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SPD-Kernanliegen Mindestlohn: Nahles boxt ihr Prestigeprojekt durch
DPA

Arbeitsministerin Nahles frohlockt: Auch nach dem Gipfel der Parteichefs muss die SPD bei ihren Mindestlohn-Plänen kaum Abstriche machen. Die Altersgrenze bleibt bei 18 Jahren, Ausnahmen für bestimmte Branchen soll es nicht geben. In der Union regt sich umgehend Protest.

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01099 19.03.2014, 19:22
10. Aw:

Zitat von mariameiernrw
Langzeitarbeitslose haben oft ein Problem in das Berufsleben zurück zu finden. Man muss daher den Arbeitgebern gute Argumente liefern. Die Unterstellung der Linken, dass dann einfach vor Ablauf der Probezeit gekündigt wird, ist nicht plausibel, da auch ein Arbeitgeber kein Interesse daran hat ständig neue Leute einzuarbeiten, den ganze Papierkram für die Neueinstelllung durchzuführen. Zudem ist der Kündigungsschutz in der Probezeit zwar gelockert, jedoch existiert er ja weiterhin!
Haben Sie schon einmal etwas von befristeten Arbeitsverträgen gehört? Diese Frist kann auch ein halbes Jahr betragen, wenn der Herr Arbeitgeber das so will. Und dass ein Arbeitgeber so unflexibel ist, nicht immer wieder neue Leute einzustellen, nur um Kosten zu sparen und sich die Taschen zu füllen, mag in Ihrer Logik vielleicht stimmen, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Werfen Sie einmal einen Blick in Richtung der typischen Jobs im wachsenden Niedriglohnsektor.
In der Probezeit existiert übrigens so gut wie kein Kündigungsschutz! Sie können innerhalb derselben jederzeit und ohne Angabe von Gründen gefeuert werden. Das war immer so und wird wohl auch so bleiben.
Wirklich informiert scheinen Sie nicht zu sein oder irre ich mich da?

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carolian 19.03.2014, 19:23
11. Schon scheitert es vor dem BVG.

Das setzte sich die SPD seit 140 Jahren für "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ein und nun verstösst sie selbst dagegen.

Das BVG muss diese Klauseln der Sonderbehandlung für ungültig erklären, da sie gegen das Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes verstossen.

Nahles schlägt sich selbst k.o.

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Apologet 19.03.2014, 19:24
12. Schade

Schade - Praktikanten im Unternehmen die noch studieren konnten wir uns bisher leisten. Schließlich lernen sie ja vor allem in dieser Zeit. Es ist ja kaum zu beschreiben, was ein Studierender noch alles lernen muss, bevor er einmal produktiv einsetzbar wird. Gerade in der Wissensarbeit - die in StartUps notwendig ist.

Schade für die Studierenden, die jetzt nicht die Gelegenheit erhalten Praxis zu erlangen und ihr Wissen aufzubauen und schade, dass somit auch die Rekrutierung von Personal und der Aufbau von Arbeitsplätzen schwieriger wird, der in Deutschland ohnehin schon schwierig genug ist.

Ich kann nur hoffen, was ich nicht genau weiß, dass diese Regelung nicht für Praktikanten von der Uni gilt. Das wäre für alle Beteiligten besser.

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quastip 19.03.2014, 19:25
13. Vielen Dank...

...Frau Nahles, endlich arbeitslos! Geld, das man verteilen will, muß man erst einmal haben, bzw. verdienen! Es gibt aber nun einmal in diesem Land Dienstleistungen, Waren und Produkte, die, auch befeuert durch jahrelanges "Geiz ist geil!"-Getöse nur noch zu einem Preis zu verkaufen sind, die einen Mindestlohn in dieser Höhe nicht erwirtschaften. Zudem gibt es Branchen, in denen komplett umsatzabhängig Lohn gezahlt wird. Wenn der Grund Umsatz zu machen um gut bezahlt zu werden fehlt, gibt es keine Motivation mehr sich zu bemühen. Das spüren die Kunden, das spürt dann die Firma und letztlich der Staat, der mich dann ja bald in seinen sozialen Systemen verwalten darf. Nochmals vielen Dank dafür, Frau Nahles!

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a.maniac 19.03.2014, 19:30
14.

Zitat von mariameiernrw
Dies ist eben der Unterschied zwischen Sozialdemokratie und Sozialismus der Linken: Während die SPD stückweise das Leben der Arbeiter verbessert, flüchtet sich die Linke in utopische Fernziele und theoretische Diskussionen. Davon hat aber die Putzfrau nichts! Die Ausnahmen sind richtig, um hohe Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern wie sie man in den anderen Mindestlohnländern findet. Zudem brauchen Jugendliche nicht so viel Geld. Ehrenamtler müssen auch ausgenommen werden. Langzeitarbeitslose haben oft ein Problem in das Berufsleben zurück zu finden. Man muss daher den Arbeitgebern gute Argumente liefern. Die Unterstellung der Linken, dass dann einfach vor Ablauf der Probezeit gekündigt wird, ist nicht plausibel, da auch ein Arbeitgeber kein Interesse daran hat ständig neue Leute einzuarbeiten, den ganze Papierkram für die Neueinstelllung durchzuführen. Zudem ist der Kündigungsschutz in der Probezeit zwar gelockert, jedoch existiert er ja weiterhin!
Sie sind mir vielleicht einer... Sie befürworten nichts anderes als die weitergehende Ausbeutung von Arbeitslosen. Natürlich werden bei einfachen Tätigkeiten viele dann in der Probezeit gekündigt werden, weil kaum Einarbeitungszeit bei solchen Tätigkeiten notwendig ist. Die Ausnahme dass für Langzeitarbeitslose ein Mindestlohn nicht gelten soll, ist das schlimmste was die SPD mitentschließen können. Gerade der Erpressungsdruck, dass Arbeitslose zu quasi zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, wollen sie nicht verhungern ist abgrundtief verachtenswert. Die SPD hat absolut versagt in jeder Hinsicht in der Regierungskoalition. Sie hat im Wahlkampf links geblinkt und hat alle Wahlversprechen gebrochen. Wo sehen Sie eine Verbesserung des Lebens der Arbeitnehmer durch die SPD? Das ist schlicht und einfach eine dreiste Lüge... Die CDU tut wenigstens nicht mal so, als wäre sie sozial... Und genau das werfe ich der SPD vor...

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nerohatgeschludert 19.03.2014, 19:36
15. Zugeständnis

Nahles sagt: "Ich hoffe, dass meine Kollegen zufrieden mit meiner Arbeit sind."
Natürlich werden sie das sein. Es brauchte ja keiner wegen der Edathy Affäre sein Pöstchen aufgeben.
Die Union bestand ja merkwürdigerweise nicht allzulange auf einen "Ausgleichsrücktritt" aber ein Zugeständnis bei den Verhandlungen sollte aber drin sein ;-) Das wurde natürlich sofort von der SPD Führung zurückgewiesen.
Und jetzt, nur wenige Wochen später verabschiedet sich die SPD vom fächendeckenden Mindestlohn und verkauft das auch noch als Erfolg!
Für mich ist das Betrug am Wähler.

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watermark71 19.03.2014, 19:38
16. Leider ist Politik nicht intelligent: zu kurz gesprungen

Zitat von mariameiernrw
Dies ist eben der Unterschied zwischen Sozialdemokratie und Sozialismus der Linken: Während die SPD stückweise das Leben der Arbeiter verbessert, flüchtet sich die Linke in utopische Fernziele .....
Verbessert wird hier gar nix. Das Einzige was geschehen wird - oh Wunder: dass bereits kurz nach der Einführung des Mindestlohnes ein Preisschub durch die Lande geht. Denn das Geld wird wieder reingeholt. Und - wieder oh Wunder - eine steigende Inflationsrate wird voller Überraschung vermeldet.

Dann werden aus 8,50 in Kürze 9,50 ... und immer mehr Leute werden mittelfristig vom eigenen Leben durch eigene Hände Arbeit abgehängt. (Aber hat natürlich auch Vorteile: man schafft massenweise Menschen, die in einer oder anderer Form vom Staat abhängig sind. Sorgt für sozialen Frieden - denn wenn die aufmucken, werden ihnen die Leistungen gestrichen. Ist ja auch schon mal was.)

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mhwse 19.03.2014, 19:46
17. was ist nur aus dem wort sozial in SPD geworden?

Menschen die über €100000 p.A. verdienen, machen sich über Langzeitarbeitslose und Auszubildende lustig.

Ein Mindestlohn, den es für die, die ihn am dringendsden brauch einfach nicht gibt.

Wenn ich denke, dass ich als Student vor 30 Jahren schon DM 15/h freiwillg geboten bekam .. es ist ein Witz.

Also ein Fast - Mindestlohn. Einfach Wow - ein weiteres soziales Eigentor der SPD.

Das Lachen der Frau kann ich nur als sarkastisches Lachen über die armen Deppen, die sie in der Hoffunung auf Änderung gewählt haben, verstehen.

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01099 19.03.2014, 19:51
18. Schön ruhig bleiben

Zitat von quastip
...Frau Nahles, endlich arbeitslos! Geld, das man verteilen will, muß man erst einmal haben, bzw. verdienen! Es gibt aber nun einmal in diesem Land Dienstleistungen, Waren und Produkte, die, auch befeuert durch jahrelanges "Geiz ist geil!"-Getöse nur noch zu einem Preis zu verkaufen sind, die einen Mindestlohn in dieser Höhe nicht erwirtschaften. Zudem gibt es Branchen, in denen komplett umsatzabhängig Lohn gezahlt wird. Wenn der Grund Umsatz zu machen um gut bezahlt zu werden fehlt, gibt es keine Motivation mehr sich zu bemühen. Das spüren die Kunden, das spürt dann die Firma und letztlich der Staat, der mich dann ja bald in seinen sozialen Systemen verwalten darf. Nochmals vielen Dank dafür, Frau Nahles!
Sie malen Teufel an die Wand.
Es ist doch gut, dass die von Ihnen zitierten "Geiz ist geil!"-Angebote endlich vom Markt verschwinden. Und haben Sie einmal daran gedacht, dass Menschen auch von ihrer Hände Arbeit leben können müssen? Wenn dem nicht so ist, zahlt nämlich einer die Zeche für fehlende Beiträge in die Sozialkassen und Versicherungen. Und jetzt dürfen Sie raten, wer das wohl sein wird. Sie zum Beispiel. Das Geld zum "Aufstocken", also zur Subventionierung eines zweiten, prekären Arbeitsmarktes wächst nämlich nicht einfach auf Bäumen. Auch das muss erwirtschaftet werden. Von uns allen.
Es ist ein Gebot der Fairness und der Moral, Menschen einen Lohn zu zahlen, von dem sie halbwegs leben können und der sie unabhängig vom Geld anderer und den Verwaltungsinstitutionen des Staates macht.
Motivation entsteht übrigens nicht über Geld, sondern über Arbeitsbedingungen und Teilhabe. Mir nützt der höchste Lohn nichts, wenn ich mich jeden Tag in einer Arbeitsumgebung wiederfinde, die mich weder erfüllt, noch fordert. Denken Sie mal drüber nach. Bitte!

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01099 19.03.2014, 19:58
19. Aw:

Zitat von watermark71
Verbessert wird hier gar nix. Das Einzige was geschehen wird - oh Wunder: dass bereits kurz nach der Einführung des Mindestlohnes ein Preisschub durch die Lande geht. Denn das Geld wird wieder reingeholt. Und - wieder oh Wunder - eine steigende Inflationsrate wird voller Überraschung vermeldet. Dann werden aus 8,50 in Kürze 9,50 ... und immer mehr Leute werden mittelfristig vom eigenen Leben durch eigene Hände Arbeit abgehängt. (Aber hat natürlich auch Vorteile: man schafft massenweise Menschen, die in einer oder anderer Form vom Staat abhängig sind. Sorgt für sozialen Frieden - denn wenn die aufmucken, werden ihnen die Leistungen gestrichen. Ist ja auch schon mal was.)
Und was wäre denn die Alternative? Alles beim Alten belassen und auf einen gesellschaftlichen Super-GAU hinarbeiten, wenn plötzlich alle Sozialkassen leer sind, weil - durch geringes Einkommen - kaum noch einer einzahlt? Wollen Sie sich wirklich den Schuh anziehen, dass ihre Kinder in einer Welt leben, in der die Straßen voll von alten Menschen sind, die in der Tonne nach Essbarem suchen oder Verdorbenes von der Tafel kaufen müssen? Wollen Sie eine Welt, in der sich die Armut und Enttäuschung in den billigen Vororten sammelt und irgendwann ein aggressives Potenzial entwickelt, unter dem die ganze Bevölkerung und auch die Demokratie leiden wird? Ist es das?

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