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SPD-Krise: Juso-Chef Kühnert wirft Parteispitze Planlosigkeit ab
DPA

"Wir haben keine gemeinsame Linie": Juso-Chef Kevin Kühnert vermisst eine Gesamtstrategie der SPD-Spitze. Er sei, sagt er dem SPIEGEL, bisweilen "fassungslos".

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demokrat2 09.06.2018, 10:11
50. Nörgeln ist auch keine Strategie

Vor allem, wenn er nicht präsize benennt, was er so schlimm findet. Er selbt tut der SPD und sich keinen Gefallen. Es läuft doch immer auf dasselbe hinaus: Kühnert geht es nicht schnell genug, wobei er selbst auch das Problem ist. Er sollte sich mal auf den Koalitionsvertrag konzentrieren und für ihn werben, als über die Führung der SPD, der er als Juso-Vorsituendee selbst angehört, zu meckern. Offensichtlich kann auch er nicht die Mehrheit der Mitglieder von seinem "Strategiewechsel" überzeugen. Über seine eigene Strategie habe ich auch noch nichts gelesen. Er beschreibt bestenfalls den Zustand der SPD aus seiner Sicht. Was will er konkret ändern?

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marianne.nazareth 09.06.2018, 10:47
51.

Die SPD kann sich nicht erneuern, weil sie in einem Dilemma steckt. Geht sie einen Schritt nach links, laufen ihr die Leute am rechten Rand davon, geht sie einen Schritt nach rechts, laufen sie am linken Rand weg. Die SPD ist in einer Zwickmühle. Das ist schon oft gesagt worden, und es stimmt auch. Also müßte die SPD, wenn sie sich erneuern will, irgendwas finden, was aus dem Rechts-Links-Schema herausfällt und die Leute begeistert. Aber originelle Köpfe hat die SPD nicht. Da ist niemand, der so etwas zustande bringen könnte. Ich will nicht sagen, daß das alles Pfeifen sind, aber einen besonders intelligenten Eindruck machen diese Leute eben auch nicht. Hinzu kommt, daß die SPD den Kontakt zur Lebenswelt ihrer potentiellen Wähler verloren hat. Da steckt sie in einem zweiten Dilemma, der Zwickmühle zwischen ihrer eigenen Ideologie und den Interessen der "einfachen Leute". Das Vertrauen dieser Leute in die Einwanderungspolitik (Familiennachzug sogar für Gefährder und solche Sachen) und Europapolitik (Vereinigte Statten von Europa in wenigen Jahren = Abschaffung des deutschen Sozialstaats) läßt stark nach, aber die Führungselite hält trotzdem an den alten Worthülsen fest. Ich tippe auf den raschen Untergang der SPD. Das konnte man auch in den Gesichtern der Abgeordneten lesen bei der Debatte um den Familiennachzug. Als Baumann von der AfD den Untergang der SPD voraussagte, konnte man richtig sehen, wie Nahles, Oppermann und Co. einen dicken Klos im Hals hatten. Sie wissen nämlich, daß ihnen die Zeit davon läuft und sie nichts mehr machen können.

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siegfried_richard_albert 09.06.2018, 12:54
52. Zukunft für die SPD

Da war Herr Kühnert wohl etwas gutgläubig beim SPD Parteitag. Und er hat sich einseifen lassen. Mit der jetzigen Parteiführung wird sich nichts ändern. Ihnen fehlt ein klares Konzept für die soziale Marktwirtschaft für die kommenden Jahre. Hauptsache Frau Nahles wurde Parteivorsitzende und die SPD regiert mit.

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Kurt2.1 09.06.2018, 13:11
53. .

Die Regierungsmitglieder der SPD sind nicht die einzigen Akteure der Partei. Natürlich ist die SPD als Partei handlungsfähig.
Es gibt dort ausreichend Leute, die sich zusammensetzen können und über die Aktualität des Godesberger Programms nachdenken und sich möglicherweise (?) über Änderungen austauschen. Denkbar wäre einmal ein neues Programm.

Man kann auch einen Plan entwickeln, um eine Bürgerversicherung umzusetzen. da wir wissen, dass das nicht an einem Tag geschehen kann, wäre es an der Zeit, damit anzufangen. Es wäre ein innerparteiliches "Alle-Mann-Manöver" inklusive der Jusos.
In dem Zusammenhang könnte die SPD einmal glaubhaft machen, dass sie sich nicht nur zum Vorteil verbeamteter Lehrer bewegen muss, sondern dass sie im Sinne aller Bürger agiert.
Zuletzt darf man sogar über die Agenda 2010 nachdenken und sie auf Korrekturen abklopfen.
All das bliebe von der täglichen Regierungsarbeit unberührt. Man könnte morgen beginnen. Es ist leider nichts erkennbar. Keine Aktivitäten, außer Nörgeleien im kleinsten Karo.

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yvowald@freenet.de 09.06.2018, 13:14
54. Frau Nahles - eine Verlegenheitslösung

Schon die Wahl von Andrea Nahles zur Bundesvorsitzenden läßt erkennen, daß es der SD an klugen Köpfen fehlt.
Frau Nahles ist gerissen und wortgewandt, aber keineswegs diplomatisch-klug.
Wie soll die SPD mit solcher Führung wieder Anerkennung finden?
Wo sind die "linken" Politikansätze, die Frau Nahles bisher propagiert hat?
Warum macht Frau Nahles nicht endlich einen Schritt auf DIE LINKE zu, um evtl. gemeinsame Politik zu gestalten?

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Art. 5 09.06.2018, 13:17
55. Einfache Lösung

Zitat von marianne.nazareth
Da steckt sie in einem zweiten Dilemma, der Zwickmühle zwischen ihrer eigenen Ideologie und den Interessen der "einfachen Leute". Das Vertrauen dieser Leute in die Einwanderungspolitik (Familiennachzug sogar für Gefährder und solche Sachen) und Europapolitik (Vereinigte Statten von Europa in wenigen Jahren = Abschaffung des deutschen Sozialstaats) läßt stark nach, aber die Führungselite hält trotzdem an den alten Worthülsen fest.
Dabei könnte die neue, erfolgreiche Ausrichtung so einfach sein. Nachdem die LINKE auf ihrem Parteitag heute noch einmal eindeutig festgelegt hat, dass sie für offene Grenzen und die Aufnahme aller Migranten ist, die nach Deutschland kommen wollen, kann sich die SPD doch klar in dieser Frage von denen abgrenzen und einen entgegengesetzten Kurs fahren, aber gleichzeitig ihre Sozialpolitik verstärken und sich darin mehr an der LINKEN orientieren, sodass der klassische SPD-Wähler wieder in der Partei seine Heimat finden kann. Das bedeutet natürlich, dass Kühnert und seine Jusos in ihrer Migrationspolitik umdenken müssen. Sie würden dann aber damit belohnt, dass ihre linken Positionen, die den SPD-Wählern selbst zugute kommen, auch stärker berücksichtigt werden.

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marianne.nazareth 09.06.2018, 15:17
56.

Für Außenstehende scheint die Sache klar wie Klärchen. Die SPD müßte in gewissen Fragen einfach nur Vernunft annehmen und so denken wie die "einfachen Leute". Der "kleine Mann" findet nämlich nicht, daß die Grenzen und damit die Sozialkassen und Schulen für jedermann auf der Welt offen stehen sollten. Der "kleine Mann" findet es auch nicht witzig, wenn man ihn bei jeder Gelegenheit des "Rassismus" verdächtigt. Das weiß die Führung der SPD auch. Aber sie kann nichts dagegen machen, daß der linke Flügel (Kühnert, Jusos usw.) sofort einen Riesenrabbatz veranstaltet, sobald sich die Partei auch nur einen halben Zentimeter auf den "kleinen Mann" zubewegt. Die Medien greifen das dann sofort auf und geben den "Kühnerts" eine Bühne, die sie - wenn es nach dem Inhalt geht - gar nicht verdient haben. Ich glaube, das ist der Grund, weshalb die SPD unbeweglich in der Falle sitzt. Irgendwer in der SPD müßte den Mut haben, eine Politik für Otto Normalo durchzuziehen, ohne sich vom Geschrei des linken Flügels beirren zu lassen. Aber ein solcher Mensch müßte sehr viel Autorität besitzen, und für wen gilt das schon in der SPD? Verdruckste Apparatschiks, wohin man schaut. Ich will gar keine Namen nennen.

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