Forum: Politik
SPD-Kritik von Ex-Parteichef Gabriel: "Linker als die Linkspartei, ökologischer als d
Omer Messinger/ EPA-EFE/ REX

"SPDpur" heißt eine neue Gruppierung von Traditionalisten innerhalb der Sozialdemokraten, auch dabei: der Ex-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Er moniert: "Leistungsbereite Arbeitnehmer" fänden sich in der Partei nicht mehr wieder.

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jungarztsucht 04.08.2019, 13:16
90. Fehlende Analyseschärfe

Ich bin negativ beeindruckt von den persönlichen Anfeindungen gegen Herrn Gabriel und von der fehlenden Analyseschärfe in diesem Forum. Zum einen: jeder darf in einer Demokratie sooft er will, seine Meinung sagen. Auch Herr Gabriel. Es ist abstoßend und undemokratisch, ihn persönlich anzugreifen und herabzuwürdigen. Man hat sich ausschließlich mit seinen Argumenten auseinander zu setzen! Zweitens: ist mit diesem larmoyantem Gejammer über die Agenda 2010 vielleicht endlich mal Schluss? Frage: inwiefern hat ein leistungsbereiter Arbeitnehmer Nachteile durch die Agenda 2010? Ich höre.... Und immer schön sachlich bleiben.

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tabilo7 04.08.2019, 13:17
91.

Infrastrukturthemen werden zukünftig immer wichtiger, Klimawandel ist über die Privatwirtschaft nicht mehr aufzuhalten, China zieht davon, weil es auch dies begriffen hat, die Zukunft entscheidet sich in der Infrastruktur eines Landes (Transport, Digitalisierung, etc) und der deutsche Michel regt sich auf, ob er nun 42% oder 50% Steuerlast hat. Ich kann Ihnen was sagen, ich finde die Steuerlast gerade für die hohen Einkommen lächerlich gering für die Erwartungshaltung der meisten Bürger. Dabei argumentiere ich aber nicht nur dem Nachbarn das Geld aus der Tasche, ich wäre selbst mit 6-stellingem Einkommen davon betroffen. Die SPD adressiert diese Themen aber nicht mehr, daher sind die Grünen die modernere SPD geworden...

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pfeiffffer 04.08.2019, 13:19
92.

Zitat von dirkcoe
Die Frage wofür steht die SPD ist kaum noch klar zu beantworten. Allerdings hat die Union inzwischen fast das gleiche Problem. Das ist vermutlich der Hauptgrund, warum sich die Wähler von den Volksparteien abwenden - hin zu den Grünen. Ob die es besser können - wir wissen es nicht, aber immerhin stehen sie für etwas.
Ich wüßte jetzt nicht wirklich, wofür die Grünen stehen, wofür die SPD heutzutage steht, weiß ich noch weniger, jedenfalls nicht für mich.

Die Union hat den Vorteil, daß sie Merkel als Bundeskanzlerin hat. Die kann so schön die Raute machen und ist so herrlich unverbindlich und gefällt jedem.

Ist Merkel erstmal weg und müssen die Grünen mehr liefern als Geseier über die sonnenbeschienene Einhornwiese, auf der die Blümlein blühen und die Vöglein zwitschern, gehts auch mit denen bergab, wie mit der SPD.

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.patou 04.08.2019, 13:19
93.

Linker als die Linkspartei, ökologischer als die Grünen?
Da muss mir irgendwas entgangen sein.

Außerdem sollte man meinen, dass die acht Jahre Parteivorsitz genügend Zeit gewesen wären, beobachtete Missstände anzugehen.

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pförtner 04.08.2019, 13:19
94. Parteikassierer

Ja, ein SPD - Mann in Blaumann und Ölkanne in der Hand , wie einst mein Großvater und denn noch Parteikassierer , unvorstellbar.

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James Blönd 04.08.2019, 13:20
95. Die Armen wurden ärmer

Zitat von taglöhner
Nein, auch die Armen wurden reicher. Nur nicht so viel wie die Reichen.
Sind Sie sich da sicher?

- In Deutschland wächst jedes 4. Kind an oder unter der Armutsgrenze auf.

- 800.000 Bundesbürger sind auf Armenküchen / „Tafeln“ angewiesen.

- Sogar die Tafeln (Zitat: „Der Arme hat Priorität vor dem Mülleimer“) sind durch den Geiz der Supermärkte zunehmend in ihrer Existenz bedroht.

- Rd. 500.000 Bundesbürger haben nicht einmal ein Bankkonto.

- Über 330.000 Menschen (wir vermuten, dass hier eher Haushalte gemeint sind) wurde 2016 der Strom gesperrt und über 6,2 Millionen Haushalten Stromsperrungen angedroht, weil sie nicht einmal Stromrechnungen von durchschnittlich 119 Euro zahlen konnten.

- Laut IAB (untersteht dem Bundesarbeitsministerium) liegt die tatsächtliche Zahl der Menschen mit Anspruch auf Hartz IV etwa um die Hälfte höher als die der Hartz IV-Bezieher. Eigentlich liegt die Zahl der Hartz IV-Berechtigten bei 10-12 Mio. Menschen. Hauptmotiv für den Verzicht ist (die von den Medien produzierte) Scham.

- Lt. Sparkassenverband befindet sich über die Hälfte der Konten aller Arbeitnehmer im Minus.

- Die Niedriglöhne sind seit von 1995 bis 2008 um 14% gesunken.

- 7,3 Mio. Menschen sind überschuldet/bankrott.

Quelle: https://www.economy4mankind.org/tatsaechliche-armutsstatistik-deutschland-zahlen-fakten/

Vielleicht überdenken Sie Ihre Einschätzung nochmal, Taglöhner.

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equigen 04.08.2019, 13:21
96. Findet meine Zustimmung

Angestellte und Arbeitnehmer - die Leute die dieses Land am Laufen halten - werden seit langem nicht mehr vertreten. Man macht bei Steuergeschenken für Reichste und Unternehmen mit, man kümmert sich um x Randgruppen und Träumer die dem Mittelalter mit seiner intakten Natur nachtrauern. Für die eigentliche Klientel hat man die CO2 Steuer und Belastung durch EEG und Co im Angebot.

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Weiter-nach-vorne-schauen 04.08.2019, 13:23
97. ..war selbst mal dabei

Ich habe viele Jahre Kommunalpolitik gemacht. Meine Erfahrung war, dass Wahlen von Innen gewonnen werden. Erst müssend die eigenen Parteimitglieder überzeugt sein. Dann kann man auch eine Wahl gewinnen. Und hier liegt für mich das tatsächliche Problem begraben. Da kam die Unterbezirksvorsitzende aus Berlin und hat uns mitgeteilt, was wir denken sollen. Der Unterbezirk Ansicht wurde mehr kontrolliert als organisiert. Personen die mehrfach durch andere Ideen aufgefallen sind, wurden hinten rum weggemobbt. Der Unterbezirksvorstand wurde stets mit wortgewaltigen linientreuen und in Position befindlichen Mitgliedern besetzt. So war es möglich sich bei Personalentscheidungen gegenseitig zu helfen. Diese Personen fehlten in der Regel bei normalen Sitzungen. Dass das nicht nachvollziehbar wurde, fehlte im Protokoll stets die Anwesenheitsliste. Dazu kommt dann die Quote, die intern verpflichtet Mitglieder in Position zu wählen, die an keiner Stelle in der Lage sind, jemanden zu überzeugen. Welche Denke die SPD hat sieht man z.B. an der Reform der Grundsteuer. Die Angst,dass den Kommunen Geld fehlt, war größer als die Angst, dass Bürger jetzt viel mehr zur Kasse gebeten werden. Die SPD ist ein Beamtenapparat geworden, der sich hauptsächlich selbst schützen möchte. Das Alles hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass viel gute und engagierte Mitglieder aufgegeben haben und ausgetreten sind. Was man hier unterschätzt ist die Tatsache, dass man bei solch einem Vorgang oft nicht nur einen Wähler verliert. Andere sind geblieben und wählen die eigene trotzdem Partei nicht mehr. Für mich liegt das inzwischen vor allem an fehlenden und qualifizierten Personen, denen man glaubt, dass sie auch in unvorhersehbaren Situationen eine gute Antwort finden. Aber die sind vergrault worden. Deshalb wird man auch in naher Zukunft kaum Personen finden, die Überzeugen. Das wird sich auch bei der Vorsitzenden-Wahl zeigen. Wenn Sigmar Gabriel jetzt sagt, dass sich leistungsbereite Personen nicht mehr in SPD wiederfinden und die SPD Minderheitsthemen als Hauptthemen besetzt, dann hat er damit sehr Recht. Was fehlt ist aber Selbstkritik. So hätte er z.B als SPD Wirtschaftsminister die EEG Reform so gestalten können, dass der Staat den wesentlichen Teil, dieses enormen Strukturwandels finanziert und nicht der Bürger selbst. Das wäre z.B. SPD Politik gewesen.

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syracusa 04.08.2019, 13:24
98.

Zitat von Beccaria
Mit über 50% Steuerabzug vom Lohn ist der leistungsbereite Arbeitnehmer wohl kaum für die SPD zu begeistern.
Wow. Solch dreiste Lügen findet man auf den SpOn-Foren wirklich extrem selten. Es dürfte in Deutschland wohl kaum Facharbeiter geben, die auf über 20% Steuerabzug vom Lohn kommen. Und selbst als mehrfacher Einkommensmillionär kommt man in Deutschland auf keine 50% Steuerabzug.

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f36md2 04.08.2019, 13:24
99. Schlechte Zeiten sind das - für uns in der SPD

So einfach ist das alles auch nicht. Die Mitglieder in der SPD sind - das sehe ich in meinem Ruhrgebiets-Ortsverein - stark überaltert. Radikale Veränderungen kamen da nie besonders an. Umweltdiskussionen gingen sie lieber aus dem Weg. Ein paar Radspuren - aber nicht zu viele. Bitte keinesfalls gegen Kohle und Atom argumentieren, das schätzten die konservativen SPD-Gewerkschafter aus IGBCE und IG Chemie überhaupt nicht! Auch deswegen kamen die Grünen, damit fehlten der SPD einige Prozente. Dann Hartz-4 (an sich wirtschaftspolitisch richtig, aber sehr schlecht umgesetzt). Die Konsequenz daraus: Eine neue Partei - die LINKE. Danach wieder ein paar Prozente im Minus! Weiteres Problem: Merkels CDU versuchte sich auch an sozialdemokratischen Vorgehensweisen, auch hier ein paar Punkte weniger für die SPD. Es ging weiter: Besonders die Grünen, die SPD und Teile der CDU haben wirklich nichts dagegen, dass sich hier im Bereich zwischen Duisburg und Essen ganze Stadtviertel türkisch-libanesich-rumänisch ausrichten. Da fühlen sich die bisherigen SPD-Wähler auch nicht mehr besonders "heimisch!" Wer dagegen aufmuckt, bekommt gleich das Argument "Rassist" um die Ohren gehauen, also lassen wir das besser. Die verbleibenden SPD-Genossen bringen zähneknischend Verständnis dafür auf, dass SPD-Vertreter im Stadtrat Ganzkörperbadeanzüge tolerieren sollen und Schweinefleisch in Kindergärten und Schulen "böse ist", aber Frauenverschleierungen (das müssten wir einmal Männern zumuten) völlig in Ordnung sind. Konsequenz daraus: Die AfD bekommt immer mehr Zulauf. Da bleiben noch ca. 10 bis 12 Prozent für die SPD übrig. Oberhausen und Essen, früher SPD-Hochburgen, stellen nicht mehr die SPD-Oberbürgermeister. Hilfreich wäre vielleicht ein Blick nach Dänemark: Dort haben die Sozialdemokraten eine Ministerpräsidentin. Wie haben sie das nur geschafft?

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