mussten und müssen, die Menschenleben die die "Friedensmissionen" gekostet haben, die "alternativlose" Rettung der Superreichen 2008, die astronomischen Renditen der Super-Riester-Renten. Es wäre der schönste Tag meines Lebens zu sehen wie die SPD aus wenigstens einem Landesparlament in Deutschland komplett rausfliegt.
Ok, dem Duktus nach sind sie mindestens Die LINKE, wenn nicht KPDML, DKP oder MLDP. Aber egal, keine Linkspartei hat in Deutschland irgend etwas für ihre Wähler und die Bürger insgesamt erreicht. Warum nicht? Weil sie nicht regierungsfähig sind. Und Opposition kann nichts gestalten. Und von der "HarzIV-Sklaverei" träumen 80% der Weltbevölkerung sowie jeder zweite Rumäne, Bulgare, Mazedonier, Albaner, Serbe, Moldauer, Weissrusse als dem Paradies. Zigtausende voll arbeitende Deutsche haben auch netto weniger, als HarzIV-Empfänger fürs RTL 2 gucken bekommen.

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Deep Thought 10.01.2019, 22:05
179. Die SPD ist am Ende - jedenfalls die "Spitzen"Politiker

Ein Scholz, der die G-20-Organisation ernsthaft mit dem Hafenfest verglichen hat - und auf hammerharte Konfrontation durch eine Hardliner als Polizeiführer setzte, anstatt klug abfedernd und vorausblickend zu agieren (sicherlich, um sich SELBER als harten Kerl für Berlin zu empfehlen)... Andrea Nahes, die versucht, kindliche Phantasien mit erschreckend pubertärem Gehabe zu vermischen, um einen "neuen Stil" der SPD-Politik zu generieren ---> intellektueller Offenbarungseid! Ein bereits in Brüssel total überschätzter Schulz, der ausser Großkotzigkeit und peinlicher Arroganz bereits seit vielen Jahren nix anderes zu bieten hat - NULL Inhalte, nur Sprechblasen. Wer im Artikel als Hauptverursacher des SPD-Verfalls nach der Wahl leider nicht erwähnte, aber katastrophal agierend die SPD in den Abgrund stieß: Steinmeier! Er hätte klug zu einer Minderheitsregierung raten können, wie sie bspw in Schweden und NL gut funktioniert. Das hätte Merkel endlich mal dazu gebracht, mit Argumenten und rationalen Plänen anstelle von absolutistischem, ja diktatorischem Regierungsstil agieren zu müssen. STEINMEIER hat die SPD erpresst, um die inhaltlich seit vielen Jahren leere, (sogenannte) "große" Koalition weiterhin in den Abgrund fallen zu lassen.
Kühner ist ein kluger, intelligenter Mann - ansonsten sehe ich in der SPD niemanden, der auch nur ansatzweise AUTHENTISCH ist und daher erstmals den Wähler überzeugen könnte.

Die Hartz IV Katastrophe ist historisch ein dramatischer Wendepunkt und eine Partei. welche erst nach 15 (!FÜNFZEHN!) Jahren anfängt, selbstkritisch über das nachzudenken, was Oskar Lafontaine, Sozialverbände von katholisch bis zu den Gewerkschaften bereits vor deren Verabschiedung händeringend voraussagten, ist NICHTS wert. Wer in der Politik bzw Geschichte 15 Jahre dramatische, offensichtliche Fehler konsequent trotz aller Evidenz leugnet, der hat den Untergang verdient.

Wenn Kühnert in der SPD tatsächlich einmal echten Einfluss haben sollte, so ist das die ALLERletzte Chance für die SPD. - Wenn dann noch Wagenknecht endlich unangefochten von den schwachen Ideologen bei den Linken Parteivorsitzende der Linken wird, könnte daraus eine starke ECHT LINKS, aber realpolitische Kombination werden.

Leider ist die SPD derart vom (vorsichtig formuliert) Mittelmaß geführt, daß Kühner erst etwas zu sagen haben wird, wenn man um die 5% liegt. Aber das wird nicht mehr lange dauern.

Die Ergebnisse im Osten 2019 werden katastrophal sein, übrigens auch für die Grünen. Bremen ist derart chronisch sozialdemokratisch, daß es da vielleicht noch einmal mit massiven Verlusten gut gehen könnte (für die SPD, nicht für Bremen)...

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