Forum: Politik
SPD-Koalitionsoptionen: Demokratie wagen!
Gudrun Senger

Am Wochenende hat die SPD gezeigt, dass sie gern feiert. Aber will sie auch regieren? Kandidat und Partei brauchen mehr Mut: Für eine Regierung mit der Linkspartei. Für eine Regierung der Minderheit. Für eine neue Demokratie.

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Anstossgebender 19.08.2013, 15:56
200. Nachgehakt!

Zitat von ratio_legis
Schon vergessen: Alle Versuche, den Sozialismus zu etablieren - natürlich stets mit den besten Absichten - sind kläglich gescheitert, 90 Jahre lang, allüberall auf der Welt mit der gleichen Zuverlässigkeit, so dass man von einem Idee-immanenten Fehler ausgehen muss. Was nicht funktioniert, kann man nicht erzwingen. Sind 100 Millionen Opfer noch nicht genug?
In gewisser Weise muss man wohl der von Ihnen zitierten Foristin Recht geben: Es gab noch nie Sozialismus. Möglicherweise wurde versucht, ihn zu etablieren. Diktaturen aber stehen diesem Bestreben eindeutig im Wege - ist also ein von vornherein zum Scheitern verurteilter Weg. Warum aber soll prinzipiell eine Idee schlecht sein, weil nur der falsche Weg (ob bewusst oder unbewusst) gewählt worden ist? Der Mensch lebt vor allem durch seine Entwicklung. Entwicklungen benötigen aber Visionen. Das sollten Sie nicht vergessen.

Was die Opferzahl, die Sie nannten, angeht, dann ist die schon eoin wenig weit hergeholt. Und schließlich: Wieviel Millionen Opfer hat der Kapitalismus bereits verursacht - und verursacht Sie noch?! Jetzt sollten Sie dann aber konsequent bleiben!

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garfield 19.08.2013, 15:56
201.

Zitat von Crom
Stolze Sozialdemokraten würden doch niemals mit den Linken auf Bundesebene koalieren.
Na, dann besteht ja noch Hoffnung. Man muss sich ja nur ansehen, was für ein kläglicher Haufen aus der einst so stolzen Truppe geworden ist.
Zitat von Crom
Die SPD sollte sich weitmöglichst von dieser Bande fernhalten, um wählbar zu bleiben.
Bitte korrigieren Sie mich, aber hat die sPD seit Schröder so rapide verloren, weil sie sich politikmäßig "der Bande" zu sehr angenähert hat, oder nicht doch eher, weil sich zu ferngehalten hat (ihrer angestammten Klientel übrigens auch)?
Für Sie gibt es doch das Original namens Union, so wie linke sozialdemokratisch gesinnte Zeitgenossen auch lieber das Original wählen. Wer braucht da noch die esPeDe - außer Merkel, die auf einen Mehrheitsbeschaffer und Schwarzen Peter angewiesen ist?

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Spiegelkritikus 19.08.2013, 15:56
202. Steinbrück müsste nach der Wahl das Handtuch werfen

Eine Regierung aus SPD, Grünen und Linkspartei wäre zum Greifen nahe, wenn sich die SPD mit dem Kandidaten Steinbrück nicht selbst stranguliert hätte. Dieser steht jenseits aller wohlfeilen Wahlkampfrhetorik für Deregulierung der Finanzmärkte, Steuersenkungen füe Unternehmen und Reiche, die desaströse Agendapolitik und eine generelle Nähe zum Kapital. Nicht von ungefähr baut er auf die Unterstützung Schröders. Mit Steinbrück ist eine Zusammenarbeit mit den Linken nicht zu machen.

Da müsste schon Gabriel ran, er hat die wenigsten Berührungsängste und ist flexibel. Aber dazu wird es wohl erst bei der übernächsten BT-Wahl kommen, es sei denn, Steinbrück wirft unmittelbar nach der kommenden Wahl das Handtuch, um den Weg für Rot-Rot-Grün und einen SPD-Kanzler freizumachen.

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hmueller0 19.08.2013, 15:57
203.

Zitat von Paxdome
diesen Artikel zu lesen. Herr Augenstein schlägt tatsächlich vor, eine stabile, sich bewährte Regierung mit einen angesehenen und souveränen Kanzlerin gegen eine Experiment der Tolerierung mit Steinbrück& Gabriel, Trittin& Roth und Gysi und Co. einzutauschen??? Da müsste man am gesunden Menschenverstand zweifeln und kann auch gleich die Muppet Show wählen.
wenn es nicht so traurig wäre müßte ich wirklich herzhaft lachen. Oder sollte das Satire sein? "Bewährte Regierung" ... "angesehene Kanzlerin" ... fehlt nur noch "geliebte Regierung die das Wohl der Bevölkerung vertritt". ABer naja, mit dem Gesunden Menschenverstand ist es so eine Sache...

Dann also wieder auf zur Muppet Show - die beiden Alten auf dem Balkon sind dann wohl Merkel und Schäuble?

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autopoiesis 19.08.2013, 15:57
204.

Zitat von brendan33
Was, lieber Herr Augstein, ist denn daran mehr Demokratie ? Wenn eine von der überwältigenden Mehrheit der Deutschen nicht gewollte Koalition unter Beteiligung der Ex-SED in die Regierung geputscht wird ? Das ist das Gegenteil von Demokratie. Das ist die Verdrehung und Manipulation des Wahlergebnisses und Ignorierung des sog. "Wählerwillens".
Laut ARD-Deutschlandtrend wolle nur 38% der Bürger weiterhin von schwarz-gelben Bundesregierung weiterregiert werden.

Zitat von brendan33
Früher waren das mal die typischen Kennzeichen einer Diktatur. Ich finde es ja schon fragwürdig, wenn Regierungskoalitionen, die auf 42-45 % kommen, in der Wahlnacht freudetrunken vom "durchregieren" faseln und dann in den 4 Jahren, in denen der Wähler untätig zuschauen muss, "unumkehrbare" Beschlüsse herbeizuführen suchen. Wohlgemerkt: Alles gegen die Mehrheit von 55-58 % !!
Die Parteien der jetzigen Bundesregierung wurden ebenfalls von weniger als 50% der Bürger, ja sogar der Wähler gewählt.

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echo0815 19.08.2013, 15:57
205. Eine sehr treffende Einschätzung

die Linke hat auf Landesebene durchaus vielfach gezeigt und bewiesen, dass sie reale Politik mitgestalten kann. Auch wenn ihr das dann Sympathie vor allem im Westen kostet und ihr Wahlprogramm zur Makulatur wird. Wer aber in diesem Land Veränderungen herbeiführen will, muss auch Mut für Neues zeigen, und das gilt nicht nur an die Adresse der SPD gerichtet, sondern vielmehr auch an die Grünen.

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spon_1542210 jorgos48 19.08.2013, 16:00
206. EsPeDe:

Das gab es bei den Sozis doch schon einmal. Der Kanzlerkandidat hieß damals Willy Brandt. Jetzt kommen die Genossen mit der Märchenstunde noch einmal aus ihren Löchern gekrochen. Alter Wein in neuen Schläuchen.

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autopoiesis 19.08.2013, 16:00
207.

Zitat von uli67
Vergleichbar wäre lediglich ein Koalition mit der NPD - und die wird es aus gutem Grund nicht geben. Da kann man sich bei der SPD allerdings trotz aller Beteuerungen nicht sicher sein - eine Ypsilanti hat ja schon die Geschichtsvergessenheit und Skrupellosigkeit der SPD-Linken aufgezeigt.
Vergleichbar wäre höchstens eine Koalition mit der AfD, die wie die Linkspartei eine zu 100% grundgesetztreue Partei ist.

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o.schork 19.08.2013, 16:00
208. an lydisch

Unternehmer sind eben nicht gierig. Sie benötigen im Allgemeinen für den persönlichen Bedarf nur einen Bruchteil dessen was sie erwirtschaften. Was Sie glauben interesssiert mich ferner nicht. Und wenn ein paar mehr Firmen mal ein paarJahre ohne Gewinne arbeiten würden, dann wäre auch mal klar, wo echte Wertschöpfung stattgindet.Ganz bestimmt nicht bei den Umverteilungsfanatikern.

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davincione 19.08.2013, 16:01
209. Der Anthropologe spricht

Zitat von egal
... Wenn ich immer den Mist von der Verteilungsgerechtigkeit höre, wird mir schlecht. Es ist jedermanns eigenes Kalkül, welchen Bildungsweg er/sie einschlägt. und wer erst nach der Friseurlehre merkt, dass damit weniger als als Topmanager zu verdienen ist, hat halt Pech gehabt.
Wie hatte ich erst heute geschrieben und wie lese ich es jetzt schon wieder: das ist die klassische neoliberale, marktradikale, sozial verrohte, vornehmlich FDP-Winzlingspartei-Haltung...
Aber nicht nur sozial verroht, man hat überhaupt keine Ahnung mehr vom "Menschen". Das "sozial-blind" zu nennen, wäre maßlos untertrieben.

Interessant ist allerdings die Ausdrucksweise hier. Demnach liegt es daran, dass jemand vorher "gedacht" hat, man verdiene als Friseur so viel wie ein Topmanager.
Und das in einer Gesellschaft, in der es längst so krass ums Geld geht, wie viele Jahre zuvor nicht. Die wenigen, die so viel verdienen können, wie vorher gar nicht zu denken war, die während eines einzigen Klogangs mehr kassieren, als andere in Monaten Vollzeitarbeit nicht.
Die Unsicherheit der heutigen Arbeitswelt, die die meisten zwingt, gerade auf den schnöden Mammon zu achten - wenn man es denn kann. Die anderen, die froh sind, für ein paar Kröten arbeiten zu "können" oder schlicht dazu gezwungen werden.

Vorbei die Zeiten, in denen viele es sich leisten konnten, nicht nach Mammon, sondern nach Neigung ihren Beruf zu wählen. Das Risiko ist heute wesentlich größer.

Also haben die Betroffenen schlicht auf´s falsche Knöpfchen gedrückt: welches Berufsschweinchen hätten´s denn gerne?
Ja wie kann man auch so blöd sein, dass nicht alle auf den Button "Topmanager" gedrückt haben!

Von dieser einfachen Welt-und Menschensicht muss sich das Gros der Leute bescheinigen lassen: "Pech gehabt", weil selber dumm und selber schuld. Und vor allem: Ihr hättet ja die Wahl gehabt!

So gesehen kann man sich die Welt der Armen wirklich nicht erklären. Ja nicht mal die Welt der "Mittleren" - wo doch jeder das Beste auch haben kann!?

Die Biografien, Herkunft und Connections der meisten Topmanager etc. haben damit natürlich nichts zu tun, nein...Dort möchte man ja so gerne alles selbst geschafft haben. Bzw. man hat einfach auf´s richtige Knöpfchen gedrückt, auch wenn für viele, die das ebenso getan haben, der Automat eine Niete ausgeworfen hat.
Tja, auch für viele Möchtegern-Manager heißt es: "Pech gehabt".

Und dabei wollten die gar nicht Friseur werden.

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