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SPD-Mitgliederentscheid: Gabriels Durchmarsch
DPA

Das klare Votum der SPD-Basis für die Große Koalition ist ein Erfolg für die Partei und ihren Chef. Für den Frieden in dem Regierungsbündnis verheißt das trotzdem nicht viel Gutes.

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Nathan die Speise 14.12.2013, 19:09
110. Die Koalition der kleinen Schritte

Vorab: Liebes Spon-Team, schade, dass eure grundsaetzlich gute Arbeit immer wieder von solchen undifferenzierten und polemischen Kommentaren getruebt wird. Sachlich steht euch wirklich besser, unsachlich wahrscheinlich Niemandem ausser der Bildzeitung.
Dennoch, Sigmar Gabriel hat etwas vorzuweisen: Einen relativ "roten" Koalitionsvertrag, der im Detail allerdings in vielen Punkten der Sozialdemokratie widerspricht (z.B. Muetterrente wird aus Rentenkassen der sozialversicherungpflichtigen Arbeitnehmer finanziert) und einen parteiinternen Wahlerfolg, der nicht ausschliesslich befluegelt sondern ebenso verpflichtet. Basisdemokratie endet nicht mit der Abgabe der Stimme zu expliziten Fragen. Vielmehr besteht sie darueber hinaus auch aus der Verpflichtug zu ueberpruefen, ob "die da oben" dem Wahlergebnis gerecht werden und die Erwatungen erfuellen oder nicht. Herr Gabriel wird abliefern muessen, denn ansonsten droht ihm nicht nur eine externe Wahlschlappe in 2017, sondern auch die Interne, die im uebrigen nicht von Legislaturperioden abhaengt.

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Wembley 14.12.2013, 19:10
111. So what?

Zitat von sysop
Das klare Votum der SPD-Basis für die Große Koalition ist ein Erfolg für die Partei und ihren Chef. Für den Frieden in dem Regierungsbündnis verheißt das trotzdem nicht viel Gutes.
Offensichtlich ist die SPD-Basis konservativer als weithin angenommen. Nelles´Einschätzung, dass die Annahme des Koalitionsvertrages durch die Genossen "natürlich gut" für Deutschland sei, muss sich allerdings erst noch erweisen. Ich glaube, dieses Urteil trifft nur dann zu, wenn gewisse Passagen des o.g. Vertrages nicht allzu wichtig genommen werden.

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dieter-ploetze 14.12.2013, 19:10
112. GroKotz gabriel

da lässt sich der SPD vorsitzende in die kabinetts
disziplin zwängen.ab da ist der SPD vorsitzende
zahnlos und merkel unterworfen.ziemlich blöd in der
jetzigen zeit.merkel wirds freuen.und nahles....,
alles darüber schon gesagt,schrecklich und eine
zumutung.man sagt dann einfach die personaldecke
ist dünn.....aber so dünn?schon vor beginn hat man
diese ganzen personen über,das ist erschreckend.

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luigi_lucheni 14.12.2013, 19:12
113.

Zitat von sysop
Das klare Votum der SPD-Basis für die Große Koalition ist ein Erfolg für die Partei und ihren Chef.
Wenn die letzten aufrechten Sozialdemokraten -also die "Nichtzustimmer"- diese Partei verlassen haben, sind die Steigbügelhalter unter sich und sie werden da landen wo die FDP beinahe schon ist: Auf dem Misthaufen der Geschichte.

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ohne_benutzername 14.12.2013, 19:15
114. In 4 Jahren

wieder eine Partei weniger, das wird die SPD nicht überleben. Da kann man nur hoffen, das die AFD dann reinkommt, da wir sonst bald Amerikanische Verhältnisse bekommen.

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sisafiz 14.12.2013, 19:16
115. jetzt is mir schlecht!

nun haben wir den Salat, Dumbo und seine Familie haben alle für dumm verkauft, bekommen ihre Ministerposten und wir müssen die nächsten 4 Jahre mit schlechter Politik leben.Das einzige was hier historisch gewesen wäre, ist die entgangene Chance, eine Partei mit Geschichte zu erneuern. Ich werde diese Partei nach 40 Jahren Zugehörigkeit verlassen und nie wieder wählen. Danke so fällt es mir leicht!

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Wembley 14.12.2013, 19:17
116. Wahr bleibt wahr, leider...

Zitat von psmonn
Bei einem Altersdurchschnitt von 59 Jahren bei den SPD Mitgliedern wundert mich das Ergebnis nicht. Während sich die Länder um Deutschland weiterentwickeln wird hier in den nächsten Jahren wieder nur verwaltet und der Steuerzahler gemolken werden. Das möge jemand behaupten die Deutschen sein ein innovatives junges Volk.
Natürlich glaubt das mit dem "jungen Volk" Keiner. Das durchschnittliche CDU-Mitglied ist übrigens nur unwesentlich jünger (56 Jahre), und die Linken sind im Mittel sogar über 62 Jahre alt. Die BRD-Bevölkerung ist eine der ältesten auf diesem Planeten (Durchschnittsalter ca. 44 Jahre). Aber solange wir keine große Armee mehr aufstellen müssen, ist das kein Nachteil. Hätten wir noch eine Geburtenrate wie anno 1900, entstünden hierzulande echte Probleme.

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Mario_Muster 14.12.2013, 19:18
117. Gut gemacht!

Die SPD hat sich somit selbst abgeschossen und treibt den Populisten auf der linken Seite die Wähler in die Arme.
Hauptsache, die jetzigen Gurken wie Gabriel und Nahles dürfen an die Tröge und meinen, sie könnten auch mal wichtig sein.
Shame!

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llofwyr 14.12.2013, 19:18
118.

Zitat von lkm67
...... Ich war als SPD Mitglied gegen eine Große Koalition respektiere aber das Ergebnis und bewundere in der Tat meine Partei für ihren Mut und das Bewußtsein. Es erfüllt mich um so mehr mit arrogantem Stolz das ich ein solches Verfahren einer CDU nicht zutraue. Viel zu passiv ist der Merkel Verwaltungsclub, zu ängstlich und zu wenig innovativ und jetzt halten sie sich fet: viel zu wenig demokratisch.
Aha - eine demokratische SPD überfährt den undemokratischen
Merkel-Verwaltungsclub.

Nur so zum Nachdenken: Verrat am Wähler und an der Demokratie hat in der Partei SPD eine lange Tradition.
Das geht von der Zustimmung zu den Kriegsanleihen im 1. Weltkrieg über die Beteiligung am Mord an Rosa Luxemburg bis hin zur Agenda 2010.
Der Koalitionsvertrag - eine "Sternstunde" des Wählerverrats - enthält nicht eine einzige SPD-Wahlkampforderung, dafür aber jede Menge heiße Luft in Form von Absichtserklärungen.

Wer auf die "Erfolge" dieser Partei stolz ist, hat sich von der Sozialdemokratie Brandt´scher Prägung schon lange verabschiedet.
Er taugt als kratzfüßelnder Parteiwiedergänger neoliberaler Volksaussauger, aber nicht als Sozialdemokrat.

Ein ehemals begeisterter - und dies zutiefst bereuender - SPD-Wähler.

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Wembley 14.12.2013, 19:20
119. Tut mir leid, aber...

Zitat von Basaltwolf
76 % der Genossen entscheiden über die Zukunft unseres Landes - ist ein Ausdruck der bestehenden "Demokratie" in Deutschland. Aber: wenn man bedenkt, dass 76 % der beteiligten SPD-Mitglieder einer Zahl von 370.000 * 0,76 = 281.000 Bürger Deutschlands sind - also 281.000 von 80.000.000 Bürgern Deutschlands = 0,35 % der Deutschen Bevölkerung repräsentieren. Dann sieht es so aus: Es haben also 0,35 % der Deutschen Bevölkerung entschieden, wer uns regiert, nein noch viel schlimmer - nicht wer sondern welche Gruppe bestimmt wer Minister werden soll, denn das stand vor der Wahl ja nicht fest. Eine direkte Entscheidung über unsere Zukunft wurde durch eine kleine Gruppe von Genossen gefällt, die sich auf Männer und Frauen einigten, die unser Geschick in den nächsten 4 Jahren bestimmen - bzw. die Zukunft der kommenden Generation beeinflussen. Demokratie in Reinkultur!? Eine bessere Demokratie wäre eine Abstimmung aller Bürger Deutschlands über die ausgehandelte "große" Koalition gewesen (die vor der eigentlichen Wahl nämlich nicht definiert war). Doch die Genossen vertrauen auf die Rente mit 63 (eine Blendung der Massen), die nie kommen wird und wenn ja, dann nur für sehr Wenige, weil fast alle gelernten Arbeiter und Angestellte aus dem Regelwerk heraus fallen werden. Der Koalitionsvertrag wird in einigen Monaten nicht mehr wert sein als das Papier, welches schmutzig gemacht wurde um ihn zu drucken - Schade um die Bäume, die hierfür gefällt wurden.
...das ist Unsinn. Üblicherweise entscheiden wesentlich weniger Leute über das Zustandekommen von Regierungen. Das SPD-Votum galt lediglich dem vorgelegten Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Wenn er abgelehnt worden wäre, hätte es aller Wahrscheinlichkeit Neuwahlen gegeben. Wo ist das Demokratie-Problem?

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