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SPD-Interimschef: Schäfer-Gümbel relativiert Grünen-Kritik
DPA

In einem Interview attackierte Thorsten Schäfer-Gümbel die Grünen scharf - und zog Parallelen zur AfD. Jetzt will der SPD-Übergangschef alles ganz anders gemeint haben.

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telarien 14.06.2019, 12:37
1. Peinlich

Und der SPD waren in den letzten 20 Jahren soziale Belange etwa nicht egal? Wer war denn davon 16 Jahre an der Regierung, die Roten oder die Grünen?
Die eigenen Wähler verraten und verkauft, aber mit dem Finger auf Andere zeigen. Das ist peinlich.

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frank.huebner 14.06.2019, 12:42
2. Allerdings hat er recht

TSG hat allerdings recht mit seiner Kritik. Die Grünen bieten Wohlfühlpolitik ohne Chance, irgendetwas zu ändern. Denn der einzige wahrnehmbare Markenkern ist nun mal der Klimaschutz. Das ganze andere Wahlprogramm ist eine Aneinanderreihung schöner Worthülsen, und die widersprechen sich noch. Beipiel: Sie wollen Deutschland sicherer machen, aber keine schnellen, populistischen Maßnahmen treffen. Wollen aber gleichzweitig den Waffenbesitz für Sportschützen erschweren. Obwohl mit legalen Waffen laut Kriminalstatistik nur weniger als 1 % der Straftaten verübt werden. Sie wollen einen starken Ausbau der E-Mobilität, toll. Dass dafür im Ausland ganze Landstriche verwüstet und Menschen ausgebeutet werden, das ist okay, das merkt man hier ja nicht. Alles nur auf Wohlfühlmaßnahmen ausgelegt, ohne wirklich die Probleme anzugehen oder gar Lösungen vorztuschlagen. Schäfer-Gümbel hat Recht! Die Grünen sind auf dem linken Rand so populistisch wie die AfD am rechten Rand.

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friedrich_eckard 14.06.2019, 12:46
3.

Dass ein sonst ganz verständiger Mensch so furchtbar danebenhauen kann... zur Sache wäre zu sagen: es ist ja nicht falsch, dass die GRÜNEN ökologischen Fragen im Allgemeinen und aktuell der Klimafrage im Besonderen absoluten Vorrang einräumen - das ist ihnen aber nicht vorzuwerfen: dafür sind sie eben GRÜNE. Die Aussage: "Den Grünen ist die soziale Frage schnurzegal." ist dieser Form sicher heftig übertrieben, aber die Frage, ob sie nicht mindestens einen Kern von Wahrheit enthält, scheint mir doch erlaubt. Da die GRÜNEN aber allein ohnehin nicht werden regieren können wird es dann eben Aufgabe ihrer - jedenfalls dem Anspruch nach: linken - Koalitionspartner sein, hier jeweils berechtigte Interessen, die durchaus miteinander kollidieren können, entsprechend auszutarieren.

Und nun sollte der Mantel des Schweigens zur Anwendung kommen... wer in seinem Leben noch nie im Nachhinein hat feststellen müssen, dummes Zeug geschwätzt zu haben, der werfe den ersten Stein.

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Gegen Zensur bei Spon 14.06.2019, 12:50
4.

Betrachten wir doch mal die Realitäten

Grün fordert:

A: Wegwerfverbot von Rücksendungen und prangern plakativ Amazon an
Die haben dumerweise nur 2% ware, die tatsächlich aus Eigenantrieb weggeworfen wird. Rest sind Defekte oder Kundenzwang
Und wieviel Mehrenergie es verbraucht, einen Centartikel für im Schnitt 20 Euro pro Rücksendung wieder in Verkehr zu bringen haben die Grünen vergessen zu beachten

Da wird schnell das Gegenteil aus "gut gedacht"

B:
Plastikminitüten im Supermarkt verbieten
Alternative ist was?
Papier ist deutlich unökologischer, und Nylon ist nur bei Nichtwaschen und ewig langer Nutzung sinniger
Dazu kommt die TARA Problematik an der Kasse, da muss dann die Kassiererin, die zuvor den mit Colibakterien verseuchten Geldschein in der Hand hatte, nur alle Lebensmittel in die Hand nehmen
Zudem landen in D die Tüten nicht im Fluss, sondern im Gelben Sack

C: Wegwerf Cafe2Go Becher verbieten?
Sind 40.000 Tonnen Müll im Jahr, ein Witz gemessen am Komplettvolumina
Zudem ist laut Studie (angeblich) Mehrweggeschirr in der Gastro wenn man Strom und Wasserverbrauch berücksichtigt unökologischer

Fazit:
Die wirklich sinnvolle Maßnahme: Export von gelbem Sack verbieten, Recyclingquote erhöhen
(aktuell 14%), das bringen die Grünen nicht ins Gespräch
Würde aber die meisten Probleme wirklich eindämmen

Warum macht Grün das nicht?

Und nun sind wir wieder beim Populismusspiel von Grün

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meister_proper 14.06.2019, 12:54
5. Der Zustand der SPD macht mich einfach nur noch traurig

und die derzeitige kommissarische Parteiführung macht den intellektuellen Niedergang so deutlich wie wenig zuvor. Völlig substanzlose Angriffe gegen einen potentiellen politischen Partner sind ein deutliches Zeichen der Verzweiflung. Hinterher tut es ihnen dann leid und war gar nicht so gemeint - geschenkt!
Es gibt anscheinend keine Leute von Format mehr in der SPD, welche eine progressive Agenda zu definieren vermögen ohne den gesunden Menschenverstand dabei zu vernachlässigen. Kühnerts fundamentale Systemkritik ist genauso wenig hilfreich, wie das gleichgültige 'weiter wie bisher' der jetzigen 'Top'-Leute.

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malomalo 14.06.2019, 12:54
6. Wer im Glashaus sitzt ...

...sollte sich nur im Dunklen umziehen. Hartz4, die ungesteuerte Zuwanderung - auch aus Osteuropa - und der Dieselskandal, Verteuerung der Ware Arbeit durch den Mindestlohn, die Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten, Erhöhung der Lebenshaltungskosten u.a. durch eine kopflose Energiewende und die Bedrohung unqualifizierter Arbeit durch die Automation ... Wer hier im Umgang mit dem Prekariat schlimmeren Unsinn verzapft hat, ist schwer auseinanderzuhalten. Jetzt beim Wunschkoaltionspartner kurz vor Landtagswahlen rumzupöbeln - keine gute Idee. Die SPD als ehemalige Partei der kleinen Leute lässt sich auf dem Weg nach unten von niemandem überholen. Wenn sie wenigstens die AfD mitnehmen würde....

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mustermann2 14.06.2019, 12:58
7.

"Den Grünen ist die soziale Frage schnurzegal." Nein Herr Schäfer-Gümbel. Der Klimawandel wird Menschen dazu bringen ihre Heimat zu Verlassen. Das ist ein sehr reales soziales Problem.
Ich finde die Grünen sozialer als die SPD.

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Pixelpu 14.06.2019, 12:59
8. Angst der Genossen

Die Angst vor dem Verlust Ihrer Versorgungspöstchen steht den Genossen ins Gesicht geschrieben. Gut so und das verdiente Resultat für die unsozialen Politik seit Gaz–Gerd und für den dauerhaften Kotau vor der ewigen Kanzlerin

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ctrader62 14.06.2019, 12:59
9. Gemeinsamkeiten ?

Der kommissarische SPD-Vorsitzende spricht über mutmaßlich frappierend ähnliche Methoden von AfD und Grünen und attestiert beiden heftigen Populismus.
Wie immer kann man kleine Körnchen von Wahrheit finden. Ich frage mich aber schon, wie verzweifelt die SPD im eigenen Untergang ist, wenn sie den politisch nahestehenden Grünen ähnliche Methoden unterstellt wie dem politischen Gegner.
Die SPD scheint selbst keinen Glauben mehr an eine zukünftige Regierungsbeteiligung außerhalb einer Mini-GroKo zu haben. Sonst würde sie nicht in der eigenen Parteienfamilie so rücksichtslos herumbolzen.
Wer auch immer von einer linken Mehrheit geträumt hat oder davon Alpträume bekommen hat, kann diese Option jetzt wohl endgültig in den Mülleimer der Geschichte kippen.

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