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SPD-Kernanliegen Mindestlohn: Nahles boxt ihr Prestigeprojekt durch
DPA

Arbeitsministerin Nahles frohlockt: Auch nach dem Gipfel der Parteichefs muss die SPD bei ihren Mindestlohn-Plänen kaum Abstriche machen. Die Altersgrenze bleibt bei 18 Jahren, Ausnahmen für bestimmte Branchen soll es nicht geben. In der Union regt sich umgehend Protest.

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wauz 20.03.2014, 10:48
70. Das Ei

Zitat von gooodewind
Nun ist eine Etappe auf dem Weg aus der Sklaverei erreicht und die SPD ist einer wichtigen Zielgruppe ihrer Partei wieder etwas näher gekommen. Dass sich die SPD für alle Bürger und Schichten als politische Vertretung sieht, dass sie auch unbequeme Entscheidungen zum Vorteil des Ganzen treffen kann, das ist eine Sache, die Empathie ihrer Hauptklientel zurück zu gewinnen, ist das ein Weg der richtig war.
Die SPD hat das Ei der Linkspartei ausgebrütet. Das könnte man als Erfolg werten, wenn dieses Kuckucksei wenigstens einen Kuckuck enthielte. Dummerweise war dieses Ei niemals dazu bestimmt, ausgebrütet zu werden. Denn diese Forderung ist einfach nur dazu gedacht gewesen, Milieus an die Partei zu binden, um Wählerstimmen zu bekommen. Und damit Sitze im Parlament, auf dem sich's angenehm sitzt. Deswegen hat die SPD das übernommen, es hat auch ein bisschen funktioniert und jetzt - muss sie es ausbrüten. Alle beteiligten Fachleute wissen, dass der Mindestlohn in der Form, in der er kommen soll, Schwachsinn ist. Er nutzt keineswegs dem untersten Einkommensquintil. Dass die Union noch dagegen schimpft, ist reiner Theaterdonner: das wäre nie in den Koalitionsvertrag gekommen, wenn es die Interessen des Kapitals ernsthaft gefährden würde. Jetzt wird halt noch ein bisschen mit Platzpatronen geschossen, damit ordentlich Pulverdampf in der Luft ist, und der Anschein einer großen Schlacht gewahrt bleibt.

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01099 20.03.2014, 11:32
71. Aw:

Zitat von biberzahn
8,50 ist lächerlich, das ist Hartz IV Niveau und das reicht nicht zum Leben. Das ist eben SPD die sind und bleiben die Hartz IV Partei und damit verantwortlich für die Verarmung und Verelendung vieler Menschen.
Da kennen Sie sich schlecht aus. Als Alleinstehender bekommen sie ungefähr 700 EUR im Monat, was ungefähr die Hälfte dessen ist, was 40 Stunden á 8,50 abwerfen würden.
Klar, das Gelbe vom Ei ist auch der Mindestlohn nicht, wenn man an die 2500 Euro denkt, die man in diesem Lande 35 Jahre lang verdient haben muss, um gerade die Grundsicherung im Alter zu bekommen, die dann wieder auf Hartz4-Niveau liegt. Aber es ist eine Chance für die, die heute für 3,50 bis 5 Euro die Stunde schuften müssen, um danach wieder als "Aufstocker" zum Amt zu laufen und sich dem aussetzen zu müssen, was die Jobcenter so für sinnvoll erachten.

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wauz 20.03.2014, 13:04
72. Brutto gleich netto?

Zitat von 01099
Da kennen Sie sich schlecht aus. Als Alleinstehender bekommen sie ungefähr 700 EUR im Monat, was ungefähr die Hälfte dessen ist, was 40 Stunden á 8,50 abwerfen würden. Klar, das Gelbe vom Ei ist auch der Mindestlohn nicht, wenn man an die 2500 Euro denkt, die man in diesem Lande 35 Jahre lang verdient haben muss, um gerade die Grundsicherung im Alter zu bekommen, die dann wieder auf Hartz4-Niveau liegt. Aber es ist eine Chance für die, die heute für 3,50 bis 5 Euro die Stunde schuften müssen, um danach wieder als "Aufstocker" zum Amt zu laufen und sich dem aussetzen zu müssen, was die Jobcenter so für sinnvoll erachten.
Sie vergleichen den Brutto verdienst mit einem Netto-Einkommen. Und unterschlagen, dass Erwerbseinkommen ja auch Werbungskosten nach sich zieht.

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sebfran 21.03.2014, 19:02
73.

Zitat von sysop
Arbeitsministerin Nahles frohlockt: Auch nach dem Gipfel der Parteichefs muss die SPD bei ihren Mindestlohn-Plänen kaum Abstriche machen. Die Altersgrenze bleibt bei 18 Jahren, Ausnahmen für bestimmte Branchen soll es nicht geben. In der Union regt sich umgehend Protest.
Der Mindestlohn von 8,50 Euro sollte kein Anreiz sein, eine duale Berufsausbildung nicht zu beginnen, weil Auszubildende einer dualen Berufsausbildung, durchaus weitgehende Kompetenzen erlangen können.

Die Niederlande haben eben eine Altersgrenze, die bei 23 Jahren liegt.

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lordofdark 30.03.2014, 00:42
74. optional

bei dem Satz profitieren (in NRW) an und für sich nur Mietsklaven und Wachleute... und bei denen sind es Centbeträge. Das Problem ist nicht der Stundenlohn sondern das was am Monatsende rauskommt. Und da fällt den entsprechenden Firmen (Stichwort "Zeitkonto") schon etwas ein, um dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Geld in Form von Personalkosten das Unternehmen verlässt.

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